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The Hitmen – Kill ’em all!

Originaltitel: Contract Killers__Herstellungsland: Neuseeland__Erscheinungsjahr: 2014__Regie: Mathew John Pearson__Darsteller: Renee Cataldo, James Trevena-Brown, Dallas Barnett, Luke Hawker, Logan Pithyou, Rob Young, Scott Edward Jackson, Neil Mayo, Tony MacIver, Kerry Glamsch u.a.
The Hitmen

“The Hitmen” könnte Actionfans durchaus munden!

Lee-Seng ist der beste Auftragskiller überhaupt. So nimmt es wenig Wunder, dass er eines Tages von einem Kerl engagiert wird, um fünf andere Auftragskiller zu erledigen. Mit eiskalter Präzision schaltet Lee-Seng die ersten vier Ziele aus, doch an Killer Nummer 5, Marshall, beißt er sich unerwarteterweise die Zähne aus.

Marshall denkt in der Folge gar nicht daran, sich vor Lee-Seng zu verkriechen. Vielmehr geht er selbst in die Offensive und versucht nebenbei, herauszufinden, wer Lee-Seng eigentlich mit den fünf Auftragsmorden betraut hat…

Soviel vorweg: Das große Ganze hinter „The Hitmen – Kill ’em all!“ wird zwar einigermaßen zufriedenstellend aufgeklärt, so richtig Sinn macht die gesamte Chose aber nicht. Dazu gesellen sich komplett unterentwickelte Figuren und Motive und obendrein tauchen immer mal kopflos in den Film geworfene Charaktere auf, die für den Streifen keinerlei Funktion haben. Auch die dargebotenen Dialoge taugen nicht viel und erreichen in ihren besten Momenten maximal Glückskeks-Spruch-Niveau. Die lahme deutsche Synchro macht vor allem den letzten Punkt nicht wirklich besser.

Nicht von dem Trailer abschrecken lassen! „The Hitmen“ kann was!

Doch schafft man es, sich an der Grundprämisse des Filmes festzuhalten – Killer killt andere Killer und stößt auf Probleme – wird man vor allem als Actionfan bei dieser Billigproduktion ein paar äußerst positive Seiten entdecken. Denn der neuseeländische „The Hitmen – Kill ’em all!“ aka „Contract Killers“ haut die Actionszenen in extrem dichter Folge raus und weiß schon in seiner ersten Sequenz zu überzeugen. Eine dynamische Choreografie mit coolen Posen macht hier richtig Druck. Das steigert sich über den Film hinweg immer mehr und mündet in einen für diese Budgetklasse erstaunlich lang ausgespielten Showdown.

In dem slidet der Held ballernd über den Boden und über Einrichtungsgegenstände eines Abbruchhauses, verteilt beidhändig ballernd blaue Bohnen, begeistert im Handling großkalibriger Automatikwaffen und sorgt für einen hübschen Bodycount mit ein paar derben Härten. Highlight ist sicher die Szene, in der er einen Lump so hart mit einem Schuss tritt, dass dieser durch den Raum geschleudert wird, nur um im Flug vom Helden noch eine Ladung Schrot auf den Pelz gebrannt zu bekommen.

Allgemein machen die Rigger des Filmes einen grandiosen Job. Zerren die angeschossenen Lumpen mit enormer Wucht durch die Räume und lassen sie mit Urgewalt gegen Wände und dergleichen mehr knallen. Auch die Choreografie der Action weiß absolut zu überzeugen und die knackigen Martial-Arts-Momente rocken ebenfalls schwer.

Doch was nützt all das Könnertum, wenn der Regisseur nix kann? Irgendwer hat Matthew John Pearson eingeflüstert, dass moderne Action nach „Bourne“ ausschauen muss. Leider hat Pearson keine Ahnung, dass diese Art der Darstellung dann doch etwas mehr ist als sinnloses Gereiße an der Kamera, blödes Rumgezoome und kopfloses Gezittere. So macht er als Cutter, Kameramann und Regisseur im Alleingang den Film ziemlich kaputt. Denn was bringt die beste Action, wenn man davon nix sieht?

Hinzu kommt, dass Pearson den selten dämlichen Entschluss fasste, seinen Film monochrom grau umzusetzen. Der Film wirkt dadurch beinahe wie ein Schwarz-Weiß Film und ersäuft in einem undefinierten Brei aus kontrastlosen Bildern. Diese triste Billigoptik kommt zumindest den CGIs sehr entgegen. Vor allem die CGI-Bluteffekte und die Trefferwirkungen im Interieur der Räumlichkeiten machen in dem optischen Umfeld richtig was her. Sorgen für etliche Brutalitäten und durchaus spektakuläre Momente. Den Explosions-CGIs kann aber auch die Mager-Optik nicht helfen. Die sehen so oder so Panne aus…

Was am Ende bleibt, ist ein Film, in dem die Macher sichtlich ihre großen Actionvorbilder nachahmen. Dabei seien vor allem John Woo, Tsui Hark und Ringo Lam genannt. Die leuchten in der Action immer mal wieder durch. Das Schöne ist, dass „The Hitmen – Kill ’em all!“ diese Vorbilder nicht nur kopiert, sondern einen ganz eigenen Flow und Rhythmus entwickelt. Die Folge sind ein paar erstaunliche Acionszenen, die man diesem C-Film so nie zugetraut hätte. Verstärkend hinzu kommt ein starker und vor allem sympathischer Hauptdarsteller, der sowohl in den Ballereien als auch den Kickereien eine vortreffliche Figur macht. Actionfans mit stabilem Magen sei dieser Film darum durchaus empfohlen. Wer allerdings mit zitternden und wackelnden Bildern nichts anfangen kann, der sollte direkt einen Bogen um diesen Actionfilm machen. Zumal die dürre Story die Seekrankheit nicht auszugleichen vermag. Im Großen und Ganzen kann man als Actionfan aber nur hoffen, dass das Team hinter „The Hitmen – Kill ’em all!“ noch weitere Produktionen stemmen wird – vorher aber bitte Regisseur Pearson feuern oder ihm zeigen, wie der Bildstabilisator einer Kamera funktioniert.

5 von 10

Die deutsche DVD/Blu-ray kommt von dem Label Lighthouse Home Entertainment und ist mit einer FSK 18 Freigabe ungeschnitten. Die Datenträger warten zudem mit diversen Featurettes zum Dreh des Filmes auf.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Lighthouse Home Entertainment__Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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