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Silent Night – Leise rieselt das Blut

Originaltitel: Silent Night__Herstellungsland: Kanada, USA__Erscheinungsjahr: 2012__Regie: Steven C. Miller__Darsteller: Malcolm McDowell, Jaime King, Brendan Fehr, Ellen Wong, Donal Logue, Lisa Marie, Jessica Cameron, Ali Tataryn, Cortney Palm, Aaron Hughes, Courtney-Jane White u.a.
Silent Night

Ein garstiges und gelungenes Remake: “Silent Night”

Das Fest der Liebe steht mal wieder vor der Tür. Grund genug für das kleine Label Pierrot Le Fou das bereits 2012 entstandene Remake des bei uns indizierten Slashers „Silent Night, Deadly Night“ (aka „Stille Nacht, Horror Nacht“) aus dem Jahre 1984 auf den Markt zu bringen und den Horrorfan mit einem besonders garstigen Weihnachtsmann zu erfreuen.

Cryer, ein kleines Städtchen in den USA, hat ein schlimmes Jahr hinter sich. Die städtische kohleverarbeitende Fabrik wurde geschlossen und der halbe Ort von einem Moment auf den anderen arbeitslos. Seitdem ist Cryer der Sünde verfallen. Es wird mit Kokain gedealt und in den Hinterzimmern werden Pornos gedreht. Man versucht eben alles, um über die Runden zu kommen. Das kann ein Typ im Weihnachtsmann-Kostüm so gar nicht gut finden und er nimmt sich der sündigen Schäfchen der Stadt an.

Ihm stets auf den Fersen: Deputy Bradimore. Eine junge Dame, deren Mann im letzten Jahr verstorben ist, weswegen sie das erste einsame Weihnachten ursprünglich so ruhig wie möglich angehen wollte. Da kam ihr die blutige Mordserie des irren Santas alles andere als gelegen. Nun sollte man zwar meinen, dass es für sie ein Leichtes sein sollte, einen Typ im Weihnachtsmann-Outfit festzusetzen, doch blöderweise ist Cryer berühmt berüchtigt dafür, alljährlich die größte Weihnachtsmann-Parade der Welt abzuhalten. Damit ist der Kreis der Verdächtigen alles andere als einfach eingrenzbar… und die letzte Hoffnung auf eine stille Nacht für Deputy Bradimore gestorben.

„Silent Night“ ist ein Remake, das recht früh sehr eigene Wege geht. Während beispielsweise im Original von Anfang an klar ist, wer der Killer im Weihnachtsmann-Kostüm ist, bleibt dessen Identität im Remake bis zur Schlussszene ein Geheimnis. Und während das Original dem Täter folgte und sich zumindest ansatzweise an einem Portrait eines Serienkillers versuchte, sind wir im Remake immer dran an Deputy Bradimore. Derweil fährt der killende Weihnachtsmann einem Michael Myers oder Jason Voorhees gleich eher punktuell durch die Opferschar und sorgt für die mal amüsanten, mal sehr zynischen Highlights des Filmes.

Silent Night

Santa testet, ob der Häcksler bei Kontakt mit menschlichen Körperteilen automatisch stoppt. Tut er nicht…

Denn „Silent Night“ ist kein Kind von Traurigkeit. Da platzen Augen in den Höhlen, werden Körperteile abgetrennt, landen Opfer im Häcksler und werden sogar Kinder brutal gemeuchelt. Auch die berühmte (nennen wir sie mal so) „Arsch-Geweih-Szene“ des Originals wird im Remake neu aufgelegt. Dass Regisseur Steven C. Miller derartige Momente gerne handmade umsetzt, hat er in brutalen kleinen Reißern wie „Aggression Scale“ bereits bewiesen und in „Silent Night“ geht er von seinem eingeschlagenen Weg glücklicherweise nicht ab. Leider verhalten sich die Opfer des Filmes allesamt wie Opferlämmer und keiner scheint auch nur ansatzweise mal den Anschein erwecken zu wollen, sich wehren zu können. Hier ist „Silent Night“ fast schon ein wenig zu altmodisch in seiner Ausrichtung.

Grundsätzlich setzt Miller bei seinem Film auf einen ziemlich düsteren Look und einen allgemein eher grimmigen Grundton. Weshalb sein Remake auch nie in die Funsplatterecke abrutscht. Miller nimmt seinen Film schon ziemlich ernst. Das sorgt für eine durchaus konsistent dunkle Atmosphäre und lässt hier und da sogar so etwas wie Spannung aufkommen.

Silent Night

Deputy Bradimore sieht den Wald vor lauter Santas nicht…

Die Darsteller verrichten einen ordentlichen Job. Dank des Mitwirkens von Jaime King („Sin City“) denkt man auch unweigerlich an ein anderes gelungenes Remake der letzten Jahre: „My Bloody Valentine 3D“. Dieser Film kommt einem beim Betrachten von „Silent Night“ wirklich häufiger auf positive Art und Weise in den Sinn. Flankiert wird sie von einem coolen Malcolm McDowell („Mirror Wars“), der für einige amüsante Momente und Sprüche sorgen darf. Die restlichen Darsteller, etwa Cortney Palm aus „Sushi Girl“ oder „Zombiber“, werden in schöner Regelmäßigkeit zur Schlachtbank geführt und dürfen barbusig oder laut krakeelend aus dem Leben scheiden. Den gut maskierten Darsteller des Weihnachtsmannes bekommt man erst in den letzten Minuten wirklich zu sehen, womit sich dann auch direkt ein Sequel anbieten würde. Zumal ja auch das Original gleich eine ganze Legion an Fortsetzungen nach sich zog.

Und im Grunde braucht es doch gerade in der Weihnachtszeit Filme wie „Silent Night“. Den giftigen Gegenentwurf zu dem langweiligen Harmonie-Blabla, das einen in der besinnlichen Zeit in den Kinos, im TV und freilich an der heimischen Festtafel einlullt. Und als Stachel im Fleisch der politischen Korrektheit funktioniert dieser blutige und erstaunlich kompromisslose Slasher hervorragend. Zwar erzählt der Film wirklich überhaupt gar nichts Neues und sind seine Figuren kaum mehr als wandelnde Klischees, dennoch zieht „Silent Night“ sein eigentliches, angenehm altmodisch anmutendes Programm zur Freude des Zuschauers knallhart durch, ist trotz kleiner Tempoprobleme nie langweilig und macht in seinen Gewaltmomenten wirklich keine Gefangenen. Rohe Weihnachten kann man da nur sagen!

Der brutale Slasher erscheint am 5. Dezember 2014 auf DVD und Blu-ray im deutschen Handel und kommt von Pierrot Le Fou. Die FSK 18 freigegebene Version ist dabei um einige explizite Sekunden erleichtert wurden. Nur die Spio/JK freigegebene Version ist ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Pierrot Le Fou__Freigabe: Spio/JK__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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