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Hunting Grounds

Originaltitel: Hunting Grounds__Herstellungsland: Kanada__Erscheinungsjahr: 2025__Regie: Derek Barnes__Darsteller: Emily Alatalo, Tim Rozon, Jon McLaren, Milton Barnes, Ryan Bainbridge, Mikael Conde, Eman Ayaz, Simona Severino, Nathaniel Wainman, Khalid Karim, Chris Mark u.a.
Hunting Grounds DVD Cover

Chloe erweist sich als Tough Cookie in „Hunting Grounds“.

Chloe ist auf der Flucht vor ihrem höchst cholerischen Ehemann. Sie hat gegen die Aussicht auf Zeugenschutz gegen ihn ausgesagt, denn der offensichtliche Sausack hat Verbindungen ins organisierte Verbrechen. Entsprechend entsendet er auch direkt seine Henchmen, um Chloe wieder einzufangen. Die können Chloe zwar stellen, doch die erweist sich als taff. Entflieht ihren Häschern und flüchtet in einen angrenzenden Wald.

Hier läuft sie dem Einsiedler Jake über den Weg. Der Ex-Marine nietet einen von Chloes Verfolgern sogleich unvermittelt um. Die Verfolgte ist von soviel Tatkraft sichtlich begeistert und überlässt sich der Obhut des Mannes. Der erklärt auch, sie nur zu gerne beschützen zu wollen. Doch je länger Chloe mit Jake in dem Wald unterwegs ist, umso mehr wird sie misstrauisch.

Ist Jake der strahlende Held, der er vorgibt zu sein? Oder schlägt ihr siebter Sinn aufgrund ihrer düsteren Erfahrungen hypersensibel an? Die unentwegt angreifenden Häscher ihres Ehemannes verhindern, dass Chloe zu intensiv über ihre Lage nachdenkt…

Schaut in den Film hinein

Spannender Actionthriller, der auch mal andere Wege geht

„Hunting Grounds“ tönt zu Beginn nach einem Actioner, wie man ihn schon zigfach gesehen hat: Eine Dame in Not wird von einem Typ gerettet, der sie dann vor allem möglichen Unbill bewahrt. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Zuneigung, man kommt sich näher und am Ende bekommen die Lumpen ordentlich eins auf den Pelz gebrannt.

Der Film von Regisseur Derek Barnes, der bislang eher als Stuntman („xXx: Return of Xander Cage“) aufgefallen ist, geht aber andere Wege. Denn die von Barnes, James Mark (Regisseur von „Fight Another Day“) und James McDougall (Darsteller in „Becky“) ersonnene Story wartet mit einem klasse Twist rund um Held Jake auf.

Emily Alatalo in Hunting Grounds

Emily Alatalo lässt sich als Chloe nicht unterkriegen.

Das sorgt für eine interessante Dynamik zwischen Chloe und Jake und verschafft „Hunting Grounds“ einen so nie zugetrauten Dreh. Dieser erhöht die Spannung und wird insofern gekonnt aufgebaut, dass man Jake nur ganz allmählich durchschaut. Wie bei Chloe rattern auch beim Zuschauer durchweg die Rädchen im Hirn und versucht man, aus ihm schlau zu werden – bis er sich vollends offenbart.

Das funktioniert auch deshalb so gut, weil Emily Alatalo („Spare Parts“) als Chloe und Tim Rozon („Karate Kid: Legends“) als Jake so prächtig harmonieren. Emily Alatalo darf angenehm taff und zupackend auftreten. Tim Rozon hat schon mehrfach bewiesen, dass wenn eine Rolle ihn reizt, er richtig stark aufzudrehen vermag. Dahingehend ist sein Jake ein echter Glücksfall für den Zuschauer. Beide Darsteller sind enorm spielfreudig und bringen vor allem die Twists und etwaigen anderen Entwicklungen gut rüber. Auch die Co-Darsteller der beiden spielen ihren Stiefel wirklich gut runter.

Als Schauplatz dominiert ein Wald. Eine Waldhütte und ein kleiner See werden ebenfalls bespielt. Diese Settings funktionieren gut, reißen aber keinerlei Originalitätsbäume aus. Der Film setzt leider arg auf sehr gedeckte Farben. Das satte Grün des bespielten Waldes hätte „Hunting Grounds“ sicher nicht geschadet und ihm einen wertigeren Look verpasst.

Tim Rozon im Actionthriller

Tim Rozon darf als Jake vollkommen uneinschätzbar agieren.

Interessant ist, dass trotz des Mitwirkens von gleich zwei sehr erfahrenen Stuntleuten (Drehbuchautor und Produzent James Mark sowie Regisseur Derek Barnes) ein anderer die Action in Szene setzte. Doch mit Dan Iaboni hat man sich einen echten Könner als Stuntkoordinator gesichert, der bereits an Filmen wie „Nobody“ oder „Love Hurts“ beteiligt war. Und er verpasst der Action in „Hunting Grounds“ Stiffness und Härte. Er weiß, wo die Kamera stehen muss, um den größtmöglichen Impact hinzubekommen. Genau das bietet euch der Film.

Wenn sich die Charaktere hier wammsen, dann hat das Druck. Werden sie von Kugeln herumgerissen, sieht das klasse aus. Zudem behält sich der Film ein paar derbe Nicklichkeiten vor. Etwa wenn mit einer Kaffeekanne ein Schädel zermatscht oder mit einem Spaltgerät ein Schädel halbiert wird. Das ganze wird nicht an Splatter-Einlagen gereicht, sondern passiert im Off. ABER die Macher haben großen Spaß, die Ergebnisse solcher Einlagen mittels cooler Gore-Effekte zu präsentieren. Im Großen und Ganzen geht die deutsche FSK 16 aber absolut in Ordnung.

„Hunting Grounds“ punktet dank netter Variationen zum Üblichen

Die Überschrift zu meinem Fazit bringt es definitiv auf den Punkt. „Hunting Grounds“ macht aufgrund seiner cleveren Variationen zu ähnlich gelagerten Filmen wirklich eine Menge Spaß. Man muss sich jedoch bewusst sein, dass „Hunting Grounds“ all das nicht subtil abfeuert oder auf einen Drehbuchoscar schielt. Nein, „Hunting Grounds“ weiß um sein besonderes Merkmal und haut da irgendwann richtig einen raus.

Das ist unterhaltsam, durchaus spannend, bietet nette, wenn auch sehr klein skalierte Action mit unvermuteten Härten und hat ein flottes Erzähltempo. Langeweile kommt hier auch aufgrund der tollen Hauptdarsteller zu keiner Sekunde auf. Nur nach dem Showdown schwächelt der Actionthriller ein wenig. Was passiert, ergibt sich logisch aus der Handlung, wirkt aber vor allem in seiner Dialogführung seltsam manieriert. Trotzdem:

07 von 10

Die deutsche DVD / Blu-ray zum Film erscheint am 27. März 2026 von dem Label Lighthouse Home Entertainment. Der Film ist okay synchronisiert und kommt mit einer Freigabe ab 16 ungeschnitten. Streamen könnt ihr „Hunting Grounds“ freilich auch.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Lighthouse Home Entertainment__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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