Wir zelebrieren Actionfilme, die rocken!

Cracker Jack

Originaltitel: Crackerjack__Herstellungsland: Kanada__Erscheinungsjahr: 1994__Regie: Michael Mazo__Darsteller: Thomas Ian Griffith, Nastassja Kinski, Christopher Plummer, George Touliatos, Lisa Bunting, Richard Sali, William S. Taylor, Frank Cassini, Frank C. Turner, Dorothy Fehr, Vladimir Kulich, Alex Diakun u.a.
Cracker Jack

Thomas Ian Griffith ist der Held der „Stirn langsam“-Variante „Cracker Jack“

Auch B-Actionstar Thomas Ian Griffith bekam seine „Die Hard“-Variante: Als „Cracker Jack“ schlägt er sich mit allerlei bösen Buben in einem Berghotel.

Es beginnt mit einem Einsatz des Cops Jack Wild (Thomas Ian Griffith) und seines Partners, bei dem die beiden Stress mit einer Horde schwer bewaffneter Gangster bekommen. Doch Jack stürzt sich im Alleingang in den Kugelhagel, nietet alle Verdächtigen um und rettet seinem Partner auch noch das Leben. Sicherlich gibt es hier nur eine der üblichen Cop-gegen-Gangster-Schießereien zu sehen, aber dafür eine ordentlich gemachte mit einigem Druck, die zumindest Genrefans anspricht.

Seit dem Tod seiner Familie vor rund einem Jahr durch ein Bombenattentat der Mafia, das eigentlich ihm selbst galt, ist Jack auf diese Weise drauf und scheut auch lebensgefährliche Einzelgänge nicht. Auch über den Urlaub in einem Berghotel, den sein Bruder und dessen Frau ihm schenken, kann er sich nicht freuen und kommt nur widerwillig mit, um die meiste Zeit an der Bar zu verbringen. Lediglich die hübsche Managerin Katia ‘K.C.’ Koslovska (Natassja Kinski) kann ihn aus seiner Lethargie reißen. Da muss man dann auch mit B-filmtypischen Simplifizierungen leben können, denn überraschend schnell ist der vorher noch so von Trauer zerfressene Jack bereit für einen beziehungstechnischen Neuanfang ist.

Doch dann besetzt eine Horde von Gangstern das Hotel, nimmt die Gäste als Geiseln und versucht Diamanten aus dem Hotelsafe zu holen. Jack ist der einzige, der den Geiselnehmern vorerst entkommen kann. Während die Finsterlinge versuchen an die Steine zu kommen, die zudem noch dem Mafiaboss gehören, der Jacks Familie auf dem Gewissen hat, nimmt der Cop den Kampf gegen die Bösewichte auf…

Cracker Jack

Cop Jack Wild (Thomas Ian Griffith) räumt unter den Fieslingen auf

Ein Cop der Marke Riggs aus „Lethal Weapon“ in einer verschneiten Umgebung á la „Cliffhanger“ und dazu noch ein „Stirb langsam“-Plot? Ganz klar: „Cracker Jack“ ist kein wirklich innovativer Film, was Story und Charaktere angeht. Allerdings funktioniert „Cracker Jack“ nachdem Motto: Zwar geklaut, aber gut geklaut. So ist die Wendung in der Szene, in der man Jack beim Durchgehen der Gästeliste beinahe enttarnt, vorsehbar und bekannt, aber dennoch recht spannend gemacht. Regisseur Michael Mazo („Time Runner“) tritt nämlich gut aufs Gas und kann so manches Stereotyp durch das recht zackige Tempo wettmachen.

Dabei hilft vor allem die Atmosphäre, die in dem abgeschiedenen Nobelhotel aufkommt, wobei auch kurz einige sehr stimmige Nebenlocations auftauchen wie z.B. die Brücke über den Bergbach oder die Seilbahn. Ein Spielplatz, der sich vom Einheitsbrei im B-Actionfilm abhebt und mithilfe von charmanten und meist recht gelungenen Modelltricks nicht nur zum Leben erweckt, sondern später auch verwüstet wird. Dabei kompensiert der Film auch recht gelungen, dass die Geschichte bei weitem nicht so spannend wie im großen Vorbild „Stirb langsam“ ist und die Gegnerzahl übersichtlich bleibt, wodurch der Film auch kein großes Actioninferno abbrennen kann.

Cracker Jack

Bei Managerin Katia ‘K.C.’ Koslovska (Natassja Kinski) kann Jack auch seine sanfte Seite zeigen

Besagte Action bietet ein paar Schießereien und Martial-Arts-Kämpfe. Die Shoot-Outs sind ordentlich choreographiert und inszeniert, auch wenn sie nichts wirklich Neues und kaum größere Härten bieten. Gleiches gilt an sich auch für die Fights, auf die allerdings mehr Fokus gelegt wurde und in denen Thomas Ian Griffith seine Kampftalente vorzeigen kann, wenn auch weniger umfangreich als in „Excessive Force“. Schade nur, dass er im Finale eher auf Bauernschläue setzt und keine große Endkonfrontation hat; das muss dann eine dicke Lawine als abschließender Schauwert ausgleichen, aber ein zünftige Endballerei oder ein harter Finalkampf wären schöner gewesen.

Thomas Ian Griffith („Death Connection“) erbringt eine ziemlich gute Leistung, auch wenn er neben erfahrenen Darstellern wie Christopher Plummer („Das Vermächtnis der Tempelritter“) und Natassja Kinski („Katzenmenschen“) nicht glänzen kann. Für einen B-Actioner ist das darstellerische Niveau dennoch beachtlich, vor allem Plummers herrlich eiskalte Schurken-Performance weiß sehr zu gefallen. Einen der Terroristen spielt Vladimir Kulich, vor allem bekannt als Wikingerchef aus „Der 13te Krieger“.

„Cracker Jack“ ist ein unterhaltsames, wenn auch wenig innovatives „Stirb langsam“-Rip-Off mit gelungenen Actionszenen und einem schönen Schauplatz, durch den der Film trotz gewisser Vorhersehbarkeiten und einer etwas überschaubaren Actionmenge punkten kann.

Auf VHS war der Film bereits ungekürzt ab 18 Jahren, während die verschiedenen 16er-Fassungen arg beschnitten daherkamen. Nachdem der Film lange Zeit in Großbritannien auf DVD erhältlich war, ungekürzt und in brauchbarer Qualität, bringt nun Imperial Pictures den Film hierzulande auf DVD raus, ebenfalls uncut.

© Nils Bothmann (McClane)

Was hältst du von dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: Imperial Pictures__FSK Freigabe: ab 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

Tagged as: , , , , , , ,

Wie Viele Actionnerds gibt es?

  • Keine Sorge, du bist mit deiner Vorliebe nicht allein! Uns besuchten bereits 6424779 andere Actionnerds