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Transformers – Die Rache

Originaltitel: Transformers – Revenge of the Fallen__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2009__Regie: Michael Bay__Darsteller: Shia LaBeouf, Megan Fox, Rainn Wilson, Josh Duhamel, John Turtorro, Isabel Lucas, Tyrese Gibson, America Olivo, Matthew Marsden, Samantha Smith u.a.
Transformers -Die Rache

Michael Bays Fortsetzung zu seinem Megahit “Transformers”: “Transformers -Die Rache”

Michael Bay hatte bis zu „Transformers – Die Rache“ erst einmal einem seiner Filme eine Fortsetzung spendiert. Und die hatte es gleich in sich. Denn egal, welch gutes Standing „Bad Boys“ als Actionfilm auch haben mag, die Fortsetzung steckte das Original mehr als nur in die Tasche. Sprüchetechnisch, action- technisch, optisch, tempotechnisch … und spätestens als die beiden Bad Boys im Alleingang in Kuba einrückten, um Fidel die Zigarre ausm Mund zu ballern (ok, letztlich haben sie nur einen kubanischen Schmierlappen gelyncht, aber egal), wurden die feuchten Träume eines jeden halbwegs actionaffinen Zuschauers aufs Perfekteste wahr. Kurzum: „Bad Boys II“ zeigte dem Actiongenre, wo der Hammer hängt und wie eine Fortsetzung eben auszusehen hat. Dementsprechend musste man einfach viel erwarten, als es hieß, dass Bay seinen Überkracher „Transformers“, der über 700 Millionen Dollar weltweit umsetzte, fortführen werde. Denn um jenen zu toppen, bedurfte es schon eines kleinen Wunders.

Ich selbst fand zu Zeiten von „Transformers I“, dass dieser Streifen den Zuschauer in jeder Filmsekunde spüren ließ, mit welch unbändiger Energie Bay an seine Filmprojekte herangeht. Man fühlte einfach seine geradezu kindliche Freude an der Zerstörung und den Bildern, die ebenjene perfekt transportierten. Vor allem in dem gigantischen Showdown merkt man Bay an, dass es das ist, wofür er Filme macht: Die Menschen begeistern, unterhalten und ihnen etwas zeigen, was es so noch nie zu sehen gab … und das hauptsächlich über die Arbeit mit Superlativen. Alles an „Transformers“ war überlebensgroß: Der Patriotismus, der Heldenmut, das Tempo in der Action, die Action selber, die Bilder, die Effekte … Bombast in XXXXL und der Beweis dafür, dass Bay einen Actionfan IMMER packen kann. Dafür steht der Name Michael Bay …

Wie sollte der Regisseur mit Hang zum Größenwahn das überflügeln? Nun, zunächst einmal schraubte er die Geschichte noch ein Stück mehr in Richtung Belanglosigkeit. Und so mutet die Story hinter „Transformers – Die Rache“ genauso egal an, wie sie es das beim Original getan hat, allerdings erweitert um eine Art Computerspielmodus, bei dem eine Handvoll Personen einen Gegenstand X finden muss, um diesen mit Roboter Y zu kombinieren, der dann den Helden hilft, Gegenstand Z zu finden, der wiederum Roboter XYZ aktiviert, der… ! Und so verwandelt – besser transformiert – Bay sein urarchaisches Original, das sich noch um die Liebe eines Jungen zu seinem Auto drehte (Originalzitat!), zu einer Art modernem Indiana Jones, den eine Schnitzeljagd fernab jeglicher Art von Sinn und Logik durch die ganze Welt führt. Gesucht wird diesmal sogenanntes Energon. Die Energiequelle der Roboter, die zum einen als Antrieb dient und zum anderen verhindert, dass die Roboter jeglicher Couleur rosten/altern. Vorher wird uns noch erzählt, dass die Autobots inzwischen mit einer Spezialeinheit der Menschen gegen die verbliebenen Decepticons auf Erden zu Felde ziehen und dass Sam Witwicky inzwischen aufs College geht. Wirklich gebraucht wird dieser Storyballast allerdings nicht, denn letztlich geht es nur darum, dass am Ende die Amis in Ägypten / Jordanien einfallen, um dort den Wüstenboden erbeben zu lassen und den Wüstensand mittels Waffendauerfeuers in Glas zu transformieren.

Transformers -Die Rache

Mehr Roboter, mehr Action, mehr Bumblebee!

Leider kennt Michael Bay für seine Geschichte um den gefallenen Obermotz der Decepticons (praktischerweise „Fallen“ genannt) keine echte Mäßigung, weshalb sein Film mindestens 20 Minuten zu lang geraten ist. Bays straffer Inszenierung ist es allerdings zu verdanken, dass dennoch niemals Langeweile aufkommt. Sein Streifen ist permanent in Bewegung und das Tempo ist durchgehend grenzwertig hoch. Dementsprechend gibt es auch keine großen Pausen oder irgendwelche Formen von Leerlauf – in Kreisen der Feuilletonisten liebevoll Charakterentwicklung genannt. Kurzum: Handlungstechnisch ist dies ein echter Bay! Mit allen Vor- und Nachteilen …

Was mir weniger gefiel, war, dass diesmal die Beziehung der Autobots zu Sam und dessen Beziehung zu Bumblebee deutlich in den Hintergrund rückten. Das ging diesmal so weit, dass eigentlich bis auf Optimus Prime den Autobots keine echte Bedeutung zukam und sogar neue Mitglieder im Roboterteam nicht einmal vernünftig vorgestellt bzw. eingeführt wurden. Dagegen kam für meinen Geschmack Fallen und Megatron viel zu viel Aufmerksamkeit zu. Eine meines Erachtens nicht allzu positive Entwicklung, da mir die Chemie zwischen Sam und „seinen“ Autobots im ersten Teil sehr gut gefallen hatte. Auch der bereits angedeutete Aufbau des Filmes als eine Art Schnitzeljagd gefiel mir nicht rundum. Zwar bin ich sonst großer Fan von Filmen, die auf dem Aktions-Reaktionsschema beruhen, hier sagte es mir aber nicht durchgehend zu, zumal sich letztendlich eh alle Aktionen als bloßes Positionieren der Figuren entpuppten. Was mir diesmal weitaus mehr zusagte, war der angeschlagene Humor. Bay verrennt sich in seinem zweiten Teil nämlich nicht in witzlose Situationen, die er obendrein endlos auswalzt (die schreckliche Versteckspielszene des Vorgängers sei genannt). Stattdessen setzt er auf sehr flott gepacten, sehr unmittelbaren Humor, der zudem weitaus mehr Ironie zu transportieren vermag, als dies noch im ersten Teil der Fall war. Und selbst die mich optisch schwer an den Gemüsegremlin erinnernden Nervroboter hatten durchaus ihre gelungenen Momente. Und auch wenn nicht alle Gags wirklich zünden, erweist sich Bay in Sachen Humor und dessen familientaugliche Umsetzung etwas gereifter. Im Großen und Ganzen muss ich aber konstatieren, dass ich den ersten Teil storytechnisch als in sich stimmiger und runder in Erinnerung habe.

In Sachen Action würde ich von einem ausgewogenen Niveau sprechen. Zunächst mal toppt „Transformers – Die Rache“ seinen Vorgänger rein effekttechnisch natürlich um Längen! Die Special Effects wirken noch ausgereifter als im ohnehin schon perfekten Erstling und strotzen vor Detailverliebtheit und energetischer Kraft. Die Schmankerl sind freilich wieder die gigantischen Zeitlupenstudien, die sich bisher kaum ein Film in derartigen Szenen jemals getraut hat, werden hier doch eventuelle Effektschwächen, die im Normaltempo kaum bemerkt werden würden, noch offensichtlicher. Hier macht nicht nur Bay sondern eben auch die Effektschmiede ILM ordentlich auf dicke Hose. Auch der schiere Wille, eine deutlich größere Anzahl an verschiedenen Robotermodellen auf die Helden loszulassen, ringt durchweg Respekt ab. ABER: Die Actionszenen selbst, so bombastisch sie in Teil II auch sein mögen, unterliegen jenen aus Teil I.

„Transformers“ hat einfach den Originalitätsanspruch. Vor zwei Jahren waren sich derartig bekriegende Roboter einfach etwas vollkommen Neues auf der großen Leinwand (also fernab des japanischen Animationsgenres) und Bay fand damals gigantische Szenen, um dies zu untermauern! Alleine der erste, gänsehauterregende Angriff des feindlichen Decepticons auf die amerikanische Militärbasis, bei der Panzer durch die Luft fliegen und sich gigantische Schockwellen ihren Weg durch den Stützpunkt bahnen, findet in „Transformers – Die Rache“ keinerlei ähnliche Entsprechung, was die Wirkung einer Szene auf den Zuschauer angeht. Zwar kloppt man sich in „Transformers – Die Rache“ im Minutentakt und geht auch allerlei kaputt, so richtig zünden will es aber nicht. Dies trifft auch und vor allem auf den ab und an brillanten, weitgehend aber etwas unrunden Showdown zu. Dieser ist im direkten Vorgänger inmitten einer amerikanischen Großstadt einfach mal eine gigantische Offenbarung für Auge und Ohr. In der Fortsetzung steigt der Showdown in einer Wüste, in der man Ruinen zerkloppt (wie aufregend…) und bei dem Bay einfach keinen Rhythmus in die Bilder bekommt. Viel mehr schneidet er beständig andere „Kriegsschauplätze“ dazwischen, die in ihrer Belanglosigkeit (Gespräche auf Flugzeugträgern, Bilder anfliegender Bomberstaffeln, sorgenvolle Mienen in den Militärstützpunkten…) den Showdownmotor immer wieder ins Stottern bringen.

Allerdings ist das wirklich Gemecker auf ganz hohem Niveau, denn was Bay letztendlich auch in diesem Streifen abbrennt, lässt Große-Jungs-Augen freudig erregt glitzern und ist absolut beispiellos in seiner Wucht und Brachialität. Dazu kommt eben noch Bays Auge für wirklich unglaubliche Bilder und seine Art der kraftvollen Inszenierung, die hier Eye Candy vom Allerfeinsten auf die Netzhäute der Zuschauer brennt. Alleine seine Kamerarundfahrten um seine Protagonisten sind schlichtweg gigantisch und finden in einer irren Helikopterkamerafahrt um ein Felsmassiv, auf dem sich die Helden mit einem Roboter unterhalten, ihren schwerelosen Höhepunkt. Dazu kommen die üblichen Bay’schen Versatzstücke wie in Zeitlupe fliegende Helikopter, heruntergesetzte Verschlusszeiten der Kameras bei den Actionszenen, Amerikaflaggen wo nur möglich, blöd pathetische Zeitlupenszenen und ein ganzer Batzen Patriotismus gepaart mit dem größten nichtkriegerischen Aufmarsch von Militär aller Zeiten … Rumtata Kino eben …

Transformers -Die Rache

Größer, schneller, besser?

In solchen Filmen liegt das Hauptaugenmerk dann wahrlich nicht auf den Schauspielern, dennoch kann man hier eigentlich nur Gutes vermelden. Zunächst einmal gelang es Bay, alle wichtigen Darsteller des Vorgängers erneut um sich zu scharen und jene beweisen erneut, dass sie durchaus Spaß an der ganzen Chose haben und inzwischen auch in ihre Rollen hineingewachsen sind. Besonders hervorheben muss man freilich Shia LaBeouf als Sam und Schnuckelchen Megan Fox als seine Freundin Mikaela, die es ab und an recht schwer macht, nur auf die Roboter und deren Gekloppe zu achten. Erfreulicherweise wird diesmal auch John Turturro, der im ersten Teil noch recht unglücklich agierte, deutlich stringenter als Supergeek eingebunden, wofür er sich im Vergleich zum Vorgänger mit deutlich mehr gelungenen Szenen revanchiert.

Fassen wir einmal zusammen: „Transformers“ hat die schlüssigere, in sich stimmigere Geschichte und die Action kann durchweg einen gewissen Originalitätsbonus für sich beanspruchen. Dafür wirkte der Humor teils unbeholfen und waren Roboter, die auf Hip Hopper machten, doch eine Art echter Kulturschock. Die Story von „Transformers II“ ist noch einen Tacken simpler als im Vorgänger und schafft es fast durchgehend nicht, so etwas wie echte Spannung oder Stringenz zu entwickeln. Es mutet fast an, als hake man schlicht und ergreifend eine Schauplatzliste ab. Mehr nicht. Dafür funktioniert der Humor in der Zwei weitaus besser und fügt sich deutlich homogener ins Gesamtbild ein. Die Darsteller sind nach wie vor mit Spaß bei der Sache und die Actionszenen sind so gigantisch und überlebensgroß, dass man sich über deren etwas holpernde Umsetzung gar nicht so recht aufregen kann und will. Letztlich würde ich folgendes Fazit ziehen: „Transformers I“ ist der rundere Film, „Transformers II“ der spektakulärere … und damit als Film eine typische Hollywoodfortsetzung nach dem „Größer, Schneller, Lauter“ Prinzip, allerdings angereichert um eine Prise Bay’schen Gigantismus… der Actionfan nennt es Zauber.

In diesem Sinne:
freeman


……


Da mir der erste „Transformers“ sehr gut gefiel, freute ich mich auch auf „Transformers 2“, der den ersten Teil laut einiger Kritiken in allen Punkten versucht zu übertrumpfen. Sehr gelegen kam es mir da, dass Pro Sieben eine Aktion laufen hatte, durch die ich einen Tag vor den regulären Vorpremieren den Film schon umsonst im Kino sehen konnte. Kurz vor der Vorstellung, auf dem Weg zum Kino, hatte ich dann aber eher ein mulmiges Gefühl, ob mir der Film denn gefallen wird. Eine lange Laufzeit und der Wille den Vorgänger immer zu übertrumpfen, klingt nicht unbedingt nach wirklichen Qualitäten.

Sam Witwicky (Shia LaBeouf) gelang es im ersten Film mit Hilfe der Autobots die Menschheit vor den bösen Decepticons zu beschützen, Megatron zu besiegen und ihn auf dem Grund des Atlantiks zu versenken. Nun wollte er eigentlich damit beginnen, ein normales Leben zu führen und aufs College gehen. Sein „persönlicher“ Autobot Bumblebee und seine Freundin Mikaela (Megan Fox) lässt er dabei zurück. Beim Packen seiner Sachen für das Leben im College findet er allerdings einen kleinen Splitter des Allspark in seinen Klamotten und wird nun fortlaufend von seltsamen Visionen geplagt. Alles deutet darauf hin, dass ein neuer Kampf der Transformers bevorsteht. Auch Megatron taucht wieder auf, aber bald stehen Sam und die Autobots um Optimus Prime einem noch mächtigeren Gegner gegenüber…

Transformers -Die Rache

Auch wieder dabei: Megan Fox als Mikaela.

Direkt zu Beginn des Films wird klar, dass hier wirklich alles daran gesetzt wird, den ersten Teil links liegen zu lassen. Der Kampf US-Army+Autobots gegen noch verbleibende Decepticons auf der ganzen Welt führt zu schweren Kämpfen der beiden Parteien und einem halb zerstörten Shanghai. Wahrscheinlich geht hier schon mehr zu Bruch als im gesamten ersten Teil, trotzdem (oder gerade deswegen?) fiel mir hier direkt auf, dass mir die Einleitung von Teil 1 besser gefiel, denn diese war stimmiger, unheimlicher und trotz weniger Zerstörung irgendwie wuchtiger. Nach dem Vorgeplänkel widmet sich der Film aber zunächst mal wieder der menschlichen Seite des Films: Sam, seinen Eltern und Mikaela. Es folgen einige witzige Szenen Zuhause und am College und etwas Bla-Bla, bis der Bogen geschlossen ist und Sam klar wird, dass die Transformers ihn brauchen.

Auch wenn diese Momente eher Nebensache sind, lagen in diesen Szenen für mich, neben den erneut herausragenden digitalen Effekten, ganz klar die Stärken des Films. Auch im Vorgänger mochte ich die Szenen ohne Transformers irgendwie immer etwas mehr und so ist es ebenfalls in Teil 2. Aber in Teil 1 stimmte die Mischung insgesamt noch mehr. Die Geschichte und die Roboterkämpfe hielten sich die Waage und die Story folgte einer klaren, wenn auch einfachen Linie: Man wusste von Beginn an, dass es um den Allspark und dessen Zerstörung ging, Punkt.

In „Transformers – Die Rache“ wird sich teilweise von Handlungsstrang zu Handlungsstrang gehangelt, aber ein wohlgeformtes Ganzes entsteht nur noch selten. Je weiter der Film fortschreitet, umso egaler wird einem eigentlich, um was es nun geht, und man beobachtet nur noch das kämpferische Treiben, welches freilich fantastisch aussieht und coole Action bietet. Das Hauptaugenmerk wird nun ganz klar auf die knallige Action gelegt und besonders die im ersten Teil sträflich zu kurz gekommenen Kämpfe Bot gegen Bot gibt es hier ständig zu sehen. Erfreulicherweise sogar ohne nervige Wackelkamera. Aber Bay wäre auch schön blöd gewesen, diese perfekt animierten Gebilde mit einer Wackelkamera zu verhunzen. Hier liegt, neben den menschlichen Komik-Szenen, erneut die zweite Stärke des Films. Die Roboter sehen perfekt aus und fügen sich so in den Hintergrund ein, als wären sie wirklich echt und nicht nur computergeneriert. Hier hat ILM erneut gezeigt, was mit fetter Rechenpower und Big-Budget möglich ist.

Vor dem Film hatte ich wie gesagt gewisse Bedenken gehegt, die sich nun leider teilweise auch bestätigen sollten. Ich hatte vor allem Sorge, dass zugunsten von mehr Action der menschliche Aspekt und der echte Witz zu kurz kommen und im Umkehrschluss so die Roboter-Action nicht mehr als Bonbon angesehen wird, sondern mit voranschreitender Dauer seelenlos und langweilig werden würde. Nun, bis auf den Anfang am College gibt es später keine wirklich vergleichbaren Szenen mehr, die der Auflockerung dienen. Stattdessen gibt es mehr Roboter-Humor. Unter anderem Zwillings-Roboter mit Blödelfunktion und viel mehr kleine Roboter (im ersten Teil gab es genau EINEN!). Und animierte Figuren für denselben Job einzusetzen, den im Drehbuch des ersten Teils durchweg Menschen übernommen haben, funktioniert einfach nicht so gut.

Dadurch ist der Film mit seinen knapp 148 Minuten einfach etwas zu lang geraten. Die Story bricht unter der zeitlichen Last irgendwann zusammen. Die finale Schlacht wird ausgewalzt bis zum Geht-Nicht-Mehr. Die Army zeigt in voller Breite, welche Gerätschaften sie Bay ausgeliehen hat: Dutzende Panzer, Flugzeuge, Helikopter, Luftkissenboote und, und, und. Die Kriegsgeräte werden zwar groß und breit gezeigt, aber verpuffen dann auch irgendwie direkt in der Bedeutungslosigkeit. Hier waren die kurzen knackigen Kämpfe des ersten Teils einfach mehr wert. Ein wirklich gelungener Kampf wird in der ersten Filmhälfte präsentiert, wo Optimus Prime in einem Waldstück allein vier Decepticons erledigt – vor allem auch ohne Army-Support.

Transformers -Die Rache

Feuchte Aussprache: Auch Transformers Lispeln

Beim Soundtrack bin ich leider auch geteilter Ansicht. Stellenweise wieder Altbewährtes, vor allem bei Bumblebees Radio-Einlagen („I’m so exited“, das Thema vom „Weißen Hai“), dann wiederum fehlten aber einfach stellenweise die rockigen Aspekte des Soundtracks aus dem ersten Film. Orchestrale Soundtrack-Stimmung kam aber ebenfalls nur selten auf, womit das Ganze stellenweise nur noch zu Gedudel verkam.

Ohne den Humoraspekt, den vielen, doch immer noch liebenswerten menschlichen Charakteren (Sam, Mikaela, Captain Lennox, General Morshower) und den teils noch wirklich absolut coolen Fights wäre „Transfomers – Die Rache“ wohl ein ähnlicher Rohrkrepierer geworden wie zuletzt „Terminator 4“. Aber dass er sich selbst nicht immer ernst nimmt, ist ein wichtiger, nicht zu unterschätzender Pluspunkt, der auch dem ersten Teil schon sehr geholfen hat, nicht langweilig zu werden. Und wirklich langweilen oder nerven tut auch Teil 2 nicht. Trotzdem wurde hier wieder einmal zu viel gewollt. Und das mit viel zu wenig Drehbuch. Ein Krach-Bumm-Film mit super Optik, der aber dennoch hinter den meisten anderen Filmen Bays zurückbleibt. Eher knappe:

© C4rter


……


2007 hatte Krawall-Ästhet Michael Bay mit der Leinwandadaption der kultigen Hasbro-Spielzeugserie „Transformers“ nicht nur sein verhältnismäßig schwaches Vorgängerwerk „Die Insel“ vergessen gemacht, sondern auch einen tricktechnisch atemberaubenden Kassenhit vorgelegt, der bei Produktionskosten von 150 Millionen Dollar ein amtliches 700 Millionen-Einspielergebnis einfuhr. Produziert von Steven Spielberg bot das Effekt-Spektakel feinstes Popcorn-Entertainment, dessen finanzieller Erfolg ein Sequel zur bloßen Frage der Zeit machte. Zwei Jahre später schließlich entfesselt Bay die zweite Runde des Robokriegs und lässt erneut böse Decepticons und gute Autobots im mörderischen Maschinen-Clinch die internationalen Leinwände in Schutt und Asche legen. Inmitten der diesmal stattliche 200 Millionen Dollar teuren Zerstörungsorgie rennt ein zweites Mal die aus Teil 1 bekannte Jungdarstellerriege um Shia LaBeouf, Megan Fox und Josh Duhamel ums Überleben. Dabei ist Bay das geradezu Unmögliche gelungen: Mit „Transformers 2 – Revenge of the Fallen“ vermag der Actionmeister nicht nur seiner Filmografie einen weiteren grandiosen Kracher hinzuzufügen, sondern gar den exzellenten Erstling noch knapp zu überflügeln. Mit einem bombastischen Feuerwerk, das in Sachen Action, Aufwand, Epik und Effekte selbst für die Verhältnisse des „Bad Boys“- und „Armageddon“-Regisseurs in neue Sphären vorstößt.

Transformers -Die Rache

Rennet, rettet, flüchtet!

Nachdem er im letzten Teil seine Weltenretterqualitäten ausreichend unter Beweis gestellt hat, sehnt sich Teenager Sam (Shia LaBeouf) nur nach einem normalen Leben, will mit kriegerischen Alien-Robotern vorerst nichts mehr zu tun haben und widmet sich lieber Freundin Mikaela (Megan Fox) und dem jüngst begonnenen Studentenleben. Doch nicht nur macht das US-Militär mithilfe der Autobots noch immer Jagd auf die letzten verbliebenen Decepticons, auch Sam gerät zurück ins Kreuzfeuer der Transformers-Fehde, als seltsame Schriftzeichen durch seinen Kopf zu schwirren beginnen, an denen die böse Robo-Fraktion ein außerordentliches Interesse zu haben scheint…

Die auf eine über zweistündige Laufzeit etwas gestreckt wirkende Story des Sequels kommt über das Prädikat „solide“ nicht hinaus, liefern diverse Transformers-Reanimationen und die Suche nach einer geheimnisvollen „Matrix“ in der ägyptischen Wüste, die über das Schicksal der Erde bestimmen wird, doch nichts weiter als den Vorwand für nonstop-Action der Extraklasse. Auf diesem Gebiet greift Michael Bay dafür umso beeindruckender in die Vollen und torpediert den Zuschauer mit einem atemberaubenden visuellen Overkill, der sich nicht nur in der gewohnt grandiosen Edeloptik, sondern vor allem in einem exzessiven Zerstörungsbombast niederschlägt, der die Destruktionsorgien des Erstlings noch bei weitem in den Schatten stellt. Eingerahmt von zwei gigantischen, in größtmöglicher Ausführlichkeit dargebotenen Mega-Actionsequenzen präsentiert „Transformers 2“ einen Krawall-Dauerbeschuss, der mit perfekten, oftmals in Zeitlupe präsentierten Transformations- und Fight-Animationen der kriegerischen Robo-Gesellen neue tricktechnische Standards setzt. Dabei wird von China bis Ägypten kein Stein auf dem anderen gelassen und mit gigantischem Pyrozauber alles in die Luft gejagt, was in die Luft zu jagen geht. Das gipfelt in einem epischen Showdown, dessen orgiastisches Abfeiern von Explosionen, Zeitlupen und Militärs gleichwie sich gegenseitig zerlegende Transformers gar kein Ende mehr nehmen mag.

Die überragende Qualität dieses diesen Kinosommer konkurrenzlosen und die teils visuell verwandte Maschinen-Keilerei von „Terminator: Salvation“ mühelos in die Tasche steckenden Action-Überhammers liegt jedoch nicht nur in den Möglichkeiten des stattlichen 200-Millionen-Dollar-Budgets und der beeindruckenden Arbeit der Trickspezies von George Lucas’ ILM begründet, sondern hat ihr i-Tüpfelchen dem unnachahmlichen Inszenierungsstil Michael Bays zu verdanken: Elegische Slow-Motion, riesiges Pathos, vor Sonnenuntergängen auffahrendes Kriegsgerät der US-Army und edelster visueller Style lassen vor allem gegen Ende hin jede Einstellung des zerstörerischen Treibens vor Epik und Eyecandy-Faktor beinahe bersten. Der mächtige, einprägsame Score in Verbindung mit Linkin Parks tollem Ohrwurm-Titelsong „New Divide“, mit dem den Mannen um Chester Bennington ein zwar nicht originelles, aber dennoch höchst gelungenes „What I’ve Done“-Remake geglückt ist, leistet dazu die passende musikalische Unterstützung.

Transformers -Die Rache

Und es hat *rumms* gemacht!

Auch abseits der eigentlichen Actionszenen ist „Transformers 2“ um Schauwerte freilich nicht verlegen: Sei es der ultraheiße Blickfang Megan Fox, die eine sensationelle Anfangssequenz spendiert bekommt, in der sie sich in knappen Shorts auf einem Motorrad räkeln darf, epische Landschaftsaufnahmen oder chromglitzernde Edelkarossen, die im Sonnenauf- und untergang durch die Szenerie brausen – fürs Auge ist in jeder Sekunde etwas geboten. Doch auch die Faktoren, die bereits den Erstling abseits des rein visuellen Overkills zum Ereignis machten, lässt Bay nicht außer Acht: Sich niemals zu ernst nehmend, bietet auch „Transformers – Die Rache“ ein Feuerwerk teils alberner, doch stets höchst witziger und gelungener Gags und durchgehender humoristischer Auflockerung und kann darüber hinaus auf die erprobten Qualitäten seines wiedervereinten Darstellerensembles bauen: Shia LaBeouf macht eine sympathische Heldenfigur, „Las Vegas“-Star Josh Duhamel posed souverän als US-Major durch die Wüste und über Megan Fox’ Qualitäten braucht man ja kaum noch viele Worte verlieren – vor allem die optischen, versteht sich.

Mit „Transformers – Die Rache“ ist Krawallgott Michael Bay erneut ein vollendetes Meisterwerk der Popcorn-Unterhaltung gelungen, das den bereits grandiosen Erstling fast noch in den Schatten stellt. Neben der soliden, funktionierenden Story, dem tollen Soundtrack, dem sympathischen Darstellerensemble, allen voran die ultrahotte Megan Fox, und der tricktechnisch atemberaubenden CGI-Action-Show der für geniale Krawallschauwerte sorgenden ILM-Spezialisten sind es vor allem die bis zum Exzess zelebrierten Bay-Trademarks, die „Transformers 2“ seine grandiose Qualität verleihen: Sonnenuntergänge, Zeitlupen, Epik, Pathos und Militärgepose bis zum Umfallen vermag einzig und allein Bay als derart geiles Style-over-Substance-Fest zur ultimativen Unterhaltung, zum perfekten audiovisuellen Overkill zu kombinieren – Popcornkino at its very best!

© Ed Hunter

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