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Wolvesbayne

Originaltitel: Wolvesbayne__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2009__Regie: Griff Furst__Darsteller: Jeremy London, Christy Carlson Romano, Yancy Butler, Mark Dacascos, Rhett Giles, Stephanie Honore, Sarah Ann Schultz, David Jensen, Leigh Scott, Billy Slaughter u.a.
Wolvesbayne

Mark Dacascos als Vampir in “Wolvesbayne”

Russell Bayne, ein Immobilienhai, versucht aktuell eine junge Dame aus ihrem leicht esoterisch angehauchten Laden zu drängeln, als selbige sich ihm gegenüber seltsam verhält. Eilig verlässt Russell den Laden und fährt gen Heimat, als er von einer jungen Frau angehalten wird. Sie habe ein Tier überfahren. Russell glaubt der hysterischen Dame kein Wort, ruft aber Hilfe für sie und will gerade weiterfahren, als das “Tier” die Dame anfällt und auch Russell verletzt. Der wacht kurz darauf im Krankenhaus auf und entlässt sich schnell selbst, muss aber bald feststellen, dass mit ihm etwas so gar nicht stimmt. Da er glaubt, die Ladeninhaberin habe ihn mit ihrem Gehabe verflucht, stellt er sie zur Rede und erfährt, dass er bei der Attacke durch das “Tier” zum Werwolf gewandelt wurde! Und als wäre dies nicht genug, ist eine Abordnung von Vampiren hinter Russell her! Diese sind auf Geheiß ihres Chefs Van Griem auf der Jagd nach Amuletten, die die Essenz der ersten Vampirin überhaupt enthalten und die Van Griem wiedererwecken will, um die Menschheit zu unterwerfen. Nun muss Russell herausfinden, wie er das Tier in sich zähmen soll und was zum Teufel die Vampire ausgerechnet von ihm wollen.

Darauf von selbst zu kommen, ist nicht wirklich einfach, denn von Beginn an wirkt “Wolvesbayne” arg überladen mit Storyelementen, die man schon zigfach in anderen Filmen verbraten hat und die hier zusammengeführt kein wirklich rundes Erlebnis liefern. Zwar weiß man am Ende schon, wie der Hase läuft, genauso bleiben aber auch einige Fragen offen, da “Wolvesbayne” einige Storyelemente anschneidet, jene aber genauso schnell wieder fallen lässt, wie er sie aufgegriffen hat. Zumindest eines kann man “Wolvesbayne” dabei nicht unterstellen: Dass er langweilig wäre. Denn der Film ist beständig in Bewegung und versucht alles, um halbwegs schlüssig zu erklären, wer hier gerade mit wem und warum koaliert. Auch erklären sich seine Figuren mehr über ihre Handlungen als über weitschweifige Dialoge, was das Tempo auf einem rundweg ansprechenden Niveau hält. Einzig Spannung mag keine aufkommen, weil die ganze Chose beständig auf dem Niveau einer soliden aber nicht wirklich guten Buffyfolge bleibt.

Wolvesbayne

Die Heldenparty will Mark Dacascos an den Kragen.

Das gilt unisono für die gebotene Action und die aufgefahrenen Special Effects. Beide Elemente funktionieren, beide Elemente sind ganz hübsch anzusehen, beide Elemente sind aber weiß Gott nicht sonderlich spektakulär geraten. Dass vor allem die Action nicht sonderlich handfest geraten ist, enttäuscht vor allem, da der Vampirboss Van Griem von einem herrlich overactenden Mark Dacascos gegeben wird, der sichtlichen Spaß an seiner Rolle hat, aber eben actionmäßig nie so recht aufdrehen darf. Zwei oder drei schnelle Kicks, eine hübsche Schwertkampfeinlage im “Crying Freeman” Stil und das war es leider schon. Dafür überrascht Mark, der ja eine Zeit lang in Deutschland lebte, mit einigen deutschen Zeilen wie “Willst du mich am Arsch ficken?”. Die ANL Freunde freuen sich. Etwas misslungen ist Marks durchgängig eingesetzte Vampirmaske. Diese erinnert in ihrer Ausformung eher an einen Neandertaler. Bei den anderen Vampiren reichten dann die gewohnten Spitzzähne. In Sachen Werwolfmaskerade griff man auf “Man in a Suit” Effekte zurück, die durchweg funktionieren und teils sogar richtig detailverliebt daherkommen. Da ist es fast schade, dass der einzige richtig “verwandelte” Werwolf des Streifens nur zweimal in seiner ganzen Pracht zu sehen ist.

Wolvesbayne

So kennt man die Vampire … alles alte Luder!

Die anderen Darsteller neben Mark Dacascos schlagen sich durchweg gut. Jeremy London als Russell Bayne gefällt sogar richtig gut und kriegt die Kurve vom arroganten Arschloch zum Helden ziemlich gut hin und wirkt richtiggehend sympathisch. Als Jacob Van Helsing agiert ein ebenfalls sympathisch aufspielender Rhett Giles (eine Art “The Asylum” Regular) und den heißen Love Interest von Bayne gibt sexy Christy Romano (“Mirrors II”). Noch mehr drüber als Mark Dacascos ist dann Yancy Butler (“Harte Ziele”) als Urvampir Lilith. Allerdings überschreitet sie recht oft die schmale Linie in Richtung Peinlichkeit und ja … man sieht ihr ihre bewegte Vergangenheit inzwischen doch deutlich an.

Wolvesbayne

Hat sichtlichen Spaß an seiner Rolle: Mark Dacascos

Was bleibt, ist ein durchaus unterhaltsamer Streifen, der eine ordentliche Menge an Storyelementen durchaus überzeugend abarbeitet und so bis zum Ende die Interessekurve oben zu halten vermag. Leider kommt er niemals über solides TV Niveau hinaus. Die Optik ist teils ein wenig schäbig, die gelbgefilterten Nachtszenen nerven irgendwann nur noch, die uninspiriert eingebundenen Splitscreensequenzen machen null Sinn und auch ein schönerer Score hätte dem Streifen sicherlich geholfen. Dafür sind die Darsteller mit Spaß bei der Sache, sind die Effekte durchaus stimmig geraten, gibt es sogar ein paar milde Splattermomente (so eine hübsch überinszenierte Aderlassszene) und hätte vor allem der Showdown amtliches Potential gehabt, richtig gut durchzurocken. Leider verlor hier irgendwann irgendwer komplett den Überblick und so weiß man teils gar nicht, wer hier gerade aus welchem Grund auf wen ballert. War es Regisseur Griff Furst (den bereits “I am Omega” mit Mark Dacascos zusammenführte) zuvor noch gelungen, drei Actionsequenzen dank Parallelmontage zu einer großen zu verbinden, ohne dass die Übersicht litt, misslingt ihm das bei einer einzigen dann leider vollkommen. Und so bleibt dann sogar für unseren Mark ein wirklich cooles Finish bzw. ein geiler Schlussfight vollkommen aus. Ob die Luft aus dem Projekt raus war, man schnell fertig werden musste oder das Geld knapp wurde? Keine Ahnung, schade ist es in jedem Fall, denn so hätte aus dem Streifen durchaus eine grundsolide Sache werden können. So reicht es nur für knappe

In Sachen Veröffentlichungen sieht es aktuell noch ein wenig mau aus. Mir ist eine RC1 DVD bekannt und eine polnische DVD von Monolith Video, die diesem Review zugrunde lag. Die Bild- und Tonqualität gehen in Ordnung, die fest eingebrannten polnischen Untertitel nerven jedoch ein wenig.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: Monolith Video__FSK Freigabe: ??? (die Polen nehmen es da wohl net so genau)__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD in Deutschland: Nein/Nein

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Categorised in: Reviews, the Horror Pit

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