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World of Tomorrow

Originaltitel: Age of Tomorrow__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2014__Regie: James Kondelik__Darsteller: Kelly Hu, Robert Picardo, Laura Alexandra Ramos, Matt Mercer, Anthony Marks, Nick Stellate, Lane Townsend u.a.

Titelmäßig versucht sich „The Asylum“ – vor allem im Original – an den Tom Cruise Kracher „Edge of Tomorrow“ anzuhängen. Der fertige Film ist dann aber eher ein wilder Mix aus allen möglichen großen Sci-Fi-Filmen der letzten Jahre…

World of Tomorrow

Kelly Hu erblckt die “World of Tomorrow”

Ein gigantischer Asteroid rast auf die Erde zu. Trifft er sie, könnte es mit dem Leben auf unserem blauen Planeten vorbei sein. Captain Wheeler erhält darum den Auftrag, mit einem futuristischen Raumfahrtvehikel auf dem Gesteinsbrocken zu landen, ihn anzubohren und mittels Sprengung aus der Erdumlaufbahn zu lenken. Bis zum Anbohren des Asteroiden geht auch alles gut, doch dann müssen die Mannen um Wheeler bemerken, dass der Kern des Asteroiden eigentlich ein Alien-Mutterschiff ist! Und kaum ist man über diesen Fakt gestolpert, legen die Aliens auch schon mit der Invasion der Erde los und entführen zig Menschen via Wurmlochtechnologie auf ihren Planeten. Hier sind auch Wheeler und Co. gelandet, als sie versuchten, von dem Alien-Raumschiff herunter zu kommen. Auf dem Heimatplaneten der Aliens versuchen sie nun, der Lage Herr zu werden…

Parallel dazu steigt auf der Erde eine weitere Storyline, in deren Verlauf ein mutiger Feuerwehrmann versucht, seine Tochter vor den Invasoren zu schützen. Doch auch sie wird irgendwann auf den Planeten der Aliens entführt, weshalb auch der Feuerwehrmann gen Alien-Planet eilt, um sie zu retten. Das wird alles mit erstaunlichem Rumms und Tempo inszeniert. „The Asylum“ scheint inzwischen endlich erkannt zu haben, dass das viele Gequatsche zwischen den Spektakel-Szenen einfach nervt. Vielleicht wollte man aber auch einfach nur das Geld für die Dialogschreiber sparen und setzte stattdessen auf das simple „Aktion-Reaktion“-Schema.

Die darum gestrickte Story ist ein Best Of aus „Armageddon“, „Independence Day“, etwas „Stargate“ und auch ein bisschen „Predator“/„Alien“. Und wenn wir erfahren, dass die Alienrasse eine aussterbende Art ist, die von Planet zu Planet zieht, um ihn auszubeuten und sich noch ein wenig über die Runden zu retten, fühlt man sich auch ein wenig an die Necromonger in den Riddick-Streifen erinnert. Das Erstaunlichste ist, dass dieses wild zusammengeklaute Konglomerat durchaus ordentlich funktioniert. Problematisch ist nur, dass sich „World of Tomorrow“ einfach viel zu ernst nimmt. Weder das übertriebene Pathos noch der dumme Patriotismus werden irgendwie ironisch gebrochen. Auch die lancierten Helden sind leider nur langweilige Kleiderständer, die weder frotzeln können noch sarkastisch sind oder irgendwie Involvement auf Seiten des Zuschauers hervorrufen. Spannung verirrt sich demnach nie in den Film, das macht er selber aber mit Daueraction wieder wett.

Denn „World of Tomorrow“ ist immer in Bewegung. In gelbstichigen Bildern auf Mutter Erde und in cool farbverfälschten bzw. später überwiegend blaustichigen Bildern auf dem Planeten der Aliens. Die Optik wird zwar von glatt geleckten HD-Bildern dominiert, dafür funktionieren diesmal aber auch die meisten der Effekte richtig gut. Was auch daran liegt, dass man vor allem auf dem Alien-Planeten weitgehend mit gelungenen „Man in Suit“-Tricks hantiert. Und bei den restlichen Effekt-Szenen dreht es sich meist um Fluggeräte, die „Asylum“ inzwischen ziemlich gut drauf hat. Aussetzer gibt es vor allem bei diversen Feuereffekten zu beobachten.

Was bleibt, ist wirklich ordentlicher Sci-Fi-Trash aus der „The Asylum“ Schmiede. Gekonnt eingeflochtene Selbstironie und weniger pathetisches und patriotisches Gewäsch hätten den Film zur Speerspitze des Studio-Ausstoßes machen können. Ok, auch die Darsteller sind weitgehend ziemlich mies. Die bekannteren Namen gehören dabei Robert Picardo („Star Trek: Voyager“), der eine irritierend seltsame Motivationsrede vom Stapel lässt, die in der deutschen Synchro an längst vergangene Zeiten erinnert, und Kelly Hu („X-Men 2“), die als Wissenschaftlerin sexy Unfug von sich geben darf, ansonsten aber hinter einem beständig beschlagenen Raumfahrthelm kaum auszumachen ist. Beide reihen sich in das insgesamt eher bescheidene Schauspielniveau ein. Dafür stimmen das Tempo und die Actiondichte von „World of Tomorrow“. Der wilde Mix aus verschiedenen Story-Ingredienzien großer Blockbuster funktioniert ganz ordentlich und der kaltschnäuzige Umgang mit den Figuren (hier platzen diverse Schädel von Charakteren, deren Ableben man nun nicht zwingend erwartet hätte) und das mal etwas andere Ende wissen absolut zu gefallen. Und endlich wird die Tonspur eines Streifens von „The Asylum“ nicht ohne Ende zugequasselt. Danke dafür und immer weiter auf diesem eingeschlagenen Weg, der auch schon den Asylum-Trash “Battle of Los Angeles” ein Stück weit genießbarer gemacht hatte.

Die deutsche DVD/Blu-ray kommt von The Asylum/Starmovie und ist mit einer FSK 16 uncut. Neben einem Gag Reel und dem Originaltrailer zum Film findet man noch einen Bonusfilm auf der Blu-Ray: „Der Tag, an dem die Erde stillstand 2“. Wenn das nix ist!

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: The Asylum/Starmovie__FSK Freigabe: 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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