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Haunting Albina

Originaltitel: Ang Babaeng Nawawala sa Sarili / The Woman Who Loses Herself__Herstellungsland: Philippinen__Erscheinungsjahr: 2022__Regie: Roman Perez Jr.__Darsteller: Ayanna Misola, Diego Loyzaga, Adrian Alandy, Ava Mendez, Mon Confiado, Alan Paule, Carlene Aguilar, Andrea Garcia, Micaella Raz, Amanda Avecilla u.a.
"Haunting Albina" DVD Cover

„Haunting Albina“ kreuzt Softsex mit Horror.

Die Lizenzkäufer der Busch Media Group haben aktuell einen interessanten Fokus auf das philippinische Kino gelegt. Dabei kaufen sie bevorzugt Erotikfilme ein. Denen ist zumeist gemein, dass sie etwas mehr als die üblichen Softporno-Storys erzählen wollen. „Sabel is still young“ etwa paart Erotik mit Rape ’n‘ Revenge, „Tortured“ will abseits der Bettszenen das Psychogramm eines Killers sein. „Haunting Albina“ kreuzt nun Erotik mit Besessenheitshorror.

Für Albina läuft es gerade richtig gut. Privat hat sie ihrem sie betrügenden Arschlochfreund den Laufpass gegeben. Ein neuer Freund steht auch schon in den Startlöchern und scheint sie auf Händen tragen zu wollen. Und beruflich hat sie endlich ihren ersten Modeljob abgegriffen und ist dabei auch noch dem Chef einer Modemarke positiv aufgefallen.

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. So huschen plötzlich seltsame Geisterwesen in ihrer Gegenwart umher, sie hört beständig irgendwelche Stimmen und sieht Dinge, die gar nicht da sind. Als sie eines Tages aus ihrem Schlaf erwacht, muss sie bemerken, dass ein Geisterwesen sie zu übernehmen versucht. Doch es ist bereits zu spät. Albina kann die Attacke nicht abwehren. Der Geist gehört der jungen Olivia, die fortan bei Nacht die Kontrolle über Albinas Körper hat.

Die streift fortan durch das Nachtleben von Manila, vögelt sich durch die Partyszene und entdeckt ihre Lust am Killen. Dabei erwischt es vor allem Männer, was nicht verwundert, da Olivia mit ihnen schlimme Erfahrungen gemacht hat. Albina, die zumindest tagsüber Herrin ihres eigenen Körpers ist, versucht nun, herauszufinden, wie sie den Geist von Olivia wieder loswerden kann. Dabei stößt sie auf ein altes Familiengeheimnis.

Schaut in den Film hinein

Erotik, Horror und philippinische Schönheiten

„Haunting Albina“ konzentriert sich zunächst voll und ganz darauf, aufzuzeigen, dass für die Heldin ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Alte Zöpfe werden gekappt, neue Wege eingeschlagen. Und da die Albina-Darstellerin Ayanna Misola ein echter Augenschmeichler ist und obendrein sehr sympathisch aufspielt, ist man da gerne hautnah dabei.

Da purzeln viele Klischees, etwa in der Zeichnung der Modewelt und bei den Zickereien unter Kolleginnen. Doch einen Oscar für den anspruchsvollsten Film hatte Regisseur Roman Perez Jr. sicher nicht im Sinn, als er den Streifen abdrehte. Erstaunlich ist aber, wie zurückhaltend der Erotikfaktor zu Beginn eingesetzt wird.

Es gibt nur ein paar verhaltene Sexszenen zwischen Albina und ihrem neuen Freund Lawrence, Albina frönt der Körperhygiene und ihre beste Freundin lässt sich splitterfasernackt in einer Clubtoilette besteigen. Der getragene Minirock ließe da zwar durchaus andere Möglichkeiten zu, aber ich werde mich angesichts der nackten Andrea Garcia als Stacey sicher nicht beschweren.

Haunting Albina mit Ayanna Misola

Ayanna Misola spielt die aparte Albina.

Es dauert etwa eine halbe Stunde, bis „Haunting Albina“ andeutet, dass er gerne in Richtung Horror umschwenken würde. Albina und der Zuschauer hören nun Stimmen von der Tonspur säuseln und Schemen huschen durch ihr Zimmer. Ungefähr 15 Minuten später wird der Film dann absolut konkret. Olivia schlüpft in einer hübsch umgesetzten Szene in Albina und der Exploitationfaktor steigt doch merklich an.

Denn Ava Mendez hat als Olivia einen reichlich unersättlich wirkenden Sexhunger. Nun geht der Erotikanteil deutlich nach oben. Auch Albina hat nun offenkundig mehr Lust, Sex auch mal als Waffe einzusetzen. Und dann sterben bald die ersten Begattungspartner von Olivia. Einer fliegt vom Dach, einer wird erwürgt, einer bekommt seine Liebeslanze gekappt – die Männerwelt war schon glücklicher dran.

Parallel werden finstere Familiengeheimnisse aufgedeckt, arbeitet Olivia offensiv gegen Albina, geraten die Freunde von Albina in Olivias Schusslinie und spricht ein Priester irgendwann sogar diverse Psalme, um Olivia auszutreiben. Kurzum: Beständig passiert etwas. Und freilich gibt es Gründe genug, die Damen des Filmes blank ziehen zu lassen.

Ava Mendez im Horrorerotikfilm

Ava Mendez spielt den fiesen Geist Olivia.

„Haunting Albina“ ist nun ganz bei sich und macht Laune. Zumal die Jekyll-and-Hyde-Story mit dem ganzen Drumherum verstiegen genug ist, um sich mühelos von anderen Softpornos und deren Minimalhandlungen abzuheben. Das ganze Bohei gerät aber immer wieder auch mal zu grob oder unlogisch. Der Burner dahingehend ist das ganze Gewese um Albinas Arschloch-Ex Wendell, der von Albinas Familie seltsam hofiert wird. Dass in den Morden um Olivia auch ermittelt wird, wird reichlich egal durch Radioberichte im Hintergrund gereicht. Und manche Figuren bleiben rundweg ein ziemliches Rätsel.

Doch über diese Probleme fetzt „Haunting Albina“ irgendwann mit seinem Erzähltempo einfach hinweg. Und geriert sich irgendwann, wenn man gaaaaanz nett mit dem Film sein will, gar als Portrait einer zunehmend stärker werdenden Frau, die ihr Leben in die eigene Hand nimmt. Nur eben auf eine sleazige Art.

Haunting Albina und philippinische Schönheiten

„Haunting Albina“ fährt eine Menge hübsche Damen auf.

Die technische Umsetzung überzeugt. Regisseur Roman Perez Jr., der im Entstehungsjahr von „Haunting Albina“ mal eben sechs weitere Filme und eine Miniserie in Szene gesetzt hat, beherrscht sein Handwerk durchaus. Die Party-/Clubszenen sind schön hochglanzpoliert und bei den Sex-Szenen versuchte er spürbar, allen einen anderen Look und Feel mitzugeben. In den Sex-Szenen kann er sich zudem auf seine zeigefreudigen jungen Darstellerinnen durchweg verlassen. Hier wird dem Zuschauer einiges geboten.

Aber freilich bleibt der Streifen immer im Softporno-Duktus. Brüste und Ärsche gibt es hier im Überfluss, mehr ist allerdings nicht drin. Einige Szenen geraten durchaus erotisch, andere sind halt da. Da keine der Sex-Einlagen sonderlich lang ist, stören auch weniger gelungene nicht so sehr. Auch abseits der Club- und Matratzensporteinlagen sieht der Film gut aus und vor allem die Model-Einlagen machen richtig etwas her. Einzig die Horrorszenen können da nicht so ganz mithalten. Vor allem der etwas planlos in den Film geschmissene Exorzismus wirkt schon extrem lustlos.

„Haunting Albina“ lebt vor allem von seinen sexy Darstellerinnen

Es ist ein wildes Gebräu, dass Regisseur Roman Perez Jr. dem Zuschauer mit seinem Film vorsetzt. Horrormotive münden in einen Exorzismus, unsere Heldin bekommt ordentlich zu leiden und weiß sich irgendwann zu behaupten, Thrillerelemente werden auch noch untergemischt, es setzt Mord und Totschlag und alles wird garniert mit zahllosen Nacktszenen hinreißend hübscher Damen. Die obendrein gar nicht mal so übel spielen.

Das wird nie langweilig und dürfte Freunde des gepflegt erotischen Wirrsinns gut unterhalten. Allerdings hat der Film auch diverse Probleme. Nicht alle Schauspieler liefern so ab, wie die Heldinnen. Viele Figuren sind mit unterentwickelt noch nett umschrieben. Manche Dialoge lassen einem vor Fremdscham im Sofa versinken und diverse Charakter- und Storyentwicklungen sind schon arg an den Haaren herbeigezogen. Und irgendwie kommt der Film weder im Erotik- noch im Horrorpart so richtig zum Höhepunkt. Trotzdem bleibt eine insgesamt solide Nummer. Sozusagen.

05 von 10

„Haunting Albina“ erscheint am 5. Februar 2026 von dem Label Busch Media Group auf DVD und Blu-ray. Die Synchronisation wirkt hier und da recht grob. Die Datenträger haben trotz blutigerer Szenen und diverser Nackedeis ungeschnitten eine Freigabe ab 16 erhalten. Extras zum Film gibt es keine, dafür zahlreiche Trailer aus dem Programm des Anbieters. Ihr könnt den Erotikhorror auch streamen.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Busch Media Group__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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