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Unter Freunden

Originaltitel: Among Friends__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2012__Regie: Danielle Harris__Darsteller: Christopher Backus, Jennifer Blanc, AJ Bowen, Dana Daurey, Brianne Davis, Kamala Jones, Alyssa Lobit, Chris Meyer, Jenise Blanc, Michael Biehn u.a.
Unter Freunden

Danielle Harris’ Langfilm-Regiedebüt heißt: “Unter Freunden”.

„Halloween 4“, „See No Evil 2“, „Hatchet 3“, „Camp Dread“, „The Victim“, „Rob Zombie’s Halloween“ oder „Evil Undead“, man kann Danielle Harris schon nachsagen, dass sie ein großes Faible für Horrorfilme hat. Da lag es eigentlich nahe, dass ihre erste Langfilm-Regiearbeit das Genre immer mal wieder streift und vor allem an das zuletzt etwas überstrapazierte Torture-Porn-Subgenre gemahnt.

Alles dreht sich um einen relativ großen Freundeskreis, der eines Tages eine Retro-Party feiern will. Man will eine Prom-Party aus dem Jahre 1983 wiederauferstehen lassen. Mit grauenvollen 80s Klamotten und ebensolchen Frisuren versammelt man sich im Haus von Bernadette, die die Party unter das Motto „Wer findet den Mörder?“ stellt. Gemeinsam wolle man Party machen und nebenbei einen gefakten Kriminalfall lösen.

Dazu hat Bernadette im ganzen Haus Hinweise auf den Mord versteckt. Als die Freunde diese zusammengesucht haben, finden sie sich an der großen Tafel im Esszimmer ein und rätseln, was die Hinweise zu bedeuten haben. Auf einmal spüren alle ein seltsames Unwohlsein. Obendrein scheinen ihre Gliedmaßen gelähmt zu sein… Nur Bernadette scheint es noch gut zu gehen.

Die verkündet plötzlich, dass sie die Regeln des Spiels geändert habe. Nach und nach beginnt sie nun die Freunde und ihre vergangenen Taten zu sezieren. Wer nicht „mitspielt“ oder im Verlauf der nachfolgenden Fragerunden lügt, wird harsch bestraft. Das Ziel von Bernadette: Sie will ein dunkles Geheimnis der Freunde aufdecken…

„Unter Freunden“ ist dramaturgisch durchaus geschickt aufgebaut. Direkt zu Beginn verortet Regisseurin Harris ihre Figuren flott via Polaroid-Aufnahmen, auf welche die Namen gepinselt werden. Im Haus von Bernadette, wenn das Krimi-Spiel anläuft, lässt sie die Figuren kurz und knackig interagieren und gibt ihnen die Eigenschaften mit, die sie für die folgenden Minuten braucht, um den Film am Laufen zu halten. Nebenher lanciert sie ein paar nette Gags und eine locker flockige Grundstimmung.

Die dann schnell kippt. Wenn Bernadette loslegt, wird die Handlung zwingender. Verdichtet sich auf ein Schuld-und-Sühne-Szenario, in dem es zunächst um verletzte Eitelkeiten, amouröse Verwicklungen und pure Fleischeslust inklusive Betrügereien und Affären geht. Hier bekommt der Film einen angenehm schwarzhumorigen Touch, der die Figuren teilweise unvorhersehbar und angenehm impulsiv agieren lässt. In diesem Abschnitt wird dann auch ordentlich Blut vergossen: Kehlen werden aufgeschlitzt, Finger abgeschnitten und es wird gar eine Protagonistin skalpiert.

Unter Freunden

Michael Biehns Ehefrau hat eine Hauptrolle inne. Er ein Cameo.

Der eigentliche Clou ist aber erst das Finale, wenn klar wird, worauf Danielle Harris bzw. ihre „Heldin“ Bernadette hinauswollen. Die Atmosphäre wird deutlich gedrückter, die aufgeworfenen Moralfragen wiegen schwer und der kurze Wechsel zu einer anderen Hauptprotagonistin gibt dem Film ungeahnte Schärfe und einen garstigen Schluss, was in einem Abspanngag noch untermauert wird.

Diese Eskalation der Ereignisse ist immer ein wenig drüber und wird auch von den Darstellern ein wenig zu enthusiastisch gespielt (sprich overacted), aber der Film hält mit seinen teilweise derben Stimmungsumschwüngen das Interesse hoch und die Spannungskurve auf einem ordentlichen Niveau. Inszenatorisch ist der Film beinahe komplett in einem Zimmer verortet und stellt die Langfilm-Regie-Debütantin vor keine großen Herausforderungen. Eigentlich sticht nur eine Vision einer unter Drogen stehenden Akteurin heraus.

Unter Freunden

Bernadette ist eine überzeugende Woman on a Mission.

Dieser Vision verleiht Harris einen schönen Fieberwahn-Anstrich und sie lässt mal eben Gaststars wie Regisseur Xavier Gens („The Divide“) oder Michael Biehn („Navy Seals“), der sich selbst spielt und dessen Ehefrau Jennifer Blanc („Everly“) in „Unter Freunden“ eine Hauptrolle inne hat, auflaufen. Eine weitere kleine Nebenrolle hat im Übrigen auch Horror-Urgestein Kane Hodder („Sickle“), der einen flotten Tanz aufs Parkett legen darf.

„Unter Freunden“ ist mit einer Nettolaufzeit von knapp 75 Minuten eine äußerst kurzweilige Low-Budget-Produktion und ein insgesamt sehr gelungenes Regiedebüt von Danielle Harris, die im Übrigen auch ein kleines Cameo inne hat. Für meinen Geschmack hätte sie für eine bessere Bewertung nur einige ihrer Darsteller mehr an die Zügel nehmen und den schwarzhumorigen Aspekt ihrer Geschichte noch mehr herausstreichen sollen. So wäre einem im finalen Akt sicherlich das Lachen noch mehr im Halse stecken geblieben.

Die deutsche DVD/Blu-ray erschien von Sunfilm und ist mit einer FSK-18-Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Sunfilm/Tiberius Film__Freigabe: ab 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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Categorised in: Reviews, the Horror Pit

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