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Die Herrschaft der Ninja

Originaltitel: Ninja III: The Domination__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1984__Regie: Sam Firstenberg__Darsteller: Shô Kosugi, Lucinda Dickey, Jordan Bennett, David Chung, Dale Ishimoto, James Hong, Bob Craig, Pamela Ness, Roy Padilla, Moe Mosley, John LaMotta, Ron Foster u.a.
Die Herrschaft der Ninja

Im letzten Teil von Cannons Ninja-Trilogie, „Die Herrschaft der Ninja“, verbindet Sam Firstenberg Ninja-Action mit Mystikelementen

Nachdem Sam Firstenberg mit „Revenge of the Ninja“ bereits den zweiten Teil von Cannons Ninja-Trilogie gedreht hatte, lies man ihn auch beim Abschlussfilm „Herrschaft der Ninja“ ran.

Die Eingangsszene zeigt einen der schwarzgekleideten Meuchelmörder bei der Arbeit: Erst wird auf einem Golfplatz einer Wissenschaftler erledigt (Kollateralschaden unter Zivilisten inklusive), anschließend metzelt er auf seiner Flucht ganze Polizeiaufgebote nieder, steckt Schüsse in Massen ein, ehe er dann nach Dauerbeschuss doch den Löffel abgibt. In „Herrschaft der Ninja“ werden die Assassinen nun endgültig ins Übermenschliche stilisiert, wo die beiden Vorgänger noch ein wenig Bodenständigkeit bewiesen.

Kurz vor seinem Tode wird der schwerverletzte Ninja von Christie Ryder (Lucinda Dickey) gefunden, die sein Schwert mitnimmt. Was sie nicht weiß: Der Geist des Schwertes beherrscht sie nun und zwingt sie als Ninja Rachemorde zu begehen…

Die Herrschaft der Ninja

Wer ninjat denn da in der Baumkrone rum?

Neben den bereits erwähnten übermenschlichen Fähigkeiten der Ninja kommen in „Herrschaft der Ninja“ auch noch einige Mysteryelemente ins Spiel, die Firstenberg leider länger ausschlachtet als nötig. Die Idee mit der Besessenheit kapiert der Zuschauer recht schnell, doch das erspart im leider nicht mehrere Mumbo-Jumbo-Szenen mit erleuchtetem Nebel aus dem Wandschrank, schwebenden Schwertern und ähnlichem Firlefanz, leider getrickst mit Effekten aus dem Exorzisten-Schlussverkauf, die reichlich billig aussehen. Hinzu kommt ein typisch eigenwilliger 1980er-Jahre-Stil, egal ob es sich um Wohnungsinterieur, Kleidung oder Freizeitgestaltung (Aerobic, was sonst?) handelt.

Die Story hat dabei den einen oder anderen netten Ansatz, vor allem die Frage, welche Rolle der mysteriöse Ninja Yamada (Sho Kosugi) spielt, der eigens anreist, um bei den Vorgängen mitzumischen. Leider sind derartige Spannungsmomente eher dünn gesät, meist läuft die Chose recht formelhaft ab, wenn die Besessene Christie nach und nach alle Polizisten umnietet, die für den Tod des Ninja verantwortlich waren.

Immerhin reißt Firstenberg die 08/15-Story angenehm zackig herunter, sodass die nächste Konfrontation nicht zu lange auf sich warten lässt, wenngleich Daueraction bei weitem anders aussieht. Dafür hat „Herrschaft der Ninja“ dann doch wieder zu viele kleine Bremser, meist in dem Subplot um Christie und den Polizisten Billy Secord (Jordan Bennett). Warum sie den erst schroff abweist und sich dann in Rekordzeit in ihn verguckt, bleibt unklar und auch sonst hat die Romanze wenig Pep. Natürlich gehört auch Billy zu jenen Cops, die den Ninja in der Eingangsszene über den Haufen knallten, was immerhin den Hauptplot erfreulicherweise ein wenig verkompliziert.

Die Herrschaft der Ninja

Christie Ryder (Lucinda Dickey) wird vom Geist eines toten Ninjas besessen, kennt aber keinen guten Exorzisten

Wenn es dann aber rundgeht, dann bietet „Herrschaft der Ninja“ aber wieder Qualitäten, wie man sie von den Vorgängern gewohnt ist. Den Härtegrad von „Revenge of the Ninja“ erreicht dabei klar nicht und auch nicht ganz dessen choreographische Qualitäten, doch trotzdem machen die Schießereien, Schlägereien sowie Kämpfe mit verschiedensten Ninjawaffen wirklich Laune. Ordentlich choreographiert, gut inszeniert und meist auch erfreulich ausladend, was für die eher geringe Zahl an Actionszenen wieder versöhnt. Dank des großen Waffenarsenals ist auch für Abwechslung gesorgt, sodass die Actionpalette von „Herrschaft der Ninja“ angenehm vielseitig daherkommt.

Sho Kosugi („Top Fighter“) hat hier weniger Screentime als im Vorgänger und gibt den stoischen Fighter aber so, dass man bis zum Schluss nicht weiß, welche Rolle er genau spielt. Weniger überzeugend sind da leider Lucinda Dickey („Bloody Pom Poms“) und Jordan Bennett („Singende Kumpel haben’s schwer“), die zwar keine Ausfälle darstellen, aber schauspielerisch auch bestenfalls im Bereich gehobener Routine zu verorten sind.

Insgesamt ist „Herrschaft der Ninja“ schwächer als der zweite Teil der Reihe, aber etwas besser als der erste: Der Film ist zwar wenig innovativ und verliert durch überzogene, mäßig getrickste Mysteryeinlagen, aber dafür hat Firstenbergs Werk immerhin Drive und die gut inszenierte Action weiß zu gefallen.

Wie die beiden Vorgänger wurde auch der dritte Teil der Ninja-Trilogie von Ascot Elite/Infopictures auf DVD und Blu-Ray veröffentlicht, unter dem Titel „Ninja III – Die Herrschaft der Ninja“. Ungekürzt ab 18 Jahren freigegeben, während das Bonusmaterial lediglich aus Trailern besteht.

© Nils Bothmann (McClane)

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Copyright aller Filmbilder/Label: Ascot Elite/Infopictures__FSK Freigabe: ab 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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