| Originaltitel: Scared Shitless__Herstellungsland: Kanada__Erscheinungsjahr: 2024__Regie: Vivieno Caldinelli__Darsteller: Steven Ogg, Daniel Doheny, Chelsea Clark, Mark McKinney, Julian Richings, Marty Adams, Marcia Bennett, Brynn Godenir, Donald Tripe u.a. |

„Scared Shitless“ zeigt, weshalb der Deckel immer runtergeklappt sein sollte!
Nach dem plötzlichen Tod seiner Ehefrau hat Klempner Don Sohnemann Sonny alleine groß gezogen. Der hat in dieser Zeit einige seltsame Marotten entwickelt. Über allem steht eine extreme Panik vor Keimen. Da sich Sonny immer mehr daheim einigelt, plant Don eine Konfrontationstherapie. Er nimmt seinen Sohn eines Abends einfach auf einen Arbeitseinsatz mit. Das Herumwühlen in verstopften Klos wird Sonny gut tun – glaubt Don.
Auf beide wartet ein Einsatz in einem Wohnkomplex. Während die beiden die verstopfte Toilette der netten Mrs. Applebaum reparieren, verliert ein Mann in einer Nachbarwohnung die Kontrolle über seine Schöpfung. Ein eigenartiges Wesen fällt den Wissenschaftler an und verschwindet hernach in dessen Toilette. Und es bahnt sich seinen Weg durch die Abwasserrohre, um andere Bewohner des Wohnkomplexes in besonders intimen Momenten zu killen.
Als Sonny und Don in einem Rohr einen abgebissenen Penis und zig seltsame Eier finden, ahnen sie, dass der Abend alles andere als ruhig verlaufen wird.
Einmal kräftig spülen bitte!
Selten hat man in einem Film häufiger in fremde Toiletten geschaut als in „Scared Shitless“. Was freilich auch damit zu tun hat, dass man bislang – von den Super-Mario-Filmen abgesehen – eher selten auf einen Klempner als Helden getroffen ist. Dieser wird von Steven Ogg („V/H/S/99“) mit viel Spielfreude und dem ein oder anderen Dad-Joke zum überzeugenden Leben erweckt. Und da Ogg mit seinem Filmsohnemann Sonny, stark gespielt von Daniel Doheny, prächtig harmoniert, kann der Film auf ein überzeugendes Heldenpaar zurückgreifen.
Das schraubt sich durch einen zunehmend absurder werdenden Streifen, der sich selbst nie zu ernst nimmt und Spaß hat, seine Helden in die Scheiße zu reiten. Dabei wird man im Übrigen von Fäkalszenen beinahe rundweg verschont. Stattdessen dürfen wir nun dabei zu sehen, wie sich das fiese Wesen des Streifens von unten an männliche Testikel heranpirscht, Köpfe von den Schultern beißt oder ganze Menschlein blutspritzend in den viel zu engen Abfluss zerrt.

Klempner Don hat da was im Klo gefunden.
Das sieht alles klasse aus, wurde von Effektspezialist Steven Kostanski („Deathstalker“) durchgehend handmade umgesetzt und vereint gekonnt Blutgematsche mit witzigen Ideen. Das einzige, was man Kostanski vorwerfen kann, ist, dass das Design der Kreatur nicht sonderlich aufsehenerregend gerät. Freilich wird das Design durch den bevorzugten Lebensraum des Monsters – Abflussrohre – sehr limitiert, mehr als ein Handpuppenwurm hätte aber dennoch herauskommen dürfen.
Auch abseits des Gesplatters überzeugt die technische Umsetzung. Dabei spielt der Film fast durchgehend in dem Wohnkomplex und hat somit außer Wohnungen und Kellergängen nicht viele Schauplätze zu bieten. Diese funktionieren für die knackig kurze Laufzeit von 74 Minuten aber rundweg. Zudem setzt Regisseur Vivieno Caldinelli auf eine natürliche, leicht ins erdige tendierende Farbgebung. Eine Wohltat im Vergleich zu vielen aktuellen, schäbig farbkorrigierten B-Streifen.

Im Land der Raketenwürmer?
Des Weiteren weht immer ein Hauch 80s durch den Streifen. Auch dank der synthielastigen musikalischen Untermalung durch die Band Blitz//Berlin, mit denen „Scared Shitless“-Produzent und -Special-Effects-Maestro Steven Kostanski auch in seinen eigenen Filmen gerne zusammenarbeitet. Zu den Soundteppichen der Band gesellen sich zudem ein paar sehr eingängige Songs. Im Übrigen brachte Kostanski auch Ausschnitte aus seinem „Manborg“ im Film unter. Der Mann weiß, wie man Werbung für sich macht.
„Scared Shitless“ bietet nette Creature-Feature-Kost
Rundweg sympathische, gut gespielte Figuren, ein munteres Erzähltempo, netter Humor, amtlich 80s-Vibes und ein paar feine, handgemachte Splattereinlagen machen aus „Scared Shitless“ ziemlich gelungene, sich selbst nie zu ernst nehmende Funsplatter-Unterhaltung. Aufgrund der Prämisse überrascht, wie wenig der Streifen auf echten Ekel setzt und wie selten der Humor in die Fäkalrichtung tendiert.
Was dem Film fehlt, ist der Mut zur finalen Eskalation. Der Showdown bleibt viel zu verhalten und klein skaliert. Der Kampf mit der Kreatur packt nicht und verläuft auch viel zu reibungslos. So wird man leider ein wenig unterwältigt aus dem Film geworfen, was sich dann leider auch auf den Gesamteindruck auswirkt.
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Der Film erscheint am 16. Oktober 2026 von Lighthouse Home Entertainment auf DVD, Blu-ray und im Mediabook. Er hat ungeschnitten eine Freigabe ab 16 erhalten. Ihr könnt den filmgewordenen Klowitz auch streamen.
In diesem Sinne:
freeman
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| Copyright aller Filmbilder/Label: Lighthouse Home Entertainment__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja |





