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Vengeance Man: Die Abrechnung (Videokritik)

Originaltitel: I Am Vengeance: Retaliation__Herstellungsland: Großbritannien__Erscheinungsjahr: 2020__Regie: Ross Boyask__Darsteller: Stu Bennett, Vinnie Jones, Jacob Anderton, Sam Benjamin, Lainy Boyle, Greg Burridge, Lee Charles, Tony Cook, Aaron De Strete, Katrina Durden, Phoebe Robinson-Galvin, Joe Egan, Mark Gairy u.a.

Kurz nachdem in Deutschland „I am Vengeance“ als „Vengeance Man: Rache kennt kein Limit“ veröffentlicht wurde, steht auch schon „I am Vengeance: Retaliation“ alias „Vengeance Man: Die Abrechnung“ in den Startlöchern. Wir haben beide Filme in einem Video für euch besprochen. Die schriftliche Kritik zu „Vengeance Man: Die Abrechnung“ findet ihr nun unter der Videokritik.

Video: Kritik zu „Vengeance Man“ und „Vengeance Man: Die Abrechnung“ mit WWE-Superstar Wade Barrett aka Stu Bennett

Wer nicht das ganze Video anschauen möchte, findet die Kritik zu „Vengeance Man: Die Abrechnung“ ab 8:24 Minuten oder per simplem Klick hier.

Stu Bennett vs. Vinnie Jones

Vengeance Man: Die Abrechnung mit Stu Bennett und Vinnie Jones DVD Cover

Stu Bennett jagt Vinnie Jones in “Vengeance Man: Die Abrechnung”.

Kurz nachdem in Deutschland „I am Vengeance“ als „Vengeance Man: Rache kennt kein Limit“ veröffentlicht wurde, steht auch schon „I am Vengeance: Retaliation“ als „Vengeance Man: Die Abrechnung“ in den Startlöchern. Wo in Deutschland wenige Monate zwischen den Veröffentlichungen liegen, sind es tatsächlich zwei Jahre. Lange Zeit hatte sich wohl niemand an den Erstling herangewagt. Nicht ohne Grund, war der doch leicht misslungen.

Dennoch möchte Regisseur, Drehbuchautor und Editor Ross Boyask, so verkündet es das Making Of auf der Code 1 DVD zu „I am Vengeance: Retaliation“, die Geschichten um John Gold zur Reihe ausbauen. Und was man nach dem ersten Teil als Drohung hätte auffassen können, klingt nach dem zweiten Teil gar nicht mehr so übel.

John Golds neuer Auftrag führt zurück in seine Vergangenheit. Er soll einen abtrünnigen und totgeglaubten Regierungsagenten namens Sean Teague festsetzen und in einen Black-Site-Knast am Arsch von England verfrachten. Da John mit Teague, der einst das gesamte Team von John verladen hat, noch ein Hühnchen zu rupfen hat, nimmt er den Auftrag nur zu gerne an. Ihm wird ein kampfkräftiges, aber unerfahrenes Team an die Seite gestellt.

Gemeinsam gelingt es erstaunlich schnell, Teague zu schnappen. Doch der Lump hat noch weitaus mehr Feinde. Kaum wollen John und Co. mit Teague aufbrechen, eröffnet ein Sniper das Feuer auf die Gruppe und kurz darauf nimmt ein Transporter die Verfolgung auf. Und freilich sind da noch Teagues Männer, die ihren Boss nicht so einfach entführen lassen wollen.

Schaut in den Actioner mit Stu Bennett und Vinnie Jones hinein

Die Geschichte von „Vengeance Man“ war nicht der Grund, warum der Film gestrauchelt war. Glücklicherweise hält Ross Boyask selbige auch bei seiner Fortsetzung so simpel und generisch wie möglich. Überraschungen oder Twists? Vergesst es. Geradlinig zieht Boyask seine Story durch und kann sich direkt eines zustimmenden Nickens des Zuschauers gewiss sein. Die Antipoden werden flott verortet, ihre Darsteller mühen sich, sie richtig cool rüberkommen zu lassen und neue Figuren werden zweckdienlich eingeführt und mit Leben gefüllt.

Zwar erzählt „Vengeance Man: Die Abrechnung“ direkt zu Beginn viel zu viel, weshalb er ungefähr auf seiner Filmmitte seltsam leer wirkt, und manche Figur, etwa Teague, verhält sich durchweg seltsam irrational, mehr gibt es aber kaum zu beklagen. Neu hinzugekommen ist ein erstaunlich trockener Humor, der sich vor allem in herrlich knurrig hingerotzten Onelinern von Stu Bennetts John und in gewohnt aggressiven Beleidigungen durch Vinnie Jones’ Teague äußert.

Stu Bennett als John Gold in Vengeance Man: Die Abrechnung

Stu Bennett als Kante John Gold in “Vengeance Man: Die Abrechnung”.

Und wo wir gerade beim Positiven sind: Ross Boyask hat in Sachen Inszenierung deutlich zugelegt. Er verzichtet auf Farbfilterspielereien und eine billige Lichtsetzung. Er lässt seinen Streifen nicht so sehr in Richtung Pornooptik kippen, wie ihm das beim Vorgänger mehrfach passiert ist. In der Folge wirkt „Vengeance Man: Die Abrechnung“ nicht ansatzweise so billig wie das Original. Auch die im Vorgänger gelungene Musikuntermalung legt gefühlt noch einmal deutlich an Professionalität zu.

Wo Boyask mal eben um ein Vielfaches zulegt, ist die Action. Bei der wird sofort offenkundig, was es bringt, wenn jemand am Set ist, der weiß, wie Action auszusehen hat. Und mit Tim Man konnte diesmal ein Mann verpflichtet werden, der nicht nur bei diversen Scott Adkins Vehikeln („Accident Man“) aufgezeigt hat, dass er weiß, wie Action geht. Davon profitiert „Vengeance Man: Die Abrechnung“ ungemein!

Stu Bennett und Vinnie Jones in Vengeance Man: Die Abrechnung

Vinnie Jones (rechts) gibt mal wieder den Lump.

Um die Qualitäten seines Action-Choreographen wissend, lässt Boyask seine Charaktere immer wieder in kleinen und großen Handgreiflichkeiten aneinandergeraten. Und hier zeigt Man, was er drauf hat. Setzt die Leute entsprechend ihren Fähigkeiten ideal ein und in Szene und lässt sie ordentlich hinlangen. Bennett und Jones schneidert er wuchtige, schnörkellose Moves auf den Leib. Vor allem Stu Bennett wirkt unter der Führung von Man wie ein menschgewordener Dampfhammer.

Die Kabinettstückchen besorgen die Damen im Cast. Wenn Phoebe Robinson-Galvin und Katrina Durden entweder aufeinanderprallen oder gegen irgendwelche Männer im Cast kämpfen, setzt es einiges an Schmankerln, High- und Drehkicks. Leider macht die Action um die Fights nicht so viel Spaß. Hier werden einige Fehler aus dem Vorgänger wiederholt, etwa CGI-Mündungsfeuer (nicht mehr gar so hässlich) und CGI-Blut. Zudem wirken die Ballereien erneut sehr hüftsteif und undynamisch.

Team von John Gold in I am Vengeance: Retaliation

John Golds Team hats Martial-Arts-technisch ordentlich drauf.

Und wenn die Antagonisten zwei bis drei Meter auseinander stehen, die Waffen im Dauerfeuermodus haben und eigentlich nicht wirken, als würden sie in den Himmel schießen, aber dennoch so gut wie nie irgendwas getroffen wird – weder Gegner noch irgendwelche Gegenstände ringsum – geht der Spaß beim Zuschauer doch deutlich gen Nullpunkt. Und die einzige Explosion im Film kommt auch noch aus dem Computer – und sieht auch so aus. Dennoch nimmt man die Action, die zudem in dichter Folge auf den Zuschauer niedergeht, als echten Pluspunkt des Filmes wahr.

Darstellerisch macht vor allem die Paarung Vinnie Jones („The Big Ugly“) und Stu Bennett („Eliminators“) Laune. Vor allem Bennett wirkt im Vergleich zum Vorgänger doch deutlich selbstsicherer in seiner Man-on-a-Mission-Rolle und hat sichtlichen Spaß an den humorigen Momenten um seinen Charakter. Jones hingegen gibt das gewohnte Arschloch, macht dies aber mit sichtlichem Engagement und hätte ein wenig mehr sinnvolle Screentime mit Bennett gut vertragen können. Die restlichen Darsteller sind kaum mehr als Beiwerk. Die bereits genannten Damen machen ihre Sache auch abseits der Action ordentlich, wenngleich letzten Endes ihr Team Up gegen einen Henchmen von Teague trotzdem am geilsten rockt.

„I am Vengeance: Retaliation“ aka „Vengeance Man: Die Abrechnung“ geht absolut in die richtige Richtung

Wenn sich die Filme um John Gold in dem Maße steigern, wie es das zwischen Teil 1 und Teil 2 der Fall war, dürfen weitere Fortsetzungen gerne kommen. Verbesserungspotentiale gibt es en masse, die Grundrichtung stimmt und Stu Bennett geht als hünenhafter Held der Chose mehr als nur in Ordnung.

Im Vergleich zum Vorgänger wirkt „Vengeance Man: Die Abrechnung“ durchweg wertiger, ist kurzweiliger, actionreicher und vor allem in der Martial-Arts-Action dank Choreograph Tim Man sehr gelungen. Zwar fehlen auch hier noch ein paar Perspektiven mehr, um vielleicht noch mehr Dynamik kredenzen zu können, aber grundsätzlich rockt die Handkantenaction schon ordentlich.

Dagegen fällt die restliche Action deutlich ab. Boyask müht sich zwar redlich, bekommt aber keine Dynamik in das müde Schnitt-Gegenschnitt-Geballer. Selbiges wirkt unkoordiniert und kopflos und lässt zudem an den Augen der Charaktere zweifeln. Und da die nie treffen, wird es auch nie brutal, was die zahme FSK 16 Freigabe in Deutschland erklärt. Dafür gefallen die straighte Geschichte und der neuentdeckte Humor durchweg.

06 von 10

Die deutsche DVD / Blu-ray erscheint am 4. März 2020 von Tiberius Film / Sunfilm. Uncut mit einer passigen FSK 16 Freigabe. Die Review basiert auf der Code 1 Scheibe zum Film. Diese ist R Rated, uncut und hat neben einem Audiokommentar auch ein Making Of zum Film in petto.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Sunfilm / Tiberius Film__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu-ray/DVD: Ja/Ja

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