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Zum Teufel mit den Kohlen

Originaltitel: Brewster’s Millions__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1985__Regie: Walter Hill__Produktion: Joel Silver, Lawrence Gordon__Darsteller: Richard Pryor, John Candy, Lonette McKee, Stephen Collins, Jerry Orbach, Pat Hingle, Tova Feldshuh, Hume Cronyn, Joe Grifasi, Peter Jason, David White, Jerome Dempsey u.a.
Zum Teufel mit den Kohlen

Eine der vielen Kooperationen von Walter Hill und Joel Silver: „Zum Teufel mit den Kohlen“

Walter Hill („Bullet to the Head“) auf ungewohntem Komödienboden: „Brewster’s Millions“ war für ihn auch eher eine Auftragsarbeit, was man dem Film durchaus anmerkt.

Montgomery Brewster (Richard Pryor), genannt Monty, schlägt sich seit Jahren als professioneller Baseballspieler herum, doch in seinem Alter geht nicht mehr soviel: Er spielt für ein drittklassiges Team, hat in Spike Nolan (John Candy) einen Freund fürs Leben gefunden, doch mit der Gesamtsituation ist er unzufrieden. Das Signal ist klar: Monty ist einer von uns, einer aus dem Volk, denn bald kommt ja die dolle Chance um die Ecke und wir sollen drüber nachdenken, was wir in der Situation tun würden.

Tatsächlich hinterlässt ein bisher unbekannter, jüngst verstorbener Großvater Monty ein Vermögen von 300 Millionen, unter einer Bedingung: Monty muss innerhalb von 30 Tagen Millionen auf den Kopp hauen…

Damit ein solches Plotkonstrukt funktioniert und nebenher eine Herausforderung für den Protagonisten darstellt, gibt es natürlich einen Batzen Regeln mit auf den Weg, z.B. dass Monty nur einen Teil spenden darf, nur einen Teil verspielen und nichts verschenken, was „Brewster’s Millions“ immerhin die Möglichkeit gibt Hume Cronyn („Die 12 Geschworenen“) einen Gastauftritt zu schenken, der als Großvater posthum via Video noch mal eine richtige Tirade ablassen darf – einer der witzigsten Momente des Films.

Zum Teufel mit den Kohlen

Montgomery Brewster (Richard Pryor) und Angela Drake (Lonette McKee) kommen sich näher

Denn Richard Pryor („Der Spielgefährte“) kaut einzig und allein das Image des hyperaktiven schwarzen Comedians wieder, aber wen wundert es, denn zur Entstehungszeit des Films waren Eddie Murphy und sein Gebaren gerade extrem angesagt. John Candy („Zwei unter Volldampf“) gibt mal wieder den netten Moppel mit dem Herz aus Gold und der etwas losen Schnauze, also ebenfalls business as usual. Da hilft Lonette McKee („Cotton Club“) als blasses Anhängsel von Love Interest nicht wirklich, eher im Gegenteil, ähnlich wie die auf extra schmierig gebürsteten Darsteller der Kapitalistenfieslinge.

Hauptproblem ist jedoch, dass sich „Brewster’s Millions“ von vorn bis hinten wie Patchworkarbeit anfühlt: Ähnlich wie der Held bei der Suche nach neuen Möglichkeiten zum Geldausgeben von Hölzchen auf Stöckchen kommt, so wechselt der Plot andauernd die Richtungen, versucht sich mal eher als Komödie mit ungewohnter Prämisse, dann wieder als Politsatire, wenn Monty in die Politik geht, um Geld beim Wahlkampf auf den Kopf zu kloppen. Eine klare Linie sucht man da vergebens und tatsächlich scheint den Autoren so wenig eingefallen, dass direkt nach dem guten Ausgang der Geschichte und der Bestrafung der Raffzähne direkt den Abspann runterrattern lässt – für einen Ausklang hat es dann nicht mehr gereicht.

Das klingt jetzt nach einem mauen Film, aber dank des überraschend guten Comedy-Timings ist „Brewster’s Millions“ passagenweise echt witzig, gerade in jenen Szenen, in denen Monty versucht sein Geld durch Schwachsinnsaktionen auf den Kopf zu hauen – und dabei Gewinn macht. Sicher, es steckt nicht mehr dahinter als die übliche Zappelphilipptour, aber Hill besitzt das nötige Gespür, um aus den sich wiederholenden Gags noch das Maximum an Komik herauszuholen.

Diesem Gespür für Witz ist es dank auch zu verdanken, dass das biedere Moralmärchen sich noch im Mittelfeld platzieren kann, mehr als Routine für alle Beteiligten ist „Brewster’s Millions“ nicht.

Die deutsche DVD des Films kommt von Universal, bietet als Extra lediglich den Trailer zum Film und ist außerdem noch im falschen Bildformat, nämlich Vollbild. Das Originalformat ist 1,85:1.

© Nils Bothmann (McClane)

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Copyright aller Filmbilder/Label: Universal__FSK Freigabe: ab 6__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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