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Hungry

Originaltitel: Hungry__Herstellungsland: USA, Großbritannien__Erscheinungsjahr: 2026__Regie: James Nunn__Darsteller: Madison Davenport, Tracey Bonner, Joaquim de Almeida, Michel Curiel, Samantha Coughlan, Olivia Bernstone, Jim Meskimen, River Codack, Joe Azzopardi u.a.
Hungry DVD Cover

In diesem Creature Feature ist ein Nilpferd „Hungry“.

Sistine verbringt ihren Urlaub mit ihrer Freundin Hannah in New Orleans. Als Hannah sich von einem örtlichen Tourguide einen Trip ins Bayou aufschwatzen lässt, ist Sistine nicht sonderlich begeistert. Dennoch treten beide den Trip an. In einem kleinen Boot und mit vier weiteren abenteuerlustigen Touristen geht es mit Guide Rodrigo ins größte zusammenhängende Sumpfgebiet Amerikas.

Die Reisetruppe hofft vor allem, die heimischen Alligatoren bewundern zu können. Um ihnen ein besonders stattliches Exemplar zeigen zu können, verlässt Rodrigo früh die eigentliche Route. Im Revier des riesigen Alligators angekommen, ist das Staunen bald gewaltig, denn irgendetwas hat den Alligatoren in zwei Hälften gerissen.

Schnell versucht Rodrigo, wieder auf die eigentliche Tour-Route zurückzukehren, als das Boot auch schon von etwas gerammt wird. Es kentert und die Insassen retten sich auf einem aus dem Fluss wachsenden Baum. Von hier aus werden sie Zeuge, wie ein gewaltiges Flusspferd immer neue Attacken auf die Gestrandeten fährt. Bald sind erste Opfer zu beklagen.

Schaut in den Film hinein

Dieses Hippo ist gar nicht happy

Es ist schon erstaunlich, wie stark „Hungry“ dem vor kurzem erschienenen Alligator-Horror „The Bayou“ ähnelt. Dabei werden gefühlt ganze Abläufe repliziert: Das Stranden im Sumpf, die Tierattacken, der Showdown in einem befestigten Gebäude. Dem mengte Regisseur und Drehbuchautor James Nunn („One Last Shot“) noch viel von dem Krokodil-Horror „Black Water“ bei, indem er seine Helden ebenfalls lange Zeit auf einem Baum im Sumpf verortet. Was Nunn neu beimischt, ist die Bedrohung selbst. Diesmal geht es nicht um Krokodile/Alligatoren, sondern eben um ein Nilpferd.

Was selbiges in New Orleans zu suchen hat, versucht Nunn gar nicht erst, logisch zu erklären. Stattdessen lässt er seine Figuren immer mal wieder wilde Geschichten erzählen, die zumindest ansatzweise eine Erklärung liefern könnten. Wirklich nachvollziehbar geraten aber auch diese nicht. Dafür startet James Nunn zumindest schnell in seine Story. Wir dürfen ein paar schöne Schnittbilder von New Orleans genießen – gedreht wurde im Übrigen auf Malta – und auch erste Alligatoren werden früh gesichtet.

Szene aus dem Creature Feature von James Nunn rund um ein Nilpferd

Ist das ein Nilpferd? Jupp! Hier in New Orleans? Jupp! Copyright: LEONINE Studios / Foto: Mark Cassar.

Dann attackiert das Nilpferd das Schiff. Und obschon fortan die Spannung Purzelbaum schlagen sollte, startet „Hungry“ in einen unerquicklichen Part. Denn Nunn bekommt in dem Abschnitt, in dem die Figuren auf dem Baum im Wasser herumturnen, keine Spannung aufgebaut. Der Hauptgrund: Das wütende Nilpferd taucht mal eben für gefühlte Ewigkeiten ab. Und obschon die Figuren weitgehend sehr sympathisch gezeichnet wirken, interessiert sich Nunn kein Stück für sie.

Egale Dialoge, nicht wirklich logische Verhaltensweisen und die Abwesenheit jedweder Form von Bedrohungen (es hätte ja auch mal ein Alligator zuschnappen können) dominieren nun den Film. Der sich zu ziehen beginnt. Zumindest sieht er wirklich toll aus. Nunn inszeniert sein Creature Feature nämlich mit sonnendurchfluteten, angenehm bunten Bildern.

Irgendwann schlägt dann auch der eigentliche Hauptdarsteller mal wieder zu. Dabei fällt auf, dass Nunn in diesen Momenten kaum Druck aufgebaut bekommt. Die Dampfwalze auf vier Beinen schafft es in „Hungry“ nicht einmal, Boote derart zu attackieren, dass alles darin meterweit wegfliegt. Auch der Baum nimmt bei den Attacken kaum Schaden. Und die Angriffe geraten seltsam harmlos. Die meisten Kills passieren im Off. Einzig etwas im Wasser treibendes Blut deutet auf Derberes hin.

Joaquim de Almeida gegen das Nilpferd aus "Hungry"

Joaquim de Almeida pult zwischen den Zähnen des Nilpferdes herum. Copyright: LEONINE Studios / Foto: Mark Cassar.

Erst im Showdown haut Nunn mal auf die Pauke. Lässt das Tier den Schauplatz des Geschehens teils herrlich genial zerstören. Allgemein ist im Showdown ordentlich Pfeffer drin. Das Tempo passt, es gehen noch einmal ein paar Charaktere drauf und vor allem die Effekte sitzen. Das machen sie im Übrigen durchgehend, vor allem das an handgemachten und digitalen Effekten gereichte Nilpferd sieht klasse aus. Auch ein paar Feuereffekte aus dem Rechner funktionieren gut.

Darstellerisch geht „Hungry“ ebenfalls vollkommen in Ordnung. Vor allem Madison Davenport („From Dusk till Dawn: The Series“) als Sistine liefert stark ab. Das bekannteste Gesicht gehört Joaquim de Almeida („Der Pfad des Legionärs“), der als knurriger Chef des Tour-Unternehmens ein paar feine Szenen abbekommen hat. Zumindest beim Ableben der Figuren setzt es durchaus auch Überraschungen, da man einige nicht zwingend als Nilpferdfutter eingestuft hätte. Zumindest hier ist „Hungry“ nicht gar so vorhersehbar.

„Hungry“ macht nicht richtig satt

Sieht man mal von der „Idee“ ab, ein Nilpferd (gemeinhin ein Pflanzenfresser) auf Menschenjagd gehen zu lassen, besitzt „Hungry“ kein Stück genug Eigenständigkeit, um sich von anderen Creature Features abzuheben. Zudem generieren Drehbuch und Regie immer wieder Leerlauf, der dem Film, seiner Atmosphäre und vor allem der Spannung heftig schadet. Immer wieder lässt „Hungry“ locker und kommt einfach nicht zu Potte. Als Pluspunkte müssen die gelungene technische Umsetzung, die guten Darsteller und die netten Effekte rund um den eigentlichen Star gewertet werden. Den trashy Konkurrenten „Hippo’s Revenge – Drei Tonnen Zorn“, der vor „Hungry“ ein Nilpferd zum Killer machte, sticht das Creature Feature natürlich mühelos aus. Ein wirklicher Kracher sieht aber anders aus.

05 von 10

Das Creature Feature erscheint am 16. Oktober 2026 auf DVD und Blu-ray von LEONINE Studios. Der Film hat ungeschnitten eine Freigabe ab 16 erhalten. Extras zum Film hat es leider keine. Ihr könnt den Film auch streamen.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: LEONINE Studios__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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