| Originaltitel: Shaqiu chong bao__Herstellungsland: China__Erscheinungsjahr: 2021__Regie: Xia Banchang__Darsteller: Yinuo Tang, Peilin Zhao, Ziyi Wang, Yahan Cui, Da Ying, Zhenlei Zhang, Wang Liao u.a. |

Mensch gegen Wurm heißt es in „Dune Devils“.
Die Erde einer vermutlich nicht allzu fernen Zukunft ist vollkommen am Ende. Selbst da, wo einst Ozeane waren, sind nun Wüsten. In diesen kämpfen einige wenige verbliebene Menschen ums Überleben. Ihre Feinde: Würmer aller Größen, die die Menschen als Nahrungsquelle erkannt haben. „Dune Devils“ präsentiert uns nun einen Tross Überlebender. Sie sind auf dem Weg in „Die letzte Oase der Menschheit“, wo man angeblich Mittel und Wege gefunden habe, die Wurmplage aufzuhalten.
Ja, man kann einen Film voller Unsympathen drehen. Wenn das Drehbuch in der Lage ist, diese interessant zu zeichnen, kann es trotzdem funktionieren, den Zuschauer in die Welt des Filmes hineinzuziehen. „Dune Devils“ arbeitet fast vollständig mit unsympathischen Spacken. Um sie uns nahezubringen, springen Regie und Drehbuch in der Erzählzeit vor und zurück. Lassen sie labern und miteinander agieren. Und es ist so interessant, wie ein über eine Tischdecke kriechender Wurm.
Creature Feature aus China
Keine der Figuren hat Potential, keine der Figuren ist irgendwie sympathisch, keine der Figuren funktioniert. Warum man den Idioten die Daumen halten sollte, die letzte Oase der Menschheit zu erreichen? Ich kann es nicht sagen. In meine Oase der Menschheit dürften diese Deppen nicht hinein. Zum Glück schaffen das eh nicht alle, denn da sind ja noch die Würmer.
Und die wurmen halt herum. Wo sie warum herkommen, damit hält „Dune Devils“ elend lang hinter dem Berg. Erst nach einer Stunde Laufzeit – der Film hat 75 Nettominuten auf der Uhr – bekommt man eine Ahnung, was mit den Viechern abgeht. Die Chinesen verknüpfen mit ihnen obendrein eine Umweltbotschaft und *peng* mutieren sie automatisch zu den Sympathieträgern der Story. Tja ja, so kann es gehen.
Leider dürfen die Würmer nie so richtig loslegen, werden aber zumindest schön aufgebaut. Denn „Dune Devils“ steigert sich langsam, präsentiert zunächst winzig kleine Würmchen, die sich unter die Haut des Menschen bohren. Danach kommen größere Würmer zum Einsatz. Diese haben die Größe von Katzen, sind aber fleischiger und fetter. Und sie hüpfen. Warum auch immer. Und irgendwann kommen dann die „Dune“-Riesenwürmer – leider arg selten.

Auch in der Zukunft metzeln wir uns am liebsten gegenseitig ab.
So richtig haben die Menschlein den Würmern nichts entgegenzusetzen. Es wird geballert, mit Messern hantiert und mit Flammenwerfern gearbeitet, die finale Lösung scheint aber nicht gefunden. Und so sterben bei jedem Angriff einige der unsympathischen Vollspacken. Und weil man offensichtlich kein Geld für viele Würmer hatte, killen sich die Unsympathen irgendwann gegenseitig. Macht zwar meist keinen Sinn und kommt aus dem Nichts, aber wie wir ja alle wissen, ist der Mensch des Menschen größter Wolf.
Tricktechnisch sind die Würmer ganz okay. Die Chinesen arbeiten aber auch mit zahlreichen Tricks. So greifen die Würmer gerne bei Nacht oder in dunklen Gängen verschütteter Einkaufsparadiese an. Und die großen Kaliber filmt man eh meist nur ausschnittsweise, so muss man nie den ganzen Wurm bebildern. Dass die selbst in der Wüste kaum Spuren hinterlassen oder auch mal über dem Sand zu schweben scheinen, zeigt dann, dass die Effektmaschinerie nicht vollends rund lief.

Dieser Wurm hat Hunger!
Optisch gerät „Dune Devils“ ganz okay. Die zumeist zu klaren Digitalbilder lassen allerdings kaum Atmosphäre aufkommen. Mittels Farbkorrekturen wurde das Bild immer wieder in Richtung Sepia geschoben, was dank des Wüstensettings ja Sinn macht. Die Wüste in ihren Totalen ist derweil wunderschön anzusehen. Bilder mit zivilisatorischen Resten inmitten der Sanddünen knallen am meisten.
Darstellerisch ist hier nicht viel zu holen. Bei einigen Charakteren hat man durchaus Mühe, sie auseinander zu halten. Bekannte Gesichter kann ich nicht vermelden. Dafür aber eine Synchronisation, die in Teilen echt grauenerregend ist. Highlight: Ein Kleinkind mit Lisa-Simpson-Stimme. Sprich, eine Erwachsene verstellt ihre Stimme und macht auf Kleinkind. Da das Kind im Film leider extrem gegenwärtig ist und bevorzugt heult, wird es häufiger ultranervig.
In „Dune Devils“ ist echt der Wurm drin
Das Creature Feature aus China punktet mit seinem reizvollen Wüstensetting und damit verbundenen schönen Bildern. Viel mehr Positives bleibt aber nach dem Ende von „Dune Devils“ nicht in Erinnerung. Die Figuren nerven, die Dialoge sind Schrott, die Story kommt gefühlt überhaupt nicht vom Fleck und die verdammten Würmer wollen einfach nicht so wirklich loslegen. Langeweile macht sich breit. Sehr schnell sogar. Und es wird auch leider nie so wirklich aufregend. Sogar der Showdown ist kaum mehr als ein laues Lüftchen.
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Die deutsche DVD / Blu-ray zum Film erschien von Splendid Film und hat für einige blutige Schusswunden eine FSK 16 abgegriffen. Streamen kann man den Film auch.
In diesem Sinne:
freeman
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Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love
| Copyright aller Filmbilder/Label: Splendid Film__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja |





