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Turbulent Skies

Originaltitel: Turbulent Skies__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2010__Regie: Fred Olen Ray__Darsteller: Brad Dourif, Nicole Eggert, Casper Van Dien, Patrick Muldoon, Jason Cook, Robert R. Shafer, Nina Fehren, Kinsey McLean, Pamela Walworth, Erin Pickett u.a.
Turbulent Skies mit Casper Van Dien Cover

Casper Van Dien gerät in “Turbulent Skies”.

Regisseur Fred Olen Ray, der gerne unter verschiedensten Pseudonymen (Roger Collins, Ed Raymond, Peter Stewart seien beispielhaft genannt) dreht, ist viel daran gelegen, seinen bislang tadellosen Ruf aufrechterhalten. Wobei tadellos in seinem Fall bedeutet, dass er, der als filmischer Stümperer verschrien ist, es noch nie fertiggebracht hat, auch nur einen einzigen wirklich bedeutenden Film zu drehen. Und das soll auch so bleiben.

Als Fan gepflegter B-Action-Gülle kommt man um einige seiner mehr als 150 Regie-Arbeiten trotzdem kaum herum. Heuerte er doch gerne mal Michael Dudikoff („Crash Dive 2“), Steven Seagal („Sniper: Special Ops“) oder Tom Berenger („Silent Venom“) an. Auch Casper Van Dien geriet in die Fänge von Fred Olen Ray. „Turbulent Skies“ heißt das Machwerk und erzählt folgende Geschichte…

Tom ist Programmierer und hat als solcher ein neues, vollautomatisches Steuerungssystem für Flugzeuge entwickelt. Die Entwicklung des CD-70 genannten Systems wurde nach einem verheerenden Flugzeugabsturz von der Firma Devair vorangetrieben und soll innerhalb kürzester Zeit den Berufsstand der Piloten überflüssig und das Fliegen noch sicherer machen.

Als man das System der Öffentlichkeit vorstellt, bekommt der Sohn des Chefs von Devair eine Art Höhenkoller und beschließt, dass es an der Zeit für einen bemannten Testflug sei. Also lädt er die Journalisten und Finanziers auf ebenjenen ein. Blöderweise spielt er vor dem Start ein paar „Erweiterungen“ in das System ein, die den Flug noch angenehmer gestalten sollen.

Dabei infiziert er CD-70 unbewusst mit einem Virus und sorgt dafür, dass sich das Steuerungssystem schon kurz nach dem Start seltsam verhält. Als es selbstständig die vorgegebene Fluglinie ändert und in ein Supergewitter steuert, muss Tom alle Hebel in Bewegung setzen, um das Flugzeug vor Gröberem zu bewahren. Immerhin befindet sich auch seine Frau an Bord des Flugzeuges.

Schaut in “Turbulent Skies” mit Casper Van Dien hinein

Das Positive schon einmal vorweg: „Turbulent Skies“ besitzt Anfang, Mitte und Ende und fühlt sich durchaus wie ein Film an. Wirklich gut ist der Streifen deshalb aber noch lange nicht. Zumindest versucht Fred Olen Ray beständig, etwas passieren zu lassen. Nach der eingehenden Desaster-Sequenz um ein abstürzendes Flugzeug ist die Grundidee um CD-70 schnell etabliert und befindet sich das Flugzeug mit dem Steuerungssystem schnell in der Luft. Hier hat der Film dann immer mal wieder kurzen Leerlauf zu verzeichnen, was vor allem daran liegt, dass einem die Figuren in dem Flugzeug vollkommen am Arsch vorbeigehen.

Doch schnell beginnt CD-70 bedrohlich zu blinken und eine Art eigenes Bewusstsein zu entwickeln. Unfälle häufen sich, die zur Vorsicht mitfliegenden Piloten verenden und Tom entwickelt den irrsinnigen Plan, selbst an Bord des Flugzeuges zu müssen. Weil sonst niemand in der Lage sei, das System kurzzuschließen. Warum auch immer. Hier recycelt Fred Olen Ray die für den Dudikoff-Kracher „In einsamer Mission“ gedrehte und natürlich bei „Einsame Entscheidung“ abgeguckte „Von Flugzeug zu Flugzeug Umsteigeszene“ in Form von Stock Footage. Dann muss freilich noch irgendwer das Flugzeug landen und Ende. So richtig öde wird es alleine aufgrund der Ereignisdichte nie. Wirklich spannend aber auch nicht. Und logisch gesehen ist hier eh nach den ersten fünf Minuten der Ofen aus.

Interessant ist der Cast an B-Nasen. Neben Casper Van Dien („Revenge of the Giant Mummy“), der seinen Part vollkommen gelangweilt runterspult, ist Nicole Eggert („The Demolitionist“) in einer nichtssagenden Rolle als Van Diens Ehefrau dabei. Dazu gesellen sich Brad Dourif („Blood Shot“) im Overacting-Modus und Patrick Muldoon („Bad Karma“), der bekanntermaßen mit Casper Van Dien durch den großartigen „Starship Troopers“ toben durfte. Muldoon versucht wenigstens, als übertrieben schleimiger Sohnemann vom Fluglinienchef etwas Humor in die Chose zu bringen. Scheitert aber grandios.

Optisch ist „Turbulent Skies“ langweiligste TV-Kost geworden. Die meiste Zeit spielt der Film in dem zumindest ansatzweise glaubwürdigen Flugzeugsetting (die lächerliche Pilotenkanzel mal außen vor) und den weniger überzeugenden Büroräumen von Casper Van Diens Figur. Echte Action hat es keine. Gute Effekte brauchte auch keiner und die beste Szene ist, wie bereits erwähnt, eh geklaut. Dazu gesellt sich langweilig dudelnde Musik. Kurzum: So richtig Bock auf „Turbulent Skies“ hatte offensichtlich niemand.

Alles andere als turbulent: “Turbulent Skies”

Was am Ende bleibt, ist ein belangloser und dummer Thriller, der sich immer mal wieder das Kostüm eines Katastrophenfilmes überzustreifen versucht. Dabei passiert genug, um „Turbulent Skies“ nicht vollends zur öden Luftnummer verkommen zu lassen. Gut unterhalten wird man aber auch nicht. Zumal der Film und sein Regisseur jedwede interessanten Ansätze, etwa eine amoklaufende künstliche Intelligenz, sofort wieder fallenlassen. Immerhin hätte die ein ordentliches Budget und einen guten Drehbuchautor gebraucht. Ersteres hatte Fred Olen Ray nie. Und bei zweiterem lohnt ein Blick in die Stabangaben: Drehbuch: Fred Olen Ray. Damit ist eigentlich alles gesagt.

3 von 10

In Deutschland sieht es mit Veröffentlichungen des Filmes eher mau aus. Bei Anbietern wie Amazon Prime kann man ihn zumindest gegen einen Obulus sehen. Tele 5 hat „Turbulent Skies“ auch schon im Programm gehabt. Für einen physischen Datenträger muss man gen UK blicken. Hier kommt die DVD von dem Label Platform Entertainment und hat eine Freigabe ab 12.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
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