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The Vector File

Originaltitel: The Vector File__Herstellungsland: Deutschland, Neuseeland__Erscheinungsjahr: 2002__Regie: Eliot Christopher__Darsteller: Casper Van Dien, Catherine Oxenberg, Timothy Balme, Katherine Kennard, George Henare, India Oxenberg, Will Wallace, Laurie Foel, Stephen Hall, David Stott, Chic Littlewood u.a.
The Vector File aka Deadly Virus mit Casper Van Dien DVD Cover

Auch wenn das Cover andere Assoziationen weckt: Casper Van Dien hatte richtigen Spaß an “The Vector File”.

Irgendwo in Moskau durchschreiten finstere Gestalten eine offensichtlich wissenschaftliche Einrichtung. Zwischengeschnitten sehen wir einen Wissenschaftler, der versucht, eine größere Datei via Satelliten-Uplink zu verschicken. Es gelingt ihm, kurz bevor die Gestalten ihn erreichen und umnieten.

Auf der anderen Erdhalbkugel, in Neuseeland, geht der Geologe Gerry seinem Tagwerk nach. Da überrascht ihn seine Ex und bittet ihn, auf die gemeinsame Tochter zu achten. Gerry sagt freilich zu und überlässt seiner Tochter seinen Arbeitsplatz und ein auf dem Computer installiertes Malprogramm. Mit diesem probiert sich die Kleine aus – als auch schon eine Datei auf den Computer hereinschneit.

Irrtümlicherweise druckt die Kleine die Datei aus und löscht die digitale Version. Damit ihr Vater von dem Fauxpas nichts mitbekommt, steckt sie den Ausdruck in ihren Schulranzen und macht auf Schönwetter. Dass irgendetwas nicht stimmt, dämmert Gerry, als miese Halunken in sein Haus eindringen und das Leben seiner Tochter und das seine gefährden. Außerdem wird sein Arbeitsplatz durchsucht und ein Sicherheitsbeamter getötet.

Der sich wilde Theorien zusammenreimende Gerry gerät schnell selbst ins Visier der Ermittlungen und muss alles daran setzen, Licht ins Dunkel zu bringen. Dass die Lösung in Form des Rucksacks seiner Tochter ganz nah ist, kann er freilich nicht ahnen.

Schaut in den Thriller mit Casper Van Dien hinein

Wer Casper van Dien („Windfall“) mal beim Schauspielern erleben will, der muss „The Vector File“ anschauen! Ich kenne nur wenige Filme, in denen der Schauspieler so locker, so gelöst, so selbstverständlich und so cool agiert, wie in diesem Streifen. Vor allem im Zusammenspiel mit seiner Filmtochter fällt diese vermeintlich unbekannte Seite an Van Dien extrem auf.

Vielleicht liegt es ja daran, dass seine Filmtochter von seiner tatsächlichen Tochter, India Oxenberg, gespielt wird, die im Zusammenspiel mit ihrem Vater ebenfalls extrem aufblüht und wunderbar natürlich und überhaupt gar nicht nervig herüberkommt. Dass auch noch Casper Van Diens Ehefrau Catherine Oxenberg („The Legend of Sleeping Beauty“) mitspielt, verstärkt den Eindruck, dass die Familie die Dreharbeiten einfach für einen tollen Familienurlaub mit etwas Arbeit nebenher genutzt hat.

Gedreht wurde nämlich in Neuseeland. Leider werden dessen Schauwerte nur in einigen wenigen Totalen wirkungsvoll eingesetzt. Doch das ist gar nicht weiter wild, da der Film auch ansonsten erstaunlich wertig ausschaut. Nichts an „The Vector File“ schreit DTV oder TV, vielmehr sieht der Film wie ein astreiner Kinostreifen aus. Coole Kamerafahrten aus Helikoptern heraus gefilmt, eine allgemein angenehme Optik und ein dynamischer Schnitt sowie eine ebensolche Kameraarbeit in den hektischeren Momenten wissen durchweg zu begeistern. Auch die Musik zum Film ist solide ausgefallen und untermalt die Bilder immer treffend.

Leider kann die Story mit diesen Pluspunkten nicht mithalten. Sie ist wirklich irre dünn ausgefallen und dafür leider erstaunlich schleppend erzählt. Erst gute 30 Minuten vor Filmende hat Gerry den vollen Durchblick hinsichtlich der ablaufenden Ereignisse, während er in den vorherigen Minuten wirklich nur im Trüben fischte. Dadurch kommt in den ersten 60 Minuten keinerlei Form von Spannung auf. Und gelingt es „The Vector File“ dann doch einmal, punktuell kleine Spannungsspitzen zu erzeugen, lässt er den Zuschauer immer wieder sogleich von der Angel und mäandert belanglos vor sich hin.

Das Schlimmste: Der Zuschauer ist den handelnden Figuren immer mehrere Schritte voraus, was für eine Thriller-Handlung freilich den ultimativen Genickschuss bedeutet. In den letzten 30 Minuten zieht „The Vector File“ dann zwar ein wenig an, kann aber nie darüber hinwegtäuschen, dass in das Drehbuch nur wenig Hirnschmalz geflossen ist. Die traurige Wendung zum Schluss unterstreicht diesen Eindruck nur.

„The Vector File“ krankt an seinem müden Drehbuch

Action kommt in „The Vector File“ leider nur sehr sporadisch und wenig spektakulär auf. Ein bisschen Geballer hier, eine kleine Keilerei da, das war es auch schon. Ein cooler Kill mit einem Köcher ragt da wie ein Highlight meilenweit aus dem Film heraus. Ansonsten ist „The Vector File“ einer dieser Streifen, der auch von der technischen Entwicklung ziemlich überrollt wurde. Nadeldrucker in wissenschaftlichen Einrichtungen, GPS Geräte, so groß wie Koffer – es ist schon erstaunlich, was in den gerade mal 18 Jahren nach Entstehung des Filmes in technischer Hinsicht alles passiert ist.

Genauso überholt wirkt das Drehbuch zum Film, das den Thriller immer wieder ausbremst und eine wenig erquickende Geschichte erzählt. Dass „The Vector File“ dennoch ganz ordentlich unterhält, liegt an seiner angenehm wertigen Umsetzung und seinen wirklich entspannt aufspielenden Darstellern, aus denen Casper van Dien mit einer vollkommen unerwartet starken Leistung weit herausragt.

05 von 10

Die deutsche DVD des Streifens kommt von dem Label HMH (Hamburger Medien Haus). Diese Veröffentlichung hat eine sehr gute Synchronisation und eine gute (leider nicht anamorphe) Bildqualität. Mit einer FSK 16 Freigabe ist der Film ungeschnitten. Es existiert im deutschen Sprachraum auch eine identische Veröffentlichung mit dem Alternativtitel „Deadly Virus“.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: HMH__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu-ray/DVD: Nein/Ja

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