Actionfilme, Actionstars und einfach Action satt

First Kill

Originaltitel: First Kill__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2017__Regie: Steven C. Miller__Darsteller: Hayden Christensen, Bruce Willis, Gethin Anthony, Heather Johansen, William DeMeo, Tyler Jon Olson, Charlotte Kirk, Magi Avila, Tamara Belous u.a.
First Kill mit Bruce Willis

Bruce Willis hilft als Kleinstadtbulle Hayden Christensen bei dessen Suche nach seinem Sohn.

Will und Laura lieben ihren Sohn Danny abgöttisch. Umso mehr bricht es ihnen das Herz, als selbiger in seiner Schule von einem Rowdy immer und immer wieder verprügelt wird und sich nicht wehren kann. Will beschließt darum, mit seiner kleinen Familie in die Heimat seiner Kindheit zu reisen und mit seinem Sohn einen Jagdtrip zu unternehmen. Dieser, so hofft Will, müsse Danny helfen, festzustellen, was für ein Kerl tatsächlich in ihm stecke.

Doch natürlich kommt es ganz anders. Denn als Vater und Sohn gerade ein Rotwild ins Visier nehmen, tauchen zwei Kerle auf und streiten sich lautstark um irgendeine Tasche. Als der eine kurz darauf einen Schlüssel ins Unterholz schmeißt und erklärt, das sei der Schlüssel zu dem Schließfach gewesen, in dem er die Tasche hinterlegt habe, haut es bei dem anderen die Sicherungen durch. Er schießt auf sein Gegenüber.

Ein erschreckter Laut Dannys verrät dem Schützen, dass er und sein Partner nicht allein waren. Blindwütig beginnt er in Richtung des Vater-Sohn-Gespanns zu feuern. Will weiß, dass er handeln muss, wollen er und sein Sohn diesen Jagdtrip überleben. Er legt an und setzt einen tödlichen Fangschuss. Dann schnappt er sich den anderen angeschossenen Mann und bringt ihn zu seiner Frau, die als Ärztin ihr Geld verdient. Sie entfernt die Kugel aus dem Körper des Angeschossenen und näht ihn behelfsmäßig zusammen.

Als der wieder aus dem Schockzustand erwacht, schnappt er sich Danny und Will und zwingt sie, ihn zu dem Ort zu bringen, wo er angeschossen wurde. Er benötigt den weggeworfenen Schlüssel. Dringend. Und die beiden sind die einzigen, die gesehen haben, wo der Schlüssel gelandet ist. Doch erneut läuft nichts nach Plan. Ein Cop taucht auf. Der Angeschossene schnappt sich Danny und verschwindet mit ihm… Will weiß nun, was zu tun ist: Er muss den Schlüssel finden und ihn gegen seinen Sohn eintauschen. Und er weiß, dass er niemandem trauen darf, denn der Mann, den er selbst erschossen hat, war ein Cop!

Schaut in “First Kill” mit Bruce Willis hinein

“First Kill” hat prinzipiell eigentlich alles, um als kleiner, flotter Thriller durchzustarten. Die Ausgangssituation ist nicht unspannend und höchst funktional ausgerichtet. Man hat zwar alles irgendwie schon einmal gesehen, aber das muss ja nichts Schlechtes bedeuten. Im Falle von “First Kill” tut es das allerdings. Denn der Film von Steven C. Miller („Silent Night“) scheint nie durchzustarten. Mag keine rechte Spannung aufbauen. Verkauft seine Volten fast schon gelangweilt. Kann nie überraschen.

Zudem ist die Action sehr spärlich gesät. Um genau zu sein, hat es bis auf drei sehr kurze und vor allem unspektakuläre Sequenzen gar keine. Es wird ein wenig geballert. Eine rasant gemeinte Quad-Verfolgungsjagd ist zu Ende, bevor sie Eye Candy generieren kann. Und der Showdown hat zwar prinzipiell einen hübschen Shootout zu bieten, beschränkt sich aber auf derart wenige Protagonisten, dass auch hier keine Stimmung aufkommt.

Zudem wirkt spätestens der Showdown seltsam überkonstruiert. Weil “First Kill” versucht, wirklich jede für den Film halbwegs wichtige Figur an dem Ort des Geschehens zu versammeln und dabei die Logik arg überstrapaziert beziehungsweise so manchen Spannungsaufbaujoker zu viel zieht. Zudem wirkt das jetzt präsentierte Geschehen rund um den großen Oberlump seltsam fahrig inszeniert.

In keiner einzigen Einstellung interagiert selbiger mit irgendeiner der beteiligten Personen! So als wäre er beim Abdrehen des eigentlichen Showdowns gar nicht vor Ort gewesen. Was man auch sieht, da die Figur in zwei Totalen, die sie mit den anderen Figuren „zusammenbringen“ sollen, sichtlich gedoubelt wird. Ob der Darsteller keinen Bock mehr auf den Dreh hatte oder das Ende ursprünglich anders geplant war, man weiß es leider nicht.

Was man weiß, ist, dass Hayden Christensen („Outcast“) als Will weitgehend einen ganz soliden Auftritt hinlegt. Blöderweise geht ihm in einigen Szenen die Verzweiflung seiner Figur vollkommen ab. Er, eingeführt als New-Economy-Wicht, bleibt durchgehend viel zu ruhig und abgeklärt. Fast als müsse er jedes Wochenende um seine Familie kämpfen. So richtig verzweifeln darf dafür die hübsche Megan Leonard („Arsenal“) als Laura. Und sie darf den ganzen Film über ihr „Kostüm“ aus Schlafanzughose und Schlabbershirt nicht ablegen. Erstaunlich.

Ty Shelton hat als Danny ein par sehr starke Momente mit Gethin Anthony, der den angeschossenen Levi zum tragischen Helden der Story ausgestalten darf und das durchaus sympathisch durchzieht. Bruce Willis („Marauders“) wirkt als Stadtsheriff einigermaßen engagiert. Hat im Vergleich zu anderen Emmet/Furla-Produktionen sogar einen recht großen Part abbekommen und darf endlich mal wieder mit Recht als einer der Hauptdarsteller aufgeführt werden. Leider entwickelt sich seine Figur in zu vorhersehbaren Bahnen.

In technischer Hinsicht ist “First Kill”, wie von Emmet/Furla-Produktionen gewohnt, sauber umgesetzt. Die breiten, farbsatten Bilder überzeugen. Das Wald-und-Wiesen-Setting hebt sich vom etwas zu standardisierten Großstadtsetting anderer B-Streifen ab und wird von Regisseur Steven C. Miller richtig kräftig in Richtung warmer Farben korrigiert. Man glaubt gerne, dass man hier vom Großstadtstress ausspannen könnte. Drohnenkameraflüge bringen einige nette Einstellungen der Natur ins Spiel. Der Soundtrack verrichtet derweil seinen unspektakulären Dienst.

Und genau da liegt das Hauptproblem des gesamten Filmes: Er ist schlicht und ergreifend total unspektakulär. Die generische, für einen flotten Actionthriller aber alles andere als ungeeignete Story baut aus sich heraus einfach keinerlei Zug oder Spannung auf. Obendrein schafft es Regisseur Steven C. Miller nie, die gefühlt immer mehr zum Stillstand kommende Story zum Beispiel mittels Action zu dynamisieren oder wenigstens kleine Highlights zu setzen. Spätestens wenn die Hauptfigur, die eigentlich total unter Spannung stehen müsste, aufgrund des teilweise arg unaufgeregten Spiels von Hauptdarsteller Hayden Christensen wirkt, als sei ihr das Schicksal des Sohnes reichlich egal, geschieht beim Zuschauer genau dasselbe mit dem gesamten Film. So kann “First Kill” eigentlich nur für sich verbuchen, dass er optisch höchst patent in Szene gesetzt wurde und dass zumindest Bruce-Willis-Fanboys ihren Star mal wieder in einer größeren Rolle erleben dürfen.

3 von 10

“First Kill” sollte eigentlich im Januar von KSM erscheinen, wird im Verleihprogramm des Anbieters aber noch nicht geführt. Das Review basiert auf der britischen Veröffentlichung von dem Label Signature. Selbiges vertreibt den Film nur auf DVD mit einer Freigabe ab 15.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label der britischen-VÖ: Signature__Freigabe: ab 15__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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