Wir zelebrieren Actionfilme, die rocken!

Wir feiern den Actionfilm!

Die ersten Helden des Actionfilmes: Mimisch reduzierte Muskelberge

Eines Tages preschte ein Film in die Kinos, der einen neuen Typus des Schauspielers saloonfähig machen sollte. Mimisches Talent und schauspielerische Fähigkeiten im Allgemeinen traten in den Hintergrund zugunsten testosterongeschwängerter Muskelberge mit mehr als markanten Gesichtszügen. Nein, hübsch war der neue Prototyp des idealen Schauspielers bei weitem nicht und auch zu hundert Prozent nicht wirklich schreikrampfbekommteeniegirliekompatibel. Zum Glück! Ihr ahnt es sicher schon. Der Film ist natürlich “Conan der Barbar” und der Schauspieler Arnold Schwarzenegger. Der ehemalige Mr. Universum musste für diesen Film sogar gezielt Muskeln abbauen, um die Bewegungen während der Schwertkampfszenen überhaupt absolvieren zu können.

Und Schwarzenegger war erst der Anfang. Denn seinem Vorbild folgten bald viele nach. So hatte Sylvester Stallone mit “Rocky” zwar schon vor Schwarzenegger einen Superhit gelandet, nur präsentierte er sich in “Rocky” und der Fortsetzung eher fleischig denn muskulös. Nach “Conan” änderte sich dies deutlich. Sly pumpte ebenfalls ordentlich und lancierte mit John Rambo einen weiteren Kultcharakter der frühen 80er Jahre. Stallone folgten einige nach. Er selber entdeckte Dolph Lundgren für “Rocky 4”. Chuck Norris prügelte sich vor allem erfolgreich durch die Videotheken. Chuck Norris wiederum verdanken Jean Claude van Damme und Michael Dudikoff ihren Einstieg ins größere Filmbizz. Bei van Damme war es tatsächlich einer seiner ersten Jobs in Hollywood als Stuntmen in “Missing in Action” und bei Michael Dudikoff sorgte die Absage von Chuck für “American Fighter” für den ultimativen Karriereschub.

All diese Schauspieler sind selbstverfreilich nicht bekannt für hochtrabende Dialoge oder tolle Darstellerleistungen, aber dies wollte damals auch keiner wirklich sehen. Bezeichnend ist die legendäre Geschichte, als van Damme bei dem Produzenten von “Bloodsport” auf den Schreibtisch sprang und da seinen unverwechselbaren Spagat hinlegte, was ihm seinen Durchbruch bescheren sollte. Die Leute geiferten nach neuen immer härteren Actionfilmen und Erfolg reihte sich an Erfolg.

Sogar die Titelseiten von großen Kinozeitungen wurden bald von den Konterfeis von Stallone, van Damme, Lundgren und Konsorten geziert. Jeder neue Actionfilm wurde gefeiert und gehyped wie heute ein Multimillionendollarblockbuster. Doch irgendwann war es einfach too much. Der Markt war übersättigt und die Zahlen brachen vor allem Ende der 80er wieder deutlich ein, weshalb sich zum Beispiel ein Arnold Schwarzenegger vermehrt in für ihn untypischen Komödien versuchte – und sogar überzeugte! Dennoch darbte der Actionfilm vor sich hin.

Der harte Actionfilm der 90er Jahre und andere Actioneskapaden

Zu Beginn der 90er konnte Warner mit diversen brettharten Actionfilmen in Folge beachtenswerte Zahlen einfahren und eine Renaissance des harten Actionfilmes setzte ein. Vorreiter dieser neuen ultraharten Actionfilmwelle wurde Steven Seagal, der mit jeder neuen Produktion die Limits weiter nach oben schraubte. In seinen Filmen wurde verhackstückt und gemetzelt, dass selbst erprobten Actionfans der Mund sperrangelweit offen stand. Es folgten einige der härtesten Actionfilme überhaupt, in denen alles erlaubt zu sein schien. “Last Boy Scout”, “Stone Cold”, “Geballte Ladung”, “Universal Soldier”, “Zum Töten freigegeben” und und und. Die Pace für den folgenden Actionfilme wurde immer höher geschraubt.

Doch in den 90ern fand insbesondere durch die “Lethal Weapon” Fortsetzungen eine weitere Umorientierung statt, die insbesondere mit einem Namen verbunden war: Joel Silver. Jetzt gehörte es zum guten Ton, dass pro Film mindestens ein Haus weggesprengt wurde und dem Humor eine immer größere Rolle zukam. Eskapismus wurde insbesondere im Kinobereich zum neuen Zauberwort. Die Budgets explodierten und der Niedergang des sich gerade erholenden altmodischen Actionfilmes setzte zunehmend ein. Auch das Publikum orientierte sich vermehrt um und schielte vor allem in den asiatischen Raum, wo der Heroic Bloodshed grassierte und in “Hard Boiled” seinen ultimativen Höhepunkt fand.

Der moderne Actionfilm und die Wackelkamera

In Hollywood selber folgte die Beerdigung des 80er und 90er Actionfilmes ironischerweise mit einem der besten Actionkracher überhaupt: “The Rock”. Ein Film, bei dem sein Macher Michael Bay heute selber zugibt, dass er es hinsichtlich Schnittmenge und Kameragewackel ab und zu mehr als nur übertrieben hat. Neben Bay sollten weitere ehemalige Werbe- und Videoclipregisseure in das Filmbusiness drängen und den Actionfilm grundlegend zu dem machen, was er heute ist … ein Schatten seiner selbst.

Dem Actionfilm der 80er und 90er Jahre wollen wir mit dieser Seite ein Denkmal setzen! Dahingehend wollen wir so viele Filme wie möglich aus dieser Epoche vorstellen, die wichtigsten Darsteller in den Fokus rücken und all ihre Filme (auch ihre heutigen, eventuell sogar vollkommen actionfreien Filme) kritisieren, um zu zeigen, was mit ihnen nach dem Niedergang des Actionfilmes passiert ist. Dies wird den Hauptteil der Seite ausmachen. Dabei wollen wir das Projekt durchaus nicht allzu verbissen angehen. Wir wissen, womit wir es zu tun haben und werden hier ganz sicher keine sauertöpfische Abhandlung zu einem der besten Genres überhaupt abfeiern.

Also: Viel Spaß!!!

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