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Popeye the Slayer Man

Originaltitel: Popeye the Slayer Man__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2025__Regie: Robert Michael Ryan__Darsteller: Jason Robert Stephens, Sarah Nicklin, Angela Relucio, Scott Swope, Elena Juliano, Marie-Louise Boisnier, Mabel Thomas, Steven McCormack, Sean Michael Conway, Richard Lounello u.a.
Popeye the Slayer Man Artwork

„Popeye the Slayer Man“ deutet den Spinatfan heftig um.

Popeye ist eine Comic- und Zeichentrickfigur, die auf den amerikanischen Zeichner Elzie Crisler Segar zurückgeht und 1929 erstmals als Nebenfigur in einem Comic auftauchte. Die Figur kam gut an und drängte mehr und mehr in den Vordergrund. Richtig durchzustarten vermochte der rauflustige Seeman als Trickfilm-Reihe, die auch sein Markenzeichen, die Dosen mit Spinat, die eine Art Beast-Mode in ihm auslösten, etablierte. Fortan wurde sich in hunderten Cartoons unter anderem um Popeyes Love Interest Olive geprügelt.

2025 wurde Popeye gemeinfrei. Und wie bei Bambi, Peter Pan, Micky Maus, Betty Boop und Pu der Bär schalteten diverse Filmemacher sofort. Die britischen „Kreativen“ rund um das Poohniverse / The Twisted Childhood Universe brachten flott den Streifen „Popeye’s Revenge“ auf den Weg. Derweil drehten die amerikanischen Filmemacher rund um Regisseur Robert Michael Ryan eine eigene Version namens „Popeye the Slayer Man“. Diese startet dieser Tage auch in Deutschland durch.

„Popeye the Slayer Man“ geriert sich als astreiner Slasher. Entsprechend startet er in finsterer Nacht. Eine Frau rennt vor zwei Halunken davon. Sie versucht auf einem gewaltigen Fabrikgelände unterzutauchen. Doch ihre Verfolger können sie stellen. Adrian habe ihnen Koks gestohlen und dafür müsse sie nun bluten. Da kommt plötzlich eine leere Dose Spinat aus der Dunkelheit gerollt. Ihr folgt ein riesiger Kerl nach, der den einen Verfolger ausweidet und dem anderen den Schädel zerquetscht. Doch Adrian kann nun nicht durchatmen. Ganz im Gegenteil: Auch sie wird von der Gestalt gemeuchelt.

Nun lernen wir Dexter kennen. Der will eine Dokumentation über das Fabrikgelände drehen, auf dem soeben Adrian ihr Leben ausgehaucht hat. Eine urbane Legende will, dass ein gewaltiger Seemann auf dem Areal hause und Menschen kille. Da die Fabrikgebäude in absehbarer Zeit modernen Wohnungen weichen sollen, will Dexter die Gelegenheit nutzen und die Legende auf ihren Wahrheitsgehalt hin abklopfen. Mit vier Freunden beginnt er am folgenden Abend, die Fabrik zu durchforsten.

Schnell wird es für die Filmemacher brandgefährlich, denn wie der Zuschauer längst weiß, ist die Legende höchst lebendig und hat so gar keinen Bock auf ungebetene Besucher. Alsbald gibt es die nächsten Toten.

Schaut in den Film hinein

Popeye in rüde

Wer sich die eingangs erwähnten Filme bereits reingepfiffen hat, der findet in „Popeye the Slayer Man“ einen astreinen Wiedergänger von „Winnie the Pooh: Blood and Honey“ und Co. Der eigentlich herzensgute Seebär wird dementsprechend zu einem brutalen Killer umgedeutet, der diversen Menschlein sprichwörtlich den Schädel eintritt. Das Ergebnis ist ein 0815-Slasher, der weder sonderlich kurzweilig ist noch etwas aus seiner IP / seinem Hauptcharakter herausholt.

Die Cartoons hatten so viele witzige Momente, die man hätte referenzieren können und die dem lahmen Treiben sicherlich einiges an dringend benötigtem Witz hätten einimpfen können. Doch final wird weder der Verzehr des Spinats irgendwie zelebriert (witzigerweise ist dieses Detail auch noch nicht gemeinfrei!!!) noch darf Popeye mal so richtig die Fäuste fliegen lassen. Stattdessen taucht er immer random genau da auf, wo ein zukünftiges Opfer herumlatscht, und macht es danach wenig feinfühlig platt.

Die Helden des Slashers

Dexter (links) will einfach nur eine Dokumentation drehen.

Dabei wird zwar auch mal gesplattert, kreative oder gar witzige Kills erlebt man allerdings nicht. Schädel werden zermatscht, zerdrückt und zertreten, mit einem Anker wird eine Kehle durchtrennt und Popeye verdreht Köpfe gerne mal um 180 Grad. Die Opfermasse ist dabei so bescheuert unterwegs, dass sie sich in gleich zwei Fällen sogar selbst killt.

Und weil dass den Opfervorrat zu sehr reduziert hätte, um 90 Minuten Film voll zu bekommen, tauchen auch immer brav neue Charaktere am Schauplatz auf. Das ist größtenteils radebrechend unlogisch herbei geschrieben, passt aber gut zu den ebenfalls alles andere als gut geschriebenen Dialogen. Dexter und Co. labern eigentlich durchweg nur Grütze.

Popeye the Slayer Man Filmstill

Im Hintergrund baut sich die Bedrohung Popeye auf.

Obendrein passiert in „Popeye the Slayer Man“ nicht wirklich viel. Eine Menge Leerlauf ist die Folge. Und schlägt der killende Seemann dann endlich zu, generiert nicht einmal das Spannung. Dazu sind einem die doofen Helden viel zu egal. Und Regie und Drehbuch haben keinerlei Ahnung von einem gekonnten Spannungsaufbau. So geraten selbst die „Verfolgungsjagden“ zwischen Popeye und seinen Opfern elend langweilig.

Was gefällt, ist die Aufmachung von Popeye. Die Maske funktioniert, auch der Bodysuit, der das Äußere von Popeye-Darsteller Jason Robert Stephens grotesk verformt, sieht okay aus. Die Splattermomente sind zwar handmade umgesetzt, sehen aber nicht sonderlich gelungen aus. Ab und an wirkt das Blut einfach zu hell, um echt zu wirken. Und manche Effekte geraten schon arg durchsichtig.

Popeye killt in "Popeye the Slayer Man"

Popeye lässt den Schädel eines Deppen poppen. Copyright: FreeWind Media GmbH / Foto: Dylan Avery

Darstellerisch ist in dem Film gar nichts los. Die Schauspieler wirken rundweg zu alt für die Charaktere, die sie verkörpern, und agieren durchweg stocksteif. In technischer Hinsicht dominiert ein langweiliger Digitallook. Der Schauplatz der Fabrik wirkt gigantisch, lässt aber kaum Atmosphäre aufkommen. Auch und vor allem, weil der Film die Dunkelheit der Location nie zu seinem Vorteil nutzt. Der immer mal wieder ertönende Synthwave-Score macht durchaus Laune, wird aber zu selten eingesetzt.

„Popeye the Slayer Man“ muss noch deutlich mehr Spinat verputzen, um gut zu werden

Das größte Versäumnis des amerikanischen Slashers ist, dass er so gut wie nichts aus seiner Hauptfigur herausholt. Obschon diese die einzige Existenzberechtigung für diesen Film ist. Erst gegen Ende fängt „Popeye the Slayer Man“ überhaupt an, mal so etwas wie eine Mythologie um seinen Killer zu entwickeln. Die ist gar nicht mal so blöde, hat aber keinerlei Impact mehr auf die Wahrnehmung des Streifens durch den Zuschauer.

Der hat da nämlich längst den Eindruck, sich lange genug durch den reichlich langweiligen Slasher gequält zu haben. Der nervt mit schwachen Darstellern, miesen Dialogen und einer egalen Geschichte, wovon er weder mit Titten und Ärschen noch mit kreativen Kills oder humorigen Momenten abzulenken versucht.

03 von 10

„Popeye the Slayer Man“ startet am 23. April 2025 in seine digitale Auswertung. Zunächst zum Kaufen, ab 30. April dann auch zum Leihen. Der Film kommt uncut mit einer Freigabe ab 16. Eine physische Auswertung ist vom Rechteinhaber FreeWind Media bislang nicht vorgesehen. In den USA gibt es eine DVD und Blu-ray von Vantage Media zu erstehen.

In diesem Sinne:
freeman

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