Wir zelebrieren Actionfilme, die rocken!

Auf Du und Du mit Arnold Schwarzenegger

Es ist Montag, der 21. Januar 2013, 8:45 Uhr. Der Wecker meines Handys klingelt. Ich bin sofort hellwach. Denn gleich werde ich einem langjährigen Idol gegenüberstehen, das in den letzten Jahren lieber in Politik und weniger in brechend harte Actionfilme gemacht hatte. Ganz genau, ich werde gleich Arnold Schwarzenegger live begegnen. Dieser hatte sein Kommen für die Deutschlandpremiere seines Filmes “The Last Stand” angekündigt und eine Pressekonferenz anberaumt.

Ich und Arnold Schwarzenegger

The Last Stand

Arnold Schwarzenegger beim begleitenden Photocall zur “The Last Stand” Pressekonferenz. © Twentieth Century Fox

Noch am Vortag hatte ich überlegt, wie eigentlich meine Begeisterung für Arnie einst entstanden ist. Wie so oft im Leben eines Ostdeutschen kam auch diese erst deutlich nach der Wende auf. Genauer gesagt lag ich irgendwann krank danieder und musste widerliche Antibiotika schlucken (sicher eine Allergie auf die Westprodukte…), als meine Mutter mir zum Zeittotschlagen eine Zeitschrift namens “Kinohit” mitbrachte. In dieser wurde seitenlang über den neuesten Eventfilm “Total Recall” berichtet und was ich da las, machte einfach mal neugierig auf mehr! Ich wusste, ich würde schnell gesund werden müssen, um diesen Film im Kino sehen zu können!

Moment, werden jetzt einige sagen, “Total Recall” im Kino? Da warst du doch maximal 12 Jahre alt. Wie willst du den denn im Kino geguckt haben? Dem kann ich nur entgegensetzen, dass ich etwa zwei Wochen nach dem offiziellen Kinostart in unserem Dorfkino (das es sich gar nicht leisten konnte, das Geld von einem angehenden Kinonerd abzulehnen!) alleine in einer Vorstellung saß und etwas sah, das meine Wahrnehmung von Actionfilmen – früher waren für mich die ewig gleichen Bud Spencer und Terence Hill Streifen die einzigen Actionfilme, die ich dank unseres rigiden Systems kannte – völlig neu definierte. Die Doppelbödigkeit des Filmes selber fiel mir damals noch gar nicht auf. Aber ich war geflasht von den Bildern, der Brutalität und dem tollen Hauptdarsteller Muskelberg, der da mittendrin die genialsten Sprüche vom Stapel ließ. Fortan wühlte ich mich durch Arnold Schwarzeneggers Filmografie und behielt seine Karriere mehr als nur im Auge.

Das Abenteuer Pressekonferenz zu “The Last Stand”

The Last Stand

Gegenüber vom Kölner Dom …

Dennoch hatte ich anfangs gezweifelt. Die Kosten für den einen Moment mit Arnie waren nicht unerheblich und irgendwie hatte ich auch keine große Hoffnung, dass “Actionfreunde.de” zu diesem Event geladen werden würde. Doch ich beschloss, mir um beides einen Kopf zu machen, NACHDEM ich mich akkreditiert hatte. Das machte die Wartezeit nicht leichter. Erst am Freitag vor dem 21. Januar 2013 erfuhr ich, dass “Actionfreunde.de” herzlich zu der Pressekonferenz eingeladen sei – weshalb nun alles sehr schnell gehen musste und großartiges Überlegen nur gestört hätte. Und so saß ich am Sonntag, den 20. Januar, in einem Zug nach Köln. Auf der 6-stündigen Fahrt beendete ich die von mir augenblicklich gelesene Schwarzenegger Biographie “Total Recall – Die Wahrheit über mein Leben”. Wie passend …

In Köln führte mich dann unser McClane ein wenig durch die Stadt (Danke dafür!) und wenig später plumpste ich müde in mein Hotelbett, das in Räumlichkeiten stand, die jedem Horrorfilm gut zu Gesicht gestanden hätten. Aber hey, sie waren 800 Meter vom Ort der Pressekonferenz entfernt, hatten ein Dach, ein Bett, ein Klo … was wollte ich mehr?

Nach der Morgenwäsche brach ich also gen “Hyatt Regency Köln” auf. Ein von außen faszinierend geschmackloser Betonwürfel, der allerdings schon im Foyer aufzeigte, warum die Hyatt Hotels zur Luxusklasse in Sachen Hotel gehören. Schnell eilte ich zum Stand, wo man seine Presseausweise abholen konnte und begab mich in den Saal, in dem die Pressekonferenz stattfinden sollte. Ich war so früh da, dass ich ab Reihe drei noch frei wählen konnte. Ich suchte mir freilich einen Platz in Reihe drei und schmunzelte in mich hinein. Schwarzenegger würde gleich nur knapp acht Meter von mir entfernt sitzen. Cool.

The Last Stand

… befindet sich das Hyatt Regency Köln.

Ich schaute dem geschäftigen Treiben der anderen Teams zu. Weißabgleiche, Kamerainstallationen, Mikrofongalgen, alles wurde punktgenau ausgerichtet. Derweil lasen die Redakteurskollegen im Presseheft von “The Last Stand” und machten sich Notizen. Vermutlich für Fragen in der Pressekonferenz. Ich musste das nicht mehr, ich hatte schon am Vorabend ein paar Fragen gezaubert. Allmählich wurde es immer voller. Ich war umringt von Mitarbeitern der “Moviestar”, ein Filmmagazin, das ich seit gut acht Jahren lese. Schon witzig, Leuten zu begegnen, deren Texte man recht gerne liest. Vor allem der vor mir sitzende Uwe Raum Deinzer, der jeden Verriss immer wieder mit herrlich schrägen Liebeserklärungen an bestimmte Darstellerinnen aufzuwerten versteht, entsprach so gar nicht dem Bild, das ich mir bisher von ihm gemacht hatte.

Egal, die Nervosität im Raum stieg nun deutlich an. Wie ein Lauffeuer hatte sich herumgesprochen, dass “The Last Stand” in den USA katastrophal gestartet war. Wie würde sich dies auf die Laune Schwarzeneggers auswirken? Und da erspähte ich ihn. Den berühmtesten Bürstenhaarschnitt der Welt. Darunter ein sichtlich angespannt wirkender Arnold Schwarzenegger, der auch sehr ernst den Raum betrat. Ihm folgten Johnny Knoxville und die überraschend dazu gestoßene Jaimie Alexander, die ebenfalls ein wenig zerknirscht wirkten.

It’s nice to be back again!

The Last Stand

Hier kündete schon das Foyer von dem, was mir bevorstand.

Arnold Schwarzenegger war im Anthrazitfarbenen Anzug gekommen. Darunter ein weißes Hemd, das weder von einem Schlips oder einer Fliege geschlossen wurde. Am rechten Arm trug er ein beeindruckendes Armband und an der Hand einen riesigen Totenkopfring. Jaimie trug ein schwarzes, sehr enges Kleid und war leider für den Photocall kurz vorher brutal überschminkt wurden. Was für die Kameras gut sein mag, wirkte dann in real leider sehr porzellanartig. Knoxville konnte den Kleidungscontest für sich entscheiden. Zu lässiger heller Hose und Jeansjacke trug er ein dunkles Hemd mit weißer Krawatte. Eine Nerdbrille rundete sein cooles Outfit ab.

Wir wurden dann darauf hingewiesen, dass die Pressekonferenz wegen Jaimie und Johnny in Englisch abgehalten werden würde, was Arnold aber nicht davon abhielt, hier und da in nach wie vor perfektem Deutsch zu antworten. Schon mit der ersten Frage des Moderators Wolfram M. Kons fiel ein wenig von der vorherigen Anspannung von allen Beteiligten ab:

Kons: Meine erste Frage geht an Jaimie Alexander. Wie war es, mit Arnold und Johnny zu arbeiten?
Alexander: Es war aufregend, mit Arnold Schwarzenegger zu arbeiten. Er ist ein so großzügiger Mensch und toller Darsteller. Bei Johnny weiß ich nicht so recht, was ich sagen soll.
Kons: Ist Johnny verrückter als Arnold?
Alexander: Ich denke, er ist sogar etwas weniger verrückt!
Knoxville: Das ist wahr!
Alexander: Zumindest bis Mitternacht, dann wird Johnny meist etwas seltsam …

Das Eis war gebrochen, die ersten Lacher bahnten sich ihren Weg und die Pressekonferenz begann sich mehr und mehr auf den eigentlichen Star der Pressekonferenz zu konzentrieren. Arnold Schwarzenegger. Der erwiderte auf die Frage, wie er sich fühle, sich selbst wieder auf der großen Leinwand zu sehen, auf Deutsch und unter großem Beifall:

The Last Stand

Ich mit meinem Presseausweis.

Schwarzenegger: Ich möchte mich zunächst bei den Leuten von Splendid/Fox bedanken, dass sie uns hier rüber gebracht haben für die große Filmpremiere. Für mich ist es wunderschön, dass ich jetzt wieder zurück in Deutschland bin. Denn Deutschland war immer sehr wichtig für mich. Deutschland war für mich ein Sprungbrett zur großen Karriere und für meinen internationalen Erfolg. Ich habe im Alter von 19 – 21 Jahren in München gewohnt und war Trainer in einem Bodybuildingstudio. Und während der Zeit habe ich zwei “Mister Universum” Titel gewonnen. Ich wurde damals, im Alter von 20 Jahren, der jüngste “Mister Universum” in der Geschichte. Ich habe auch in Essen – nicht weit von hier – zweimal den “Mister Europa” gewonnen und einen meiner sieben “Mister Olympia” Titel. Also die Fans hier in Deutschland waren für mich immer sehr wichtig, im Bodybuilding und im Filmgeschäft/Showbusiness. Der Boxofficeerfolg meiner Filme kam auch immer deshalb zustande, weil die deutschen Fans so loyal waren. Meine Filme sind hier immer sehr gut angekommen und sind sehr erfolgreich in Deutschland. Deswegen ist es für mich sehr wichtig, dass ich hier bin und dass ich heute Abend den Film hier den Fans präsentiere. Und es ist schön, dass ich euch heute hier sehe bei der Pressekonferenz. Wir hoffen, dass wir eine schöne Zeit bei der Promotour haben werden. Und es ist schön, wieder hier zu sein! “It’s nice to be back again!”

Arnold Schwarzenegger und die “The Last Stand” Premiere in Köln

Auf die Frage, warum sich Arnold Schwarzenegger Köln für die Premiere seines Filmes ausgesucht habe, antwortete dieser sehr salopp:

Schwarzenegger: Ich habe mir Köln nicht ausgesucht! Das war Andreas (von Splendid Film) … Steh auf Andreas, damit alle sehen, wer für diese Wahl verantwortlich ist (großes Gelächter).

Dann erklärte er, dass als die Geldgeber auf ihn zugekommen seien, mit dem Vorschlag, die Premiere in Köln zu veranstalten, er nur gedacht habe, dass dies kein alltäglicher Platz für eine Premiere sei. Und genau deshalb wollte Arnold dann auch, dass die Premiere in Köln steigt. Es sei einfach langweiliger Standard, dass Deutschlandpremieren in München oder Berlin abgehalten werden würden. Darum hielt er Köln irgendwann für eine brillante Idee. Damit waren freilich noch nicht alle Fragen zu Arnies Verbundenheit oder Interesse an Köln geklärt. Freimütig erklärte er, dass er sich mit den anderen den Kölner Dom anschauen wolle, gerade weil es Bauwerke wie diese in den so jungen USA einfach nicht gäbe, dass für mehr Sightseeing aber leider keine weitere Zeit sei, immerhin sei für die Deutschlandpremiere nur der eine Tag eingeplant. Erwähnenswert ist noch, dass Schwarzenegger mit seinem Sohn Patrick reiste. Wie er erklärte, haben alle seine Kinder immer die Möglichkeit, ihn auf derartigen Reisen zu begleiten. Diesmal sei es allerdings nur Patrick möglich gewesen, der laut Schwarzenegger ein ganz übler Workaholic sei. Und er fügte hinzu: „ich weiß gar nicht, von wem er das hat!“ Ein weiterer großer Lacher …

Arnold Schwarzenegger und die Umwelt

The Last Stand

Der Raum, in dem die Pressekonferenz zu “The Last Stand” stattfand.

Wer Arnolds Biografie gelesen hat, weiß, wie wichtig ihm vor allem das Thema grüne Energie ist. So nutzte er eine Frage zu dem Panzer, den er privat besitzt und den er der österreichischen Armee abgekauft hatte, um ein Statement abzugeben über die vielfältigen Schlachten, die wir Menschen noch zu schlagen haben.

Schwarzenegger: Wissen Sie, es ist interessant: Sie kämpfen diese Kämpfe in den Filmen wie “The Last Stand”. Es gibt Verfolgungsjagden, Actionszenen mit Explosionen und Shootouts, Kampfszenen … aber das ist auf der Leinwand. Im realen Leben kämpfe ich dagegen einen wirklich großen Kampf. Ich kämpfe für eine Zukunft mit grüner Energie und für eine vernünftige Art, wie wir unsere Umwelt behandeln. Wir alle müssen zusammenarbeiten, um diesen Kampf zu gewinnen. Eventuell haben wir so eine grüne Zukunft und zukünftige Generationen können davon profitieren. Es gilt also, viele Schlachten zu schlagen. Doch diese Kämpfe müssen wir in der realen Welt kämpfen, ohne Maschinengewehre und ohne Möglichkeit, es zu erzwingen. Wir kämpfen mit Überzeugungsarbeit und bringen alle zusammen, die in die gleiche Richtung marschieren. Um die globale Erwärmung zu bekämpfen und die Umweltverschmutzung – das ist der Unterschied zwischen den Schlachten …

Danach kam er kurz auf den Panzer und damit auf einen weiteren Punkt seines politischen Engagements zu sprechen. Arnold Schwarzenegger setzte sich als Gouverneur nämlich stark für die außerschulische Freizeitgestaltung der Kids in Kalifornien ein. Würden die meisten Verbrechen von jenen doch genau in dem Zeitraum zwischen Schulende und Heimkehr der Eltern von der Arbeit verübt werden. Und so bindet er den Panzer heute noch in derartige Projekte ein! Er fährt dann mit den Kids auf Truppenübungsplätze, präsentiert und erklärt ihnen das Gefährt und fährt die Kids damit herum. Außerdem werde der Panzer immer wieder für Weltkriegsfilme angefragt…

Trotz dieses kleinen, sehr humorigen Schlenkers war das Thema Umwelt noch nicht vom Tisch, denn eine österreichische Journalistin wollte wissen, ob Arnold bei der von ihm einberufenen Umweltinitiative R20 am 31. Januar 2013 in Wien vor Ort sein werde und wieso er sich Wien für dieses Event ausgesucht habe.

Schwarzenegger: Nun, ich denke, Wien und Österreich sind führend, wenn es um das Thema Umweltschutz geht. Als ich eine Unterhaltung mit Kanzler Faymann hatte, sagte er zu mir, es sei die größte Herausforderung unserer Generation, eine Zukunft mit grüner Energie zu schaffen. Ich schlug vor, eine Konferenz zu dem Thema nach Wien zu bringen. Diese sollte nicht wieder in Kalifornien stattfinden, denn da finden ohnehin die meisten Konferenzen zu dem Thema statt … Denken Sie nur an Güssing im Burgenland. 4000 Einwohner haben es geschafft, vollkommen unabhängig von Energielieferungen zu werden, da sie mittels erneuerbarer Energien und ohne Kohle oder Öl auskommen. Damit ist die Stadt ein Beispiel für die ganze Welt! Also, warum die Konferenz nicht in Österreich abhalten? Und ich bin Österreicher und ich bin stolz Österreicher zu sein! Ich bin auch stolz auf Kalifornien. Kalifornien und Österreich haben auch etwas gemeinsam: Beide setzen auf erneuerbare Energien. Und das bringen wir nun zusammen in Wien! Und ich kann mir keinen besseren Co-Gastgeber als Kanzler Faymann vorstellen …

Auf die Frage, ob er sich nach diesem Vortrag mehr als Österreicher oder als Kalifornier fühle, antwortete Arnold Schwarzenegger sehr bestimmt:

Schwarzenegger: Kalifornier! Aber ich liebe Österreich! Ich liebe es, das Land zu besuchen. Ich gehe jedes Jahr zu den Hanenkamm Rennen! Ich gehe zum Skilaufen nach Österreich. Ich liebe Österreich, die Menschen, die Politik in Österreich ist sehr interessant. Das Gebiet ist wunderschön, eines der schönsten der ganzen Welt. Ich liebe Österreich!

Arnold Schwarzenegger und die Politik

Es war unvermeidlich, dass Schwarzenegger, so unmittelbar nach seinem Ausscheiden aus der Politik, diverse Fragen zur Politik würde beantworten müssen. Eine Journalistin wollte zum Beispiel wissen, ob er Interesse hätte, in die österreichische Politik zu gehen.

The Last Stand

Ein Ausschnitt der Gesprächsrunde: Links Moderator Kons, Arnie und Jaimie. © Twentieth Century Fox

Schwarzenegger: Nein! Mir reicht es, im Filmbusiness zurück zu sein. Ich war sehr froh, ein öffentlicher Diener gewesen zu sein und ohne Lohn zu arbeiten bzw. kein Geld zu verdienen und dabei sogar Geld zu verlieren. Doch ich war in meinem Amt sehr enthusiastisch und sah mich als Immigrant, der seiner neuen Heimat etwas zurückgeben konnte. Aber ich sehe mich nicht als Karrierepolitiker. Ich tat es, um der Öffentlichkeit zu dienen, aber danach wollte ich zurück auf die Leinwand!

Auch die deutsche Politik habe er im Blick, immerhin hatte er mit Deutschland im Namen von Kalifornien diverse Handelsabkommen. Er berichtete von Treffen mit Frau Merkel und lobte Deutschland für seine Arbeit im europäischen Staatenbund. Was er dem amerikanischen Präsidenten Barack Obama wünsche, wurde er ebenfalls gefragt:

Schwarzenegger: Ich wünsche ihm viel Glück! Denn wenn der Präsident einen guten Job macht, geht es auch den USA gut. Und das ist wichtig, denn in den USA gibt es aktuell viel zu tun: Die Infrastruktur erneuern und ausbauen, die Immigrationsgesetze überarbeiten, die Schulden abbauen … Und alle – Demokraten, Republikaner, unabhängige Politiker – ALLE müssen mit anpacken!

Schwarzeneggers Comeback: “The Last Stand”

Natürlich wurde auch viel über “The Last Stand” geredet! Hier wurden dann auch Knoxville und Alexander immer mal wieder kurz eingebunden. So wurde Knoxville gefragt, was der Unterschied zwischen den Dreharbeiten seiner Hitshow “Jackass” und einem Film wie “The Last Stand” sei.

The Last Stand

Johnny Knoxville beim Photocall. © Twentieth Century Fox

Knoxville: Nun, die Stunts in “Jackass” werden entwickelt, um schief zu gehen. Aber als wir “The Last Stand” machten, war das Ziel, dass sie funktionieren! So musste ich mich wirklich darauf trainieren, nicht zu versagen bzw. den Stunt nicht schief gehen zu lassen. Arnold hat mich da schnell ins rechte Bild gesetzt, wie das zu funktionieren hat. Es war toll, mit ihm zu arbeiten!

Jaimie, die ja am Franchise des Marvelhelden “Thor” beteiligt ist, wurde gefragt, wen sie männlicher finde: Den Donnergott oder die steirische Eiche. Sie rettete sich mit einem “Beide Männer haben mich sehr beeindruckt” aus der Affäre und erlaubte sich einen kleinen Seitenhieb auf Knoxville, bei dem das dann wieder ganz anders aussähe. Ein empörtes “Halloooooo” von Knoxville war die Folge. Auf die Frage, wie sie sich auf “The Last Stand” vorbereitet habe, antwortete sie:

Alexander: Jeden Morgen vor den Dreharbeiten übte ich mit einem LAPD Officer, um sicher zu stellen, dass ich korrekt mit den Waffen umging und abzuklären, wie ich einen Polizisten realistisch darstellen könnte. Auch sonst trainierte ich viel, um sicher zu sein, dass ich und die Leute um mich herum sicher waren.
Schwarzenegger fand da deutlichere Worte: Jaimie hat tolle Arbeit geleistet, was in der Form kaum jemand im Vorfeld erwartet hatte. Die Art, wie sie mit den Waffen umging, kletterte, abrollte, … sie kann ein weiblicher Actionheld werden, denn sie ist so gut! Sie ist einfach top in Form, war Ringerin in der Highschool, behauptete sich gegen vier Brüder. Es ist aufregend, eine Frau zu sehen, die in Actionfilmen so gut ist und trotzdem so feminin rüberkommt.
Was Knoxville noch unterstrich mit: Yeah, Jaimie ist unglaublich stark und sie haut zu wie ein Kerl!

Danach orientierte man sich wieder deutlicher in Richtung Arnold Schwarzenegger:

Journalist: Herr Schwarzenegger, das ist ihre erste Hauptrolle in einem Actionfilm seit Jahren. Wie finden Sie, hat sich das Actiongenre seitdem verändert?

The Last Stand

Jaimie Alexander beim Photocall. © Twentieth Century Fox

Schwarzenegger: Ich denke, es hat sich gar nicht so sehr verändert. Was sich verändert hat, ist die Technologie, die heute verfügbar ist. Filme wie “Spiderman”, “Superman” oder “Iron Man” basieren fast ausschließlich auf Special Effects. Und dann haben Sie die andere Art von Actionfilmen wie “The Expendables“, “Stirb Langsam” oder “The Last Stand”, die auf traditionelle Action und Shootouts setzen und in denen nur wenige Effekte enthalten sind. Das sind die beiden Formen. Beide funktionieren ganz gut. Wenn die Geschichte gut ist, wollen die Leute den Film mit den vielen Effekten genauso sehen wie den traditionellen Film. Ein wesentlicher Unterschied ist noch das Physische. Wir mussten alle in Form sein, gut trainiert, denn uns wurde schon früh gesagt: Ihr erhaltet keine Unterstützung durch Special Effects.

Journalist: In ihrem Buch “Total Recall” schreiben Sie, dass sie vor “The Last Stand” sehr nervös waren, da das Drehbuch direkt für sie geschrieben wurde und ihr Comeback einleiten sollte. Wie schnell war die Nervosität dann verschwunden?

Schwarzenegger: Ich glaube, man ist immer nervös, wenn man einen neuen Film anfängt. Aber Gott sei dank hatte ich vier Tage an “The Expendables 2” in Bulgarien gedreht. Als Warm Up … das hat mir sehr geholfen! Ich bin am Anfang aber immer nervös. Ob es eine Ansprache ist, ein Film, eine Haupt- oder Nebenrolle. Das ist ganz egal, weil man ja immer das Beste geben will. Das ist ganz normal.

Journalistin: Mir gefiel der Humor in dem Film. Meine Lieblingszeile war: “Wie fühlen Sie sich Sheriff?” “Alt!” Also Mr. Schwarzenegger. Wie sehr haben denn die Knochen geknackt beim Drehen?

Schwarzenegger: Ich bin noch immer in Form! Ich trainiere täglich eineinhalb bis zwei Stunden. Ich bin immer in Form. Das ist ganz egal, ob man nun 65, 55 oder 45 ist, man muss immer vorbereitet zum Set kommen, um die Actionszenen machen zu können. Nicht nur einmal, sondern zehnmal, zwanzigmal … zu jeder Zeit. Man muss die Energie haben. Das ist das Wichtigste. Also da hat sich überhaupt nichts geändert. Aber es ist lustig im Film. Die Szene. Sie ist ein großer Lacher.

Journalistin: Wie lange dauerte es durchschnittlich, um eine Szene zu drehen?

Alexander: Für mich hängt es davon ab, was es für eine Szene ist und mit wem ich drehe. Arnold ist so ein gebender Schauspieler. Er sorgt dafür, dass man sich in der Szene wohlfühlt. Da brauchte es nie viele Takes und es war im Kasten. Aber mit ihm (sie zeigt auf Knoxville) brach ich mehrere Male in Gelächter aus und ruinierte einige Takes. Er ist so extrem witzig …
Knoxville: Ich tue einfach, was im Skript steht und interpretiere da manches vermutlich falsch … was so manchen Take kostet.
Schwarzenegger: Wenn du Szenen mit Johnny drehst, weißt du nie, was du zu erwarten hast. Es gab so viele Sachen, die waren schon im Drehbuch witzig und dann kam es, wie er sagte und er wich vom Drehbuch ab und ich war darauf meist nicht vorbereitet und wusste nicht mehr, wann ich wieder einzusetzen hatte. Aber es funktionierte, denn Komiker haben einfach ein großes Talent im Improvisieren. Aber manchmal reicht schon eine ganz besondere Kamerabewegung, die immer wieder wiederholt werden muss, bis sie perfekt sitzt. So musste man Takes häufiger wiederholen, ohne dass auch nur ein Wort gesprochen worden war. Es muss soviel koordiniert werden, bis ein Take funktioniert. (…) Aber das ist gut. Es macht Spaß. Es gehört einfach dazu! Genauso, wie mit dem Kopf gegen eine Kamera zu knallen und zum Notarzt gebracht und genäht zu werden. Es kann einfach alles passieren!
Knoxville: Das ist wahr. Er hatte eine riesige Wunde am Kopf, wurde genäht und war eine Stunde später wieder am Set und arbeitete. Das war ein ungeheurer Ansporn für das Team, so einen imposanten Einsatz zu sehen!
Moderator: Ist davon noch etwas zu sehen?
Schwarzenegger: Nein! Das war perfekte Näharbeit …

Der Moderator beendete daraufhin die große Fragerunde mit der Frage, warum eigentlich jeder “The Last Stand” gesehen haben müsse.

The Last Stand

Star des Tages: Arnold Schwarzenegger! © Twentieth Century Fox

Knoxville: Zunächst mal wegen Arnold Schwarzenegger in seiner ersten Hauptrolle seit Jahren! Und er spielt super und bringt eine seiner besten Leistungen überhaupt! Ich bin sehr stolz auf den Film. Die Action ist unglaublich. Wir haben viel Humor und viele Kampfszenen. Und Kim Jee-Woon, wir haben noch gar nicht über ihn geredet, ist ein toller Regisseur! Für mich wurde ein Traum wahr, mit Arnold gearbeitet haben zu dürfen!
Alexander: Der Film hat etwas für jeden! Humor, etwas Romantik, Action, Comedy. Er ist fast wie ein Neo Western, von denen man lange nichts mehr gesehen hat. Und Arnold Schwarzenegger spielt mit und es ist toll, ihm bei dem zuzusehen, was er am besten kann! Ich bin stolz, Teil des Filmes zu sein, habe es genossen, ihn zu machen und ich hoffe, dass er euch gefällt.
Schwarzenegger: Ich halte “The Last Stand” für sehr unterhaltsam. Er hat tolle Verfolgungsjagden wie “Fast and the Furious”. Dazu riesige Fight- und Shootoutszenen – wie ein traditioneller Schwarzenegger eben. Er hat Comic Reliefs wie “True Lies” und ich spiele einen viel menschlicheren Charakter als früher. Das ist auch der Verdienst des Regisseurs, der einen ganz eigenen Weg hat, so etwas aus einem herauszukitzeln. Er ist der Actiongott Asiens und sein Vermögen, die amerikanische und asiatische Art der Action zusammen zu bringen, macht den Film so unterhaltsam und interessant! “The Last Stand” ist einfach großartige Unterhaltung!

Ein Autogramm bitte!!!

Und damit war die Pressekonferenz auch schon vorbei. Es war lustig, zu sehen, wie aus den Journalisten ganz plötzlich Fans wurden, die zu den Stars eilten und Autogramme wünschten. Leider waren alle drei recht flott verschwunden, so dass nur wenige ein Autogramm erhaschen konnten. Ich jedenfalls hatte ein fettes Grinsen im Gesicht. In einem Raum mit einem meiner Idole und er war obendrein irgendwie genauso, wie ich ihn mir vorgestellt hatte.

Die Pressekonferenz selber erschien mir relativ harmlos. Ich hatte geglaubt, dass hier eventuell auch härtere Themen zur Sprache hätten kommen können, doch irgendwie traute sich wohl niemand so recht am Superstarimage zu kratzen. Nichtsdestotrotz war das Ganze ein echtes Erlebnis und obendrein recht humorvoll, weswegen ich glücklich und zufrieden gen Bahnhof lostrabte und sechs Stunden Rückfahrt nutzte, um meine Tonaufzeichnungen zu transkribieren. So ist er eben, der freeman: Ein Held der Arbeit … Irgendwie …

Ein großes Dankeschön geht an die zuständige PR-Agentur, die mir dieses Abenteuer erst ermöglicht hat!

In diesem Sinne:
freeman

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