Wir zelebrieren Actionfilme, die rocken!

Chum – Gefährliche Bestien

Originaltitel: Chum__Herstellungsland: Malta, USA__Erscheinungsjahr: 2026__Regie: Jonathan Zuck__Darsteller: Alice Eve, Eric Michael Cole, Elle Haymond, Sarah Siadat, Johnny Gaffney, Lisa Yaro, Jim Klock u.a.
Chum DVD Cover

Gewohnt hungrig: Ein Weißer Hai macht „Chum“ unsicher.

Tom und Tina haben sich auf Malta das Ja-Wort gegeben. Nach der rauschenden Feier werden sie von ihren Freunden zu einer Fahrt mit einem Katamaran eingeladen. Doch die Fahrt steht unter keinem guten Stern. Zunächst einmal lassen Tina und Tom eine gewaltige Bombe platzen. Es krisele zwischen beiden. Und das derart heftig, dass sie den soeben erfolgten Eheschluss annullieren wollen.

Die Freunde der frisch Vermählten haben den Schock noch gar nicht verdaut, da bekommt ihr Boot mehrere heftige Schläge ab. Der Kapitän fällt ins Wasser und wird von einem gewaltigen Weißen Hai gefressen. Infolgedessen passieren an Deck des Katamarans lauter dumme Unfälle. Weitere Personen landen im Wasser und der Motor des Bootes explodiert.

Zum Glück taucht mit Roy ein Retter in der Not auf. Er verwundet den Hai und rettet Tom, Tina und Co. Doch die finden Roy irgendwie seltsam. Er scheint nicht der heldenhafte Retter zu sein, den sie in ihm vermuteten. Und der verwundete Hai denkt obendrein gar nicht daran, sein Buffet einfach abreisen zu lassen.

Schaut in den Film hinein

Wie kommt der Weiße Hai ins Mittelmeer?

Diese Frage wird sich so mancher Leser stellen. Denn auch die Hauptcharaktere stellen fest, dass ein Weißer Hai im Mittelmeer eigentlich nichts zu suchen hat. Doch die Erklärung gerät so simpel wie aktuell: Der Klimawandel zwingt die Tiere der Meeres zu handeln und sich neue Lebensräume zu suchen. So ist die Gegenwart des Weißen Hais in „Chum“ effektiv erklärt.

Der Rest der Story gestaltet sich lange nicht so einsichtig. Warum etwa Tom und Tina überhaupt heiraten, ist schon bei den ersten gemeinsamen Szenen nicht klar. Da ist keine Liebe und keine Zuneigung zu spüren. Direkt danach sind wir auch schon auf dem Katamaran und erhalten die Erklärung für die Kälte zwischen dem frischgebackenen Ehepaar. Der soeben miterlebte Eheschluss gerät infolgedessen regelrecht abstrus. Zum Glück spielt das ganze Gewese sehr schnell keine Rolle mehr für den Film und ist so sinnlos wie augenscheinlich egal.

Denn unsere „Hochzeitsgesellschaft“ gerät nun in Gefahr. Der Hai macht klar, dass er keine Gefangenen machen wird. Und der Zuschauer meint, direkt zu erkennen, wie der Film verlaufen wird. Doch in Gestalt von Retter Roy bricht sich eine interessante Wendung Bahn. Eine Wendung, die „Chum“ beziehungsweise Regie und Drehbuch leider nicht wirklich zu zelebrieren wissen. Was tatsächlich schade ist, da sich die Dynamik des Filmes kurzweilig auf interessante Weise verändert.

Ist dann allerdings klar, was mit Roy abgeht, lenkt der Film wieder in vertraute Fahrwasser ein und beginnt sich zu ziehen. Zwar wird in regelmäßigen Abständen irgendwer gefressen, spannend ist der Abzählreim aber nicht. Und er gerät aufgrund der arg dünnen Ausgestaltung der Charaktere auch recht vorhersehbar. Dementsprechend wird die Hochzeitsgesellschaft immer kleiner, zahlreiche dumme und unlogische Verhaltensweisen der verbliebenen Charaktere treiben einen zur Weißglut und der Weiße Hai schlägt immer dann zu, wenn man kurz vorm Wegdösen ist.

Dabei sind die Attacken ein erstaunlich gut funktionierender Mix aus Stock-Footage-Aufnahmen von Weißen Haien und nett getricksten Angriffen auf die Opferschar. Relativierend sei erwähnt, dass der Film rund um seine Veröffentlichung hart kritisiert wurde, weil er stark auf Bilder setzt, die KI-generiert sind. Davon betroffen sind freilich vor allem die Szenen um den attackierenden Hai. Dabei darf man recht unmittelbar zuschauen, wie der Hai seine Happen brutal zermalmt. Das fiese Sounddesign brechender Knochen untermalt das blutige Gematsche eindrücklich. Diesen deftigen Momenten stehen verschiedene Nachlässigkeiten gegenüber.

So sind die Stock-Footage-Aufnahmen der Haie immer viel klarer und digitaler als die anderen Unterwasserbilder im Film. Das Blut legt sich durchweg wie ein Schleier über die Szenerien und soll vermutlich Unzulänglichkeiten der KI-generierten Momente verbergen, was vor allem der Übersicht schadet. Und manche Bilder der angreifenden Haie funktionieren nur so semi. Total seltsam sehen die Blutlachen im Wasser aus. Diese muten sehr digital an, schweben gefühlt über dem Wasser und verschwinden zumeist von einer Einstellung zur nächsten.

Allgemein lässt „Chum“ Sorgfalt missen. Da fabulieren etwa Charaktere, man habe seit Ewigkeiten keine Küste mehr gesehen. Der Zuschauer sieht im Hintergrund aber klar und deutlich ebenjene. Da soll der Katamaran sinken, stattdessen sinkt aber überdeutlich irgendein schwach animiertes Boot, das nicht einmal ansatzweise wie ein Katamaran ausschaut. Auch Anschlussfehler findet man einige.

Obendrein bekleckern sich die Darsteller wahrlich nicht mit Ruhm. Alice Eve („Take Cover“) mag als Tina noch halbwegs in Ordnung gehen, aber die Darsteller um sie herum wissen überhaupt nicht zu gefallen. Man spürt, dass sie mit den Kleiderständern, die ihre Figuren nun einmal nur sind, nicht zurecht kommen. Nicht einmal Jim Klock, der Roy und damit eine der plastischeren Figuren im Film abbekommen hat, weiß, was er da tut.

Zumindest gibt es ein paar schöne Bilder zu bestaunen. Vor allem die gut ausgestattete Hochzeit zu Beginn lässt auf einen besser budgetierten Haischocker hoffen. Auch erste Unterwasseraufnahmen geraten sehr ansprechend. Letztlich entpuppt sich all das aber als falsche Versprechung. Der Soundtrack zum Film hat ein paar schöne Musikstücke zu bieten, verrichtet ansonsten seinen Job aber arg unauffällig.

„Chum“ mag mehr zupacken als „The Asylum“-Haifilme, mehr aber auch nicht

Regisseur Jonathan Zuck bekommt das von mal eben drei Drehbuchautoren verzapfte Drehbuch nicht wirklich unter Kontrolle. Viele Aspekte muten einfach überflüssig an und machen „Chum“ immer mal wieder arg zäh. Auch die eigentlich interessante Wendung zur Filmmitte zündet nicht so wirklich und der damit verbundene Umschwung im Film verpufft. Vor allem hätte der Film ab diesem Zeitpunkt versiertere Schauspieler benötigt, um die Spannung aufrecht zu erhalten.

So dümpelt „Chum“ alsbald nur noch herum. Zumindest schlägt der Weiße Hai in regelmäßigen Abständen zu und darf für gewaltigen Blutzoll sorgen. Doch selbst das gerät irgendwann arg gleichförmig und aufgrund desolater Figurenzeichnungen egal. Zumindest kann man dem Film sein Sendungsbewusstsein in Richtung Klimawandel positiv anrechnen.

04 von 10

Der Film erscheint am 01. Oktober 2026 von Tiberius Film auf DVD und Blu-ray. Er ist ungeschnitten freigegeben ab 16 Jahren. Ihr könnt den Film ab dem 10. September 2026 auch streamen.

In diesem Sinne:
freeman

Was hältst du von dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: Tiberius Film__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

Tagged as: , , , , , , , , , , , ,

Wie Viele Actionnerds gibt es?

  • Keine Sorge, du bist mit deiner Vorliebe nicht allein! Uns besuchten bereits 24860502 andere Actionnerds