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Last Gasp – Der Todesfluch

Originaltitel: Last Gasp__Herstellungsland: Rumänien / USA__Erscheinungsjahr: 1995__Regie: Scott McGinnis__Darsteller: Robert Patrick, Joanna Pacula, Vyto Ruginis, Mimi Craven, Alexander Enberg, Shashawnee Hall, Nan Martin, Caroline Barclay, Eugen Cristea, Jim Davidson u.a.
Last Gasp

Robert Patrick hat einen langen Atem in “Last Gasp – Der Todesfluch”

Leslie Chase errichtet im Dschungel Mexikos ein riesiges Hotel, was von einem einheimischen Stamm mit äußerstem Argwohn beobachtet wird. Als plötzlich auch noch Arbeiter von Chase nach alten Ritualen des Stammes umgebracht werden, lässt Chase seine Beziehungen zur mexikanischen Regierung spielen. Diese richtet unter den Ureinwohnern ein unvorstellbares Massaker an. Doch einer kann entkommen und attackiert am nächsten Abend Chase. Als dieser den Indianer tötet, geht mit dessen letztem Atemzug ein uralter Fluch auf Chase über.

Sechs Jahre später führt Chase ein Bauvorhaben in Pennsylvania durch und wieder verschwinden einige seiner Arbeiter spurlos. Darunter auch der Freund von Nora Weeks, die einen Privatdetektiv engagiert, damit dieser ihren Liebsten auffindet. Der Detektiv kommt dem Geheimnis um Leslie Chase sehr schnell viel zu nahe, weshalb auch Nora auf die Abschussliste des Verfluchten gerät …

Das größte Problem von „The Last Gasp“ ist, dass im Grunde genommen von Anfang an klar ist, wer der Killer ist, warum er es ist und was im weiteren Verlauf des Filmes wohl passieren wird. Sogar die Schlusspointe des Filmes ist so langweilig wie vorhersehbar. So gelingt es dem Film zu keiner Sekunde, so etwas wie Spannung aufzubauen. Dennoch ist „The Last Gasp“ kompetent und geradlinig erzählt und erlaubt sich den einen oder anderen Schlenker, den man nicht unbedingt vorhergesehen hat. Beispielsweise sei der mit Verve eingeführte Privatdetektiv genannt, der flott als Sympathiefigur aufgebaut wird, nur um kurz darauf wieder aus dem Spiel genommen zu werden. Leider zu Gunsten der wirklich blassen und komplett überfordert wirkenden Joanna Pacula („Sobibor“), die zwar recht adrett ausschaut – sogar in den potthässlichen Röhrenjeans, die sie sich bis in die Kimme zerren muss –, aber aufgrund ihres blutleeren Spiels nicht einmal ansatzweise als Sympathiefigur taugt. Ganz anders dagegen Robert Patrick („Evil Undead“) als Leslie Chase. Der immer verlässliche Mime muss zwar nur arrogant und eiskalt wirken, das gelingt ihm aber mit spielerischer Präzision, weshalb sein Bösewicht wirklich hervorragend funktioniert. Einzig der Moment, in dem sich sein Charakter über den Fluch beklagt und dabei wirken soll, als würde ihn sein Handeln belasten, mag aufgrund des bisherigen Auftretens der Figur nicht so recht funktionieren. Was auch daran liegt, dass dieser Storyansatz so plötzlich und unvermutet ausgespielt wird, wie er auch wieder fallengelassen wird.

Die restlichen Darsteller agieren solide bis gut, echte Totalausfälle der Marke Pacula findet man keine mehr. Der Film selber ist auf sauberem DTV Niveau inszeniert. Vor allem die Szenen um den indianischen Kult zu Beginn atmen durchaus Atmosphäre und auch sonst gibt sich der bevorzugt in der Nacht spielende Film recht düster. Fährt der Film zu Beginn auch ein paar hübsche Goreeffekte auf, gibt er sich im weiteren Verlauf eher handzahm. Einzig der ziemlich fies anzuschauende Special Move des Bösewichtes, bei dem er die Fußsehnen der Opfer durchtrennt, lassen einen immer mal unbewusst zu den eigenen Tretern greifen, um zu checken, ob da noch alles ok ist. Auch der Showdown hält sich in Sachen Blut und Opferzahl extrem zurück, erspart sich aber zumindest einen unsterblichen Bäddie, der immer wieder aufs Neue aufsteht und weitermordet.

„The Last Gasp“ ist ein routiniert inszenierter Thriller mit leichten Horroranleihen, der seine Stärken aber nie so recht auszuspielen versteht. Zu vorhersehbar ist die Story und zu sehr gerät der Killer inklusive zugehöriger Mythologie zu Gunsten der extrem farblosen Heldin und deren 0815 Ermittlungen in den Hintergrund. Dafür punktet „The Last Gasp“ mit einem cool aufspielenden Robert Patrick als Bösewicht, einer straight heruntererzählten Geschichte, ein paar amtlichen Moppen und diversen durchaus atmosphärisch geratenen Szenen.

Die deutsche DVD von „The Last Gasp“ kommt ungeschnitten mit einer FSK 18 Freigabe von dem Label „Imperial Pictures“ und wird von Studiocanal/Infopictures vertrieben. Die Bildqualität liegt leider nur leicht über VHS-Niveau (inklusive einem „Rollenschaden“ am linken Rand, der den halben Film lang zu sehen ist, ABER nicht wirklich stört).

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
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Copyright aller Filmbilder/Label: Imperial Pictures/Infopictures/Studiocanal__FSK Freigabe:ab 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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Categorised in: Reviews, Stalk and Slash

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