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Viral

Originaltitel: Viral__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2016__Regie: Henry Joost, Ariel Schulman__Darsteller: Analeigh Tipton, Michael Kelly, Sofia Black-D’Elia, Brianne Howey, Machine Gun Kelly, Dean Neistat, Judyann Elder, Travis Tope, Jay Hieron, Anna Ross u.a.
Viral deutsches DVD-Cover

Starker Parasiten-Horror von den “Nerve”-Machern: “Viral”

Die beiden Schwestern Emma und Stacey sind mit ihren Eltern in eine kleine Trabantenstadt irgendwo in Kalifornien gezogen. Hier soll die Familie, die durch einen Betrug beinahe auseinandergerissen wurde, wieder zusammenwachsen. Die lebenshungrige Stacey kommt dabei mit dem Ortswechsel deutlich besser zurecht als ihre ruhigere Schwester Emma.

Mit sich selbst zur Genüge beschäftigt, bemerkt die kleine Familie kaum, was um sie herum passiert. Ein gefährlicher Parasit wütet außerhalb der USA. Noch wurden die Staaten von der sogenannten Wurmgrippe verschont. Doch eines Tages bricht auf einmal Emmas Freundin zusammen und spuckt Blut. Ein Mitschüler bekommt das Blut ab. Der Parasit verbreitet sich auf diesem Wege… Die Wurmgrippe hat Amerika erreicht.

Auf einmal geht alles ganz schnell. Die neue Heimatstadt der beiden Schwestern wird unter Quarantäne gestellt. Just in diesem Moment waren ihre Eltern nicht zugegen. Diese werden zudem daran gehindert, in die Stadt zurückzukehren. Vollkommen auf sich allein gestellt, müssen die Mädchen mit ansehen, wie ein Nachbar nach dem anderen infiziert wird. Wie der Ausnahmezustand über die Stadt verhängt wird und wie aus vermeintlichen Freunden todbringende Infizierte werden. Das Schlimmste: Eine der Schwestern hat sich ebenfalls infiziert…

Schaut in den atmosphärisch dichten Horrorstreifen „Viral“ hinein

„Viral“ beginnt mit unheilvollen Nachrichtensendungen aus aller Welt, die über den todbringenden Parasiten berichten. Viel weiß man nicht über den Organismus und das wird sich über den Film hinweg auch nicht ändern. Woher kommt er? Was hat ihn aktiviert? Woher kommt die Eigenschaft, dass er Menschen tun lassen kann, was er möchte? All das interessiert „Viral“ nicht wirklich. Den Zuschauer schon…

Doch „Viral“ macht lieber sein eigenes Ding. Wird nicht zu einem actionreichen „Outbreak“-Wiedergänger oder zu einem Viren-/Bakterienthriller mit dem Fokus auf der Findung eines Heilmittels. „Viral“ wird vielmehr zu einer Art Kammerspiel. Er fokussiert weitgehend auf die beiden Schwestern. Und dabei vor allem auf den Kampf der einen um das Leben der anderen.

Viral Analeigh Tipton als Stacey

Stacey (Analeigh Tipton) in brenzliger Lage…

Und das wird aufgrund der tadellosen Hauptdarstellerinnen Sofia Black-D’Elia (Emma) und Analeigh Tipton (Stacey) nicht eine Sekunde lang langweilig. Ganz im Gegenteil. Man fiebert mit den beiden sympathischen jungen Damen mit. Hofft, dass es eine Heilung geben möge. Nebenbei bekommen wir über Nachrichten und Social-Media-Meldungen mit, wie sich die Situation außerhalb der vier Wände der beiden Mädchen verschärft. Die so generierte ausweglose Situation versprüht eine Spannung, der man sich nicht entziehen kann.

Lange, ruhige Einstellungen und der beständig dräuende, megadüstere und kraftvolle Soundteppich generieren nebenbei eine zum Schneiden dichte Atmosphäre, die nicht einmal von den teilweise arg pastellnen Bildern des Streifens irgendwie konterkariert wird. Und der eine oder andere präzise gesetzte Jump-Scare sorgt für zusätzliche Schrecksekunden. Kurzum: „Viral“ funktioniert prächtig!

Viral Sofia Black-D'Elia als Emma

Wer ist infiziert und wer nicht? Emma geht auf Nummer sicher.

Das gilt auch für den beinahe ein wenig plötzlich anrollenden Showdown, in dem der Parasiten-Horror noch einmal eine ordentliche Schippe drauflegt. Sowohl das Tempo verschärft als auch Andeutungen in Bezug auf den Parasiten macht, die durchaus Rätsel aufgeben. Der finale Big-Bang ist nicht optimal getrickst, rundet den Showdown aber toll ab und entlässt sein Publikum in ein Ende, das zum einen traurig ist und zum anderen einen Neuanfang andeutet.

Als Zuschauer ist man derweil total angefixt! Wie schaut es im Rest des Landes aus? Haben die immer mal anklingenden, verschwörerischen Stimmen recht und das Auftauchen des Parasiten ist kein Zufall? Wissen die Regierungen der Welt mehr, als sie zugeben wollen? Und was zum Teufel will der Parasit eigentlich erreichen? Vielleicht werden die beiden Regisseur Henry Joost und Ariel Schulman, die zuletzt mit „Nerve“ ebenfalls einen coolen Streifen abgeliefert haben, all das ja mal in einer Fortsetzung klären. Und die Hoffnung ist groß, immerhin ist der produzierende Jason Blum (“Split“) nicht zwingend dafür bekannt, Dollars liegen zu lassen. Doch „Viral“ ist auch ohne weitere Erklärungen ein kleines Juwel im Genre: Spannend, involvierend, atmosphärisch und stimmungstechnisch fantastisch austariert, toll gespielt und in den Szenen rund um den Parasiten und seine verschiedenen Entwicklungsstadien auch angenehm eklig.

8 von 10

„Viral“ erscheint am 21. Juli 2017 von Capelight Pictures auf DVD und Blu-ray und ist mit einer FSK 16 ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: Capelight Pictures__Freigabe: ab 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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