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Hexenjagd – Die Hänsel und Gretel Story

Originaltitel: Hansel and Gretel__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2013__Regie: David DeCoteau__Darsteller: Booboo Stewart, Vanessa Angel, Tyne Stecklein, Fivel Stewart, Judy Norton, Cherie Currie, Niclas Gillis, Courtney B Turk, Zac Goodspeed u.a.
Hexenjagd

Eric Roberts schaut in der Lebkuchenakademie von “Hexenjagd” nach dem Rechten.

Es ist sicherlich kein Zufall, dass Booboo und Fivel Stewart (nur einer der beiden Namen gehört einem Mädchen!!!) auf dem Cover von „Hexenjagd – Die Hänsel und Gretel Story“ in schweres Leder gehüllt sind und schwer bewaffnet dämlich vor sich hingrinsen. Nicht nur auf den deutschen Artworks, nein, auch im Original. Der Grund ist freilich ein einfacher. Er heißt „Hänsel und Gretel: Hexenjäger“, stammt von Tommy Wirkola und pumpte viel Action und Blut in die ohnehin alles andere als harmlose Märchenvorlage der Gebrüder Grimm. An diesen Film wollte sich zumindest der Verleih von „Hexenjagd“ gerne dranhängen. Dem Regisseur hat man davon aber offensichtlich nicht viel erzählt. Der drehte lieber seine Variante von „Charmed“ in Spielfilmlänge bzw. sein Remake von Renny Harlins soapigen „Der Pakt“ und blamiert sich in so gut wie allen filmischen Kategorien.

Jonah ist wohl das, was man getrost als Problemkind bezeichnen kann. Auf dem Schulhof prügelt er sich beständig mit anderen Mitschülern und rein gripstechnisch sieht es auch recht finster aus. Als es wieder einmal zu einem Zwischenfall kommt, hat sein Adoptivvater die Schnauze gestrichen voll und schickt ihn an eine Art Eliteinternat. Dieses hört auf den tollen Namen „Lebkuchenakademie“ und wird auch für Jonahs Schwester Elle zu einem neuen Heim, da sie ihren Bruder nicht alleine lassen will. Kaum auf der neuen Schule angekommen wammst sich Jonah wieder lustig mit anderen Kerlen und Elle glänzt als Streberin. Also alles wie gehabt? Mitnichten! Denn an der Lebkuchenakademie treibt eine Waldhexe ihr Unheil und „frisst“ die Seelen der armen dort untergebrachten Schüler. Da ist es freilich nicht verkehrt, dass Elle irgendwann vor Ende des Filmes herausfindet, dass sie und ihr Bruder Hexenjäger sind und ihre Aufgabe darin besteht, die Waldhexe auszuschalten…

Hexenjagd

Aaaaaaaaaaaah, ist der süß!!!

„Was ist hier nur los?“, „Was geht hier vor?“, hört man die Hauptdarstellerin Fivel Stewart („Pit Fighter“) immer wieder fragen und irgendwann beginnt man sich unweigerlich dieselbe Frage zu stellen, denn tatsächlich passierte bis zu diesem Zeitpunkt eigentlich gar nichts. Weder ist wer gestorben, noch wurde wirklich von Hexen geredet. Und trotzdem regt sich die junge Dame so auf … und der Zuschauer mit ihr. Sympathieaufregen nennt man das.

Irgendwann startet dann die eigentliche Geschichte des Filmes und ist dabei solcher Kokolores und so gnadenlos mies in Richtung der Märchenvorlage hingebogen, dass man vor lauter Unwohlsein gar nicht mehr dazu kommt, sich über die grauenerregend miesen Dialoge auf dem Weg dahin aufzuregen. Und Regie-Nulpe David deCoteau („Snow White“) lässt ein ums andere Mal noch einen gucken! Da will er ein großes Geheimnis aus der Identität der Waldhexe machen und verpasst ihr eine schwere Kutte mit Kapuze, nur um dann immer schön von unten zu filmen und dabei eindeutig zu zeigen, wer unter der Kluft steck! Dann brechen plötzlich Schüler ob verschwundener anderer Mitschüler in Panik aus und man weiß überhaupt nicht, wovon sie reden, weil de facto niemand verschwunden ist. Und am Ende hört man dann, dass Elle und Jonah von Eltern abstammen, die Zwillinge waren. Das erklärt freilich den dummen Gesichtsausdruck, den beide beständig mit sich herumtragen.

Hexenjagd

Sie hat schon in Zeichentrickfilmen mitgespielt und war da eine Maus. Fivel Stewart … hihihihi

Apropos: Die Schauspieler in „Hexenjagd“ kann man durch die Bank unter Ulk verbuchen. Der süße Booboo Stewart ist der noch süßere Seth in „Twilight“ gewesen und zeigt hier, dass er bei der Arbeit an den tollen Vampirfilmen nichts gelernt hat. Seine Schwester Fivel latscht total unbedarft durch die Szenerie und lässt dabei die hirnrissigste Wortkotze überhaupt ab. Die Co-Stars sollen vermutlich gut aussehen und nicht die Kreise der Hauptdarsteller stören, kriegen aber beides nicht gebacken. An bekannten Gesichtern schauen Vanessa Angel („Alles erlaubt“) und Eric Roberts („The Expendables“) vorbei. Roberts gibt dabei den Rektor der Lebkuchenakademie und macht eigentlich nicht viel mehr, als um Häuserecken zu lugen, immer den gleichen Anzug zu tragen und Baseballbälle auf Elle zu schmeißen. Auch eine Art, sein Altenteil zu sichern…

Hexenjagd

Eric Roberts lugt immer mal um eine Hausecke…

Am Ende bleibt ein Film, der so billig war, dass die Hauptdarstellerin ein Shirt sogar gewendet auftragen muss! Sprich, den einen Tag der Handlung ist das Motiv vorne, den anderen Tag trägt sie das Motiv hinten! Auch war kein Geld da, um eine lebendige Lehranstalt zu inszenieren, also nutzte man die immer gleichen vier Ansichten irgendeiner öffentlichen Schule … SOWOHL für die erste Schule, auf der Jonah Ärger macht, als auch für die Lebkuchenakademie! Die wenigen Effekte sind so billig, dass sie jeder Doofkopp als ebensolche erkennt und auslacht und was die FSK 16 Freigabe für diesen blutleeren Unsinn soll, das weiß kein Mensch! Wenn hier gestorben wird, gibt es eine lustige Glitzerverpuffung und einen miesen Effekt. Und das geschieht genau einmal. Jede Samstagnachmittag-Sendung ist brutaler als dieser Schund. Der Rest ist klinisch sauber abgefilmter HD-Müll mit miesen Knallschargen, schundiger Story, bescheuerten Dialogen und null Spannung, Action oder Humor. Und wenn dann am Ende Fivel und Booboo auch noch einen Dance Mix aus den Lautsprechern abfeuern, um den Abspann zu untermalen, will man sich eigentlich nur noch in die nächstbeste Sofaritze übergeben.

Die deutsche DVD kommt von Tiberius Film / Sunfilm und ist mit einer FSK 16 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
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Copyright aller Filmbilder/Label: Tiberius Film/Sunfilm__FSK Freigabe: ab 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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