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Viper – Ein Ex-Cop räumt auf

Originaltitel: Bad Blood__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1994__Regie: Tibor Takács__Darsteller: Lorenzo Lamas, Frankie Thorn, Hank Cheyne, Joe Son, Kimberly Kates, John P. Ryan, Sigal Diamant, Cole S. McKay, Stan Yale, Tom Bloom, Beau Starr u.a.
Viper

Der beste Actionkracher mit Lorenzo Lamas: “Viper – Ein Ex-Cop räumt auf”!

Lorenzo Lamas, der mit Filmen wie „Snake Eater“ zum Actionhelden aufstieg, hat in seiner Karriere doch häufig mehr unterdurchschnittliche Actionfilme abgeliefert als brauchbare Actionkost. Jedoch beweist er hier, dass er häufig zu Unrecht in die untere Actionecke gedrückt wurde. Dies ist nicht zuletzt Tibor Takács zu verdanken, der dem Actionfan kein unbekannter sein dürfte, da er einige Filme mit Mark Dacascos („Sabotage“) drehte. Tibor Takács schafft es bei „Viper – Ein Ex-Cop räumt auf“ mit einem Drehbuch, das wohl eher für einen Erotikfilm auf Vox gedacht war, einen richtig harten Actionfilm zu schaffen, in dem nicht nur Lorenzo Lamas glänzt.

Lorenzo Lamas verkörpert in „Viper – Ein Ex-Cop räumt auf“ den Ex-Cop Travis Blackstone, der einst für seinen kleinen Bruder ins Gefängnis ging und heute ein beschauliches Leben mit seiner Freundin Lindee (Kimberly Kates) führt. Bis eines Tages Rhonda (Frankie Thorn) auftaucht und ihn bittet, seinem kleinen Bruder abermals zu helfen. Der hat nämlich dem bösen Drogendealer Chang (Joe Son) 5 Millionen Dollar geklaut, die jener nun zurück haben will.

Wie, gesagt die Story gibt nicht viel her und überrascht auch wirklich keinen. Die Geschichte wird durch ein paar Sexszenen erweitert, jedoch nicht vorangetrieben. Des Weiteren fehlt dem Film einfach Spannung. Hier ist der Plot wirklich nur Mittel zum Zweck, um Actionszene an Actionszene zu reihen. Längen treten bei der Laufzeit von gut 90 Minuten kaum auf, da eigentlich immer etwas los ist und jemand kalt gemacht wird.

Schauspielerisch gibt es auch keine Glanzleistungen zu verbuchen, da keiner über ein mittleres B-Niveau hinauskommt. Fehlende One Liner seitens des Helden lassen auch Lamas recht blass wirken. Einzig und allein optisch können ein paar der Mädels punkten, da es die eine oder andere „Oben ohne“ Szene gibt, was jedoch nicht über die schlechten Darstellerleistungen hinwegtäuscht. Einzig und allein der Bösewicht und Ultimate Fighting Champion Joe Son darf herrlich böse sein und auch mal den einen oder anderen Spruch zum Besten geben.

Der Score wirkt genau so blass wie die Darsteller und tritt selten in imposanter Form in Erscheinung, so dass man das Gefühl hat, dass es gar keinen Score gäbe. Die Klänge bleiben zurückhaltend und wirken teils deplaziert. Das dann auch noch ein Shootout mit grauenhafter Musik unterlegt wurde, grenzt schon an ein Verbrechen, da gerade die Shootouts doch das Highlight des Films sind.

Nun aber zu dem wohl wichtigsten Teil eines B-Acionfilms, dem Actionpart. Hier gibt es rein gar nichts zu meckern. Tibor Takács hat alles richtig gemacht. Der Film bietet alles, was der Genrefan sich wünscht. Blutige Shootouts in Zeitlupe, die zudem noch wunderschön choreographiert sind, harte Martial Arts Fights, bei denen auch schonmal ein Metallrohr seinen Weg durch den Bauch des Feindes findet sowie einige nette Explosionen, die zumeist dafür sorgen, dass die Bad Guys gepaart mit ein paar „Flamable“ Fässern durch die Luft gewirbelt werden. Die Shootouts sind zahlreich und hart, es gibt wohl keinen Treffer in dem Film, der nicht blutig geraten ist und das bei einem enorm hohen Bodycount. Das weiß dem geneigtem Fan zu gefallen. Der Höhepunkt des Film ist ganz klar der Showdown in der Lagerhalle, bei dem Tibor Takács eiskalt bei anderen Genrevertretern wie „Barret“ und „Hard Target“ geklaut hat. Aber was ist daran so schlimm, wenn man gute Ideen klaut und sie dann auch noch klasse umsetzt. Lamas darf mit allerlei Spielzeug rumballern: Ob nun mit zwei Pistolen in der Hand, mit Schrotflinten oder Maschinenpistolen. Das Ergebnis ist immer dasselbe: Viele tote Bad Guys mit einem hohen Blutzoll. Was etwas aus dem Rahmen dieses grandiosen Actionfeuerwerks fällt, sind die teilweise unnötigen Tötungen von Unbeteiligten. Da wird ein Alt Hippie mit nem Hammer erschlagen, ohne dass dies auch nur ansatzweise Sinn macht. Jedoch trüben diese Momente den Actionanteil nicht und man hat nach 90 Minuten Lamas on Tour wirklich nicht das Gefühl, dass man Lebenszeit verschwendet hätte.

Trotz einiger Schwächen kann man „Viper – Ein Ex-Cop räumt auf“ jedem Actionfan uneingeschränkt empfehlen, da die Action wirklich fulminant ist und in jedem Punkt überzeugen kann. Und was will der Actionfan mehr, als maximal unterhalten zu werden. Dies gelingt dem Film auch voll und ganz und über die Schwächen von Darstellern und Drehbuch kann man getrost hinwegsehen, da es in erster Linie um harte, gut durch choreographierte Action geht, die einem hier geboten wird.

Ich kann jedem nur die UK DVD ans Herz legen, da diese auf der Unrated Version aus Amerika beruht und sich vollkommen uncut präsentiert. Nachdem alle deutschen Fassungen bisher rabiat verstümmelt waren, hat Shamrock Media den Streifen nun endlich ungeschnitten und ungeprüft nach Deutschland gebracht!

© Joker6686

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