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Curse of Chucky

Originaltitel: Curse of Chucky__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2013__Regie: Don Mancini__Darsteller: Chantal Quesnelle, Fiona Dourif, Jordan Gavaris, Danielle Bisutti, A Martinez, Maitland McConnell, Brennan Elliott, Summer H. Howell, Adam Hurtig, Darren Wall u.a.
Curse of Chucky

Chucky is back in “Curse of Chucky”

Nica und ihre Mutter leben auf dem familiären, abgelegenen Landsitz ein beschauliches und ruhiges Leben. Als eines Tages ein Paket eintrifft, soll sich dies komplett ändern. Das Paket enthält eine überdimensionierte, nicht wirklich schön anzusehende Puppe. Während der Zuschauer nun schon freudig frohlockt, da er den rothaarigen Struwwelpeter freilich nur zu gut kennt, entsorgt die kleine Lebensgemeinschaft das „Geschenk“ im hauseigenen Müll. Noch in der gleichen Nacht hört Nica einen gellenden Schrei und findet ihre scheinbar zu Tode gestürzte Mutter…

Alsbald findet sich Nicas Schwester mit ihrer Familie in dem Anwesen ein und will die seit ihrer Geburt im Rollstuhl sitzende Nica in ein Heim für betreutes Wohnen abschieben, um den Landsitz zu veräußern und die familiären Geldprobleme auszuräumen. Nica zeigt sich davon wenig begeistert. Umso begeisterter ist allerdings die Tochter von Nicas Schwester, als sie „zufällig“ die entsorgt geglaubte Puppe findet. Man überlässt ihr das Spielzeug, nicht ahnend, was man sich damit ins Haus geholt hat. Kurze Zeit später beginnen sich die unheimlichen Vorfälle zu häufen…gerne auch mit Todesfolge.

Curse of Chucky

Kille, Kille…

Spätestens mit „Chucky’s Baby“ war das mit „Chucky und seine Braut“ kurz zuvor erfolgreich wiederbelebte, sehr beliebte Chucky-Franchise zu Grabe gegraben wurden. Abgesehen von einigen kreativen Mordszenen und derben Sprüchen Chuckys war nichts mehr übrig von dem, was einst mit „Chucky – Die Mörderpuppe“ so garstig begonnen hatte. Zeit für einen Neustart – dachte zumindest der Drehbuchautor der ersten drei Original-Chucky-Streifen: Don Mancini. Dieser übernahm diesmal sowohl die Regie als auch den Posten des Drehbuchautoren und führt das Franchise konsequent zurück zu seinen Wurzeln. „Curse of Chucky“ ist endlich wieder bösartig, spannend und gruslig und schenkt sich jedwede Ausrutscher in Funsplattergefilde.

Stattdessen wirkt „Curse of Chucky“ fast schon anachronistisch! Mancini verzichtet auf moderne optische Spielereien, schnelle Schnitte, billige Jump Scares und eine hippe Erzählweise. Er entwickelt in aller Ruhe einen ordentlichen Spannungsbogen und treibt seine funktionale Story äußerst zwingend voran. Er setzt auf großartige, schleichende Kamerafahrten; sehr konzentrierte, erstaunlich lange Einstellungen und choreographiert Bilder, die beinahe an Theateranordnungen erinnern, so reduziert wirken seine Schauplätze. Immer wieder streut er fantastisch arrangierte Szenen ein, von denen beispielsweise zwei mit Spiegelbildern zu tun haben. Großartig sind auch die Perspektiven, die Mancini findet, um seine Figuren in dem Schauplatz zu verorten.

Curse of Chucky

Toll arrangierte Bilder heben den Film aus der Masse der DtV-Premieren heraus.

Seinen eigentlichen Star, Chucky, setzt Mancini wohldosiert ein und spielt immer wieder auch mit den Erwartungen der Zuschauer, nur um hernach noch eindrücklichere Schocks abzufeuern. Das eigentliche Highlight bildet aber eine lang ausgespielte Sequenz um eine Treppe, die Mancini konsequent steigert, um hernach endlich die körperliche Beeinträchtigung seiner Hauptfigur für einige Spannungsspitzen zu nutzen. Schlägt Chucky zu, geschieht dies kurz und trocken. Etwas Rattengift hier, etwas Messerstecherei da, … Mancini hütet sich davor, den Bodycount künstlich anzuheizen. Er konzentriert sich bzw. Chuckys Wirken auf die kurz und knackig eingeführten Hauptfiguren. Blutige Details gibt es dennoch ausreichend, wobei eine blutige Enthauptung definitiv das Highlight darstellt.

Darstellerisch kann der „Curse of Chucky“ Cast durchaus überzeugen. Vor allem die Tochter von Brad Dourif, der wie gewohnt Chucky spricht, weiß in ihrer Rolle als Nica zu gefallen und zieht die Sympathien der Zuschauer mühelos auf sich. Chucky Fans werden sich sicherlich über das Auftauchen diverser Darsteller aus früheren Filmen freuen. Für Nichtchuckyfans dürften diese Momente aber zu den eher störenden Momenten gehören. Warum? Nun, Mancini hält sich zunächst mit Verweisen auf das Franchise deutlich zurück. Wäre „Curse of Chucky“ der erste Film aus dem Franchise, den man sieht, man würde gar nicht wissen, wieso Chucky macht, was er macht und wieso er kann, was er kann. So wirkt der Film lange Zeit recht eigenständig, freilich mit einigen offenen Fragen versehen. Doch dann zieht Mancini einen Verweis nach dem anderen aus dem Hut. Wohlgemerkt NACHDEM der eigentliche Film gelaufen ist. So folgt zwar ein Ende nach dem anderen, aber kein wirklich befriedigender Schluss. Schade…

Curse of Chucky

Niedlich, gelle?

Trotzdem ist „Curse of Chucky“ eine der wohl am sorgfältigsten inszenierten DtV Premieren der letzten Jahre, die durchaus auch einen Kinoeinsatz verdient hätte. Der Schöpfer von Chucky führt das Franchise zurück zu ihren Anfängen und inszeniert, als hätte es High Octane Schocker a la „Saw“ und Co. nie gegeben. Stattdessen lanciert er großartig arrangierte Bilder, unheimliche Kamerafahrten, tolle Spannungsspitzen, eine intelligente Licht- und Schattensetzung und einen endlich wieder richtig fiesen „Helden“. Auch die Opferschar des Filmes weiß mit teilweise ungewöhnlicher zwischenmenschlicher Dynamik zu gefallen. Wichtig zu erwähnen ist meines Erachtens, dass was im Trailer noch sehr befremdlich wirkte, im fertigen Film gar nicht so sehr auffällt: Die CGI Herkunft manches Chucky-Shots. Gelungene Referenzen an die vorhergehenden Filme liefern der Score als auch kleinere Storyhints, was man schmunzelnd zur Kenntnis nimmt. Einzig gegen Ende übertreibt es Mancini mit den Verweisen und findet einfach keinen runden Abschluss für seinen Film. Selbst nach dem Abspann setzt er noch ein Ende drauf… Dennoch: „Curse of Chucky“ kann jedem Chucky Fan bedenkenlos ans Herz gelegt werden und dürfte auch Fans des sich langsam entwickelnden Horrors einen angenehmen Filmabend garantieren.

Die deutsche DVD kommt von Universal Pictures, hat die Unrated Fassung an Bord und ist mit einer FSK 16 Freigabe ungeschnitten.

Lest auch unser Interview mit Don Mancini und Fiona Dourif zum Film.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Universal Pictures__FSK Freigabe: ab 16__Geschnitten: Nein__Blu-ray/DVD: Ja/Ja

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