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Vampirkiller – Untote pflastern ihren Weg

Originaltitel: The Bleeding__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2009__Regie: Charlie Picerni__Darsteller: Michael Madsen, Vinnie Jones, Armand Assante, DMX, William McNamara, Katherine von Drachenberg, Nancy Young, Tony Schiena, Krista Ayne, T.J. Rotolo, Michael Matthias, Rachelle Leah u.a.
Vampirkiller - The Bleeding

Michael Madsen im Kampf gegen Vinnie Jones: “Vampirkiller”

„Vampirkiller“ aka „The Bleeding“ berichtet von Shawn Black. Der Afghanistan-Veteran, der in dem Krieg seinen Bruder verlor, muss fünf Jahre später mit ansehen, wie seine Eltern brutal ausgelöscht werden. Er selbst überlebt diese Attacke nur mit Mühe und Not und will den Verlust natürlich rächen. Dabei helfen sollen ihm ein bei dem Überfall zurückgelassenes Feuerzeug und ein Zettel mit einem Namen. Als er diesen Hinweisen folgt, landet er bei einem Typen namens Tagg, der Shawn erklärt, dass seine Eltern von Vampiren umgebracht worden seien und Shawn ein geborener Vampirkiller sei. Der Grund dafür: Shawns Bruder sei in Afghanistan zwar gefallen, sein Körper aber wurde zur Hülle des Vampirfürsten Cain. Und da beide nun im Grunde dasselbe Blut hätten, gilt Shawn als natürliche Nemesis des Fürsten. Und ebenjener muss Shawn auch erst aus dem Weg räumen, will er die Erde mit seinesgleichen bevölkern. Bei dem Angriff auf Shawns Eltern war ihm dies ja gründlich misslungen…

So richtig einsichtig und verständlich ist die Geschichte von „Vampirkiller“ nie. Im Grunde schaut man nur Shawn zu, wie er sich mit immer neuen Leuten trifft und da mehr über sich, Vampire und seinen Bruder erfährt. Warum da nun aber alles wie zusammenhängt, das war wohl auch dem Drehbuchautor nicht so ganz klar. Spannung kommt so keine auf, Tempo und Zug ebenso wenig. Eher wird der Zufall zum Hauptantrieb der Story und das reicht in diesem Falle nicht wirklich aus.

Vampirkiller - The Bleeding

Vinnie Jones macht sich nicht nur optisch zur Feile…

Interessant ist „Vampirkiller“ eigentlich nur, weil Shawn die Wege diverser B-Recken kreuzt. Seinen Antagonisten gibt Vinnie Jones („Escape Plan“), der mit Langhaarperücke und Fellmantel einfach nur scheiße aussieht, sich assig aufführt und amtlich overacted. An seiner Seite sehen wir Tattoo-Idol Kat von D, die vom Film aber weiträumig verschwendet wird und gar nichts zum Film beiträgt. Als Cops, die im Mordfall der Familie Black ermitteln, erleben wir Armand Assante („Children of Wax“) und William McNamara („Surviving the Game“), die über einen kurzen Auftritt nicht hinauskommen. Als Tagg agiert DMX („Exit Wounds“), der im typisch hingerappten Tonfall zumindest ansatzweise die Story befeuern darf. Tony Schiena („Locked Down“) gibt einen perversen Ladenbesitzer und darf sich in einer sinnlosen Szene von einer heißen Schnitte verwammsen lassen. Das letztendliche Highlight bildet freilich Michael Madsen („Piranhaconda“) als Hurenbock von einem Priester. Nur am Saufen und Ärsche Gucken macht Madsen richtig Laune und hat von der ganzen B-Bagage auch die längsten und nachhaltigsten Auftritte. Etwa wenn er im Showdown mit zwei MGs bewaffnet so richtig aufräumt. Die Hauptrolle bestreitet mit Michael Matthias ein weitgehend unbeschriebenes Blatt. Physisch weiß der Mime durchaus zu gefallen, darstellerisch ist er allerdings so richtig mies. Die deutsche Synchronisation macht ihn dann dank hingepresster Artikulation zu einem absoluten Vollhorst.

Vampirkiller - The Bleeding

Michael Madsen verbreitet Gottes Wort. Mit der Knarre und ordentlich Alkohol…

In technischer Hinsicht ist „Vampirkiller“ einer der Filme, der mit zig Filtern, Lenseflares und Farb- und Kontrast- korrekturen zu verschleiern versucht, dass er nur im billigen Digital-Look gedreht wurde. So etwas kann funktionieren, es kann den Film aber auch noch billiger wirken lassen. Im Falle von „Vampirkiller“ ist zweiteres der Fall. Da das Geld wohl ziemlich knapp war, beschränkte man sich auch auf reine Maskenarbeit und gestaltete die Vampire so bodenständig wie möglich. Weder können sie fliegen noch sich verwandeln oder ähnliches. Meist reicht dem Film eine Langhaarperücke und eine speckige Rockerkluft und fertig ist der Vampir. Werden die Untoten getötet, geschieht dies weitgehend unblutig. Und außer, dass sie ungelenk umfallen, passiert nichts mit ihren Leichen. Der Score zum Film rekrutiert sich vornehmlich aus langweiligen Heavy Metall Stücken, die dem Film aber keinerlei zusätzlichen Drive verleihen können.

Vampirkiller - The Bleeding

Aaaaaaaaaaaaah… Vampire!!!

In Sachen Action hält man sich lange Zeit sehr bedeckt. Erst in Richtung Showdown wird richtig losgelegt und dann verirren sich tatsächlich ein paar Schauwerte in den Film! Der Showdown beginnt mit einer größeren, leider recht planlos wirkenden Ballerei in einer Großraumdisco. Ist diese abgegessen, startet ein „Mad Max 2“ Finale. Sprich: Held und Love Interest rasen mit einem Truck vor ihren Verfolgern davon. Und jetzt setzt es sich überschlagende und explodierende Autos, einen quer stehenden Truck, auf dem Asphalt dahin slidende Rocker, die von ihren explodierenden Harleys gekracht sind, und so weiter und so fort. Auch gibt es hier erstaunliche Kamerafahrten zu sehen, die man so nicht mehr in diesem Film erwartet hätte. Das finale Schwertduell zwischen Jason und Cain ist dann zwar wieder etwas müde, dennoch ist der Showdown klar das Highlight des Filmes, auf das man sichtlich hingearbeitet und an allen Ecken und Enden hingespart hat.

Der Showdown und das Schaulaufen diverser ausrangierter B-Stars sind die großen Pluspunkte dieses preisgünstig inszenierten und storytechnisch wenig nachvollziehbaren Vampir-Actioners. Doch der insgesamt lahme Held (klares Highlight ist sein Jogginglauf im Wald zu harten Heavy Metal Klängen, wo er in Zeitlupe schwitzen und verzweifelt „Warum“ schreien darf), sein peinlich chargierender Antagonist, der Mangel an Action im Vorfeld des Showdowns, die überall spürbaren Sparmaßnahmen, der tranige Look, die langweilige Mucke und die miese deutsche Synchronisation überstrahlen überdeutlich die wenigen Höhepunkte.

Die deutsche DVD/Blu-ray kommt von Maritim Pictures und ist mit einer FSK 16 Freigabe ungeschnitten. Extras haben sich keine auf die Datenträger verirrt.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Maritim Pictures__FSK Freigabe: ab 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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Categorised in: Reviews, the Horror Pit

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