| Originaltitel: Kolektor__Herstellungsland: Philippinen__Erscheinungsjahr: 2025__Regie: Carlo Alvarez__Darsteller: Nico Locco, Aiko Garcia, Candy Veloso, Salome Salvi, Emil Sandoval, Beverly Benny, Neil Tolentino u.a. |

Der Erotik-Thriller „Tortured – Dein letztes Date!“ bietet viele philippinische Schönheiten auf.
Die Busch Media Group hat seit einiger Zeit das philippinische Kino für sich entdeckt. Dabei fokussieren sie vornehmlich auf mit Erotik durchsetzte Thriller- und Exploitationware, wie es beispielsweise „Sabel is still young“ oder „Nightbird“ belegen. Mit „Tortured – Dein letztes Date!“ wartet nun ein neuer Vertreter auf deutsche Filmfans.
Jessie ist ein gut aussehender junger Mann. Sein exotisches Äußeres, er ist nur zur Hälfte Filipino und zur anderen Hälfte Amerikaner, macht ihn für die philippinische Damenwelt sehr attraktiv. Und obschon Jessie bei seinen zahlreichen Dates diverse Red Flags hisst, verfällt ihm die Damenwelt nur zu gerne. Hin und weg sind die Frauen spätestens dann, wenn Jessie sie mit zu sich nach Hause nimmt.
Er besitzt ein gewaltiges Haus mit Pool und allem Komfort. Spätestens hier kann der junge Mann die Schlüpfer seiner Auserwählten stürmen. Was die nicht ahnen: Ist Jessie mit ihnen fertig, werden sie von dessen Stiefvater betäubt, gefesselt, über Tage hinweg vergewaltigt und hernach ermordet.
Erst als Jessie die wunderschöne Eula kennenlernt, scheint sich etwas in ihm zu verändern. Er befreit sie von den Fesseln des Stiefvaters und tritt damit eine Kette blutiger Ereignisse los.
Düsterer Erotik-Thriller von den Philippinen
Kindesmissbrauch mit Inzestnote, Vergewaltigungen, Mord sowie eine mehr als schwierige (Stief)Vater-Sohn-Beziehung: „Tortured – Dein letztes Date!“ arbeitet sich an finsteren Themen ab. Interessant ist zudem, dass Jessie dem Zuschauer als Identifikationsfigur gereicht wird, dem man durch den Film folgen soll. Dabei wird schnell klar, dass der kein gewöhnlicher Psycho ist. Da sind düstere Gründe für sein Tun. Leider bleibt der Film hier zu sehr an der Oberfläche und taucht nicht wirklich in den Charakter von Jessie ein. Trotzdem empfindet man für ihn vielleicht nicht zwingend Sympathie, aber man mag ihn auch nicht zu sehr verurteilen.
In Verbindung mit dem Fakt, dass Jessies Opfer durch die Bank positiv besetzt sind, entsteht eine hübsche Ambivalenz im Film. Die durchaus funktioniert. Leider bekommt „Tortured – Dein letztes Date!“ die aus diesen Punkten resultierenden Potentiale nicht wirklich gehoben. Vor allem bei den düsteren Thematiken vergeht einfach viel zu viel Zeit, bevor sie überhaupt im Film ankommen.

Bei Jessie hat wieder eine Dame angebissen. Wird sie entkommen?
So geraten die ersten 40 Minuten zu einer repetitiven Abfolge aus belanglosen Dialogen zwischen Jessie und seinen Dates, die auch aufgrund einer unauthentisch klingenden Synchronisation nicht wirklich funktionieren wollen. Und eben auch nicht viel zur Figurenzeichnung oder zur Entwicklung der Handlung beitragen. Zumindest münden sie häufiger in Softsex-Szenen, in denen die hübschen Schauspielerinnen viel nackte Haut zeigen dürfen.
Weiß man dann endlich, worauf „Tortured – Dein letztes Date!“ hinaus will, zieht die Spannung aber kaum an. Denn Drehbuch und Regie verdichten nicht. Lassen den Erotik-Thriller eher im bekannten Duktus weiterlaufen und präsentieren schlicht das nächste Date. Erst wenn dann endlich Eula im Film auftaucht, will der zum Punkt kommen. Dabei vergisst er jedoch, zu erklären, was Jessie an Eula so sehr reizt, dass er aus seinen Abläufen ausbrechen und ausgerechnet ihr Leben verschont wissen will.
Während dieses Rätsel nicht aufgelöst wird, wird der Film in seinem Showdown jedoch deutlich direkter. Charaktere werden aus dem Leben gerissen und dank eines düsteren Musikstückes und der nun im Allgemeinen vorherrschenden Finsternis baut der Film eine funktionierende, sehr düstere Atmosphäre auf. Nur spannender wird „Tortured – Dein letztes Date!“ nicht. Man ist einfach nicht genug drin in der Figurenzeichnung.

Ihr Date mit Jessie endet wenig erfreulich.
Was auch auf die in Teilen schwachen Darsteller zurückzuführen ist. Nico Locco ist als Jessie ganz okay, wirkt aber in manchen Szenen, etwa wenn Jessie mit seinem Tun hadert, nicht sattelfest. Seine Opfer werden von hübschen Darstellerinnen wie Candy Veloso, Aiko Garcia oder Salome Salvi gegeben. Die Damen schlagen sich ordentlich, wirken bei ihren ansehnlichen Nackt-Performances aber sicherer als bei den eigentlichen Spielanteilen. Meine liebe Not hatte ich mit Emil Sandoval als Stiefvater von Jessie, der wenig subtil das Riesenarschloch geben muss.
In technischer Hinsicht ist „Tortured – Dein letztes Date!“ ordentlich umgesetzt, setzt auf fahle Farben mit leichter Korrektur ins Gelbliche. Große Kameraspielereien fallen nicht auf. In Sachen Ausstattung überzeugt vor allem das Anwesen von Jessie und dessen Stiefvater in seiner mondänen Anmutung. Bis auf den Showdown weiß die Musik im Film nicht aufzufallen.
„Tortured – Dein letztes Date!“ startet weder als Erotik-Thriller noch als Exploitation-Film durch
Der im Original „Kolektor“ betitelte Film von Regisseur Carlo Alvarez hat in Deutschland eine erstaunlich harsche Freigabe erhalten. Diese könnte so manch falsche Erwartung wecken, dürfte aber vor allem wegen den von mir bereits erwähnten düsteren Themen erteilt worden sein. Denn weder ist „Tortured – Dein letztes Date!“ extrem freizügig noch sonderlich brutal. Es fehlt ein rechter Exploitation-Faktor. Einzig die Vergewaltigungen werden ein wenig zu lang und breit ausgespielt. Dabei bleibt die Bebilderung aber in dem vom Film häufiger bedienten Softporno-Duktus. Die eigentlichen Softporno-Einlagen von Jessie und seinen Dates geraten leider wenig erotisch und kranken an teils seltsamen Dialogen.
Woran es dem Film in erster Linie fehlt, ist Spannung. Erst in den letzten Minuten kann man geringe Ausschläge in dieser Sparte verzeichnen. Ansonsten mangelt es „Tortured – Dein letztes Date!“ einfach durchgehend an Intensität. Man ist nicht richtig drin in den Figuren und der Handlung, einfach weil beide nicht sonderlich glücklich ausgearbeitet wirken. Ein paar schwache darstellerische Leistungen, ein Mangel an Konsequenz und Härte sowie der arg schleppende Einstieg machen es zusätzlich schwer, dranzubleiben.
![]()
Die deutsche DVD / Blu-ray erscheint am 22. Januar 2026 von der Busch Media Group. Der Film kommt ungeschnitten mit einer (leichten) SPIO/JK-Freigabe. Extras zum Film hat es bis auf den Trailer leider keine. Ihr könnt den Film auch streamen.
In diesem Sinne:
freeman
Was hältst du von dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love
| Copyright aller Filmbilder/Label: Busch Media Group__Freigabe: SPIO/JK__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja |





