Wir zelebrieren Actionfilme, die rocken!

the Delivery

Originaltitel: the Delivery__ Herstellungsland: USA__ Erscheinungsjahr: 2015__ Regie: Louis Leterrier__ Darsteller: Mickey Rourke, Carl Weathers, Raymond Cruz, Teresa Ruiz, …

the Delivery

„the Delivery“ kann man sich (in der Originalfassung) hier anschauen!

Bei „the Delivery“ haben wir es mit einem rund viereinhalb-minütigen Werbe-Short des japanischen Automobil-Herstellers „Nissan“ für dessen Nutzfahrzeug-Sparte zu tun, welcher Ende 2015 das Kernstück einer Tough Guys genannten Marketing-Kampagne markierte, zu der ebenfalls u.a. noch ein Quartett 45-sekündiger Videos gehörte, bei denen man sich jeweils auf eine besondere Eigenschaft des betreffenden Produkts Schrägstrich Kleinlasters fokussierte. Als eine augenzwinkernde Parodie klassischer Action-Movies angekündigt, verpflichtete man die „Genre-Veteranen“ Mickey Rourke („the Expendables“) und Carl Weathers („Predator“) als Leads, Louis Leterrier („Now you see Me“) als Regisseur sowie Mitch Amundsen („G.I. Joe: The Rise of Cobra“) als Kameramann – während Angi Tianzhu („Assassin’s Creed: Falling“) die Skript-Vorlage beisteuerte sowie Raymond Cruz („Training Day“) und Teresa Ruiz (TV’s „Narcos: Mexico“) für bedeutsame Nebenparts gecastet wurden…

In der erzählten Geschichte wird The Florist (Rourke) – ein Ex Green Baret with a green Thumb – in seinem Blumen-Laden von The Colonel (Weathers) aufgesucht, der für a Branch of Government so badass, you haven’t even heard of it tätig ist und seinen ehemaligen Weggefährten für einen Geheim-Auftrag zu rekrutieren gedenkt. Ihm wegen einer Sache aus einer früheren Mission noch was schuldig, brechen sie von daher stracks in seinem Firmen-Auslieferungs-Van auf – mit einer großen Kiste im Laderaum verzurrt, auf dessen Inhalt angesprochen es bloß heißt: „It’s better if you don’t know.“ Auf ihrer Route durchqueren sie verschiedene Wüsten-Gegenden – bis sie an einem Punkt plötzlich seitens einer Gruppe Biker zum Anhalten gezwungen werden, deren Leader Calvera (Cruz) hinter dem her ist, was auch immer der Special-Ops-Offizier da mit sich führt. Power hungry sowie low Blood Sugar aufweisend – was laut einer Info eine lethal Combination ergibt – übernimmt Calvera kurzerhand die „Fracht“…

Mit der Tagline Payback Delivered aufwartend – in Kombination mit der generellen Prämisse – also zwei Kampf-erprobte Haudegen, die one last Job in Angriff nehmen – könnte man meinen, die Männer würden nun mit der Verfolgung des davonbrausenden Baddies starten – doch nein: Ohne Wasser und Wagen in der mexikanischen Einöde ihrem Schicksal überlassen, zwingt sie das zu einem langen Fußmarsch. „If it’s not a Bullet, it’s the Elements that kill you.“ Stattdessen gerät Calvera einige Meilen voran an die Chefin einer weiteren Bande: La Condesa (Ruiz) – ruthless, calculating… and stressed about her Wedding – welche eine persönliche Verbindung zu dem (von mir nicht gespoilerten) besitzt, worum sich die Mission des Colonels hier eigentlich dreht. Für ein Projekt wie dieses ist die Story sowohl zweckdienlich als auch durchaus ordentlich geraten – allerdings nicht wirklich beseelt genug, um einen besser als mittelprächtig zu unterhalten oder einem irgendwie überdauernder in Erinnerung zu verbleiben…

„the Delivery“ mangelt es an pfiffigem Humor und (damit zusammenhängend) an einem höheren Fun-Faktor. Die Dialoge sind nicht sonderlich gewitzter Natur und die einzigen beiden bei mir zu verzeichnenden „Schmunzler“ waren kleinere am Rande – nämlich die Einblendung Didn’t use Protection, als ein Autowrack in der Wüste passiert wird und just zuvor das Feature Korrosions-Schutz Erwähnung gefunden hat, sowie der Name des Floristik-Shops: Fistful of Flowers. Zudem noch herausgestellte Merkmale des Vans sind u.a. eine 5-Jahres-100.000-Meilen-Garantie, die gute Federung (Like a Boss!), der 5,6-Liter-V8-Motor (Has some serious Huevos!) sowie die 14-Zoll-Bremsen: Super Grande! Zusätzlich zur Veranschaulichung und/oder Nennung werden diese „Kauf-Anreize“ in Form von on-Screen-Text hervorgehoben – ebenso wie ein paar knapp gehaltene Zeilen zu den Charakteren bei ihrem jeweils ersten Erscheinen: Guy Ritchie, Quentin Tarantino, Robert Rodriguez (und deren Epigonen) lassen grüßen…

Durch das Setting sowie verschiedene „Latino-Komponenten“ (primär im Bereich der Sprache und Musik-Untermalung) wurde ein spezielles vertrautes Feeling anvisiert – was prinzipiell okay so ist; an sich jedoch nichts Substanzielles beiträgt sowie eher ein Stück weit ins Klischeehafte hinein tendiert. Die Performances sind derweil kaum der Rede wert: Rourke agiert nicht gerade energisch-engagiert anmutend und schaut ungewohnt dünn aus (man erkennt, dass er um jene Zeit herum auch „Ashby“ gedreht hat), Weathers‘ Auftreten ist ähnlich beschreibbar – mit nicht mehr als einem Minimum an Chemie zwischen den Ü60-Recken registrierbar – Cruz hat sich unbeirrt grobem Overacting hingegeben und Señorita Ruiz darf zumindest von schwarzem Leder hin zu einem weißem Brautkleid wechseln sowie den einzigen Kick im Verlauf vollziehen. Fights gibt es über diesen einen Moment hinaus übrigens keine – mit Shootouts war ohnehin nicht zu rechnen. Aber etwas Vehicular Action sollte doch drin sein, oder?

In letzterer Hinsicht enttäuscht der Short im Grunde am meisten – denn mit dem Regisseur von Streifen wie „the Transporter“ (plus Sequel), „the Incredible Hulk“ und „Fast X“ sowie dem Cinematographer u.a. von „Transformers“, „Wanted“ und der „Red Dawn“-Neuversion mit an Bord, habe ich mir persönlich unweigerlich entsprechende Sequenzen jener Art erhofft: Nichts von der Qualität eines „Super Bowl“-Spots – wohl aber mehr als das, was man im Vorliegenden geboten bekommt. Trotz Dirt-Bikes und Dune-Buggys wird’s nie so flott, kreativ oder aufregend, wie man’s gern hätte – während die Bebilderung den Eindruck routiniert-passabel nicht zu übersteigen vermag. Alles in allem ist „the Delivery“ relativ belanglos und wird seinem Konzept, ein Spoof traditioneller Tough-Guy-Genre-Kost sein zu wollen, obendrein nicht vernünftig gerecht. Da war die vorangegangene Nutzfahrzeug-Kampagne von „Nissan“ – Tough Love mit Rock-Star Bret Michaels in 2014 – deutlich unterhaltsamer und gelungener…

gute7 von 10

Stefan Seidl

the Delivery

(© Nissan bzw. Nissan Commercial Vehicles)

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Copyright des „the Delivery“ Postermotivs und der Screenshots: Nissan bzw. Nissan Commercial Vehicles__ Freigabe: Not rated__ DVD/BluRay: nein/nein

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