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Masters of the Universe (2026)

„Masters of the Universe“, die Zweite. Nach dem unterfinanzierten Kinoflop von 1987 kommen He-Man und seine Freunde nun als Big-Budget-Blockbuster ins Kino, in dem Nicholas Galitzine den Helden gibt, der auf der Erde aufwächst und als junger Mann zurück nach Eternia muss, um Skeletor auf die Mütze zu geben. Dolph Lundgren schaut zur Staffelstabübergabe für einen Cameo vorbei.

Originaltitel: Masters of the Universe__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2026__Regie: Travis Knight__Darsteller: Nicholas Galitzine, Camila Mendes, Jared Leto, Idris Elba, Alison Brie, Morena Baccarin, James Purefoy, Charlotte Riley, Jóhannes Haukur Jóhannesson, Jon Xue Zhang, Kojo Attah, Sam C. Wilson, Dolph Lundgren u.a.
Masters of the Universe

Travis Knight bringt Nicholas Galitzine als He-Man in „Masters of the Universe“ auf die Leinwand, inklusive Cameo von Dolph Lundgren

Eigentlich war es ein vergleichsweise kurzer Run, aber in den Jahren zwischen 1982 und 1988 gab es in den USA kein Vorbeikommen an den „Masters of the Universe“ rund um He-Man, doch dann endete die originale Toyline, die von Comics, Cartoons, „She-Ra“-Spin-Offs und dem gefloppten Kinofilm mit Dolph Lundgren begleitet wurden. Es folgten mehrere Reboots, sowohl als Actionfiguren als auch in anderen Medien, das erste schon 1990, die zwar nie wieder den gleichen Impact wie jene goldene erste Ära hatten, aber eine treue Fanbase am Leben hielt, die sich nach einem neuen, originalgetreueren Kinofilm sehnte als dem Erstling, der aufgrund der finanziellen Schieflage der Firma Cannon größtenteils auf der Erde spielen musste. Anno 2026 war es dann so weit: He-Man und die „Masters of the Universe“ tatsächlich als Multi-Millionen-Dollar-Budget-Blockbuster.

Es beginnt mit einer kurzen Einführung in die Welt und die Hintergrundgeschichte des aktuellen He-Man. Prinz Adam, der zehnjährige Sohn von König Randor (James Purefoy) und Königin Marlena (Charlotte Riley), entstammt zwar einer Sippe von Kriegern, interessiert sich aber gar nicht so sehr fürs Kämpfen und flachst im Unterricht von Waffenmeister Duncan (Idris Elba), dem Man-at-Arms, lieber rum, was Papa gar nicht gefällt. Viel Zeit für Meinungsverschiedenheiten bleibt nicht, als der fiese Skeletor (Jared Leto) mit seiner Horde über das Königreich auf dem Planeten Eternia herfällt und das mit Erfolg. Mit letzter Kraft schickt die Zauberin (Morena Baccarin) den Jungen mitsamt des Zauberschwertes, dem die Macht des Verteidigers von Eternia wohnt, durch ein Dimensionsportal. Das sorgt für eine Einführung der wichtigsten Figuren und erste Eternia-Schauwerte in einer Rückblende, die von Voice-Over gerahmt wird.

Denn diese Geschichte erzählt der mittlerweile 25-jährige Adam (Nicholas Galitzine) seinem Date bei einer Verabredung, woraufhin die Gute direkt die Biege macht. Denn Adam landete damals auf der Erde, verlor bei der Dimensionsreise das Zauberschwert und muss nun seine Brötchen in der Personalabteilung einer Firma verdienen. Zu dem Erdenleben mit WG-Mitbewohner, mehr oder weniger nervigen Kollegen und Pumpen in der Muckibude kommt Adams Suche nach dem verlorenen Zauberschwert via Internet. Auch der neue „Masters of the Universe“ spielt zeitweise auf der Erde, allerdings bedeutend weniger als das Eighties-Abenteuer. Außerdem ist das hier fish-out-of-water-Comedy, bei der man bisweilen den ersten „Thor“ trapsen hört, aber es geht ja auch ein wenig darum, wie ein Eighties-Relikt wie He-Man in die 2020er passen könnte.

Tatsächlich führen Adams Recherchen zum Erfolg, was allerdings auch Skeletors Schergen Beast Man auf die Erde lockt – und Adams Jugendfreundin Teela (Camila Mendes), die den verschollenen Prinzen mitsamt Schwert nach Eternia bringt. Dort leben die Truppen des Königs im Untergrund und warten auf eine Chance, um Skeletor zu stürzen…

Schaut euch den Trailer zu „Masters of the Universe“ an

He-Man, der stereotype Held der 1980er, in der Gegenwart, noch dazu ein Kinderspielzeug, dessen Zeichentrickserie immer noch einen erzieherischen Anspruch hatte, weshalb am Ende jeder Folge nochmal extra die Moral von der Geschichte für die Zielgruppe zusammengefasst wurde, in der Regel von der kinderfreundlichen, extra für die Serie kreierten Figur Orko. Auf letzteres wird in einer Pre-Credit-Sequenz ironisch eingegangen, der Clash von Draufhau-He-Man und modernerem Denken ist ein zentraler Handlungsstrang. So passt Adam weder in die Konzernwelt der Erde noch auf Eternia, wo er durch seine Erdensozalisierung anfangs schief beäugt wird. „Masters of the Universe“ setzt dann auf den Mittelweg zwischen beiden Polen. Adam bekommt die Vorteile des Kaputtschlagens durch Was-machst-du-wenn-einer-deine-Familie-angreift-Dialoge aufgezeigt. Im Bürojob mit „He/Him“-Zusatz auf dem Namensschild fühlt er sich unwohl. Die Human-Resources-Chefin auf der Erde besitzt zwar eine freundlich-aufgeschlossene Fassade, hinter der dann doch eine Tyrannin im Political-Correctness-Format lauert, da können alle Dude-Bros jubeln, die immer noch traurig sind, dass die 1980er irgendwann mal vorbeigehen mussten. Auf der anderen Seite wird das Leben auf Eternia als archaisch gekennzeichnet, in das Adam mit seinen Ideen von Dialog und gegenseitigem Verständnis frischen Wind reinbringt. Auch wenn gegen Skeletor dann doch nur die Faust in die Fresse hilft.

Masters of the Universe

Prinz Adam (Nicholas Galitzine) alias He-Man mit seinen Verbündeten Roboto, Duncan (Idris Elba) alias Man-at-Arms, Teela (Camila Mendes) und Cringer alias Battle Cat

„Masters of the Universe“ teilt dem Filmverständnis, dass alles wie eine Serie sein muss und jeder Charakter eine Hintergrundgeschichte braucht, eine Absage; Teela sagt an einer Stelle, dass alles, was man über Skeletor und sein Schurkentum wissen muss, eigentlich die Tatsache ist, dass sein Gesicht ein Schädel ist. Insofern gibt sich die Neuauflage augenzwinkernd: Manche von Skeletors Tiraden wirken wie die Sprüche eines Kindes, das gerade mit einer Skeletor-Figur spielt, die Namen von Figuren wie Fisto (Jóhannes Haukur Jóhannesson) oder Ram Man (Jon Xue Zhang) werden damit erklärt, dass diese ihnen vom 10-jährigen Adam gegeben wurden. Das führt außerdem zu einigen Jokes mit sexueller Konnotation („He fists people“, „Give them head, Ram Man“), die wohl eher für die mittlerweile erwachsenen Fans als für die kleinen Steppkes von heute und teilweise etwas peinlich wirken. Sowieso: „Masters of the Universe“ orientiert sich mit seiner Fantasy-Erzählung, die sich nicht ganz ernst nimmt, an Vorbildern wie „Guardians of the Galaxy“ oder „Dungeons & Dragons – Ehre unter Dieben“, aber Regisseur Travis Knight („Bumblebee“) ist kein James Gunn, was man auch am Timing merkt: Gerade wenn Adam in der finalen Konfrontation mit dem Massenmörder Skeletor lieber über alles reden möchte, dann ist das reichlich missraten.

Andere Gags funktionieren besser: Die Anspielungen auf das unnatürliche Lachen der Figuren im Cartoon, Adams Schwertsuche in einem Nerdladen oder den Auftritt von He-Man-Vorgänger Dolph Lundgren („Mike & Nick & Nick & Alice“) in einer Gym-Szene, in der er dem Heldenanwärter Tipps zum Muskelaufbau gibt. Auch der Kultfilm „Highlander“ wird referenziert – einmal im Dialog, einmal musikalisch. „Masters of the Universe“ bekommt den Spagat gut hin, einerseits seiner Eighties-Toyline-Vorlage und der dazugehörigen Zeichentrickserie treu zu bleiben, das Ganze andrerseits aber auch augenzwinkernd zu modernisieren. Obwohl in Mid- und Post-Credit-Szene gleich Stoff für ein Sequel und ein Spin-Off angedeutet werden, versteht sich „Masters of the Universe“ eher als simpls Gut-gegen-Böse-Geschichte mit einfachen, archetypischen (Spielzeug-)Figuren. Warum der dazugehörige Film dann allerdings 140 Minuten laufen musste und es mit Chris Butler („Kubo – Der tapfere Samurai“), Aaron Nee („The Lost City“), Adam Nee („Band of Robbers“) und Dave Callaham („Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“) gleich vier Drehbuchautoren brauchte, das ist dann schon etwas fraglich.

Masters of the Universe

Skeletor (Jared Leto) will die Macht für sich

Das Quartett verfasste also das Drehbuch mit der Origin Story, dem Befreiungskampf und Product Placement für Coca Cola und Produktionsfirma Amazon – in einer Szene kommt ein Prime-Laster als Deus ex Machina vor. Wesentlich mehr Kreativität dürfen dafür Ausstattung und Effektspezialisten zeigen: Die Landschaften von Eternia, Castle Grayskull, He-Mans Freunde und Skeletors Schergen werden mit jener Mischung aus knallbunter Comichaftigkeit und düsterem Einschlag zum Leben erweckt, der auch schon die Vorlage auszeichnete. Natürlich kommt nur eine Auswahl vor, natürlich spart man sich manche Figur für eine mögliche Fortsetzung auf und natürlich sind manche Nebenfiguren nur bessere Stichwortgeber. Am meisten Raum abseits von Adam und Teela erhält Duncan, der die Niederlage gegen Skeletor persönlich nahm, zum Alki wurde und im Verlauf des Films natürlich wieder zu sich findet.

Höchst durchwachsen kommt allerdings die Action daher. Einige Set Pieces können sich sehen lassen, etwa wenn He-Man sich in Snake Mountain gelungen choreographiert durch eine Horde von Skeletors Schergen prügelt oder seine Helfer im Showdown ihre Kräfte zeigen dürfen. Der eigentliche Endkampf dagegen ist eher mäßig, sieht man von einer hübschen Spielerei ab, bei der He-Man dem Oberschurken im Zeitlupe-Zeitraffer-Wechsel auf die Moppe gibt, bis Skeletors Kieferknochen aus der Verankerung springt. Andere Actionszenen dagegen sind verschnitten und unübersichtlich, eine Jagd zwischen Teelas Raumschiff und mehreren anderen Flugobjekten ist jene Form von computerspielartigem CGI-Gedröhne, die ohne Gravitas, ohne Impact, ohne glaubwürdige Physik daherkommt. Klar, dass „Masters of the Universe“ schon allein aufgrund seiner Fantasy-Struktur viel auf digitale Effekte setzen muss, aber das haben andere schon besser bekommen.

Masters of the Universe

Zauberin Evil-Lyn (Alison Brie) gehört zu Skeletors Truppen

Ähnlich wie beim kürzlichen „Superman“-Reboot setzt auch „Masters of the Universe“ auf ein gänzlich unverbrauchtes Gesicht in der Hauptrolle. Nicholas Galitzine („Glennkill: Ein Schafskrimi“) macht seine Sache recht gut, hat Muckis und einen naiven Charme als Prinz, der nirgendwo so recht reinpassen will, aber wie die ganz große Entdeckung will er nicht wirken. Mehr Eindruck hinterlässt Camila Mendes („Palm Springs“) als kompetent-kampfstarke Teela. Für die bekannten Leute gibt es markante Nebenrollen. Ein kleines Highlight ist Alison Brie („Freelance“) als Evil-Lyn, die dafür teilweise ihren Zoya-the-Destroyer-Part als „GLOW“ zu channeln scheint. Idris Elba („A House of Dynamite“) als Duncan ist recht gut, aber von einer Karrierebestleistung entfernt, Morena Baccarin („The Wrecking Crew“) hat nur bessere Cameo-Auftritte. Zwei andere Stars sind nur zu hören. Kristen Wiig („Wonder Woman 1984“) leiht Roboto ihre Stimme, die von einem Kampf- zu einem Haushaltsroboter umfunktioniert wurde und sorgt für einige nette Gags. Und dann ist da noch Jared Leto („Morbius“), der Skeletor durchaus charismatisch verkörpert, wobei er vor allem mit der Stimme arbeiten muss, da sein Gesicht ja eine CGI-Skelett-Maske ist.

Insofern mag „Masters of the Universe“ ein wahrgewordener Traum für all jene sein, die in den 1980ern und 1990ern mit He-Man, Skeletor, Battle Cat und Co. große Schlachten um Eternia im Kinderzimmer aufgeführt haben. Eternia wird mit voller Big-Budget-Power zum Leben erweckt, die Vorlage wird einerseits augenzwinkernd modernisiert, bleibt sich aber im Kern treu. Als Film an sich bietet „Masters of the Universe“ eine einfache, trotzdem überlang erzählte Geschichte, mal mehr, mal weniger dolle Schauwerte und ein verbesserungswürdiges Timing bei den ironischen Brechungen. Das ist schon ganz nett, aber auch nicht die Wucht in Tüten.

Knappe:

Sony hat „Masters of the Universe“ am 4. Juni 2026 in die deutschen Kinos gebracht, ungekürzt ab 12 Jahren freigegeben.

© Nils Bothmann (McClane)

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Copyright aller Filmbilder/Label: Sony__FSK Freigabe: ab 12__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Nein, seit 4.6.2026 in den deutschen Kinos

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