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Quiet Cool – Die Abrechnung

Originaltitel: Quiet Cool__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1986__Regie: Clay Boris__Darsteller: James Remar, Adam Coleman Howard, Daphne Ashbrook, Jared Martin, Nick Cassavetes, Joey Sagal, Chris Mulkey, Clayton Landey, Brooks Gardner, Fran Ryan, Ted White, Rob Moran u.a.
Quiet Cool - Die Abrechnung

Walter-Hill-Spezi James Remar kämpft in „Quiet Cool“ gegen böse Drogenfarmer

Im Wald da hausen die bösen Hillbillies, doch in „Quiet Cool“ darf mal wieder ein Städter für klare Verhältnisse in der Wildnis sorgen.

Besagter Städter ist der New Yorker Cop Joe Dillon (James Remar), ein Exemplar, wie man es in den 1980ern erwartet: Zum Frühstück kalte Pizza aus der Schachtel, runtergespült mit noch kälterem Kaffee aus dem Kühlschrank, das Motorrad steht mitten in der Bude. Mit selbigem Vehikel brettert Joe auch mal bis in die U-Bahn, nur um einen Handtaschendieb zu packen. Man merkt: Unser Held ist dermaßen auf cool getrimmt, dass er vor Machotum nicht mehr laufen kann, aber schicke Action bietet die Einführung immerhin.

Doch oben in den Bergen ist was im Busch, nämlich mörderische Marihuanapflanzer. Unglücklicherweise wird der junge Joshua Greer (Adam Coleman Howard) Zeuge eines Mordes durch die Drogenfarmer, weshalb ihn und seine Eltern ebenfalls ermorden will. Die Erziehungsberechtigten rafft es dann dahin, aber Joshua überlebt schwer verletzt. Jetzt hat man Held und Verbrecher, muss nur noch ein Weg gefunden werden, den Bullen in die Wildnis zu verfrachten.

Pech für die Drogenfarmer, dass Joshuas Tante eine alte Freundin Joes ist und diese ihn bittet in die Berge zu kommen, um die verschwundene Greer-Familie zu finden. Joe stößt bald auf den sich in der Wildnis versteckenden Joshua und die Pflanzer, was natürlich den entsprechenden Privatkrieg nach sich zieht…

Quiet Cool - Die Abrechnung

Der knüppelharte Bulle und sein Schützling: Joe Dillon (James Remar) mit Joshua Greer (Adam Coleman Howard)

„Quiet Cool“ ist Action ganz im Geister der 1980er: Der chaotische Machobulle als Held, die eiskalten Bilderbuchverbrecher und das richtige Maß an Unrealismus (natürlich explodieren Motorräder schon mal, wenn sie falsch aufsetzen). Hinzu noch eine schöne Backwood-Atmosphäre, die mit den bewaldeten Bergen eine nette Abwechslung zu Groß- und Kleinstädten bietet, die im Actiongenre ja zuhauf befriedet werden müssen.

Die Geschichte ist nicht neu, aber wird temporeich vom Leder gezogen. Der Privatkrieg spitzt sich zu, die Behörden sind auf der Seite der Verbrecher, wie man von Anfang an merkt, und zum Schluss gibt es noch eine Überraschung, wer hinter dem Ganzen treiben steckt. Diese Wende ist sogar wirklich überraschend, aber anderseits interessiert es im Kontext so wenig, dass es auch keinen gekratzt hätte, wäre der Osterhase der Drahtzieher. Doch ohne Längen spult Clay Borris („Prom Night – Evil of Darkness“) seine Geschichte ab, sodass der Film durchaus kurzweilig daherkommt.

Die Action bietet Auseinandersetzungen zwischen dem Heldengespann und den Fieslingen, die neben konventionellen Schießereien auch etwas Motorradaction und Kämpfe mit allem was die Handwerkskammer hergibt (Enterhaken, Kette usw.) einschließt. Das sorgt für Abwechslung und ist ganz solide inszeniert. Allerdings hätte man die Action spektakulärer gestalten können, denn der letzte Schliff fehlt noch. Gerade das Abräumen im Lager der Farmer und den Showdown hätte man doch länger und aufwendiger gestalten können.

James Remar („Wild Bill“) als harter Bulle ist solide, auch wenn er keinen Preis für seine Darbietung gewinnen würde. Adam Coleman Howard („Großstadtsklaven“) schlägt sich ganz wacker und ähnlich sieht es mit den Nebendarstellern aus, zu denen auch Daphne Ashbrook („Automatic“), Nick Cassavetes („Blinde Wut“) und Chris Mulkey („Sanitarium – Anstalt des Grauens“) gehören, wobei einige Fieslinge sehr klischeehaft rüberkommen (z.B. der Fettmops mit dem exzentrischen Bartwuchs).

Alles in allem solide Wald- und Wiesenaction; zwar nicht neu, aber dennoch recht kurzweilig und mit ordentlicher, wenn auch etwas unspektakulärer Action.

Starke:

Mir bekannt sind die deutsche VHS und die US-DVD, 2010 erschien der Film in Deutschland bei dem Label PK Productions, die den Film ungeprüft herausbrachten, obwohl bereits die FSK 18 Fassung auf Video ungekürzt war. Die DVDs bieten den Film in deutscher und Sprache, ohne Extras, als Hartbox mit zwei Covermotiven, die mit den Wendecovern der deutschen VHS identisch sind.

© Nils Bothmann (McClane)

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Copyright aller Filmbilder/Label: PK Movies__FSK Freigabe: ab 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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