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Warrior Angels

Originaltitel: Warrior Angels__Herstellungsland: Irland, Litauen, USA__Erscheinungsjahr: 2002__Regie: Byron W. Thompson__Darsteller: Arnold Vosloo, Charlotte Avery, Nick Brading, Molly Culver, Rutger Hauer, Kristina Kaubryte, Sander Kolosov, Vaidotas Martinaitis, Joanna Pacula, Geoff Parish, Greg Scopino u.a.
Warrior Angels

Rutger Hauer gibt den Lump in “Warrior Angels”

Zur Zeit der dritten Kreuzzüge gen Jerusalem befindet sich unter den Kreuzrittern auch eine Frau namens Elizabeth. Eine Furie am Schwert, einst eingesprungen für ihren kranken Vater. Doch bei einer Schlacht wird sie schwer verletzt und darf in die Heimat zurückkehren. Hier muss sie feststellen, dass marodierende Adlige die Abwesenheit von König Löwenherz genutzt haben, um ordentlich Chaos und Elend im Land zu verbreiten. Eines der Opfer: Elizabeths Vater. Und mehr noch, ihr Sohn Peter wurde entführt von einem ruchlosen Adligen namens Grekkor.

Natürlich bricht die wehrhafte Dame auf, ihren Sohn zu befreien. Auf dem Weg zu Grekkor begegnet sie anderen starken Frauen: Einer Jägerin, einer Zigeunerin und einer Hure. Alle schließen sich Elizabeth an, um ihr zu helfen, Grekkor zu stürzen. Der versucht derweil, Peter als seinen Sohn aufzuziehen und scheint damit Erfolg zu haben … hat der doch seine Mutter bereits vergessen …

„Warrior Angels“ versucht uns einen vom englischen Lump zu erzählen, der von einer holden Kriegerin gestürzt werden soll. Leider sehen der Lump und seine Anhänger allesamt aus wie Tartaren oder ähnliche osteuropäische Stämme und auch die Heldin und ihre Freundinnen sehen eher wie osteuropäische Supermodels und weniger wie englische Hackfressen aus. Die Natur und die Pappschlösserchen des Filmes muten irgendwie auch an, als würde da „Made in Ostblock“ dranstehen. Und wirklich, gedreht wurde in Litauen, was einiges erklärt, während des „Filmgenusses“ aber ordentlich Atmosphärepunkte kostet und ziemlich billig ausschaut.

Ein weiterer Punkt, der einen nicht in den Film hineinfinden lässt, sind die teils ziemlich miesen Darstellerleistungen. Insbesondere Hauptdarstellerin Joanna Pacula (drehte schon „Sobibor“ mit Rutger Hauer) wirkt doch heillos überfordert von ihrer Übermutterrolle. Und warum man zwischen den so grundverschiedenen Ladys um Elizabeth nicht ein wenig Humor aufblitzen lässt oder zumindest eine interessantere Gruppendynamik etabliert, man weiß es nicht. Warum die Frauen Elizabeth helfen, erfährt man auch nie. Was umso schlimmer ist, da sich der Darsteller vom kleinen Peter als schwächstes Glied in der Schauspieltruppe erweist und so nie klar wird, warum irgendwer ein Interesse daran haben sollte, dass dieses Nervgör überhaupt von irgendwem gerettet wird. So bleibt einem die ganze Grundgeschichte herzlich egal und es schleichen sich doch einige empfindliche Längen ein.

Zumindest sieht es auf Seiten der Bösewichter etwas besser aus. Zwar wirkt Arnold Vosloo als Vasall Grekkors wenig motiviert, doch er bringt schon etwas Glanz in die Hütte. Vom Grekkor Darsteller Rutger Hauer ganz zu schweigen. Mit irritierendem Ziegenbart gibt er einen formidablen Lump, der beständig zwischen unberechenbar und erstaunlich ehrenvoll hin und herswitcht und mit seinen strahlend blauen Funkelaugen einige eiskalte Blicke abfeuert. Um ihn ist es wirklich schade, denn „Warrior Angels“, dessen deutsche Fassung mit einem seltsam bekloppten Fantasycover wirbt, hat ihn gar nicht verdient. Zu kraftlos ist die vor allem gegen Ende breit ausgewalzte Action (die FSK 16 Freigabe ist eher ein Lacher), zu billig der Look, zu langweilig die Musik, zu nichtssagend die gesamte Geschichte und zu unfähig Regie, Editor und Darstellerschar.

Was bleibt ist ein ernüchterndes Filmerlebnis, das gerne epische Züge hätte, jene aber schon beim billigen Vorspann in die Tonne kloppt. Die Heldin des Filmes sieht erschreckend alt aus, ihre Gefährtinnen werden zu wenig gefordert, der zu rettende Sohn ist eine Rotzgöre und nur der Oberböse im Film macht wirklich Spaß. Und selbst das – also Rutger Hauers süffisantes Spiel – ist kein Grund, sich dieses storybefreite, spannungsarme und billige „Bad Girls“ im 12. Jahrhundert reinzuziehen.

Die deutsche DVD kommt von Eurovideo und ist mit einer FSK 16 uncut.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Eurovideo__FSK Freigabe: ab 16__Geschnitten:Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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