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Three Bullets

Kurzfilm-Action von Ron Yuan. In „Three Bullets“ muss Michael Jai White als namenloser Held eine Horde Gangster ausschalten, hat aber nur noch drei Patronen für seine zwei Pistolen.

Originaltitel: Three Bullets__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2009__Regie: Ron Yuan__Darsteller: Michael Jai White, Bokeem Woodbine, Ron Yuan, James Lew, Jerry Ying, Darryl Chan, Edward Chen, Arnold Chon, Sheena Chou, Will Leong, Sam Looc u.a.
Three Bullets

Kurzfilm-Action mit Michael Jai White: “Three Bullets” von Ron Yuan

Als Stuntman („Blade“) und Darsteller („Birth of the Dragon“) hatte Ron Yuan seit 1991 genug Zeit an Sets von Actionfilmen verbracht, um sich gute Kontakte im Geschäft aufzubauen, mit deren Hilfe er seine ersten Gehversuche als Regisseur von Kurzfilmen anno 2009 starten konnte, darunter „Three Bullets“.

Yuan schrieb und produzierte den Short zusammen mit seinem Hauptdarsteller Michael Jai White („The Hard Way“), außerdem waren sie zusammen mit den erfahrenen Stunt-Coordinator-Spezis J.J. Perry („Gemini Man“) und Jeff Pruitt („Mission Open Fire“) an der Choreographie der Action- und Kampfszenen beteiligt. Denn auch „Three Bullets“ ist in erster Linie ein Showcase für das Genrekönnen von allen Beteiligten, eine elaborierte Actionszene mit einem kleinen Prolog. In besagtem Auftakt führen die Gangster Russ (Ron Yuan) und Bo (Bokeem Woodbine) ein Gespräch darüber, welche Frauen aus der Hollywoodszene oder Popkultur heißer seien, etwa beim Vergleich von Halle Berry und Angelina Jolie. Man merkt unschwer den Einfluss von Quentin Tarantino im Allgemeinen und dessen „Pulp Fiction“ im Besonderen, weshalb sich „Three Bullets“ in dieser Phase wie ein bemühtes Rip-Off anfühlt, da man nicht an dessen Dialogkunst herankommt. Insofern ist es nicht schade, wenn der namenlose Held (Michael Jai White) das Duo über den Haufen ballert, nachdem man gesehen hat, dass im Kofferraum der Gangster ein sterbender Undercover-Cop liegt.

Das ist dann fast schon wieder clever: Es werden keine großen Erklärungen dargereicht, aber es ist dennoch sofort klar, dass der Tote der Partner und Kumpel des Helden gewesen sein muss, der natürlich nun nach Rache-ist-Blutwurst-Manier zu jenem Set Piece weitergeht, das die Hauptattraktion von „Three Bullets“ ist.

Three Bullets

Michael Jai White gibt den namenlosen, aber kickstarken Helden

Da der Held zuvor unklugerweise aus allen Rohren feuerte, hat er nur noch drei Patronen, aber im Hauptquartier des Gangsterbosses (James Lew) sind mehr Kontrahenten. Also muss er seine Gegner so ausschalten, dass er sie in Schach hält, möglichst keinen Schuss abfeuern muss und sie dafür mit Fäusten und Füßen umnietet. Das ist natürlich eine Gelegenheit, um mal wieder Michael Jai Whites Kampfkünste eindrucksvoll vorzuführen, etwa wenn er mit einem Sprungkick mehrere Gegner umtritt oder nach einem anderen Sprungkick im Fallen noch einen präzisen Schuss abfeuert. Vor allem zeugt „Three Bullets“ davon, dass Actionszenen nicht nur Schauwerte bieten, sondern auch in sich Geschichten erzählen und Spannung erzeugen können. Gerade wenn der Zuschauer den Wissensvorsprung hat, dass der Held nur drei Patronen in seinen zwei Pistolen besitzt, er aber gegenüber den Gangstern blufft und sich taktisch verhalten muss, dann hat das schon seinen Reiz – man kann beinahe von Suspense sprechen.

Natürlich merkt man „Three Bullets“ an, dass er eben nicht mehr als eine Actionszene ist, die als Kurzfilm verpackt wurde. Die Idee ist ganz pfiffig und die Inszenierung ordentlich, auch wenn man gut erkennen kann, dass das Budget recht knapp war, trotz kleiner Unterstützung von Sony. Keiner der Darsteller hat wirklich viel zu tun, zumal sich die vier bekannten B-Spezis Michael Jai White, Ron Yuan, Bokeem Woodbine („Spenser Confidential“) und James Lew („Star Raiders – Die Abenteuer von Saber Raine“) sich hier mit weiteren Stuntleuten umgeben, deren Schauspielcredits meistens in der Güteklasse von „Schlägertyp Nr. 4“ liegen und die vor allem in ihren Actionkompetenten gefordert sind.

Insofern lässt „Three Bullets“ durchaus Talent in Sachen Inszenierung und Choreographie erkennen, ist aber nicht so pfiffig wie beispielsweise „Fetch“ von Daniel Bernhardt, der ähnliche Ambitionen hatte, aber auch mehr zu erzählen, sodass eben nicht nur als einzelne Actionsequenz daherkam.

„Three Bullets“ ist auf YouTube zu sehen. Eine Veröffentlichung auf Disc ist mir nicht bekannt.

© Nils Bothmann (McClane)

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