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The Untold – Blutrache der Bestie

Originaltitel: The Untold__Herstellungsland: Kanada__Erscheinungsjahr: 2002__Regie: Jonas Quastel__Darsteller: Lance Henriksen, Andrea Roth, Russell Ferrier, Philip Granger, Jeremy Radick, Mary Mancini, Taras Kostyuk, Erica Durance, Rob Clark u.a.
The Untold - Blutrache der Bestie

Lance Henriksen legt sich in “The Untold” mit einem Sasquatch an.

Die Tochter von Selfmade Millionär Harlan Knowles stürzt mit einem kleinen Flugzeug in der kanadischen Wildnis ab. Noch Wochen später weigert sich ihr Vater, die Hoffnung aufzugeben, dass sie noch lebt. Er stellt ein kleines Team zusammen, um die spurlos Verschwundene zu finden. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass ihm neben seiner Tochter noch etwas anderes an Bord des abgestürzten Flugzeuges wichtig ist. Wenn nicht gar wichtiger. Dabei handelt es sich um einen Gegenstand, der den drohenden Bankrott von Harlans Firma abwenden könnte. Das ist einem Sasquatch, der rund um die Absturzstelle des Flugzeuges sein Revier hat, allerdings ziemlich egal. Er betrachtet die Eindringlinge als Bedrohung und bringt einen nach dem anderen um…

Leider fängt er damit erst verdammt spät an. So spät, dass man viel zu viel Zeit hat, über das hier Gesehene nachzudenken. Und das bekommt „The Untold – Blutrache der Bestie“ gar nicht, denn die meisten Fragen, die einem zu dem Film in den Sinn kommen, bleiben weitgehend komplett offen. Das beginnt bei der Zusammenstellung des Teams, die mehr als fragwürdig ist, geht über die urst langweiligen Klischee-Figuren und endet nicht erst bei den unfassbar dummen Dialogen.

Irgendwann versucht man nur noch, alle Anschlussfehler des Filmes zu eruieren, weil dies Abwechslung der seltsamen Art verspricht. Highlight ist eine von Einstellung zu Einstellung auftauchende und verschwindende Mütze eines Teammitgliedes. Irgendwann schüttet dann eine der Damen des Teams, die den ganzen Film über unfassbar rollig wirkt, eine Flasche Duftöl in eine heiße Naturquelle und den Zuschauer beschleicht das dringende Bedürfnis, diesen Kokolores endlich auszumachen. Doch dann fällt ihm auf, dass bis zu diesem Zeitpunkt bis auf megablöde Jump Scares noch wirklich gar nichts passiert ist und man schon noch gerne sehen würde, wie die hier agierenden Vollidioten ins Gras beißen. Also bleibt man dran…

Zum Glück, denn sonst hätte man die großartige Szene verpasst, in der der Einheimische unter den Teammitgliedern einen Baum besteigt, sich alle fragen, was er im Wipfel des Baumes will, und eine Dame tatsächlich erklärt, dass ja der Schnee am Tag des Absturzes so hoch gelegen haben könnte und darum Teile des Flugzeuges in dem Baum hängen könnten. Dass ein abstürzendes Flugzeug auch ohne meterhohen Schnee Wrackteile in einem Baum hinterlassen kann, kommt daraufhin niemand in den Sinn. Lieber glaubt man an die Idee einer Art Blitzeiszeit oder was auch immer. Was für ein großartiger Dummfug.

Nach einer Stunde schlägt der Sasquatch dann endlich zu und wir dürfen ein wenig hinter die Kulissen des Zottelfellträgers schauen. Der haut nämlich gerne Grizzlybären mit Steinen um, versteckt abgestürzte Flugzeuge, baut sich Höhlen aus menschlichen Überresten, steht gerne mal dumm im Weg rum, wenn Flugzeuge abstürzen, und pocht auf seine Privatsphäre. Ein Facebook-Account ist also definitiv nix für ihn. Leider darf der Gute nun nicht wirklich los wüten, denn aus irgendeinem Grund haben die Drehbuchautoren entschieden, dass ziemlich viele Figuren den Film überleben sollen. Also schickt man ihn in ein Duell mit Lance Henriksen („Harte Ziele“) und plötzlich funktioniert der miese Film!

Ok, er baut keine Spannung auf, ABER er atmet plötzlich eine coole Atmosphäre! Plötzlich finden der bisher arg dilettantische Schnitt, die lahme Kameraführung und die langweilige kanadische Laubwaldumgebung zusammen und beginnen zu wirken. Dazu kommt, dass der Sasquatch lange Zeit nur schemenhaft gezeigt wird und sich erst in der letzten Einstellung in ganzer Pracht zeigen darf. Hier hat der Film dann vollends die typischen Creature-Feature-Pfade verlassen, denn „The Untold“ endet nicht in Blut und Gekröse, sondern beinahe still… und sehr versöhnlich.

Und auf einmal will man den Film direkt gut finden. Aber, es funktioniert nicht. Denn bis dahin war er einfach zu mies. Die Optik ist unter aller Kanone, die Rückprojektionen sind hochnotpeinlich und ab und an hat man das Gefühl, jedwede Form von Schärfe, Kontrast und Farbe sei aus den Bildern gewichen. Dazu kommen dumme Dialoge, miese Knallchargen, schlecht geschriebene Figuren und Klischees en masse. Einzig Lance Henriksens Standgasperformance und das erstaunlich gut aufspielende „Smallville“-Schnuckel Erica Durance als Harlans Tochter wissen irgendwie aus diesem Wust an Unvermögen herauszuragen. Tja, und dann zündet der Film eben sein erstaunlich starkes Finish… Es hätte einen besseren Film verdient.

Die deutsche DVD kommt von McOne und ist mit einer sehr hoch angesetzten FSK 16 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: McOne__FSK Freigabe: ab 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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