| Originaltitel: Off the Grid__Herstellungsland: USA, Italien__Erscheinungsjahr: 2025__Regie: Johnny Martin__Darsteller: Josh Duhamel, Peter Stormare, Greg Kinnear, María Elisa Camargo, David Lipper, Michael Papajohn, Joe Bucaro III, Ana Golja, Ricky Russert, Talia Asseraf u.a. |

Josh Duhemal ist „Off the Grid“ im gleichnamigen Actionthriller.
„Off the Grid“ steigt mit unter dem Vorspann ertönenden Kampfgeräuschen ein. Als endlich aufgeblendet wird, sehen wir Filmheld Jack, der von einem Lump gewürgt wird. Er kann sich befreien und zündet in höchster Not eine Explosion. Ob diese wie gewünscht funktionierte, müssen wir abwarten. Denn der Film geht nun einige Tage zurück in der Zeit und erzählt, wie es zu diesem Kampf kommen konnte.
Wir erfahren, dass Jack vor seinem ehemaligen Arbeitgeber Belcor auf der Flucht ist. Für den hatte er ein Verfahren entwickelt, das es ermöglicht, die Energie einer Kalten Fusion nutzbar zu machen. Während Jack die Energieprobleme der Welt lösen will, will Belcor das Verfahren als Waffe nutzen. Jack vernichtete daraufhin seine gesamte Forschung und floh.
Seitdem versteckt er sich im Süden der USA. Hier lebt er ein Einsiedlerleben. Wissend, dass es ihm so gut wie unmöglich sein wird, Belcor auf ewig zu entrinnen. Und wirklich, der fiese Geldsack hat längst seine Männer entsendet, um Jack zu fassen und ihm sein Wissen zu entreißen.
Josh Duhamel als Oppenheimer im Zottel-Look
Was auf dem Papier nach straighter B-Action klingt, macht als Film leider kaum einen Stich. Die wahrlich dürre Story trägt den Film nicht. Das musste vor Jahren schon Keanu Reeves erfahren, der in „Außer Kontrolle“ durch einen recht ähnlichen Storyaufhänger flitzte und worauf die deutsche Titelschmiede mit ihrem Beititel auch noch recht offensiv referenziert. Irgendwie scheinen das die Macher von „Off the Grid“ aber nicht ganz mitgeschnitten zu haben. Auch und vor allem dahingehend, dass Regie und Drehbuch eben keine Ansätze finden, die insgesamt zu stolze Filmlaufzeit von 105 Minuten mit Leben zu füllen. Oder sagen wir besser: mit Action! „Off the Grid“ ist nämlich einer dieser berühmt berüchtigten Actionfilme, die keine Action aufzubieten haben.
Stattdessen wird verdammt viel gelabert. Jack labert mit den Einheimischen. Die Einheimischen labern untereinander. Die Fieswichte labern. Alle labern. Und keiner hat wirklich viel zu erzählen. Und schon gar nicht werden die Labertaschen durch das Gelaber irgendwie greifbarer. In den ersten 70 Minuten gibt es infolgedessen keine Action zu verzeichnen. Hier und da klingen Ansätze durch, doch wirklich viel passieren will nicht.
Zudem wird die vermutlich größte Flitzpiepe der jüngeren Actiongeschichte als Verfolger von Jack aufgefahren. Marcus heißt die Nulpe und ist in Auftreten, Optik und Verhalten einfach nur ein Totalausfall. Highlight an der von Ricky Russert („I, Tonya“) gruselig gespielten Lusche ist ganz sicher die nie genutzte Gürteltasche, die da gelangweilt an ihrem Gurkenhalskörper hängt. Zumindest killt Marcus immer mal ein paar seiner eigenen Männer. Ansonsten würde im Film kaum jemand sterben.
So mag nie Spannung aufkommen. Tempo gleich gar nicht. Zumindest schlägt sich Josh Duhamel („London Calling“) im Zottel-Look als Jack ordentlich. Warum er hier aber auch noch als ausführender Produzent tätig wurde, bleibt ein Rätsel. Vielleicht wollte er einfach mal mit Greg Kinnear („Crisis“) arbeiten und den direkt bezahlen? Ich kann es euch nicht sagen.
ABER Kinnear ist als ewig lamentierender weiterer Jäger von Jack einer der wenigen Pluspunkte des Filmes. Seine süffisanten Dialoge sind klasse und es wirkt, als habe zumindest er Spaß am Set gehabt. In einer winzigen Nebenrolle ist zudem Peter Stormare („Stand Your Ground“) als Belcor am Start und überdreht als solcher ziemlich.
Nach den bereits erwähnten etwa 70 Minuten Film bastelt Schlaukopf Jack endlich diverse Sprengfallen und andere nützliche Utensilien, um sich seiner Verfolger zu erwehren. Doch statt nun endlich mit der Action durchzustarten, wird noch einmal gepflegte 15 Minuten weiter gequatscht. Dann kommt man endlich am Setting des Showdowns an – ein altes Kloster. Das nicht weiter kaputtgehen darf. Also folgt nun sachte Action. Mit Eric Norris („Shootout“) war zwar ein Könner als Stunt-Koordinator am Set, nur leider durfte er nichts weiter machen.
Jack sprengt nun die Lumpen in die Luft oder beschießt sie mit Pfeilen. Das wird alles total harmlos und seltsam unkörperlich gereicht. Es gibt keine Fights, keine ausgefeilten Ballereien, nichts. Entsprechend wird das Gesicht des Actionfans hier länger und länger. Nur der Score versucht zumindest, etwas Action zu machen. Ein Big Bang beendet die Chose und man mag gar nicht glauben, dass das alles gewesen sein soll.
„Off the Grid – Außer Kontrolle“ gerät saft- und kraftlos
Regisseur Johnny Martin („Vengeance: A Love Story“) bekommt keinerlei Druck in die von Jim Agnew („Tokarev“) geschriebene Story. Die ist so dünn und vorhersehbar geraten, dass ihr zahlreiche Adrenalineinspritzungen in Form netter Action mehr als nur gut gestanden und sicherlich auch geholfen hätten. Nur hat das am Set keiner bemerkt. Entsprechend präsentiert sich „Off the Grid“ als unspannendes und sich zunehmend mehr ziehendes Filmerlebnis.
Einzig die Hauptdarsteller Josh Duhamel und Greg Kinnear ziehen sich mit ihren Leistungen einigermaßen schadlos aus der Affäre. Und auch die zahlreichen Settings des Streifens (die schöne Natur und einige heimelige Häuschen der Gegend) sind schön anzusehen und meist mittels satter Farben in Szene gesetzt. Blöderweise ist das ein bisschen arg wenig für einen Actionfilm.
![]()
Die deutsche DVD / Blu-ray zum Film erscheint am o5. Februar 2026 von Tiberius Film. Der harmlose Streifen hat eine Freigabe ab 16 und ihr könnt ihn auch streamen.
In diesem Sinne:
freeman
Was hältst du von dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love
| Copyright aller Filmbilder/Label: Tiberius Film__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja |





