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Triple Threat

Originaltitel: Triple Threat__Herstellungsland: China, Thailand, USA__Erscheinungsjahr: 2019__Regie: Jesse V. Johnson__Darsteller: Tony Jaa, Iko Uwais, Tiger Chen, Scott Adkins, Michael Jai White, Michael Bisping, Celina Jade, Selina Lo, JeeJa Yanin, Ron Smoorenburg, Daniel Whyte, Dominiquie Vandenberg u.a.
Triple Threat DVD Cover

Traumbesetzung in harscher Action: “Triple Threat”.

Alles beginnt im dichten Dschungel. Hier ist eine Einheit aus Söldnern mit zwei ortskundigen Führern unterwegs, um in einem geheimen Regierungsstützpunkt ordentlich aufzuräumen und einen gefährlichen Terroristen zu befreien. Bei dem blutigen Überfall töten die Söldner auch die Frau des indonesischen Söldners Jaka, der mit seinen Mannen vor Ort war, den Terroristen zu bewachen.

Jaka konnte trotz aller Trauer einen Blick auf alle wichtigen Gesichter des Überfalls werfen. Mit einigen geriet er sogar direkt aneinander. Darunter die beiden Führer des Söldnertrupps. Diese kann der rachedurstige Jaka als erstes wieder auftreiben. Erfährt dabei aber auch, dass die beiden von den Söldnern hintergangen und im Dschungel zum Sterben zurückgelassen wurden. Zu dritt beschließt man, den Söldnern ordentlich die Hammelbeine lang zu ziehen.

Was nach dem üblichen Rache-Tand klingt, ist es auch, bekommt aber vor allem durch die Winkelzüge Jakas eine interessante Dynamik. Denn, soviel sei an dieser Stelle verraten, wirklich zusammenarbeiten werden die drei Männer erst im Showdown. Zuvor benutzen sie sich eher gegenseitig, um den Terroristen näher zu kommen. Die planen derweil einen Anschlag auf eine reiche Lady namens Xian, die ihren Reichtum nutzen möchte, um die Not und das Elend sowie die allgegenwärtige Korruption zu beenden.

Schaut in den Actionhammer „Triple Threat“ hinein

Alle Parteien haben also unterschiedliche Ziele und verfolgen diese jeweils mit beachtlicher Vehemenz. Was für den actionhungrigen Zuschauer in einer satten Vollstbedienung mündet. Dabei ist schon die erste Actionszene ein wahrer Appetithappen. Wenn die Söldner um Michael Jai White hier loslegen, hagelt es blaue Bohnen, wird kompromisslos geschlitzt und verreckt und spritzt der rote Lebenssaft in hohem Bogen. Zwischendrin kicken Tony Jaa und Iko Uwais das erste Mal gegeneinander. Unvermittelt beginnt man dabei auf dem heimischen Sofa nach mehr zu sabbern.

Die Szenerie wird mit einer fetten Explosion beendet und dann ist Scott Adkins als fieser Oberterrorist am Drücker. Mit seinen Mannen sorgt er für ein mittleres Massaker an einer belebten Treppe zu einem Flughafen. In Actionszene Nummer drei bricht er dann in ein Polizeigebäude ein, weil er Wind davon bekommen hat, dass die Führer seiner Befreiungsaktion noch leben und ihm gefährlich werden könnten.

Triple Threat mit Tony Jaa und Iko Uwais

Tony Jaa und Iko Uwais prallen aufeinander…

In dem Polizeirevier lassen es dann alle Akteure, Regisseur Jesse V. Johnson und Choreograph Tim Man richtig scheppern! Während die Terroristen sich großkalibrig durch das Gebäude ballern und sprengen, zünden Tiger Chen und Tony Jaa diverse geile Infights mit den gröbsten Kanten der Terroristen. Jesse V. Johnson hatte bei der Wahl seiner Darsteller wirklich bis in die Nebenrollen ein glückliches Händchen und liefert so seinen versiertesten Handkanten-Virtuosen nicht nur Fallobst, sondern echte Gegner. Entsprechend brachial werden sie dann auch aus dem Spiel genommen. Teilweise darf es sogar richtig derb splattern.

Mit den anschließenden Verfolgungsjagden hat die dritte Actionszene auch eine beachtliche Länge und echte Badass-Momente für so gut wie jeden Hauptakteur. Ganz vorne: Scott Adkins’ Brachial-Moment, in dem er aus einer Seitengasse auf die Motorhaube eines vorbeirasenden Autos hechtet und dort bei voller Fahrt mit wuchtigen Schlägen die Windschutzscheibe zertrümmert. Nur fett. Ohne große Zwischenstopps oder Tempoeinbußen leitet „Triple Threat“ dann in den Showdown über.

Triple Threat mit Iko Uwais

Iko Uwais als Auslöser der derbsten Szene im Film.

Und dieser wird von Beginn an so konstruiert, dass er die große Bühne für Iko Uwais, Tiger Chen, Tony Jaa, Michael Jai White und Scott Adkins bereiten darf. In verschiedensten Paarungen dreschen die Könner nun aufeinander ein. Mal Mann gegen Mann, mal zwei gegen einen. Und immer bekommt der Martial-Arts-Fan geile Momente geboten. Wobei Tiger Chen zugunsten der anderen Akteure etwas zurückgenommen wird.

Dafür feuern vor allem Tony Jaa und Scott Adkins permanent ihre Signature Moves ab. Das Ergebnis ist schlichtweg begeisternd. Frei von Seilgezerre. Und höchst spektakulär. Zwischendurch darf auch immer mal wieder geballert und Trash-Talk vollzogen werden. „Triple Threat“ macht nicht nur auf dicke Hose, er hat einfach dicke Eier. Auch das Setting ist für den Showdown einfach brillant gewählt und hat ein ganz eigenes Flair.

Scott Adkins als Bösewicht in Triple Threat

Scott Adkins bedroht Iko Uwais, ja nicht zu viel Silat zu zeigen.

Darstellerisch darf man sich von „Triple Threat“ freilich keine Glanzstunde der Filmgeschichte erwarten. Aber wer das tut, sitzt hier eh im falschen Film. In erster Linie ist „Triple Threat“ sowohl die große Scott Adkins als auch die Tony Jaa und Tiger Chen Show. Scott Adkins („Accident Man“) stolziert vor Kraft strotzend durch den Film, haut einen coolen Oneliner nach dem anderen raus und genießt seine Bösewichtrolle sichtlich. Actiontechnisch brennt er sowohl mit Schusswaffen als auch physisch diverse Feuerwerke ab. Tony Jaa („Skin Trade“) und Tiger Chen („Man of Tai Chi“) sind derweil in einer Art Buddy-Movie-Modus unterwegs. Werfen sich gekonnt die Bälle zu, unterstützen sich in ihren feinen Actioneinlagen und haben sowohl untereinander als auch mit sexy Celina Jade („Wolf Warrior 2“) eine tolle Chemie.

Iko Uwais („The Raid“) hat eine etwas undankbare Rolle abbekommen. Zwar sorgt er immer wieder für Bewegung in der Geschichte, so wirklich planvoll will sein Vorgehen aber nie wirken. Auch wirkt er ausgerechnet in seinen wichtigen Trauerszenen wenig authentisch. Zudem wird er von Jesse V. Johnson erstaunlich schwach gezeichnet. Gewinnt im Grunde keinen einzigen seiner Fights. Auch Michael Jai White („S.W.A.T. – Unter Verdacht“) wird leider lange Zeit zurückgenommen. Immer wenn Action ansteht, bleibt er im Wagen der Fieswichte. Warum er sich in der Action so zurückhält, man weiß es nicht. Zumal sein Fight gegen Iko Uwais im Showdown richtig rockt!

Tony Jaa, Celina Jade und Tiger Chen werden gejagt

Tony Jaa, Celina Jade und Tiger Chen werden gejagt.

Um diese Powerhouse-Vereinigung lancierte Jesse V. Johnson („Pay Day“) einen Cast, der vor Kraft kaum laufen, aber garantiert nicht sonderlich nuanciert spielen kann. Vor allem auf Seiten der Terroristen/Söldner hat es, wie bereits erwähnt, ein paar echt krasse Typen. Darunter der alte Jesse V. Johnson Buddy Dominiquie Vandenberg („Pit Fighter“), der Brecher Ron Smoorenburg („The Fighters 3: No Surrender“) und der saucoole Michael Bisping („Criminal Squad“). Dazu gesellen sich der immer wieder gern gesehene Hongkong-Star Michael Wong („Hongkong Cop“) und der Kampffloh JeeJa Yanin („Fighting Beat 3“).

All diese Kanten setzt Jesse V. Johnson in durchweg unverbrauchten Settings in Thailand in Szene. Setzt bei vielen Szenen auf Sepiafarben, lässt aber auch mal die thailändische Sonne alle Farben des Regenwaldes herauskitzeln. In der Action ist er immer höchst dynamisch unterwegs. Hechtet hinter Charakteren her, lässt die Choreografien atmen, webt gekonnt einige wenige Slow-Mos ein und verschneidet die Fights nicht. Dagegen geht die Schnitt-Gegenschnitt-Frequenz in den Ballereien deutlich nach oben. Abseits der Action inszeniert er mit Bedacht und mit Sinn für feine Bilder. Wenngleich die Musik nicht verkehrt ist, hätte man sie sich aber noch ein wenig präsenter gewünscht. Zumal der eigenwillige Abspannsong geil rockt und auch gut unter einen Fight gepasst hätte.

“Triple Threat” mit Scott Adkins, Tony Jaa und Iko Uwais haut richtig rein

Wer Angst hatte, dass das Namedropping rund um „Triple Threat“ in eine Enttäuschung münden könnte, der darf sich getrost zurücklehnen! „Triple Threat“ und seine Macher liefern richtig ab! Vor allem der männliche Hauptcast liefert genau das, was man sich von einem Film wie „Triple Threat“ im Vorfeld erwartet hat: Knallige, durchaus brutale, niemals eintönig oder auch nur ansatzweise langweilig werdende Action in ordentlicher Schlagzahl, mit feinem Bodycount und frei von Wirework und dämlichen CGI-Ausfällen. Dabei machen sowohl die furios inszenierten Handkantenduelle als auch die druckvollen Ballereien richtig Laune.

Die schlanke Story rund um diese Ansammlung von Highlights ist dabei reichlich egaler Natur und nicht immer ganz schlüssig aufgezogen, sorgt aber dennoch für eine gewisse Grundspannung und bietet auch Platz für kleinere, erstaunlich gut funktionierende Szenen abseits der großen Knallereien. Eine schöne Essenszene mit Tiger Chen, Celina Jade und Tony Jaa sei stellvertretend genannt. Man kann wirklich nur hoffen, dass die Kombination aus Tim Man und Jesse V. Johnson noch einige Filme auf den Weg bringen wird. Die beiden könnten dem Actiongenre wieder ein wenig Leben einhauchen. Bis dahin kann man „Triple Threat“, den aktuellen Höhepunkt der Zusammenarbeit der beiden, wieder und immer wieder genießen.

8 von 10

Die deutsche DVD / Blu-ray zum Film erscheint am 28. März 2019 von Koch Media und ist mit einer FSK 18 Freigabe ungeschnitten. Schade ist, dass man über die Dreharbeiten gar nichts erfährt. Wenn man dieses Posting von Scott Adkins bei Facebook hinzuzieht, muss das echt ein Ereignis gewesen sein, als da die aktuellen Hotshots des Genres aufeinander hockten.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: Koch Media__Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__ Blu-ray/DVD: Ja/Ja

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