Actionfilme, Actionstars und einfach Action satt

Hai-Alarm auf Mallorca

Originaltitel: Hai-Alarm auf Mallorca__Herstellungsland: Deutschland__Erscheinungsjahr: 2004__Regie: Jorgo Papavassiliou__Darsteller: Ralf Moeller, Gregor Bloéb, Julia Stinshoff, Oona-Devi Liebich, Patriq Pinheiro, Anna Bertheau, Simone Hanselmann, Katy Karrenbauer, Jasin Challah, Carsten Spengemann, Vanessa Hilger, Jeanette Biedermann u.a.
Hai-Alarm auf Mallorca DVD Cover

Ralf Moeller macht den Mallorca-Hai alle!

Carsten Spengemann als Latino mit angeklebter Gesichtsfotze, Katy Karrenbauer als Mad-Scientist, Ottfried Fischer als Grillmeister und Jeanette Biedermann als … nunja … Jeanette Biedermann. Dazu eine Ladung Haie, etwas Mallorca-Flair und fertig ist der Hai-Knaller! Wie bitte? Ja, genau…

Sven Hansen war ein Kampftaucher und fühlte sich in den Meeren wohl wie der sprichwörtliche Fisch im Wasser. Doch eines Tages kam es zu einem folgenschweren Zwischenfall, bei dem seine Frau aus dem Leben schied. Hansen ist sich sicher, dass ein Hai seine Frau getötet hat, doch niemand glaubt ihm.

Ein Jahr später kommt es an den Stränden von Mallorca zu rätselhaften Todesfällen. Haiattacken werden aber erneut sofort ausgeschlossen. Als Sven Hansen zufällig an einem „Tatort“ einen gigantischen Haizahn findet, ist er sich sicher, dass der Hai, der einst seine Frau tötete, zurück ist. Hansen will dem Killerfisch nun freilich ordentlich einheizen.

Hilfe erhofft er sich von der Mikrobiologin Julia, die im örtlichen Institut für Meeresbiologie nach einem Heilmittel gegen Krebs forscht. Die macht Hansen direkt klar, dass der gefundene Zahn rein von der Größe her keinem bekannten Hai zugeordnet werden könne. Es müsse sich bei dem Exemplar um einen Megalodon handeln. Das Problem: Diese Art ist seit Jahrtausenden ausgestorben…

Eine großartige Veralberung von „Hai-Alarm auf Mallorca“ von „Walulis sieht fern“

„Hai-Alarm auf Mallorca“ teilt den Kokolores schon mit der groben Kelle aus. Ist sich dessen selbst aber leider gar nicht bewusst. Zumindest muss man zu diesem Eindruck kommen, wenn man sieht, wie ernst der Film die Traumata seiner Figuren nimmt und wie vehement er zwischendurch tatsächlich Momente auffährt, die von einer gewissen Tragik erfüllt sein sollen. Dem Film fehlt es durchgehend an Schmiss, an Witz oder zumindest augenzwinkernden Momenten. Letztere kann nicht einmal Ralf Moeller („Cyborg“) in den Film transportieren, der mit seiner ebenfalls viel zu ernst angelegten Übervaterrolle nicht so wirklich zurechtkommt.

Klar ist es witzig, wenn Ralf Moeller von den Kufen eines Hubschraubers hängt wie Arnold Schwarzenegger in „True Lies“. Oder Moeller in derselben Karre herumfährt, die Arnold in „Last Action Hero“ gefahren hat. Auch die Hommage an die Polizeirevier-Szene in „Terminator 1“, in der ein Smart den Eingangsbereich des Reviers zertrümmern darf, fetzt. Und sogar die Nummer um Ottfried Fischer ringt einem einen echten Lacher ab. Aber diese Momente machen leider nur wenige Augenblicke dieser deutschen Hai-Film-Produktion aus und reichen nicht, um diese in Richtung „unterhaltsamer Horrortrash“ zu drängen.

Das liegt auch daran, dass Moellers Charakter die Meeresbiologin mehr zu verfolgen scheint als den Hai. Der macht auch viel zu wenig Bambule. Mehr als drei Mal schnappt der Gute nicht zu! Zumindest ist er über weite Strecken gut getrickst. Wobei auffällt, dass die Hai-Szenen durch die Bank ordentliche CGIs bemühen und immer nur in den Momenten abkacken, in denen ein Hai zu nah an der Kamera vorbeirast. Da werden die Tricks arg durchsichtig.

Und da man im Wasser keine Action machen wollte, macht man diese halt an Land. Hier kommt dann durchaus Tempo auf, etwa wenn eine nette Verfolgungsjagd durch Mallorcas Altstadt anrollt, Ralf Moeller ein paar Lumpen im Bud-Spencer-Modus umrennt oder er mit einem Hubschrauber auf Angeltour geht. Von diesen Szenen hätte der Film allerdings auch weit mehr gebrauchen können. Denn letzten Endes wird in „Hai-Alarm auf Mallorca“ einfach viel zu lange und viel zu viel gelabert. Vor allem die Vater-Tochter-Kiste zwischen Hansen und seiner Kleinen im Teeniealter geht einem ziemlich schnell auf die Eier und streckt den ohnehin zu langen Film über Gebühr.

Auf der Habenseite kann „Hai-Alarm auf Mallorca“ die gute Chemie zwischen Ralf Moeller und Julia Stinshoff, die tollen Mallorca-Bilder, seine allgemein angenehme Bildsprache und ein paar wenige gute Gags und Actionmomente verbuchen. Demgegenüber steht ein teilweise arg unbeholfener Versuch eines Creature Features aus deutschen Landen. Dessen größtes Versäumnis ist, dass es seiner Kreatur gar keinen rechten Raum zum Wirken einräumt. Die unblutigen Kills auf „Wir dürfen niemanden verschrecken“-RTL-Movie-Niveau (Der Sender produzierte den Streifen) und die vollkommene Abwesenheit von Suspense schaffenden Momenten machen das Elend des sich viel zu ernst nehmenden Streifens vollends rund. „Hai-Alarm auf Mallorca“ traut sich nicht, mal richtig zu überdrehen und ist so kaum mehr als belanglose Stangenware.

4 von 10

Universum Film hat dem Streifen in Kooperation mit RTL eine DVD spendiert. Diese geht aktuell für erstaunliche Preise über den Ladentisch (out of print) und ist mit einer FSK 12 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
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Copyright aller Filmbilder/Label: Universum Film__Freigabe: FSK 12__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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Categorised in: Creature Feature, Reviews

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