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Traumatic – Die Macht des Dämons

Originaltitel: Traumatika__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2024__Regie: Pierre Tsigaridis__Darsteller: Rebekah Kennedy, Emily Goss, Ranen Navat, AJ Bowen, Sean O’Bryan, Sean Whalen, Alondra Andrade, Maxime Rancon, Susan Gayle Watts u.a.
Traumatic - Die Macht des Dämons Mediabook-Cover

Das Cover des „Automatic“-Mediabooks.

Ein Junge namens Mikey hat den Notruf gewählt. Er erklärt seinem Gegenüber, dass er unter einem Tisch hocke, um sich vor seiner Mutter zu verstecken. Diese sei ein Monster. Die angerufene Notruf-Mitarbeiterin versucht, den Jungen zu beruhigen. Da sehen wir wortwörtlich durch die Augen des Jungen, dass er nicht lügt. Seine Mutter ist ein Monster. Offensichtlich ist sie von etwas besessen. Mikey flieht durch das finstere und verwinkelte Haus.

Da taucht ein Cop auf. Er wurde zu dem Haus gesandt und nimmt nach einem kurzen Gespräch mit der Mutter von Mikey das Haus in Augenschein. Im Keller findet er mehrere Leichen. Einige davon Kinder. Da wird er selbst von etwas angegriffen. Als seine Kollegen anrücken, ist es für ihn längst zu spät.

Mikey entpuppt sich im Nachgang als lange gesuchtes Entführungsopfer. Doch wieso bezeichnete er seine Entführerin als Mutter? Warum hat die sich so eigenartig verhalten? Und was hat all das mit dem Dämon Volpaazu zu tun?

Schaut in den Film hinein

Dieser Horror könnte triggern

„Traumatic – Die Macht des Dämons“ beginnt mit einer Trigger-Warnung. Und dies vollkommen zu Recht. (Kindes-)Missbrauch, Inzest, Selbstmord, Kindesentführung, eine selbst herbeigeführte Abtreibung, Traumata… der Film von Regisseur und Drehbuchautor Pierre Tsigaridis arbeitet mit finsteren Motiven, angereichert um Besessenheitselemente.

Zwar geschieht dies nicht auf explizit exploitative Art und Weise, harmloser macht das „Traumatic“ aber wahrlich nicht. Eher sorgt es für eine finstere, grausige Stimmung, die beklommen macht und runterzieht. Zumal Pierre Tsigaridis einfach nicht locker lässt. Nach einem an Abenteuerfilme gemahnenden Einstieg in einer Wüstenlandschaft mit gleißendem Sonnenlicht wird es für die nächsten 50 Minuten nicht mehr hell in „Traumatic“.

Der Film, der nun auf zwei Zeitebenen operiert, zieht in beiden die Daumenschrauben immer mehr an. Wir erfahren, was es mit Mikeys Entführerin Abigail auf sich hat. Durch welche Hölle sie gehen musste und warum sie Mikey entführte. Wir lernen ihren grässlichen Vater kennen, der vor keiner seiner Töchter Achtung hat und allen Gewalt androht. Und wie der eines Tages eine eigentümliche Figur erhielt, diese entgegen der Warnungen eines Freundes öffnete und seitdem nur noch abscheulicher mit seiner Familie umging.

Traumatic Abigail wird attackiert

Die junge Dame geht in „Traumatic“ durch eine besonders finstere Hölle. © 2026 The Screaming Service. Alle Rechte vorbehalten.

Es wirkt, als suche Pierre Tsigaridis stetig nach noch übleren Möglichkeiten, seine Erzählung zu verfinstern. Und er drückt rundweg die richtigen Knöpfe. Die finstere Atmosphäre zieht in den Film hinein, obschon man zu kaum einer Figur eine wirkliche Bindung aufbaut. Alle bleiben nebulös, einfach weil „Traumatic“ nebulös bleibt. Bis Minute 50 fühlt sich hier alles total ausweglos an. Man hat keine Ahnung, wo der Regisseur und sein Film hin wollen.

Nach diesen 50 Minuten lässt der Horrorfilm den Zuschauer vom Haken. Es erfolgt ein weiterer Zeitsprung in die Jetztzeit. Und endlich wissen wir, dass wir im Grunde einer Origin-Story zugeschaut haben. „Traumatic“ verändert sich nun. Wird zu einem Slasher mit beständigen „Halloween“-Vibes.

Das Konstrukt bleibt auf gewisse Weise fesselnd, aber insgesamt verliert der Film in diesem Abschnitt an Faszination. Im Gegensatz zu den ersten zwei Dritteln lässt er nun immer wieder locker, lässt einen durchatmen, lanciert hier und da sogar tiefschwarzen Humor. Obendrein vergaloppiert sich „Traumatic“ dann auch deutlich, wenn er auch noch die Quotengeilheit der Medien zu kommentieren versucht.

Volpaazu aus Traumatic

Der Dämon Volpaazu spielt eine kleine, aber wichtige Rolle. © 2026 The Screaming Service. Alle Rechte vorbehalten.

Last but not least setzt die Erzählung nun auf eine Filmfigur, die bis zu diesem Zeitpunkt zwar Motive für die Handlungen anderer lieferte, selbst für den Film aber keine rechte Rolle spielte. Der Film muss die Figur jetzt, 20 Minuten vor Schluss, erst einmal etablieren. Diese „Exposition“ funktioniert zwar, steigt aber insgesamt zu spät, um noch zu verfangen. Und so fühlt sich dann das im Gegensatz zum Einstieg arg formelhaft abgespulte Finish etwas unbefriedigend an.

In Sachen Schauspiel muss man bei „Traumatic“ mit einem durchwachsenen Eindruck leben. Insgesamt mühen sich die weitgehend unbekannten Darsteller, in manchen Schlüsselpositionen sitzen die Performances aber wahrlich nicht richtig. So wirkte etwa das Spiel von Sean O’Bryan in der Rolle des übergriffigen Vater reichlich drüber und wenig glaubwürdig. Auch die Kinderdarsteller wussten mich wenig bis gar nicht zu überzeugen. Aber wie vermittelt man denen auch, wo sie hier mitspielen?

Inszenatorisch überzeugen vor allem die ersten 50 Minuten mit ihrem stimmigen Düsterlook und diversen POV-Momenten. Die harten Effekte wirken rundweg handgemacht. Obschon es nie zu brutal wird, hat der Film ein paar harsche Effekte zu bieten. Etwa ein weggeschossenes Gesicht oder ein gewaltiges Küchenmesser im Gesicht eines Menschen. Auch der eine insgesamt nur kleine Rolle spielende Dämon Volpaazu wird klassisch als Man in a Suit beziehungsweise mit viel Make-up umgesetzt. Seine Auftritte sind sehr kurzatmig und schnell geschnitten und funktionieren überwiegend als Jump Scares.

„Traumatic – Die Macht des Dämons“ zerrt erst an den Nerven und stolpert dann im Abgang

„Traumatic – Die Macht des Dämons“ liefert in seinen ersten zwei Dritteln beängstigend gute Horrorkost. Zwar gerät die Erzählung selbst ein wenig repetitiv, aber die dichte Atmosphäre packt und Regisseur Pierre Tsigaridis lässt dem Zuschauer kaum Möglichkeiten zum befreienden Durchatmen. Ob es dafür die insgesamt etwas ausladende Palette an finsteren Themen und Motiven wirklich gebraucht hätte, sei allerdings dahingestellt. Hier wirkt der Horrorfilm immer wieder ein wenig zu provokant angelegt.

Leider verliert der Film in Richtung Finale seine Chuzpe und wird zu einem etwas beliebigen Slasher ohne eigene Ideen und Erkennungswerte. Stattdessen wird John Carpenters „Halloween“ ganz offensiv hommagiert. Insgesamt bleibt dennoch der Eindruck, hier einen Streifen gesehen zu haben, dessen Macher man im Auge behalten sollte.

07 von 10

„Traumatic – Die Macht des Dämons“ ist eine Veröffentlichung des neuen Hamburger Labels THE SCREAMING SERVICE, das auf die deutschsprachige Vermarktung hochwertiger Genre-Titel im Kino und im Home Entertainment fokussiert. So wird es auch den neuesten Streifen von Pierre Tsigaridis, „Frankie: Maniac Woman“, nach Deutschland bringen. Den Vertrieb von „Traumatic“ hat Lighthouse Home Entertainment übernommen. Der Film erscheint am 13. November 2026 auf DVD und Blu-ray sowie im limitierten Mediabook mit UHD-Disc und Blu-ray. Der Film ist mit einer FSK-18-Freigabe ungeschnitten. Ihr könnt den Film auch streamen.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: The Screaming Service / Lighthouse Home Entertainment__Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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