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Universal Soldier

Originaltitel: Universal Soldier__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1992__Regie: Ronald Emmerich__Darsteller: Jean-Claude van Damme, Dolph Lundgren, Ally Walker, Ed O’ Ross, Jerry Orbach, Ralph Möller, Michael Jai White, u.a.
Universal Soldier

Dolph Lundgren trifft auf Jean Claude Van Damme und Ralph Möller und Michael Jai White geraten unter die Räder in “Universal Soldier”

Roland Emmerich studierte an der Hochschule für Film und Fernsehen in München. Sein Abschlussfilm „Das Arche Noah Prinzip“ sprengte mit einem Budget von 1,2 Mio DM seinerzeit alle Rekorde. Der Science Fiction Reißer „Moon 44“ öffnete ihm dann schließlich die Pforten nach Hollywood. Gleich in seinem ersten US-Streifen durfte er zwei Ikonen des Actionfilms der späten Achtziger und frühen Neunziger Jahre vereinen: Jean Claude Van Damme („Bloodsport“) und Dolph Lundgren („Last Bullet – Showdown der Auftragskiller“)…

Sergeant Andrew Scott (Lundgren) dreht bei einem Einsatz im Vietnamkrieg vollkommen durch und ermordet unschuldige Zivilisten sowie seine eigenen Kameraden und schneidet ihnen letztendlich die Ohren ab, um sich daraus eine Kette zu machen. Als der Soldat Luc Deveraux (van Damme) ihn davon abhalten will, kommt es zur Katastrophe. Sie schießen sich gegenseitig nieder und werden kurz darauf für tot erklärt.

Jahre später tauchen beide als scheinbar unbesiegbare Supersoldaten wieder auf und befreien eine Vielzahl von Geiseln aus einem Staudamm. Was der Rest der Welt nicht weiß, ist die Tatsache, dass für das „Universal Soldier“ Programm tote Soldaten wieder zum Leben erweckt wurden, um aus ihnen unzerstörbare Killermaschinen zu machen. Das ganze ist natürlich eine streng geheime Operation, von der nicht einmal das Pentagon weiß. Bei besagtem Einsatz im Staudamm kommen in Deveraux (oder „44“, wie er jetzt heißt) wieder die Erinnerungen aus Vietnam hoch. Als dann die Journalistin Veronica (Ally Walker – „Ermordet am 16. Juli“) samt Kameramann anfängt, in den Gefilden der „UniSols“ herumzuschnüffeln, wird der Kameramann kaltblütig von Scott erschossen. Daraufhin bricht die Erinnerung in Deveraux vollends durch. Er rettet Veronica vor der Exekution und macht sich mit ihr aus dem Staub. Sein Ziel ist sein Familienhaus in Louisiana.

Universal Soldier

Dolph Lundgren gibt einen köstlichen Bösewicht!

Auf der anschließenden Jagd verliert auch Scott mehr und mehr die Kontrolle und fängt an, sich wieder an sein altes Leben zu erinnern, bis ihm komplett die Sicherungen durchbrennen. Er tötet alle Wissenschaftler und Militärs und beginnt mit einem weiteren verbliebenen UniSol (Ralph Möller – „Best of the Best 2“) eine mörderische Hetzjagd auf Deveraux quer durch die vereinigten Staaten.

Mit „Universal Soldier“ brennt Roland Emmerich ein solides Actionfeuerwerk ab. Leider hat er uns nach diesem Streifen nur noch mit PG-13 Ware (Ausnahme „The Patriot“) beglückt. Dass er es durchaus härter kann, beweißt er in diesem Film. Zur Seite stand ihm mit Karl Walter Lindenlaub ein erfahrener Kameramann, der auch bei „Stargate“ und „Independence Day“ hinter der Kamera stand. Und das der Mann sein Fach beherrscht, sieht man an allen Ecken und Enden. „UniSol“ sieht einfach fantastisch aus. Das wunderschöne Widescreenformat hilft dabei ungemein. Dazu kommen gut fotografierte Verfolgungsjagden, Explosionen, Autocrashs und Shootouts. Der Score von Christopher Franke tut dazu sein Übriges.

Universal Soldier

Jean Claude Van Damme kann da als Held nicht ganz mithalten, zeigt aber wie gewohnt seinen nackten Arsch …

Doch leider verschenkt Emmerich die Martial Arts Künste seiner beiden Hauptdarsteller und setzt größtenteils auf blutige Shootouts. Das ist zwar auch nicht verkehrt, doch wenn man schon Lundgren und Van Damme in einem Film vereint, dann hätte man auch auf längere, gut choreographierte Fights setzen können. Diese Chance hat man meines Erachtens auch im Endkampf verspielt. Denn der ist leider nur eine Rauferei mit ein paar Roundhousekicks von Van Damme. Mit dem durch die Gegend schleudern des Widersachers erinnert der Kampf mehr an „Terminator 2“. Auf der anderen Seite muss man wohl sagen, dass diese Vorgehensweise besser zu zwei Killermaschinen passt, als filigrane Hand- und Beinarbeit.

Kommen wir zu den beiden Hauptdarstellern. Jean Claude van Damme läuft wie immer mit ein und demselben Dackelblick durch die Gegend. Dass er es durchaus besser kann, hat er ja mit „Wake Of Death“ oder auch in Ansätzen mit „In Hell“ bewiesen. In „Universal Soldier“ passt dieser limitierte Gesichtsausdruck, auch wenn es teilweise lächerlich anmutet. Gerade in der Restaurantszene wirkt alles unfreiwillig komisch. Trotzdem ein solider Auftritt des Belgiers, auch wenn er nicht allzu viel falsch machen konnte.

Der eigentliche Star des Films ist für mich Dolph Lundgren. In keinem anderen Film war er so böse und beängstigend wie hier. Auch wenn er keine oscarverdächtige Leistung an den Tag legt, Van Damme spielt er ohne große Anstrengung gnadenlos an die Wand. Außerdem ist der Running Gag mit seiner Ohrenkette der Brüller des Films („Ich bin ganz Ohr!“ Muahahaha).

Universal Soldier

Etwas enttäuschend: Der Final Fight der Kontrahenten …

Das eigentliche Ärgernis des ganzen Films ist in meinen Augen die fehlbesetzte und auf die Dauer nervende Ally Walker. Auch wenn sie hübsch anzusehen ist. Hier hätte man aber besser auf sie verzichtet und die Rolle mit einem weniger hyperaktiven Mann besetzt. Das wäre kein Problem gewesen, denn die Geschlechter sind für diese Rolle total austauschbar. Nicht mal als Love Interest taugt Walker was – das wäre mit einem eigentlich toten und über 20 Jahre eingefrorenen Soldaten aber auch ganz schön makaber. Wie dem auch sei, Walker nervt und das ungemein.

Der weitere Cast setzt sich aus Genreveteranen und Muskelprotzen zusammen. Ed O’ Ross („Red Heat“) hat nicht viel mehr zu tun, als Befehle zu geben und erschossen zu werden. Jerry Orbach („Deadly Revenge“) wurde zum Stichwortgeber degradiert und auch Ralph Möller brauch nicht viel mehr machen, als verbrannt zu werden und ein paar Kugeln abzufangen. Von unterfordert will ich aber bei der deutschen Eiche lieber nicht reden… Des Weiteren sind in kurzen bis sehr kurzen Auftritten Michael Jai White („Tactical Force“) und Kamel Krifa („Maximum Risk“) zu bewundern.

Lange Rede kurzer Sinn: Bei Universal Soldier kann man als Genrefan nicht viel falsch machen. Hier bekommt man zwei B-Filmikonen zum Preis von einer. Die Action ist solide und dank Lindenlaub sehr gut gefilmt. Darüber hinaus bekommt man in der ungeschnittenen Fassung ein relativ hartes Brett serviert.

Die DVD aus dem Hause Kinowelt/Studiocanal war bisher in der FSK 18-Version komplett ungeschnitten und landete auf dem Index. Von dort holte man den Film nun herunter, ließ ihn neu prüfen und erhielt für die ungeschnittene Fassung eine sehr verblüffende FSK 16 Freigabe. Diese erscheint am 20. Juni 2013 auf DVD und Blu Ray!

© nerös

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Copyright aller Filmbilder/Label: Studiocanal GmbH__FSK Freigabe: ab 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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