Wir zelebrieren Actionfilme, die rocken!

V/H/S/Halloween

Originaltitel: V/H/S/Halloween__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2025__Regie: Casper Kelly, Bryan M. Ferguson, R.H. Norman + Micheline Pitt-Norman, Alex Ross Perry, Paco Plaza, Anna Zlokovic__Darsteller: Lawson Greyson, Sarah Nicklin, Jenna Hogan, Sean Berube, Riley Nottingham, Lily Speiser, Isabella Feliciana, Stephen Gurewitz, Adam Carr, Samantha Cochran, Hallie Ruth Jacobs u.a.
V/H/S/Halloween DVD Cover

„V/H/S/Halloween“ bietet neue Horrorkurzfilme zum Thema Halloween.

Mit ihren neuesten Vertretern „V/H/S/85“, „V/H/S/94“, „V/H/S/99“ und „V/H/S/Beyond“ konnte sich die „V/H/S“-Kurzfilmreihe zum teils erstaunlich überzeugenden Spielplatz neuer Horrortalente aufschwingen und zahlreiche neue Fans für sich gewinnen. Mit „V/H/S/Halloween“ steht nun ein neuer Streich in den Startlöchern, der im Übrigen demnächst von „V/H/S/Mixtape“ gefolgt wird. Es sieht also gut aus für Fans kleiner Found-Footage-Horror-Happen. Und damit zu „V/H/S/Halloween“, in dem das titelgebende Gruselfest den thematischen Rahmen stellt.

Schaut in die Anthologie hinein

Die Rahmenhandlung von „V/H/S/Halloween“: Diet Phantasma

Das wunderliche Unternehmen Octagon will pünktlich an Halloween eine neue Limonade in die Ladenregale bringen. Aus Geistern sei diese gemacht worden. Dass mit der Limo tatsächlich etwas nicht stimmt, erfahren wir in der Rahmenhandlung von „V/H/S/Halloween“, denn Wissenschaftler lassen hier diverse Probanden die Limonade testen. Mit teils furios tödlichen Folgen.

„Diet Phantasma“ von Regisseur Bryan M. Ferguson ist der pure Grind. Immer wieder passiert dasselbe. Wissenschaftler schauen durch einen einseitig durchsichtigen Spiegel auf Testpersonen, die die titelgebende Limonade trinken. Danach sterben die Tester auf teils extrem blutige Art und Weise. Wo der Versuchsaufbau hinführen soll und was der Zweck dahinter ist, erfährt man nie. Die im 4:3-Format gereichte Rahmenhandlung hingegen soll einfach nur den Bodycount hochdrehen und tut genau dies. Das ist leider sogar in den Todesarten extrem repetitiv und irgendwann nicht mehr lustig. Nicht einmal der Schlussgag funktioniert.

Coochie Coochie Coo

Die Wege der beiden Teenager Kaleigh und Lacie werden sich aufgrund unterschiedlicher Lebensentwürfe bald trennen. Gemeinsam wollen sie ein letztes Mal Halloween feiern. Sie starten mit dem Sammeln von Süßigkeiten in den Abend. Hierbei landen sie alsbald an einem gruselig wirkenden Haus. Deren Einwohner locken sie clever in ihr Heim. In selbigem erleben die beiden jungen Damen eine wahre Horrornacht.

„Coochie Coochie Coo“ von Regisseurin Anna Zlokovic macht in einigen Punkten verdammt viel richtig. Das Spukhaus ist von innen wahrlich der pure Horror: abgerissen, runtergerockt, richtig dreckig und verdammt finster. Entsprechend wird die alles im 16:9-Format filmende Kamera auch glaubhaft verortet, stellt sie doch die einzige Lichtquelle für Kaleigh und Lacie dar. Auch die in dem Haus lebenden Gestalten sind herrlich creepy umgesetzt und könnten ordentlich Gruselstimmung aufkommen lassen. Leider aber sind die beiden Hauptfiguren einfach nur extrem nervig und unsympathisch und so wünscht man ihnen kaum mehr als die Pest an den Hals. Und da die beiden sich auch noch urst unlogisch verhalten, ist man nie in der blutleeren Story drin. Entsprechend beschwert man sich auch nicht weiter über die schwache Auflösung inklusive lahmer Pointe.

Ut Supra Sic Infra

Im Haus einer Frau, die sich einst als Medium betätigte, hat an Halloween ein wahres Blutbad stattgefunden. Enric stellt sich daraufhin freiwillig und gesteht die Bluttat. Doch die Polizei hat Zweifel, dass der schmächtige Kerl seine Freunde derart bestialisch zugerichtet haben könnte. Sie führen mit ihm eine mittels Kamera begleitete Tatortbegehung durch, um seine Aussage auf deren Wahrheitsgehalt hin zu untersuchen. Als aus dem Nichts ein Telefon inmitten eines seltsamen Raumes auftaucht, bricht die Hölle los.

Paco Plaza, der Regisseur der ersten drei [REC]-Filme, kann nach der vergurkten ersten Episode das Niveau deutlich anheben. Seine Story kommt in verschiedensten Videoformaten daher, ist cool gefilmt und kann Vergangenheit und Gegenwart klug miteinander verschachteln. Das sorgt für eine dichte Erzählung, die auf zwei Zeitebenen auf die Lösung zuarbeitet. Diese wird zudem optisch äußerst spannend gereicht, spielt sie doch mit dem Titel der Episode, der auf Deutsch „Wie oben, so unten“ bedeutet. Leider bleiben nach dem Finish viel zu viele Fragen offen und wie bei der Vorgängerepisode bleibt der Splatter-Wasserhahn auch hier zugedreht.

Fun Size

Vier Freunde kommen von einer Halloween-Party. Eine der Damen der beiden Paare hat noch nicht genug und will, wie in ihrer Kindheit, noch ein paar Süßigkeiten sammeln. Die anderen drei stimmen zu und bald steht man vor einem Haus mit einem Behältnis voller seltsam unbekannter Süßigkeiten. Dazu ein Zettel, der anmahnt, dass jeder nur einmal zugreifen dürfe. Als einer der Freunde trotzdem zwei Mal in das Behältnis greift, wird er in die Schüssel hineingezogen. Und die anderen drei Freunde gleich mit. Sie landen in einer eigentümlichen Fabrik und ahnen, dass ihr letztes Stündlein geschlagen hat.

Regisseur Casper Kelly ist vor allem für sein Mitwirken am Drehbuch des Nicolas-Cage-Albtraumes „Mandy“ bekannt. Seine „Fun Size“ getaufte Episode gibt sich ebenfalls verrückt und erinnert an eine fiese Version der Willy-Wonka-Storys/Verfilmungen. Denn auch hier lernen die Hauptfiguren, wie und von wem spezielle Süßigkeiten hergestellt werden. Das sorgt für ein paar seltsame und verrückte Bilder. Etwa wenn sich die Helden der Episode gegen Angreifer wehren und aus deren Wunden Süßigkeiten statt Blut hervor sprudeln. Derweil erwischt es die Helden durchaus blutig. Insgesamt könnte die im 16:9-Format gereichte Episode aber deutlich witziger sein. Zumindest hat sie einen coolen Gag rund um die Gegenwart der alles filmenden Kameras, sind zwei der Protagonisten doch als Found-Footage-Filmer verkleidet, die mehr als nur eine Kamera am Start haben.

Kidprint

In einer kleinen Stadt verschwinden seit einiger Zeit Kinder. Der Betreiber eines Elektronikladens macht sich die schwelende Angst zunutze. Er erstellt für besorgte Eltern kleine Videoclips der Kinder, damit sie diese im Fall der Fälle der Polizei für deren Ermittlungen zur Verfügung stellen können. Am Tage des alljährlichen Halloweenfestes wird erneut ein Mädchen entführt. Der Elektronikladenbesitzer wird gebeten, dass Video der Kleinen schnellstmöglich zur Verfügung zu stellen. Entsprechend eilt der in sein Geschäft, um das Band zu suchen. Doch genau das hätte er an diesem Tag mal lieber sein lassen.

„Kidprint“ wurde von Alex Ross Perry inszeniert und kommt als reinrassige Serienkillerstory daher. Die hat ein paar sehr intensive Mordsequenzen sowie deftige Blutmomente zu bieten und gönnt sich rund um die Identität des Serienkillers einen fiesen Take, der in ein finsteres Ende mündet. Die Tatsache, dass die Opfer des Serienkillers ausschließlich Kinder sind, sorgt für zusätzliche Beklemmung. So richtig zünden mag die im 4:3-Format gedrehte Episode aber trotzdem nicht. Dazu ballen sich alle spannenden Momente der Episode zu sehr im etwas zu lang ausgespielten Showdown, während der Weg dahin eher etwas betulich war und keine der Figuren greifbar machte. Und die ständige Gegenwart der Kamera wirkt hier doch arg befremdlich.

Home Haunt

Vater und Sohn einer Familie hatten immer ein ganz spezielles Ding, in dem sie gemeinsam aufgingen: Allen Nachbarn mit ihrem „House of Horror“ ein besonders gruseliges Gruselfest zu verschaffen. Doch mit zunehmendem Alter leidet der Sohn unter dieser Manie. Denn in der Schule wird er genau dafür gemobbt. Trotzdem schaffen es Vater und Mutter, ihn noch einmal zu einem Halloweenfest der gewohnten Art zu überreden. Das Besondere: In diesem Jahr hat der Vater eine spezielle LP mit der „Sinfonie der Verdammten“ am Start. Blöderweise funktioniert die besser, als je vermutet.

Wie heißt es so schön? Das Beste kommt zum Schluss! Im Fall von „V/H/S/Halloween“ ist es dank der Episode „Home Haunt“ von Micheline Pitt-Norman und R.H. Norman tatsächlich so. Wenn hier nach ein paar Minuten Charaktereinführung die „Sinfonie der Verdammten“ ertönt, geht es im „House of Horror“ der Heldenfamilie richtig rund. Mehrere Enthauptungen, eine Aufspießung, eine Schädelspaltung, eine Halbierung eines Menschen und eine Ausweidung sorgen für amtlich Blutzoll. Alles gefilmt von einer Kamera, die schon in den Jahren zuvor das Halloweentreiben der Familie festhielt und somit glaubwürdig verortet ist. Obendrein wird all das an einem hohen Tempo gereicht. Auch die humorigen Momente sitzen. Diese Episode ist Funsplatter pur, hat ein paar hübsche Settings innerhalb des „House of Horror“ zu bieten und macht richtig Laune. Und das Schlussbild fetzt richtig!

„V/H/S/Halloween“ gruselt nicht wirklich

Ich muss zugeben, dass mich während des Genusses von „V/H/S/Halloween“ früh das Gefühl beschlich, dass die Vorgabe, Geschichten rund um Halloween zu erzählen, die Macher eher einschränkte, denn in ihrer Fantasie beflügelte. Wie die alles rahmende Handlung um die Grusellimonade fühlt sich die gesamte Anthologie seltsam repetitiv an. Die immer selben Klischees rund um Halloween lösen Storys aus, die man so oder so gefühlt schon zig Male gesehen hat.

Es fehlt an Irrsinn, an Grusel, an Härte, an fiesen Pointen und unvorhergesehenen Plottwists. Die meisten Episoden bleiben im Durchschnitt hängen und lassen ordentlich Potential liegen. Im Grunde traut sich nur „Home Haunt“, abzudrehen und auf die Pauke zu hauen. Und selbst diese Episode bleibt weit hinter den Schmuckstücken aus den Vorgänger-Anthologien zurück. So erwächst dem Platzhirsch der Halloween-Anthologien, dem grandiosen „Trick ‚r Treat“, hier leider keinerlei Konkurrenz.

04 von 10

Die Anthologie erscheint am 29. Oktober 2026 (stilecht direkt vorm Fest) von Tiberius auf DVD und Blu-ray. Die Sammlung ist ab 18 freigegeben und in der Form ungeschnitten. Ihr könnt „V/H/S/Halloween“ auch streamen.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Tiberius Film__Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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