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Blood of Redemption – Vendetta

Originaltitel: Blood of Redemption__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2013__Regie: Giorgio Serafini, Shawn Sourgose__Darsteller: Dolph Lundgren, Billy Zane, Gianni Capaldi, Vinnie Jones, Robert Davi, Robert Miano, Massi Furlan, LaDon Drummond, Chuck Saale, Jelly Howie u.a.
Blood of Redemption

Dolph Lundgren und Vinnie Jones hauen in “Blood of Redemption” auf die Pauke.

Alex arbeitet für die reiche Familie der Grimaldis. Diese sind durch zwielichtige Geschäfte zu ihrem Reichtum gekommen. Egal ob Wetten oder der Diebstahl und Handel mit Identitäten, die Familie hat überall ihre Finger drin. Da kommt der Tag, als das altehrwürdige Oberhaupt der Familie abdanken will und sich wünscht, dass die Familie ihre kriminellen Aktivitäten aufgeben möge. Sohn Kurt ist dabei das leuchtende Beispiel, ist er doch inzwischen sogar als FBI Agent angenommen wurden. Entschuldigend sei erwähnt, dass Kurt keinerlei Ahnung hat, woher der Familienreichtum kommt. Denn eingeweiht wurde nur sein Bruder Quinn. Und dieser will, jetzt wo sein Vater in Rente geht, die Geschäfte sogar erweitern…

Quinn steigt ins Geldfälschergeschäft ein und sichert sich dazu die Dienste des britischen Gangsters Campbell. Er kann nicht ahnen, dass Campbell plant, die gesamten Geschäfte der Familie zu übernehmen. So tappt Quinn unwissentlich in eine Falle Campbells und wird für drei Jahre von der Staatsgewalt weggesperrt. Als auch noch ein Killer Vater Grimaldi umnietet, kann Campbell das Familiengeschäft komplett übernehmen. Macht sich damit aber mächtige Gegner. Vor allem Alex versucht nun alles, um den Emporkömmling in die Schranken zu verweisen. Als auch noch Quinn wieder auf freien Fuß gesetzt wird, verselbstständigen sich die Rachepläne zunehmend…

Blood of Redemption

Der Schwedenhammer mit kleinem Argumentationsverstärker.

„Blood of Redemption“ ist nach „Thrill to Kill“ die zweite Zusammenarbeit von Regisseur Giorgio Serafini und Dolph Lundgren und läuft deutlich runder als die erste Zusammenarbeit. Dies liegt vor allem daran, dass „Blood of Redemption“ stärker auf seinen Hauptcharakter und damit seinen größten Star fokussiert und nicht so sehr zu einem Flickenteppich nebeneinander herlaufender Handlungsstränge zerfällt wie „Thrill to Kill“. Dadurch wirkt die Story deutlich geradliniger aufgezogen, ist aber immer noch arg geschwätzig und drängt nach wie vor ihre eigentlich handlungsantreibende Figur zu oft aus der Geschichte. Das fällt zu Beginn noch gar nicht so sehr auf, da Dolph hier beständig im Hintergrund herumsteht und an allen Storyentwicklungen zumindest passiv beteiligt ist. Mit zunehmender Laufzeit aber mehren sich die Szenen, in denen sich der Film zu sehr auf Billy Zanes Quinn und Vinnie Jones Campbell versteift. Auch die etwas ziellosen Momente um Kurt sind wenig zweckdienlich, von den vermehrten Auftritten der jungen Dame Lyna ganz zu schweigen. Und was Robert Davi („The Butcher“) in dem Film zu suchen hat, weiß er vermutlich selbst nicht so genau.

Kurzum: Auch wenn „Blood of Redemption“ insgesamt etwas gewinnbringender in seiner Storyentwicklung aufgezogen wird als „Thrill to Kill“, ist der Film erzählerisch noch immer nicht viel wert. Zumindest greifen die einzelnen Elemente hier besser ineinander und mühen sich die drei Hauptdarsteller doch deutlich mehr als jene im Nachfolgefilm. Vor allem Dolph Lundgrens („The Expendables“) Präsenz schwebt auch dank omnipräsenter Off-Kommentare beständig über dem Film, was selbigem auch verdammt gut tut. Actiontechnisch hält sich der Schwede aber leider ziemlich bedeckt. Einer flotten Kickereinlage früh im Film folgt eine lange Durststrecke, in der vor allem die anderen Figuren actionmäßig aktiv werden dürfen. Kleinere Keilereien hier und einige Ballereien da (mit ziemlich schwach getrickstem CGI-Blut) sind die Folge. Erst im Showdown holt Lundgren den Schießprügel heraus, wird aber ziemlich langweilig inszeniert. Weder steigt der Bodycount exponentiell an noch legt der Film härtetechnisch zu. Was auch daran liegt, dass der Oberbäddie mit gerade mal vier Henchmen auftaucht. Auch der Schauplatz des Showdowns – ein Schrottplatz – lässt wenig Flair aufkommen.

Blood of Redemption

Vinnie Jones gibt wie gewohnt den Choleriker.

Selbiges weiß im Vorfeld durchaus zu gefallen. „Blood of Redemption“ wurde vollkommen in L.A. gedreht und man mühte sich sichtlich, nicht wieder derart abgeranzte Ecken wie für „Thrill to Kill“ zu suchen. Meist sogar mit ansehnlichem Erfolg. Dazu kommt eine angenehm lichtdurchflutete Inszenierung und halbwegs glaubwürdig eingerichtete, vorzeigbare Räumlichkeiten. Was auch dringend erforderlich war, da Familie Grimaldi und ihre Nachfolger gerne auf großem Fuß leben, da wären abgerissene Spelunken wie in „Thrill to Kill“ ein echtes Problem gewesen. Mit den verschiedensten Stilmitteln halten sich Serafini und sein Co-Regisseur Shawn Sourgose deutlich zurück. Hier mal eine Zeitlupe, da ein wenig Upspeeding des Bildes. Ansonsten ist der Film gediegen in HD Optik inszeniert und durchaus ansehbar ausgefallen. Dafür ist der unter den Bildern erklingende Soundtrack so stinklangweilig vor sich hinscheppernde Keyboardmucke, dass einem die Ohren bluten.

Darstellerisch geht „Blood of Redemption“ in Ordnung. Billy Zane („Alien Agent“) hat zwar schon inspiriertere Vorstellungen abgeliefert, allerdings auch deutlich gelangweiltere. Der Film steckt ihn zum Dank in durchweg unvorteilhafte Klamotten und seltsam sitzende Hüte. Vinnie Jones („Escape Plan“) gibt derweil wieder das eiskalte, dreckige Arschloch, das gerne mal so richtig austickt und dann mit Schimpfworten um sich schmeißt und Gesichtsfronten umgestaltet. Robert Davi dürfte kaum mehr als einen Drehtag vor Ort gewesen sein und kommt niemals im Film an. Dafür ziehen sich die anderen Darsteller recht ordentlich aus der Affäre.

Blood of Redemption

Zwei Pluspunkte von “Blood of Redemption”: Dolph und Titten!

Am Ende seiner Handlung präsentiert „Blood of Redemption“, der wie die gelungene erste Hälfte von „Thrill to Kill“ eine lange Rückblende darstellen will, einen „total unvorhersehbaren“ Twist und will deutlich schlauer sein, als es ihm gut tut. Vermutlich spekulierte man auch hier auf eine Art Guy Ritchie/Tarantino Moment, denen man im Vorfeld mit optisch verfremdeten Standbildern der Charaktere inklusive Namenseinblendungen bereits gerecht zu werden versuchte. Das Ergebnis ist allenthalben lachhaft. Zumindest wird die hübsche Hauptdarstellerin so noch einmal nackig gemacht und Dolph darf wissend aus dem Off salbadern. Und dann sind die 75 Minuten Nettolaufzeit auch schon rum. Dass man während dieser kurzen Zeit vermehrt auf die Uhr schaut, zeigt schon auf, dass der Film so manches Problem hat. Zumindest ist er aber deutlich straighter ausgefallen als noch „Thrill to Kill“ und hat einen solide aufspielenden, cool aussehenden Lundgren als Crowdpleaser an Bord. Im Großen und Ganzen wird aber eine unerfreuliche Tendenz offensichtlich, nämlich jene, dass Lundgren nach wie vor keinen guten Ersatz für sich selbst als Regisseur gefunden hat. Man kann sich kaum vorstellen, dass Lundgren ähnlich unfokussiert inszenieren würde wie Serafini. Dennoch, als nett bebilderter Actionthriller ist „Blood of Redemption“ durchaus zu gebrauchen.

Die englische DVD/Blu-ray kommt von Anchor Bay und hat bis auf den ab 15 freigegebenen Film nichts weiter zu bieten. Die deutsche DVD/Blu-ray kommt am 20. Januar 2014 von NewKSM und ist mit einer FSK 16 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: NewKSM__FSK Freigabe: ab 18__Geschnitten:Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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