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Hexen – Die letzte Schlacht der Templer

Originaltitel: Witchville__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2010__ Regie: Pearry Reginald Teo__Darsteller: Luke Goss, Ed Speleers, Andrew Pleavin, Simon Thorp, Sarah Douglas, MyAnna Buring, Ian Virgo, Ian Reed, Jack Smith, William Sommers u.a.
Hexen - Die letzte Schlacht der Templer

Luke Goss sucht nach Hexen und der Zuschauer nach Templern in “Hexen – Die letzte Schlacht der Templer”.

Prinz Malachy ist mit seinem besten Kumpel ausgezogen, um sich einige Zeit mal so richtig auszutoben. Dabei wird herum gehurt, ordentlich Alkohol vernichtet und keiner Rauferei aus dem Weg gegangen. Das Reich seines Vaters ist ihm in der Zeit ebenso egal wie das Schicksal seines Volkes. Doch eines Tages muss er sich seiner Verantwortung stellen. Denn auf seiner Prügel-, Sauf- und Bumstour erreicht ihn die Nachricht vom Tod seines Vaters. Als er gen Heimat zurückkehrt, ist er entsetzt über den Zustand des ihm vererbten Reiches: Die Bevölkerung leidet Hunger und lebt in Not und Elend.

Da taucht ein Fremder auf, der sich als Hexenjäger vorstellt. Er hat eine wenig einleuchtende Theorie von Hexen, die das Leben aus dem Land ziehen würden, um die Wiederkehr einer besonders mächtigen Hexe einzuleiten. Als sich herausstellt, dass der Kerl tatsächlich die Wahrheit sagt, beschließt Malachy, in die Offensive zu gehen. Er will die Hexen aufhalten und sein Land vor deren finsterer Macht bewahren…

Heijeijei. Wo fangen wir denn diesmal an? Vielleicht beim Positiven? Das ist am schnellsten abgefrühstückt:

1. „Hexen – Die letzte Schlacht der Templer“ hat ein Ende. Zwar dauert es 90 Minuten bis zu diesem erlösenden Moment, aber er kommt! Wirklich!
2. Die Kostüme haben einen nicht zu leugnenden Fantasy-Einschlag und sehen auf eine trashige Art und Weise sogar cool aus. Auch das ungewöhnliche Design der Schwerter rockt, wenngleich sie immer arg plastikmäßig wirken.
3. Der Soundtrack kippt immer mal in Richtung Epic Music, was vor allem den Beginn des Filmes immer mal wieder aufwertet. Mit zunehmender Laufzeit verflüchtigt sich aber der epische Gesamteindruck.

Und der Rest? Der ist schlicht und ergreifend verhext schlecht. Die Story zeugt von dem Unvermögen der Drehbuchschreiber auch nur ansatzweise so etwas wie Spannung, eine schlüssige Dramaturgie oder ein ordentliches Tempo zu forcieren. Eine halbe Ewigkeit dümpelt der Film einfach nur vor sich hin und entblödet sich nicht, offen zuzugeben, dass er rein vom Zufall angetrieben wird. Absolutes Highlight ist eine Szene, in der eine Karte ausgerollt wird, auf der der Hexenjäger sogleich wahllos herumtippt und meint: „Hier und hier und hier habe ich Hexen gesehen und ich glaube, hier ist ihre Festung.“ Daraufhin meint Malachy, man müsse in die Offensive gehen und die Festung stürmen. Der Zuschauer hockt derweil auf dem Sofa und denkt: Ja, genau. Und wenn die Hexen da nicht ihre Festung haben, ist das Land ungeschützt und alle Einwohner dem Tode geweiht…

Hexen - Die letzte Schlacht der Templer

Luke Goss rüstet sich für den Kampf.

Dass dieser dumme Moment noch auf den besseren Drehbuchseiten des Filmes steht, wird einem spätestens dann klar, wenn eine Hexe im Film auf dem Scheiterhaufen verbrannt wird. Tot bricht sie irgendwann in ihren Fesseln zusammen, das Gesicht vollends verbrannt. Kleidung, Arme und Hände haben von dem Feuer aber offensichtlich nichts mitbekommen…

Derartige Einlagen hat der Film zuhauf, obendrein flankiert von hirnrissigen Dialogen, die von den Darstellern mit einem Ernst und einer Inbrunst dargeboten werden, dass das Pathos jedes Komma erschlägt. Dazu wird heldenhaft in den luftleeren Raum gestarrt und man betet fast schon inbrünstig, dass irgendeiner der Komparsen mal furzen möge, um dem ganzen Getue wenigsten eine Pointe zu geben. Doch, kleiner Spoiler, das passiert leider nicht.

Hexen - Die letzte Schlacht der Templer

Zumindest sieht “Hexen” immer mal wie ein Fantasy-Film aus…

Das ist allgemein ein riesiges Problem von „Hexen – Die letzte Schlacht der Templer“ (Welche Templer eigentlich?) aka „Witchville“: Die Chose nimmt sich einfach viel zu ernst. Keine Ironie, keinerlei Humor, nix, was diesen Käse irgendwie abfedern könnte. Stattdessen gibt es räudigste CGIs, der Kameramann reißt bei jedem Aufkeimen von Action wie ein Bekloppter an seiner Kamera herum und der asiatische Drehort sieht so schmucklos und langweilig aus, als habe man China in den Ostblock gebeamt.

Da kann nicht einmal der eigentlich recht coole Luke Goss („War Pigs“) irgendetwas retten. Irgendwann wirkt es, als füge er sich einfach in sein Schicksal. Der Paycheck wird schon gepasst haben. Ed Speleers („Howl“) hat sogar in „Eragon“ besser gespielt als in diesem Käse hier und sexy MyAnna Buring („The Descent“) macht das einzig Richtige: Sie versteckt sich einfach permanent hinter der Kapuze ihres coolen Outfits und lässt sich nicht beim Spielen erwischen. Der Rest vom Fest sagt stocksteif die bescheuerten Dialoge auf und hat hoffentlich ordentlich am Buffet zugeschlagen und die Zeit in China genossen…

Hexen - die letzte Schlacht der Templer

Lecker Kampfhascherl: MyAnna Buring.

Was bleibt, ist ein mit chinesischem Geld geboosteter TV-Film der SyFy-Schmiede, der so gerne unterhaltsame Fantasy wäre, aber einfach nur grandios scheitert. Trash im langweiligsten Sinne ist die Folge. „Hexen“ ist ergo nicht mehr als das filmgewordene Zeugnis des Unvermögens aller Abteilungen: Die Story, die Effekte, die Darsteller, die Optik, die Ausstattung und die Action, alles unterdurchschnittlich bis schlecht. Vor allem kommt Letztere obendrein höchst selten auf, wirkt extrem behäbig und schlecht geschnitten und lässt trotz der chinesischen Mithilfe jedwede Highlights missen. Zudem dürfen die geilen Schwerter der Charaktere niemals das typische SyFy-Gesplatter entfachen. Hier wird offscreen gestorben, wenn überhaupt. Und genauso saft- und kraftlos wie die Action stellt sich der gesamte Film dar. Der will vor allem gegen Ende tatsächlich storytechnisch ein wenig zulegen, provoziert aber kaum mehr als ein ungläubiges Lachen… oder zufriedenes Schnarchen. Je nachdem…

Die deutsche DVD/Blu-ray erschien von Sunfilm/Tiberius Film und ist mit einer lächerlichen FSK 16 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: Sunfilm/Tiberius Film__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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