| Originaltitel: Z Zone__Herstellungsland: Mongolei__Erscheinungsjahr: 2024__Regie: Bilguun Chuluundorj__Darsteller: Purevjargal Erdenebileg, Bilguun Chuluundorj, Byambasuren Bumbayar, Bazarragchaa Byambajav, Tsenguun Chingis u.a. |

„Z Zone“ präsentiert mongolische Zombies.
Bilguun Chuluundorj gibt mit „Z Zone“ seit Regiedebüt und beweist, dass die aktuell ein wenig allgegenwärtig wirkenden Zombies nur zu gerne auch in der Mongolei wüten. Warum auch nicht?
Ein Arbeitslager in der Mongolei. Hier landen die Verbrecher des Landes. Und das freiwillig – wird zumindest angedeutet. Es gilt, eine Umerziehung zu erfahren. Schnell muss eine Truppe frisch Angekommener erfahren, dass die Umerziehung komplett aus Demütigungen besteht. Ein besonders sadistischer Wärter prügelt auf sie ein, beschimpft sie und behandelt sie wie Tiere.
Bei den Insassen des Lagers fördert diese Behandlung freilich weniger ein Umdenken, sondern vielmehr ihren Widerstand. Schnell proben einige den Aufstand und fliehen. Doch rund um das Lager ist nichts, außer Schnee, Wald und endlose Weite. Kaum geflohen, werden sie auch schon wieder eingesammelt und das Martyrium scheint kein Ende nehmen zu wollen.
Doch in dem Lager gehen noch viel seltsamere Sachen vor. So experimentieren die Betreiber in einer Hütte mit einem kleinen Kind und einem Virus herum. Als es hier zu einem Zwischenfall kommt, ist wenig später die Hölle los. Zombies fressen sich durch das Arbeitslager und machen keine Unterschiede zwischen Wärtern und Insassen.
Zombie-Horror aus der Mongolei
Selten fallen Meister vom Himmel. Das gilt auch für Filmschaffende. Mit Bilguun Chuluundorj bestätigt sich diese Weisheit, denn der mongolische Regisseur liefert einen doch arg schwachen Beitrag zum Zombie-Genre. Während die grundlegende Geschichte um ein Umerziehungslager und hier steigende Experimente noch ganz witzig anmutet, liefert „Z Zone“ doch arg schnell nur bekannte Standards.
Dabei ödet schon der viel zu lange Einstieg um die Demütigung der Verbrecher früh an. Es sind die alten Filmklischees, dass die Wärter solcher Institutionen ihrem Sadismus frönen, während sich die Gefangenen dagegen auflehnen. Hat man so alles schon zig Male gesehen und häufig besser. Denn „Z Zone“ hat ein großes Problem: Seine Figuren wollen als Identifikationsfiguren nicht verfangen und seine Darsteller wirken allesamt reichlich unbedarft. So ist einem total egal, wer hier warum gerade Dresche bekommt oder sein Essen vom Boden essen muss.

„Gehirrrrrrn“
Schnappen dann ENDLICH die ersten Zombies um sich, atmet man erleichtert auf. Man ist gespannt, was die Mongolen in Sachen Aderlass zu bieten haben. Flott zieht man ein langes Gesicht, denn der Schauplatz befindet sich im tiefsten Schnee. Infolgedessen sind alle dick eingepackt. Wunden entstehen nur, wenn die Zombies in HÄNDE beißen und an HÄLSEN kratzen. „Z Zone“ wird nie blutig, der Bodycount bleibt seltsam verhalten und es kommt keinerlei Druck, kein Tempo und erst recht keine Spannung auf.
Und der Film bleibt leider in diesem Duktus. Anstatt nun die Zombies wüten zu lassen, erleben wir die verbliebenen Hauptfiguren beim langen Labern und angestrengten Nachdenken. Die Dynamik der Figuren untereinander wird immer seltsamer und es mehren sich doch haufenweise Situationen, in denen keiner der Charaktere irgendwie wirkt, als habe er sich beim göttlichen Verteilen der Schlauheit auch nur zaghaft gemeldet.

Überlebenskampf im mongolischen Schnee.
Man beginnt, sich zunehmend mehr über „Z Zone“ zu ärgern. Der findet einfach das Gaspedal nicht. Alles, was passiert, ist vorhersehbar, langweilig und altbekannt. Von den jungen Charakteren, die erstaunlich schnell mit dem Zombie-Begriff um sich werfen, also in der Popkultur zu Hause sind, hätte ich mir zudem ein wenig mehr Humor / coole Oneliner erwartet. Und auch der Splatterfaktor geht kein Stück nach oben.
Zumindest muss man dem Horrorfilm zugute halten, dass er optisch ansprechend ist. Vor allem im Vergleich zu amerikanischen B-Zombiefilm-Kollegen sieht „Z Zone“ mit seinem Setting im knallig weißen Schnee irgendwo im mongolischen Nirgendwo echt wertig aus. Diverse Drohnenflüge und dynamischere Kamerabewegungen machen ebenfalls einiges her. Auch beim Zombie-Make-up hat man sich zumindest Mühe gegeben.
Die mongolischen Zombies der „Z Zone“ wirken arg zahnlos
Am Ende des Tages ist „Z Zone“ ein leider zahnloser Beitrag zum Zombiefilm-Genre geworden. Das mongolische Setting und die darin agierenden Figuren sorgen für ein paar Exotikpunkte. Wenn hier die Zombies in Totalen durch einen Wald latschen und im Schnee herumtorkeln, hat das was. Allgemein wirkt die technische Umsetzung durchaus gekonnt. Davon abgesehen mag nur wenig an dem Horrorfilm funktionieren.
Die Story ist ausgelutscht, die Charaktere sind langweilig und verhalten sich größtenteils arg hirnrissig, die Schauspieler bleiben rundweg blass und wenn die Zombies dann irgendwann loslegen, tun sie das mit fest angezogener Handbremse. Sie dürfen nie wüten, nie zubeißen, nie ausweiden, nichts. Und so hauen weder die Story noch der Gewaltgrad irgendwie rein. Infolgedessen bleibt ein egaler Zombiefilm, der zudem irgendwann chronisch langweilt.
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Die deutsche DVD, Blu-ray sowie ein Mediabook zum Film erscheinen am 27. März 2026 von dem Label Lighthouse Home Entertainment. Er kommt ungeschnitten und hat eine sehr passige Freigabe ab 16 erhalten. Ihr könnt den Film auch streamen.
In diesem Sinne:
freeman
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