| Originaltitel: I Corpi presentano tracce di violenza carnale__Herstellungsland: Italien__Erscheinungsjahr: 1973__Regie: Sergio Martino__Darsteller: Suzy Kendall, Tina Aumont, Luc Merenda, John Richardson, Roberto Bisacco, Ernesto Colli, Angela Covello, Carla Brait, Conchita Airoldi, Patrizia Adiutori, Luciano Bartoli, Gianni Greco, Luciano De Ambrosis, Enrico DiMarco, Giorgio Dolfin, Carlo Alighiero, Vincenzo Crocitti u.a. |


„Torso“ erscheint als zweiter Titel der „Italo Cinema Collection“.
Skimaske und Lederhandschuhe hüllen den Giallo-Killer-Prototypen in Anonymität. Dieser Zustand ist unerlässlich für ihn; seine Identität preiszugeben, würde für ihn das jähe Ende seiner Welt bedeuten. Und somit auch das Ende des Whodunit, durch das er sich bewegt. Also geht er verhüllt zu Werke. Lockt die Opfer von der Herde weg, damit er sie Stück für Stück dezimieren kann, möglichst ohne Spuren zu hinterlassen. Um möglichst viele von ihnen als tote Puppen in seine Sammlung aufzunehmen. Und die Spielzeit auszureizen. Die Logik seines Spiels ist dabei bestechend simpel. „Tod ist der beste Hüter der Geheimnisse“, lautet das Credo. Es hallt nach wie das ultimative, von Evil Laughter begleitete Geständnis eines Superschurken. Damit offenbart er zugleich das einzig gültige Gesetz, das seinem ganzen Dasein Ordnung verleiht: Gemordet wird eben so lange, wie man damit durchkommt.
Sergio Martinos „Torso“ besitzt die bemerkenswerte Eigenschaft, wie eine frühe Schablone für die sich anbahnende Welle der Slasherfilme zu funktionieren, ohne aber über die ausgeprägten Konturen einer solchen zu verfügen. Wenn man an die Anfänge dieser Gattung denkt, hat man vermutlich eher etwas vom Schlage „Halloween“ im Sinn, der erst 1978 Gestalt annahm, satte fünf Jahre später. „The Shape“, wurde Michael Myers in den Credits genannt; eine Kontur, eine Silhouette, ein Scherenschnitt, eben eine Schablone für das Nichtmenschliche in Menschengestalt, dazu erschaffen, wieder und wieder kopiert zu werden, in einem ewig währenden Ball der wechselnden Masken, bis zum heutigen Tag, in allen erdenklichen Farben und Formen.
Geradezu insignifikant hingegen mutet die pragmatische Erscheinung des Killers aus „Torso“ an, als er sich vermummt und verstohlen einer Szenerie nähert, die wir inzwischen aus hunderten Genre-Beiträgen kennen. Da ist sie wieder, die berühmte Lover’s Lane, die man von „Der Umleger“ (1976) bis „Düstere Legenden“ (1998) als mythologisierende Zutat immer wieder sehen würde, bestehend aus einem Auto, das in der Einöde parkt, mit einem Pärchen, das aneinander herumfummelt. Den Gaffer von jenseits der Fensterscheibe umweht noch nicht das Bedrohliche seiner Erben, vielmehr ist er hauptsächlich selbst Opfer seiner Triebe und scheint sich zunächst mit der passiven Rolle des Perversen zu begnügen. Bezeichnend, dass er es zunächst ist, der von dem aufgebrachten Alphamännchen, das beim Liebesspiel gestört wurde, durch den Wald gejagt wird. Der Spieß muss sich erst noch drehen.

Nicht nur ein Prototyp für den Slasher-Killer, sondern auch für den Geisterwald-Ninja.
Die Unscheinbarkeit des Maskierten mit dem Würge-Faible ergibt sich nicht zuletzt auch aus der ihn umgebenden Kulisse, die den Antagonisten bei weitem überstrahlt. Perugia ist ein pittoresker Schauplatz, das Pittoreske dabei überhaupt ein Alleinstellungsmerkmal des italienischen Kinos, das von seinen schillernden Kontrasten lebt. Während im opulenten Hörsaal der anliegenden Universität die Ästhetik des Geistlichen und des Todes erörtert wird, lungern in den Seitengassen die einfachen Arbeiter herum. In einer Minute wird philosophiert, in der nächsten sabbern die degenerierten Alteingesessenen in die Kameralinse, aufgenommen durch die Schenkel einer Studentin im Minirock hindurch.
Die Piazza im Stadtkern, angereichert mit der Vitalität, die so typisch ist für allerhand italienischer Regisseure, von Fellini bis Damiani, ist ebenso prägend für Martinos Arbeit wie das Herrenhaus über den Gipfeln der Stadt, die Steinbrüche und die architektonisch auffälligen Viadotti, von denen sie überspannt werden; aber auch der anliegende Wald, zwischen dessen Birken die Silhouette des Killers zur Fata Morgana verschwimmt, bis seine eigene Körperlosigkeit endgültig auf die Spitze getrieben ist… und das, wo er doch seine feste Form braucht, um Jagd auf die nächste Studentin zu machen, die wie die Liebenden aus dem geparkten Auto bloß keine Gelegenheit bekommen darf, Zeugnis abzulegen.
Trotz dieser unschönen Unterbrechungen der Idylle geht das Dolce Vita auf dem autarken Fleckchen Erde oberflächlich betrachtet einfach weiter seinen Gang, aber der Triebtäter verschiebt durch sein Handeln unterschwellig die Verhältnisse und bringt dadurch nicht nur die Figuren in Bewegung, sondern verleiht dem Film zugleich eine gewisse nervöse Anspannung. Das Gemunkel im Stadtkern und vor allem der wie eine festliche Parade zelebrierte Umzug der Studentinnen aus dem Tal ins Herrenhaus per Traktor (fast ein wenig wie in Adriano Celentanos „Der gezähmte Widerspenstige“) entlarvt die umgehende Angst hinter der demonstrierten Lebensfreude.
Martino kann es sich erlauben, mit den althergebrachten Mitteln der Spannungssteigerung nüchtern umzugehen. Es reicht ihm im Grunde, mit dem Finger auf so ziemlich jeden jüngeren Mann in Perugia zu zeigen, der in etwa die Statur des Maskierten hat, um Verdachtsmomente aufkommen zu lassen. Die höchst auffälligen Visagen eines Luc Merenda, Roberto Bisacco, Ernesto Colli oder John Richardson tun ihr Übriges. Es sind die klassischen Winkelzüge des Giallo, die hier zur Anwendung kommen, angereichert mit einer Prise Psychedelika, insbesondere in Bezug auf die Mordwaffe, ein Halstuch, das nicht nur den kriminologischen Bezug zum Poliziottesco bewahrt, sondern durch seine Färbung und Musterung (rotes Muster auf Schwarz oder schwarzes Muster auf Rot?) auch alte Doppelgänger-Motive aufgreift, mit denen der Surrealismus verschärft wird.

Trug der Würger Schwarz auf Rot oder Rot auf Schwarz?
Obgleich „Torso“ in Bezug auf die reine Onscreen-Darstellung von Gewalt kein allzu grafischer Genre-Vertreter ist, beschert einem die Suggestion trotzdem Eindrücke gröbsten Schmutzes. Dass die eher schlecht als recht gemachten praktischen Spezialeffekte das dominierende Puppen-Leitmotiv des Films ein wenig zu wörtlich nehmen, spielt dabei sicher mit ein. Nicht zuletzt liegt es aber auch an der psychosexuellen Motivation des Täters, die jegliche seiner Handlungen mit einem schmuddeligen Film überzieht. Die Säge, die dem Film zu seinem morbiden Titel verhilft, kommt letztlich nur post mortem und zudem fast ausschließlich offscreen zur Anwendung, aber die Imagination vervollständigt die Puzzleteile zu einem blutigen Chaos aus zerlegten Körperteilen und aufgerissenen Augen.
Umgekehrt scheut sich Martino nicht, das Fleisch, das er verkaufen möchte, großzügig in der Auslage zu präsentieren. Die Hippie-Bewegung hat sich zweifellos bis nach Umbrien ausgebreitet; festmachen lässt sie sich insbesondere an einem neuen weiblichen Selbstbewusstsein, das auch dadurch demonstriert wird, dass die großzügig zur Schau gestellte Female Nudity hier nicht mehr länger nur das Resultat männlicher Besitzansprüche ist, sondern fast immer auch ein Ausdruck von weiblicher Selbstbestimmung.
In seinem Kern ist „Torso“ aber immer noch ein von Ängsten und Begierden angestachelter Horrorthriller durchdringend gelber Färbung, der von seinen falschen Fährten, paranoiden Egoperspektiven und gellenden Pageturner-Momenten lebt, kurz, vom Affekt einer währenden Gefahrensituation auf Leben und Tod. Dramaturgisch wie inhaltlich wird ihm der weite Fokus auf das Treiben in der Stadt und seinem Umland ein ums andere Mal zum Verhängnis. Schon die Prologsequenz ist inszenatorisch dermaßen von der folgenden Haupthandlung entkoppelt, dass sie beinahe wie ein experimenteller Kurzfilm wirkt, der lediglich zur Einstimmung des Publikums eingespielt wird.
Als sich die eröffnende Klammer am Ende des Films schließt, steht ein völlig hanebüchenes Trauma im Raum, das man vielleicht besser der Fantasie überlassen hätte, auch wenn es dem fertigen Werk dann an einer nicht ganz unwichtigen Pointe gemangelt hätte. Die vielen Schauplatzwechsel im Mittelteil wiederum kämpfen mit Schwankungen im Erzähltempo, mit denen die Narrative ein ums andere Mal ins Schwanken gebracht wird, auch wenn die ungemein reizvolle Vielfalt des Setdesigns dafür natürlich angemessen entschädigt. Hinzu kommen einfache handwerkliche Unreinheiten, insbesondere im Schnitt, sowie Abzweigungen im Drehbuch, die lediglich der Ablenkung dienen und darüber hinaus keine Bedeutung in sich tragen.

Für Suzy Kendall gibt’s nichts zu lachen in „Torso“.
Dass sich „Torso“ trotz solcher Ecken und Kanten zum Klassiker entwickeln konnte, liegt natürlich einerseits daran, dass er Stereotype mitbegründete und alleine dadurch eine gewisse Relevanz bewahrt. Andererseits konnte er sie aber überhaupt nur deswegen begründen, weil er im Einzelnen so effektiv mit ihnen umgeht. Der Soundtrack beispielsweise (von den Oliver Onions!), der Smooth Jazz ebenso abdeckt wie hektisches Gedudel Goblin’scher Prägung, fräst sich so tief in die Hirnwindungen, dass er vermutlich nur operativ wieder entfernt werden kann.
Dass der Regisseur die Tonspur ausgerechnet im intensiven letzten Akt, in dem Suzy Kendall durch die mit Leichen geschmückte Villa gejagt wird, völlig zurückfährt, um in absoluter Stille die reine Bewegung zur Wirkung kommen zu lassen, ist jedoch der eigentliche Geniestreich. Es sollte nicht lange dauern, bis die ersten Verweise auf diese Schlüsselsequenz in weiteren Filmen zu sehen sein würden (im buchstäblichen Sinne: Die Szene rund um den Schlüssel an der Tür wurde unter anderem zwei Jahre später in Umberto Lenzis Giallo „Labyrinth des Schreckens“ wieder aufgegriffen).
Trotz der punktuellen Highlights bleibt „Torso“ unter den Slasher-Prototypen der vage Schemen, gefüllt mit allerhand Motiven, die einem samt und sonders bekannt vorkommen, von denen man aber nicht sagen könnte, wo man sie zum ersten Mal gesehen hat. Er bietet nicht viel Greifbares, das man zum kopierbaren Kult erklären könnte, es sei denn, man ist ein Film Buff, heißt Eli Roth oder Quentin Tarantino und taucht tief in die Implikation von Schnitt und Kontinuität ein. Nüchtern betrachtet, leidet Martinos Genre-Kondensat unter den gleichen Aspekten, die ihm auch zu seinen Stärken verhelfen: Es ist zu diffus, um wirklich mit den Händen gepackt werden zu können, seine Struktur wirkt unausgegoren und der Auslöser der Ereignisse ist völlig an den Haaren herbeigezogen. Und doch fasziniert der Blick über den Tellerrand, den Sergio Martino fast beiläufig mit der Begründung einiger der wichtigsten Slasher-Tropes verbindet.
Gute:
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Informationen zur Veröffentlichung von „Torso“
Italo Cinema Collection #2
Mit der zweiten Ausgabe der „Italo Cinema Collection“ sind wir dann doch in ganz anderen Bekanntheitsgraden unterwegs. Während der Auftakt „Spider Labyrinth“ vielen Käufern vermutlich noch kein Begriff war, weil bis dahin nur als Videokassette in Deutschland erschienen war, gibt es wohl keinen Giallo-Anhänger, der noch nie von Sergio Martinos „Torso“ gehört hätte. In unzähligen Editionen ist er bereits zu DVD-Zeiten von X-Rated. Edition Tonfilm und WMM erschienen, jenen Labels, die dann später auch Blu-rays nachreichten. Auch Mediacs stieg irgendwann in Kooperation mit Leonine ein. Mediabooks und Hartboxen, soweit das Auge reichte. Die Grundversorgung dürfte bei diesem Titel ziemlich flächendeckend sein. Da stellt sich dann schon die Frage, ob eine weitere Neuauflage ähnlich gut laufen wird wie ein Titel, der zwar unbekannt ist, aber durchaus reizvoll klingt und nie zuvor auf einem digitalen Medium erschienen ist – zumal die meisten vorhergehenden Editionen immerhin ungeschnitten und im korrekten Bildformat vorlagen.
Es gibt aber gewichtige Argumente, Fans des Films zu einem Upgrade zu bewegen. „Torso“ markiert in der neuen Wicked-Vision-Ausgabe die deutsche UHD-Premiere. Sie folgt somit der ein Jahr zuvor erschienenen US-Disc von Arrow Video, für die eine neue 4K-Restauration vom Original-Kameranegativ angefertigt wurde. Darüber hinaus gibt es Tonnen an Extras… und weitere exklusive Bearbeitungen, was das Bild und den Ton angeht.
Die Verpackung

„Torso“ kommt mit einem Wendecover, auf dem das Artwork in voller Fläche zu sehen ist.
Beginnen wir mit dem, was das Auge als erstes sieht – die Aufmachung. Als Teil der „Italo Cinema Collection“-Sammelreihe hat sich natürlich auch die zweite Ausgabe gewissen Vorgaben bei Verpackung und Design zu unterwerfen. Somit kommt sie wieder im handlichen Scanavo Case, passend zu den Maßen des Schubers der ersten Ausgabe, der am Ende zehn Titeln Platz bieten soll. Auf der Verpackungsfolie klebt ein roter „FSK ab 18“-Sticker. Das ist deswegen der Fall, weil die ursprünglich 1983 in Kraft getretene und 2008 noch einmal verlängerte Indizierung des Films im Jahr 2019 wieder aufgehoben wurde.
Den Corporate-Design-Rahmen des Covers identifiziert man anhand der kleinen italienischen Flagge, die zentriert am unteren Rand des Covers platziert ist, sowie am Weiß-auf-Schwarz-Schriftzug „Italo Cinema Collection“ am oberen Rand, dessen Linie zur Trennung vom Cover-Motiv absichtlich schief gezogen ist, um symbolisch auf den oftmals fragilen Geistes- oder Gemütszustand der Charaktere in etlichen italienischen Genrefilmen hinzuweisen. Der Rest der Fläche ist für das Motiv reserviert. Die Wahl dürfte nicht einfach gewesen sein, denn derer hat „Torso“ wahrlich etliche zur Auswahl. Wäre dies ein Restaurant und auf der Speisekarte stünden alle verfügbaren Poster, würde der Kellner diesem Label wohl letztlich eine „vorzügliche Wahl“ bescheinigen, denn das Motiv, das auch schon auf einigen X-Rated-Ausgaben zur Anwendung kam, gehört zu den besten dieses Films und übertrifft auch bei weitem die neuen 4K-Ausgaben aus dem Ausland.
Reizvoll ist es vor allem wegen seiner vier Ebenen. Im Vordergrund ragt die behandschuhte Hand des Killers ins Bild, der eine blutige Handsäge hält, die soeben das „R“ aus dem Filmtitel zerstückelt und die benachbarten Buchstaben dabei gleich zusätzlich mit Blut besudelt. Durch den Bogen der Säge hindurch sehen wir gleich dahinter ein unglückseliges Opfer auf der Flucht – dummerweise wohl in die falsche Richtung, wenn man bedenkt, wer da vor ihr fröhlich die Buchstaben zersägt.
Gleich hinter ihr erstreckt sich ein knorriger Wald, dessen blassgrüne Kolorierung und „tot“ wirkende Anmutung (fast wie die nicht-animierten Flächen in altmodischen Zeichentrickfilmen) einen hübschen Kontrast ergeben zu den vibrierenden Signalfarben Gelb und Rot im Vordergrund. Und ganz hinten sehen wir noch die verstohlen durch das Gestrüpp schleichende Silhouette des geisterhaften Mörders. Als Gesamtkomposition kommt das übereinandergelegt einfach richtig gut. Wer sich der dezenten Cover-Hinweise auf die Italo-Reihe entledigen möchte, darf es auch gerne wenden, denn so kommt das Artwork ganz ohne störende Fremdelemente zum Vorschein.
Das Layout des Spines harmoniert selbstverständlich mit der Erstausgabe: Oben das Wicked-Auge, darunter der Titel in Weiß (wobei die abweichende Font passend zum Film den benötigten Spritzer Individualität einbringt), dann die Nummerierung innerhalb der Box, das UHD- und Blu-ray-Logo und erneut der grün-weiß-rote Streifen des Produktionslandes. Auch das Backcover entspricht exakt dem Design des ersten Films. Oben wird mit einem Streifen aus drei Screenshots etwas Farbe eingebracht, darunter gibt es mit Inhaltsangaben, filmhistorischer Einordnung, Credits und Textboxen zu Ausstattung und technischen Spezifikationen viel Informatives zu studieren.
Das Booklet
Im Inneren sind die Ultra-HD Blu-ray und die Blu-ray versetzt übereinander auf der rechten Seite sicher untergebracht, so dass auf der linken Seite Platz ist für das entnehmbare Booklet, das mit 28 Seiten Umfang nochmals vier Seiten dicker geworden ist als dasjenige zu „Spider Labyrinth“. Die Front ist ganz und gar in mattes Giallo-Gelb getunkt. Ins Bild herein ragt wieder die Säge, die erneut als Bilderrahmen für eine alternative Ansicht der Hauptdarstellerin fungiert, nur dass diesmal alles in Schwarzweiß gehalten ist. Links gibt es in fettem Schwarzdruck noch den Filmtitel sowie die Tagline zu lesen: „Enter… if you dare the bizarre world of the psychosexual mind.“

Das Booklet umfasst 28 Seiten und enthält einen Text von Christoph N. Kellerbach.
Christoph N. Kellerbach wird zwar diesmal nicht direkt über oder unter dem Text genannt, sondern erst ganz hinten in den Credits, sein Stil ist jedoch bereits mit der Überschrift „Blanke Messer und blanke Brüste: Die Entstehung von Sergio Martinos Torso“ komplett entlarvt. Er macht sich dann auch prompt daran, das Subgenre des Giallo zu umreißen und insbesondere an seiner Dynamik der aufgerissenen Augen und funkelnden Messerspitzen festzumachen – was ihn auch gleich zu Regisseur Sergio Martino führt, dem es auch um solche Aspekte ging. Referenztitel fallen wie die Fliegen auf grauem Samt, und alleine ihre Blumigkeit reicht schon aus, einen Eindruck jener Zutaten zu vermitteln, die in „Torso“ besonders ungebremst zur Geltung kommen.
Auch Kameramann Giancarlo Ferrando und der Score der sonst eher in Spencer/Hill-Fahrwassern heimischen „Oliver Onions“ kommen zu Ehren, erwähnt zu werden, bevor das Personal vor der Kamera zum Gegenstand wird. Bei der Veröffentlichungshistorie geht es auch wieder um die sich verändernde Wahrnehmung von Gewalt in Filmen mit dem Laufe der Zeit. All das sind für den Autoren letztlich Gelegenheiten, die stürmische Wirkung des hier besprochenen Vertreters einer wilden Welle sleaziger Horrorthriller zu betonen. Begleitet wird der Text wie üblich von etlichen Movie Stills in Farbe; vor den Credits warten auch noch drei ganzseitige Abdrucke alternativer Poster.
Das Bild
Zwei Seiten des Booklets hat man sich allerdings bewusst für Hinweise zur Restauration und zur Neusynchronisation aufgespart, und damit kommen wir dann auch gleich zur technischen Präsentation. Wie bereits eingangs erwähnt, ließ Arrow Video im Jahr 2024 eine 4K-Restauration vom 35-mm-Kameranegativ anfertigen. Dieser Prozess fand laut Booklet bei L’Immagine Ritrovata in Bologna statt. Der langjährige Wicked-Vision-Kooperationspartner LSP-Medien packte das aus dem Ausland gelieferte Master jedoch noch einmal an und nahm nicht nur weitere Korrekturen vor, sondern lieferte darüber hinaus ein neues Grading für HDR und Dolby Vision.
Das Ergebnis sind tiefe, kräftige, schwere Kompositionen, in denen die gesamte Vielfältigkeit der Setpieces zur Geltung kommt, von denen „Torso“ im Wesentlichen lebt. Im Birkenwald werden die diffusen Nebelbänke ebenso effizient eingefangen wie die Spiegelungen in den Wasserpfützen am Boden; auf dem Marktplatz wirkt jeder Pflasterstein wie eingraviert. Das Korn bleibt dabei intakt, ebenso wie die sleazige Anmutung der Bilder.
Das Dilemma solcher Restaurationen ist natürlich, dass Dinge zum Vorschein gebracht werden, die nie dazu gedacht waren, in dieser Deutlichkeit präsentiert zu werden. Selbst wenn die Puppenhaftigkeit der Spezialeffekte im Film mit Blick auf die Thematik gewünscht gewesen sein sollte, so wird sie doch derart ausgestellt, dass sie nicht mehr in den diffusen Grenzbereich zwischen übersteigertem Realismus und Künstlichkeit passt, sondern nur noch wie totes Baumaterial wirkt. Am Set wirken die Dinge eben immer etwas anders als auf der Leinwand. Eine 4K-Restauration minimiert diese Schwelle üblicherweise. Einem Film wie diesem kann das in gewissen Punkten zum Nachteil werden. Dennoch profitiert „Torso“ in der Gesamtbetrachtung zweifellos von dem Upgrade, gerade weil er so facettenreich gefilmt ist und all diese Facetten nun in vollem Glanz erstrahlen.
Ton und Untertitel
Für Arrow wurde damals der italienische und der englische Ton durch Þorsteinn Gíslason anhand der originalen Tonnegative restauriert. Beide Sprachen sind bei einem solchen Titel nicht nur für eine Veröffentlichung auf dem englischsprachigen Markt Pflicht; während Italienisch die offizielle Produktionssprache des Films ist, dürften die britischen Darsteller wie Suzy Kendall oder John Richardson auch am Set Englisch gesprochen haben, um in der Postproduktion noch einmal durchgehend synchronisiert zu werden. Folglich liegen sowohl Italienisch als auch Englisch auch auf der Wicked-Vision-Scheibe in der restaurierten Fassung als DTS-HD Master Audio 2.0-Monospur vor. Beide liefern einen lebendigen Gesamteindruck, wobei die englische Spur im direkten Vergleich ein leichtes Hintergrundrauschen aufweist. Die italienische Fassung wirkt wesentlich weicher. Das bedeutet allerdings auch, dass sich feinere Nuancen bei Hintergrundgeräuschen nicht durchsetzen können.
Beim deutschen Ton hingegen wurde für diesen Release noch einmal viel zusätzlicher Aufwand investiert. Owohl „Torso“ bereits auf früheren deutschen Veröffentlichungen komplett ungeschnitten zu sehen war, galt das nicht für den deutschen Ton. Die ursprüngliche deutsche Fassung war nämlich um mehrere Minuten gekürzt, was vom Verleih damals zum Anlass genommen wurde, die entsprechenden Stellen kurzerhand gar nicht erst synchronisieren zu lassen.
Dieser Fauxpas wird nun mit der vorliegenden Edition erstmals behoben. Unter Leitung von Dr. Gerd Naumann konnten die Fehlstellen nämlich nun nachsynchronisiert werden, so dass man hier erstmals eine durchgehende deutsche Synchronisation für die ungeschnittene Fassung des Films zu hören bekommt. Als jemand, der „Torso“ bislang nur in der italienischen Fassung kannte, sind mir die Stellen auf Anhieb nicht aufgefallen, sie fügen sich also soweit nahtlos in das bestehende Material ein. Dieses wurde übrigens auch noch einmal von LSP Medien angepackt. Das Ergebnis steht den anderen enthaltenen Spuren in nichts nach; im Gegenteil, es weist gerade in der Hintergrundkulisse beinahe noch die höchste Präzision auf.
Auch die Untertitel wurden neu bearbeitet und optimiert. Insgesamt stehen für den Hauptfilm vier Untertiteloptionen zur Verfügung: Je eine für den englischen und italienischen Ton in Deutsch und Englisch.
Die Audiokommentare
Zu dem breiten Spektrum an regulären Tonspuren gesellen sich außerdem noch zwei Audiokommentare, unter denen der englischsprachige von Arrow übernommen wurde. Kat Ellinger dürfte den meisten Sammlern von Boutique-Releases wohl schon einmal über den Weg gelaufen sein, sofern man Extras nicht pauschal meidet. Ihre Kompetenzen in Sachen Sergio Martino stehen ohnehin völlig außer Frage, ist sie doch die Autorin des ebenfalls unter Arrow veröffentlichten cineastischen Begleitbuchs „All the Colours of Sergio Martino“ (2018). Die damals angewandte Expertise greift sie im Kommentar umgehend wieder auf, indem sie die tendenziell schnell übersehenen Pionierleistungen des Regisseurs und dieses Films im Speziellen verteidigt und die unscheinbaren Qualitäten hervorhebt, die so manchem Kritiker verborgen geblieben sind – nicht zuletzt aber auch die Wandelbarkeit, die einen Martino eben von einem Argento unterscheidet, der zeit seiner Karriere fast ausschließlich dem Giallo verpflichtet blieb.
Allerdings reicht der Kommentar weit über die inhaltliche Genese seines Werkes hinaus und beleuchtet auch Martinos Einflüsse, seine Zusammenarbeit mit Produzenten und Schauspielern, deren Karrieren wiederum ebenfalls beleuchtet werden. Es handelt sich um eine rundum lohnenswerte, mit Interpretationen und harten Fakten gleichermaßen angereicherte Begleitung zu einem der großen Klassiker seiner Art, die natürlich nicht sämtliche seiner vielen Facetten abdecken kann, aber doch überraschend viele. Ein wenig schade ist es allerdings, dass dieser Kommentar entgegen des üblichen Standards ausnahmsweise nicht deutsch untertitelt wurde.
Kommentar Nr. 2 liegt in deutscher Sprache vor. Aufgenommen wurde er von den Professoren bzw. Doktoren Marcus Stiglegger und Kai Naumann. Beide sind alte Bekannte, nicht nur, aber auch durch ihre Zusammenarbeit für Wicked Vision. Sie sind bereits einzeln und in anderen Paarungen in Kommentaren in Erscheinung getreten, aber auch schon in dieser Konstellation. Gialli waren dabei oftmals Gegenstand der Besprechung, nur einen Sergio Martino haben sie sich bislang noch nicht vorgenommen. Ganz wie im Fortgeschrittenenkurs wird man zu Beginn darauf hingewiesen, dass die Giallo-Grundlagen diesmal ausgespart werden, damit es nicht zu allzu vielen Wiederholungen im Vergleich mit früheren Kommentaren kommt. Besonderheiten wie der „Male Gaze“ werden trotzdem im laufenden Gespräch mit Definitionen unterfüttert.
Stiglegger ist jemand, der im Einzelkämpfermodus auch gerne mal anhand von vorgeplanten Vorträgen zu brillanten Filmanalysen ansetzt, die wohl auch dem Anspruch von einem seiner Uni-Kurse genügen würde. An der Seite von Kai Naumann kommt es im Verlauf des Gesprächs aber durchaus mal zu Anflügen von flapsigem Smalltalk, wobei der Bezug zum Sujet immer gewahrt bleibt, da es sich doch meist immer noch um Meta-Kommentare zum Genre handelt, selbst wenn der Film oder sein Regisseur mal aus dem Blickfeld geraten. Über Film und Regisseur gibt es trotzdem mehr als genug zu referieren. Schön auch, dass sich die Schwerpunkte ein wenig von jenen abheben, die Kat Ellinger in ihrem Kommentar anbringt, so dass es sich durchaus lohnt, in beide Kommentare hineinzuhören.
Die Extras (Ultra-HD Blu-ray)
Die Abteilung mit den Video-Features ist auch auf dieser Ultra-HD Blu-ray traditionell klein geraten, was uns diesmal wegen der ebenfalls beiliegenden Blu-ray nicht weiter kümmern soll. Zwei Trailer zum Film genießen aber dann doch das Privileg, mit dem Hauptfilm zusammen auf einer UHD gepresst sein zu dürfen: Dazu gehört der italienische Trailer (3 Min.), der seine Szenen mit psychedelischen visuellen Einblendungen strukturiert und seine Soundkulisse mit dem markanten Main Theme untermalt, sowie der amerikanische „Carnal Violence“-Trailer (3 Min.), der sich den italienischen Trailer als Grundlage nimmt und mit dem reißerischen Alternativtitel brandmarkt.
Die Featurettes (Blu-ray)
Alle Basic-Extras der UHD, inklusive der Audiokommentare, findet man auch auf der Blu-ray wieder, welche darüber hinaus aber noch Massen an zusätzlichem Bonusmaterial gespeichert hat, für das vor allem Arrow Video wieder Vorarbeit geleistet hat. Das gilt auch für die Featurette „All the Colors of Terror“ (34 Min.), hinter der sich ein Interview mit Sergio Martino verbirgt. Der Regisseur greift hier nicht einfach nur Produktionsdetails zu seinem Film auf, wie man es sonst von Beteiligten in seiner Position in einem solchen Interview erwartet, sondern er betätigt sich bisweilen als Kritiker an seinem eigenen Werk, indem er teilweise per Szenenanalyse ausführt, welche Aspekte mehr und welche weniger gelungen sind.
Das überschwängliche Lob, das etwa Quentin Tarantino dem Film zukommen ließ, betrachtet er als übertrieben, schließlich seien viele Entscheidungen, die zu dem finalen Ergebnis geführt haben, nicht künstlerischer Form gewesen, sondern organisatorischer und politischer Beschränkungen wegen entstanden. Der Geltungsrahmen der Diskussion weitet sich dann auch gleich auf das gesamte italienische Kino jener Zeit aus, das er mit dem nüchternen Blick eines unbeteiligten Analytikers in einen Vergleich mit dem Kino der Gegenwart setzt, ohne dabei auch nur einen Moment nostalgisch zu werden. Alles in allem ist das ein angenehm reflektierter Auftritt ohne jede Scham, aber eben auch ohne Allüren.
Das zweite Feature „The Discreet Charm of the Genre“ – wir merken schon, hier werden ausschließlich Filmklassiker als Paten für die Titel ausgewählt – läuft sogar noch einmal eine knappe Minute länger als das vorherige. Es ist Roberto-Darsteller Luc Merenda, der diesmal Rede und Antwort steht. Gemäß seiner Aussage, er müsse sich als Schauspieler selbst immer im Gesicht seines Gegenübers sehen, fokussiert er sich im Laufe des Gesprächs hauptsächlich auf Eindrücke, die er von seinen Co-Stars und den Menschen hinter der Kamera hatte.
Sein Verhältnis zu Sergio Martino scheint unkompliziert, aber ein wenig unterkühlt gewesen zu sein. Erwähnt wird aber zum Beispiel auch Tinto Brass, mit dem er „Sodom 2000“ aka „Action!“ (1980) drehte, und sogar eine prickelnde Begegnung mit Brigitte Bardot in einem Fahrstuhl. Darüber hinaus geht es um sein ambivalentes Verhältnis zu Stunts und Gewaltszenen, die er in seinen Filmen zu absolvieren hatte, sowie ganz allgemein seine Arbeitsphilosophie. Die Regie nutzt die Gelegenheit, regelmäßig Einspieler aus Filmen mit Beteiligung Merendas einzubinden, so dass der Zuschauer auch ein paar visuelle Eindrücke zu den Erzählungen vermittelt bekommt.
Es folgt „Dial S for Suspense“ (29 Min.) mit Ernesto Gastaldi. Der Co-Autor erläutert mit der bestechenden Logik eines solchen unter anderem, warum man den Zuschauer beim Giallo nicht austricksen darf. Die nachfolgenden Ausführungen entwickeln sich dann zu einer Debatte über den Realismus im italienischen Genrefilm. Gelegentlich verknüpft Gastaldi diese Themen aber auch mit handfesten Beispielen aus seiner Karriere und verrät so doch ein oder zwei Details zu seiner Arbeit an „Torso“ und weiteren Filmen.
Schaut in den 4K-Arrow-Trailer von „Torso“
Federica Martino steht im Mittelpunkt der nächsten Featurette, „Women in Blood“ (25 Min.). Die Tochter von Sergio Martino hat sich selbst bereits im Regiefach versucht, und obwohl ihre letzte Arbeit laut imdb fast 20 Jahre alt ist, scheint die Leidenschaft für das Medium immer noch in ihr zu lodern. Einleitend erläutert sie ihre persönliche Wahrnehmung von „Torso“. Den Blickwinkel der Tochter des Regisseurs versucht sie dabei zu vermeiden und eine eher neutrale Position anzunehmen, die sie zu dem Urteil führt, dieser weltweit äußerst populäre Film sei letztlich zu offen und unentschlossen in dem, was er sein möchte, um zu ihren Favoriten zu gehören; sie bevorzugt eher „Der Schwanz des Skorpions“.
Im Mittelteil teilt sie eine Anekdote über ihre gemeinsame Zeit an der Filmuniversität mit Eli Roth; beide hätten das Glück gehabt, zu den Lieblingen des Professors gehört zu haben, der ansonsten ziemlich gnadenlos über seine Studenten richtete. Ihre familiäre Beziehung zu Sergio Martino sei Roth, der bekennender Fan des Regisseurs ist, damals gar nicht bewusst gewesen. Sie schließt mit der Bemerkung, dass es zu wenig weibliche Regisseure gebe, die eine Perspektive auf das immer noch männlich konnotierte Medium zu werfen imstande seien, wie es Männer nicht könnten – zudem sei es ein Trugschluss, dass es nur Männer sind, die sich für Genre-Filme interessierten.
In einen gänzlich neuen Blickwinkel darf man wiederum in „Saturating the Screen“ (25 Min.) eintauchen. Dr. Mikel Koven von der Universität Worcester, der für ein Buchprojekt viel Recherche zum Sujet des Giallo betrieben hat, bietet einen Blick auf „Torso“ als Prototyp seiner Art, der die Tropes, die sich im Nachgang bildeten, entscheidend geprägt habe. Dafür führt er etliche Nachweise an und geht auf die ungewöhnliche Figurenkonstellation ebenso ein wie auf die zwischen Stadt und Land pendelnden Settings. Im weiteren Verlauf geht es dann mehr um den Giallo im Allgemeinen und wie sich all seine feinen Nuancen zwischen Slasherfilm, Murder Mystery und Police Procedural definieren, nicht ohne die Definition stets in einen Kontext zur Entstehungszeit und zum zugehörigen Publikum zu setzen. Koven ist ein guter Erzähler, er vermittelt seinen Stoff mit spürbarer Begeisterung und zieht seine Argumentation genau so auf, wie es ein jeder Lehrkörper tun sollte: Mit ansteckender Wirkung nämlich.
Weiter geht’s mit einem Q&A mit Sergio Martino, das 2017 im Rahmen des Abertoir International Horror Festivals aufgenommen wurde. Im Anschluss an einen gezeigten Film sitzt der Regisseur mit einem Moderator und einer Übersetzerin auf der Bühne und referiert unter anderem über die politische Situation in den 70ern, über seine Methoden und seine Einflüsse, seinen Bedarf an Abwechslung, seine Lieblingsfilme und die liebsten Filme aus seinem eigenen Repertoire. Einfachere Passagen beantwortet er selbst auf Englisch, bei komplexeren Sachverhalten bevorzugt er seine Muttersprache und vertraut auf die Übersetzung. Gegen Ende dürfen auch Zuschauer Fragen stellen, die sich überwiegend um die Darsteller in seinen Filmen drehen. Dass Martino unter dem Strich doch eher ein Mann des Volkes ist, lässt sich auch daran ablesen, dass der Moderator zur Verabschiedung die entsprechenden Worte an die Feuilletons dieser Welt richtet: „Fuck the Critics“.
Zusätzliches Material (Blu-ray)
Soweit zu den retrospektiven Interviews. Darüber hinaus hat die Blu-ray noch ein paar Schnittmaterialien zum Hauptfilm zu bieten. Dazu gehören die deutschen und englischen Vor- und Abspänne sowie Inserts, die in eine Gesamtlaufzeit von ca. 13 Minuten aufweisen. Ferner kann man sich die rund 5-minütige Waldszene mit dem maskierten Verschwindibus-Künstler noch einmal ohne Nachtfilter bei vollem Tageslicht ansehen.
Abgeschlossen wird mit dem Promo-Material. Der italienische Trailer und das englische „Carnal Violence“-Pendant waren ja bereits auf der UHD enthalten; hier werden sie nun um den eher klassisch amerikanischen „Torso“-Trailer mit der bekannten Trailerstimme von Don LaFontaine erweitert, der fast wie eine kleine Peek-Sequenz geschnitten ist. Dazu kommen zwei Teaser für die TV-Ausstrahlung (wobei vor allem der zweite mit seiner beharrlichen „Torso!“-Wiederholung seinen Zweck erfüllt) und ein paar Radio-Spots, die unter Beweis stellen, dass „Torso“ auch in Sachen Sounddesign ein ebenso markanter wie vielseitiger Genre-Beitrag geworden ist.
Fazit
So summiert sich am Ende alles zu beinahe vier Stunden Zusatzmaterial, selbst wenn man die Audiokommentare nicht mitrechnet. Arrow hat hier gute Vorarbeit geleistet, Wicked Vision dann schließlich den finalen Schliff hinzugefügt und alles perfekt verwertet: Nach „Spider Labyrinth“ ist auch diese zweite Ausgabe der „Italo Cinema Collection“ so prall gefüllt, dass einem glatt der Torso zu platzen droht. Wenn das so weitergeht, steht einem mit dieser Sammelreihe ja noch was bevor…
Sascha Ganser (Vince)
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