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Trauma Center

Originaltitel: Trauma Center__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2019__Regie: Matt Eskandari__Darsteller: Bruce Willis, Steve Guttenberg, Nicky Whelan, Texas Battle, Tito Ortiz, Roman Mitichyan, Heather Johansen, Tyler Jon Olson, Lynn Gilmartin, David B. Meadows u.a.

„Trauma Center“ ist einer von drei neuen DtV-Streifen mit Actionsuperstar Bruce Willis. Alle drei stellen wir euch in unserer Videokritik ausführlich vor. Eine Textbesprechung zu „Trauma Center“ findet ihr unter dem Video.

Video: Schaut in unsere „Trauma Center“-Kritik hinein

Bruce Willis sorgt im Krankenhaus für Leichen

Trauma Center mit Bruce Willis DVD Cover

Bruce Willis muss in “Trauma Center” sexy Nicky Whelan beschützen.

Seit dem Tod der gemeinsamen Mutter kümmert sich Madison Taylor aufopfernd um ihre kleinere Schwester. Um den traurigen Erinnerungen zu entfliehen, sind beide gen Puerto Rico gezogen. Hier hält Madison sich und ihre Schwester mit einem Kellnerjob über Wasser. Eines Abends, Madison will gerade den Müll des laufenden Tages hinter ihrem Arbeitsplatz entsorgen, rempelt sie ein Kerl an. Madison vermutet das Schlimmste und wehrt sich vehement, bis sie merkt, dass ihr „Angreifer“ bereits heftig blutet.

Da eröffnen plötzlich zwei Kerle das Feuer auf die beiden. Madison kann sich schnell in Sicherheit bringen, wird aber dennoch verwundet. Da taucht ein dritter Kerl auf, der die Angreifer mit wütendem Geballer und Geschrei verschreckt und davonjagt. Er entpuppt sich als Polizist, der Madison sofort in ein Krankenhaus bringen lässt. Hier quetscht Cop Steve, dessen Partner Madison angerempelt und wenig später im Krankenhaus verblutet ist, die junge Frau nach Strich und Faden aus. Doch die hat von den Angreifern kaum etwas in Erinnerung behalten.

Doch Steve ahnt, dass er etwas Großem auf der Spur ist. Deshalb lässt er Madison ins oberste Stockwerk des Krankenhauses bringen und es hermetisch abriegeln. Und er soll Recht behalten: Kurz darauf tauchen die Angreifer im Krankenhaus auf und machen Jagd auf Madison. Sie wollen unbedingt die Kugel, die in ihr steckt.

Schaut in den Thriller mit Bruce Willis hinein

Nicky Whelan („Tödliches Verlangen“) hatte mal wirklich Bock auf diesen Film. Mit vollem Engagement wuchtet sie sich durch den Thriller und zieht den Zuschauer mit einer intensiven Performance mit. Der wird zwar nur Zeuge eines reichlich beliebigen Thrillerplots, doch wegen Whelans feinem Spiel ist er immer in der Handlung drin und drückt ihrer Madison für die knackig kurze Nettolaufzeit von 75 Minuten alle Daumen.

Trauma Center mit Bruce Willis im Krankenhaus

Cop Steve eilt herbei, um Madison zu retten.

Während jenen wird allerdings viel zu früh preisgegeben, wer die beiden Verfolger sind und warum sie an die Kugel rankommen wollen. Das schadet dem Film sehr. Denn für den weiteren Verlauf hat er keinerlei Überraschungen mehr zu bieten. Trotzdem schafft es „Trauma Center“, eine nette Grundspannung zu etablieren. Schleichende Kamerafahrten, ein in viel Halbdunkel getauchter Schauplatz und eine feine Spannungsmusik sorgen für eine dichte Atmosphäre.

Diverse Logikprobleme lassen den Film aber immer mal wieder straucheln. Verfolgte und Verfolger agieren lange Zeit erstaunlich autark voneinander. Es kommt also höchst selten zu Konfrontationen zwischen beiden Parteien. Und das bei einem derart begrenzten Schauplatz. Auch fragt man sich bald, warum die Verfolger, obschon sie wissen, dass Madisons Schwester auch in dem Krankenhaus festsitzt, diese lange Zeit nicht in ihr Tun einbeziehen. Gibt es ein schöneres Druckmittel?

Trauma Center mit Nicky Whelan und Bruce Willis

Nicky Whelan und Bruce Willis sind die Stars von “Trauma Center”. Die eine mehr, der andere weniger.

Dafür punktet „Trauma Center“ mit anderen netten Ideen. Etwa dass sich unsere verfolgte Madison mit diversen medizinischem Equipment durchaus intelligent zur Wehr setzt. Etwa indem ein Defibrillator und ein Rippenspreitzer mal vollkommen zweckentfremdet werden. Dennoch würde man sich über den Film verteilt auch mal richtige physische Auseinandersetzungen zwischen Madison und ihren Verfolgern wünschen. Immerhin kommt erstere angenehm fragil und letztere brutal grobschlächtig rüber. Aus diesem Kontrast hätte Regisseur Matt Eskandari („Survive the Night“) gerne mehr machen dürfen.

Sag mal Freeman, spielt in dem Film nicht auch ein Star namens Bruce Willis („Stirb Langsam“) mit? Was issen mit dem? Gemach, gemach, liebe Leser, ja, Bruce Willis spielt in „Trauma Center“ mit. Er gibt den Polizisten Steve und legt hier einen seiner typischen Auftritte für die Emmett-Furla-Oasis-Produzentenbude hin. Ein bis zwei längere Auftritte zu Beginn. Dann verabschiedet er sich unter einem Vorwand aus dem Film und taucht nur noch in kurzen Schnittbildern mal auf.

Gegen Ende ist er dann wieder präsenter dabei, prügelt sich im Showdown und setzt den Schlusspunkt. Das rockt er mit größter Gelangweiltheit im Blick runter. Immerhin ein starker Moment bleibt in Erinnerung. In diesem greift er sich angesichts einer grausamen Entdeckung theatralisch an die Stirn. Keine Ahnung, in welcher Schultheateraufführung er sich diesen Move abgeschaut hat.

„Trauma Center“ steht und fällt mit seiner Hauptdarstellerin

Ohne sexy Nicky Whelan wäre „Trauma Center“ vermutlich nur ein x-beliebiger Thriller weit unter dem Durchschnitt. Sie rettet den Film quasi im Alleingang. Ist megapräsent, wuchtet sich stöhnend und blutend durch ihren Film und darf obendrein einen angenehm taffen und intelligenten Frauencharakter entwerfen – gegen den die meisten männlichen Charaktere im Film erstaunlich tumb wirken.

Mit einem derart starken Hauptcharakter gesegnet, verfängt auch die Spannungsdramaturgie beim Zuschauer und die technische Umsetzung pumpt ordentliche Thriller-Stimmung. Ein wenig handfester hätte das Ergebnis aber definitiv ausfallen dürfen. Diverse Logikprobleme stehen dem insgesamt arg beliebigen, aber frei von Tempohängern erzählten Plot immer mal wieder im Weg und Bruce Willis mit Nullbockeinstellung mag auf dem Cover zwar noch ziehen, im Film selbst stört der Actionrecke aber mehr als er hilft. Noch überflüssiger ist nur Steve Guttenberg („Der Poseidon Anschlag“) in einer absolut sinnbefreiten Nebenrolle.

05 von 10

Der Film erscheint am 10. Dezember 2020 von Eurovideo auf DVD und Blu-ray, ungeschnitten und mit einer Freigabe ab 16.

In diesem Sinne:
freeman

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