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The Runner

Originaltitel: The Runner__Herstellungsland: Großbritannien__Erscheinungsjahr: 2026__Regie: Kevin Macdonald__Darsteller: Gal Gadot, Rory Wilmot, Damian Lewis, Alfred Enoch, Christopher Moore, Pierre Bergman, Phoenix Di Sebastiani, Millicent Wong, Stevie Binns, Ruby Valentino, Samson Cox-Vinell u.a.

Wir haben auch eine Kurzkritik in Form eines Videos für euch!

Gal Gadot in "The Runner" Artwork

Gal Gadot rennt um das Leben ihres Sohnes in „The Runner“.

Im Kino startet heuer eine Actionkomödie mit Alan Ritchson und Owen Wilson. „Runner“ heißt das gute Stück. Fast gleichzeitig lancierte Amazon Prime nun einen Streifen, der dem Titel nach für einige Verwirrung sorgen könnte: „The Runner“. Zumindest geht es in dem Amazon-Werk wortwörtlich um viel Gerenne.

Maia, alleinerziehende Mutter und Staranwältin, joggt durch einen Park in London. Beständig klingelt ihr Telefon. Freunde und Kollegen binden immer wieder ihre Aufmerksamkeit. Bis auf einmal eine unbekannte Nummer auf dem Display angezeigt wird. Eine Stimme, die digital verfremdet wirkt, erklärt, sie habe Maias Sohn Noah in ihrer Gewalt. Der zuckerkranke Junge werde zudem in einem komatösen Zustand gehalten, der tödlich für ihn enden werde.

Wolle Maia dies verhindern, müsse sie einen Mord begehen. Ziel sei der Kronzeuge ihres aktuellen Falles. Ein Fall, der enorme Tragweite hat und sich gegen eine enorm wichtige Unterweltgröße richtet. Maia ist komplett geschockt, doch sie weiß dank moderner Tracking-Technik, dass ihr Gegenüber nicht lügt, was ihren Sohn betrifft. Sie gibt vor, sich in ihr Schicksal zu fügen.

Entsprechend gibt ihr die Stimme 60 Minuten Zeit, durch halb London zu rennen und den Mord auszuführen.

Schaut in den Film hinein

Gal Gadot rennt und rennt und rennt

„The Runner“ trifft eine Menge Fehlentscheidungen. Die gewichtigste greift direkt zu Beginn des Filmes, denn Regie und Drehbuch legen vollkommen unbedarft alle Punkte offen, die andere Filmemacher genutzt hätten, um Spannung zu bolzen. Wen soll Maia warum killen? Berechtigte Fragen, die hier SOFORT beantwortet werden. Spannend bleibt nun nur, ob Maia den Weg in 60 Minuten schafft und wie sie sich eventuell aus der Situation heraus laviert. Doch diese Fragen tragen den Film nicht, zweitere wird von ihm auch gar nicht offensiv verfolgt.

Zusätzlich fühlt sich der ganze Plan des Lumps einfach nur hirnverbrannt an. Warum verlangt dieser, dass sein Mordwerkzeug rennend zu dem Kronzeugen gelangen soll? Soll Maia verschwitzt und stinkend behaupten, ihr sei noch was vor dem anstehenden Gerichtstermin eingefallen, weshalb sie hergejoggt sei? Ein Unfug. Und wie stehen die Chancen, dass der Mord gelingt, wenn Maia abgekämpft und K.O. am Ort des Geschehens eintrifft? Nichts davon macht Sinn. Auch die Erklärung, Maia könne joggend keinen Kontakt mit anderen aufnehmen, ist einfach nur bekloppt, wie der Film selbst beweist!

Dazu kommen die langsamsten Züge der Filmgeschichte, epische Stolperer und eine Läuferin, die nach 40 Minuten Höchsttempo immer noch jedem davon läuft. Diese Logikbugs und unerklärlichen Einfälle sind nur die Spitze des Eisberges. Immer wieder sitzt man demzufolge vor „The Runner“ und schlägt die Hand vor die Stirn.

Gal Gadot in "The Runner"

Gal Gadot nimmt eine unerlaubte Abkürzung mit den Öffentlichen… Copyright: Amazon MGM Studios.

Zum Glück haben wir mit Kevin Macdonald („How I Live Now“) einen Regisseur, der sein Handwerk versteht. Zwar scheint er keinen Bock gehabt zu haben, bei dem Skript zu intervenieren, aber er findet Mittel und Wege, um über dessen Unzulänglichkeiten zumindest für die Laufzeit des Filmes hinwegzuhetzen. Entsprechend macht er einfach durchweg Tempo. Seine Hauptfigur ist immer in Bewegung und so auch „The Runner“.

Selbst die ultrakurze Exposition von Maia und ihrem Sohnemann ist Stress und Tempo pur. Und direkt danach ist Gal Gadot („Red Notice“) als Maia nur noch am Rennen. Und wie sie das macht. Wie eine Maschine. Mit wahnsinnigem Schrittmaß und Bewegungen im Oberkörper, die keinen Widerspruch dulden. Keck hüpft zudem Maias Zopf, der wie ein Taktzähler das Tempo des Filmes vorzuschreiben scheint.

Während Gal Gadot durchaus vermittelt bekommt, dass ihr Charakter beständig am Denken und Grübeln ist, wie sie diese Situation schadlos überstehen kann, kommt ihr Antagonist nicht in Fahrt. Wer in die Besetzungsliste schaut oder die IMDB nutzt, der weiß sofort, wer den geheimnisvoll gedachten Lump gibt. Ein echt starker Darsteller, der sonst auch aus nicht gehaltvollen Rollen viel machen kann.

Gal Gadot im Actionfilm von Kevin Macdonald

Gal Gadot mit ihrem Filmsohnemann Noah. Copyright: Amazon MGM Studios.

Hier funktioniert das nicht. Er kommt kein Stück bedrohlich rüber, hat nichts zu sagen und ist einfach kein Gegner. Und er ist nicht glücklich gezeichnet. Mal ist er allgegenwärtig und weiß alles, was Maia macht, eine Szene später lässt er sich einfach übertölpeln – trotz technischer Gadgets, die er mal spielend und mal gar nicht beherrscht. Einfach verschenkt.

Dafür macht Macdonald auch optisch Tempo. Seine Kamera fliegt neben Gal Gadot her. Eine heruntertickende Uhr macht im „24“-Stil klar, wie viel Zeit Maia noch bleibt, um ihren Sohn zu retten. Schnelle Schnitte, eine vor die Brust geschnallte Kamera, wilde Kamerabewegungen und Bildverfremdungen sorgen auch optisch für Druck. Die Musik treibt den Film ebenfalls gut voran, hätte in dem Fall aber auch noch deutlich effektiver geraten dürfen.

Last but not least hält Macdonald seinen im eigenwilligen 1,50:1-Format daherkommenden Film kurz. Dementsprechend kommt „The Runner“ auf gerade einmal knapp 80 Minuten Nettolaufzeit. Und das reicht für einen kurzen Adrenalinkick durchaus aus. Final steht und fällt der Film aber freilich mit seiner Auflösung. Die war mir – wie eben der Rest vom Film – zu sehr konstruiert, funktionierte rein inhaltlich meines Erachtens aber ganz ordentlich. Einzig der Umgang mit dem Lump geriet so egal wie dessen gesamte Zeichnung.

„The Runner“ sprintet am Ziel vorbei

Am Ende steht ein Actionthriller, der über seine effektiv-kurze Laufzeit hinweg amtlich Tempo macht und damit über diverse Problemherde hinwegrast. Zudem macht Gal Gadot als „Lola rennt“-Variante eine physisch sehr präsente und gute Figur. An ihrer Seite rennt man gerne durch London. Leider ist die Handlung von „The Runner“ überkonstruiert und gleichzeitig wenig durchdacht, was es schwer macht, sie auch nur ansatzweise ernstzunehmen. Zumal der Film dem Zuschauer immer noch mehr erzählerische Unzulänglichkeiten kredenzt, anstelle vielleicht irgendeine Abbiegung in Richtung nachvollziehbares Storytelling zu nehmen. Und so stellt sich „The Runner“ extrem effektiv immer wieder selbst ein Bein.

04 von 10

Amazon Prime hat den Film Anfang September in sein Portfolio aufgenommen, wo er mit einer Freigabeempfehlung ab 12 ungeschnitten zum Abruf bereitsteht.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Amazon MGM Studios__Freigabe: FSK 12__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Nein, nur digital

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