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Heart Eyes – Der Pärchen-Killer

Originaltitel: Heart Eyes__Herstellungsland: Neuseeland__Erscheinungsjahr: 2025__Regie: Josh Ruben__Darsteller: Olivia Holt, Mason Gooding, Alex Walker, Gigi Zumbado, Devon Sawa, Jordana Brewster, Lauren O’Hara, Latham Gaines, Alex McColl u.a.
"Heart Eyes" vereint die Genres Romantic Comedy und Horror.

„Heart Eyes – Der Pärchen-Killer“ kombiniert auf unterhaltsame Weise Horror mit einer Liebeskomödie.

Ein Typ reicht seiner großen Flamme vor einer beeindruckenden Naturkulisse eine Erdbeere. Sie kaut darauf herum und bemerkt etwas Hartes. Ein Ring. Sie nimmt ihn aus dem Mund, der Typ greift ihn und macht ihr einen perfekten Hochzeitsantrag! Da klingelt sein Telefon. Unsere ach so modernen Zeiten wollen es, dass er rangeht. Auf der anderen Seite ist ein Fotograf dran und erklärt, dass der Antrag toll gewesen sei, es aber kleinere Unstimmigkeiten gegeben habe.

Und da in unseren ach so modernen Zeiten ein Antrag für die Follower perfekt inszeniert sein sollte, während er für einen selbst nicht mal zwingend gut sein muss, stellen der Typ und seine Flamme alles auf Anfang und inszenieren ihre ach so perfekte Welt noch einmal. „Übel!“, denkt da nicht nur der Zuschauer. Auch ein Killer im coolen Outfit und mit einer Maske, deren Aussparungen für die Augen in Herzform ausgestaltet sind, denkt so. Er killt den Fotografen und macht Jagd auf das Pärchen.

Beide enden blutig, sie sogar sehr blutig. Als das Massaker beendet ist, erfahren wir aus Nachrichtensendungen, dass der „Heart Eyes“-Killer nicht zum ersten Mal zugeschlagen habe! Vor zwei Jahren habe er am Valentinstag in Boston mehrere Paare gemeuchelt. Vor einem Jahr sei er zum Tag der Liebenden in Philadelphia umgegangen. Tja, und dieses Mal ist er am 14. Februar in Seattle unterwegs.

Die Marketing-Expertin Ally sieht sich nicht gefährdet. Sie hat der Liebe abgeschworen, seit ihr Ex sie sitzen ließ und nun ein romantisches Foto nach dem anderen mit seiner neuen Flamme über Allys Feed laufen lässt. Außerdem läuft es auch beruflich nicht rund bei Ally. Ihre Kündigung scheint kurz bevorzustehen. Da wird ihr plötzlich der charmante Jay vor die Nase gesetzt. Mit dem Freelancer soll sie eine neue Kampagne auf die Beine stellen.

Doch Ally kann sich darauf nicht wirklich einlassen. Sie ist mit dem Kopf ganz wo anders. Das bekommt Jay bei einem beruflichen Abendessen zu spüren. Als die beiden kurz darauf auch noch Allys Ex über den Weg laufen, will sie dem die Genugtuung nicht gönnen und küsst Jay im Affekt. Ihrem Ex scheint das ziemlich egal zu sein, aber dem „Heart Eyes“-Killer gefällt, was er zufällig sieht. Und schwupps befinden sich Ally und Jay auf dessen To-Do-Liste. Eine gnadenlose Jagd durch das nächtliche Seattle nimmt ihren Lauf.

Schaut in den Film hinein

RomCom trifft Horror

Christopher Landon konnte bereits mit erfrischenden Werken wie „Happy Death Day“ und dessen Fortsetzung, „Freaky“ oder „Scouts vs. Zombies – Handbuch zur Zombie-Apokalypse“ punkten. Dank „Heart Eyes“, für den er gemeinsam mit Phillip Murphy und Michael Kennedy das Drehbuch verfasste, kommt nun ein weiterer tiefer Ritzer ins Kerbholz.

Die frischeste Idee des Drehbuches zu „Heart Eyes“: Warum nicht einfach das Slashergenre mit dem der Romantic Comedy verschmelzen? Und diese Melange funktioniert erstaunlich gut. Während die Rahmenhandlung ganz klar dem Slashergenre zuzuordnen ist und dank des cool designten Killers und dessen teils erbarmungslosen Vorgehens ganz viele Horror-Vibes atmet, entwickeln sich die rennenden und flüchtenden Ally und Jay komplett im Sinne einer romantischen Komödie.

Olivia Holt und Mason Gooding in "Heart Eyes"

Olivia Holt und Cuba Gooding Jrs. Sohnemann Mason in „Heart Eyes“.

Zunächst mag man sich so gar nicht, verteilt fiese Spitzen und zickt sich an. Dann bemerkt man nach und nach, dass die Chemie einfach stimmt und man den anderen gar nicht so übel findet. Mit der Zeit wird man immer vertrauter. Inmitten einer Attacke des Killers fällt gar fast der erste wahre Kuss. Es gibt sogar die eine Szene, die jede RomCom hat, wenn sich das Pärchen kurz vor dem großen Liebesschwur urplötzlich im Streit trennt und einer dem anderen irgendwann hinterherrennt, um ihm an einem Flughafen, Bahnhof oder Schiffsableger abzufangen und seine Liebe zu gestehen.

Die wirklich charmant und sehr sympathisch aufspielenden Olivia Holt („Totally Killer“) als Ally und Mason Gooding („The Bridge“) als Jay verhelfen dem RomCom-Anteil zu zusätzlicher Glaubwürdigkeit. Szenen, in denen Ally Klamotten aus Genre-Großtaten wie „Pretty Woman“ oder „Clueless“ aufträgt, zeugen ebenfalls von der Liebe der Macher zu dem Genre. Genau wie die flotten, humorvollen, zwischen ironisch und sarkastisch changierenden Dialoge. Und dass Regisseur Josh Ruben das Horrorgenre mag, hat er beispielsweise mit „Werewolves Within“ bewiesen.

Heart Eyes Killer

Der Heart-Eyes-Killer hat es auf Liebende abgesehen.

Entsprechend darf sein Killer auch aufdrehen. In seinem coolen Lederoutfit verbirgt er ein ganzes Arsenal an Stichwaffen, die er seinen Opfern teils brutal in den Körper treibt. Seine Wurfmesser, Pfeile und brachialen Großmesser sind mit kleinen Herzchen verziert, genau wie seine creepy Maske. Cool ist, dass die Herzaugen der Maske in der Dunkelheit als Sichtgerät fungieren und dann passend rot leuchten.

Doch der Killer nutzt auch andere Gerätschaften, um seine Opfer zu erledigen. Ein Wagenkreuz wird beispielsweise für eine coole Splatter-Einlage genutzt. Und eine Presse einer Weinkelterei lässt ein Opfer formvollendet zerplatzen. Interessant ist auch, dass der Killer nicht ausschließlich Pärchen killt. So erzeugt er einiges an Kollateralschäden und sorgt für einen wirklich beachtlichen Bodycount.

Abby und Jay werden von dem Herzaugenkiller gejagt

So eine Hetzjagd schweißt zusammen: Ally und Jay sind auf der Flucht.

Die präsentierten Wunden sehen herrlich fies aus, die weitgehend handgemacht wirkenden Effekte sitzen und vor allem ein Kill in einer Kirche wird so heftig ausgekostet, dass der Jugendschutz vermutlich nicht so sehr frohlocken dürfte. Wobei dieser mit dem aufgefahrenen Geschlitze allgemein seine liebe Not haben dürfte. Zumindest der aufgefahrene, auch im Horroranteil gut funktionierende Humor erdet das blutige Treiben ein wenig.

Technisch ist „Heart Eyes“ sauber umgesetzt. Obschon der Streifen weitgehend bei Nacht spielt, hat man nie das Gefühl, in den Screen starren zu müssen, um etwas zu erkennen. Die Montage ist flott und die Kameraarbeit sorgt ebenfalls für Tempo. Zudem erklingen, zum im Film zelebrierten Valentinstag passend, ein paar nette Love-Songs, die das blutige Treiben immer mal wieder konterkarieren.

„Heart Eyes – Der Pärchen-Killer“ MUSS in Serie gehen

Die Kombination aus RomCom und Slasher klingt kühn, funktioniert in „Heart Eyes – Der Pärchen-Killer“ aber absolut grandios und sorgt für wirklich frische und vor allem temporeiche Unterhaltung. Die beiden Hauptdarsteller sind mit spürbarer Begeisterung bei der Sache und man liebt es, mit ihnen zu bangen. Entsprechend ist man in der alles zusammenhaltenden Hatz durch den coolen und unbarmherzigen Killer immer drin. Und auch Nebendarsteller wie Devon Sawa („Gasoline Alley“) oder Jordana Brewster („Fast & Furious 10“) fügen sich als Cops toll in das Gesamtkonstrukt ein.

Obendrein hatte die Special-Effects-Abteilung sichtlichen Bock auf diesen Film und haut ein paar derbe Momente raus, die den Gorehound erfreuen. Wo es „Heart Eyes“ jedoch zu gut meint, ist seine Auflösung. Die gerät teilweise schlicht unglaubwürdig und ist seltsam überladen. Dennoch habe ich für den Valentinstag nun definitiv einen neuen Favoriten und würde mir mehr Geschlitze vom „Heart Eyes“-Killer gerne gefallen lassen!

07 von 10

Während der Film in den USA einen Kinorun spendiert bekam und dort bei einem 18-Millionen-Dollar-Budget knapp das Doppelte wieder reinholte, wird der Film bei uns in Deutschland leider nur digital ausgewertet. Paramount Pictures lässt den Streifen ab dem 18. August bei den verschiedensten VoD-Plattformen zum Kaufen durchstarten. Ab 01. September 2025 könnt ihr ihn auch leihen. Paramount empfiehlt eine Freigabe ab 16. Die FSK hat den Film noch nicht geprüft, aber alles unter einer Freigabe ab 18 würde mich doch sehr verwundern.

In diesem Sinne:
freeman

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