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Dark Skies – Sie sind unter uns

Originaltitel: Dark Skies__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2013__Regie: Scott Charles Stewart__Darsteller: Keri Russell, J.K. Simmons, Dakota Goyo, Josh Hamilton, Michael Patrick McGill, Annie Thurman, Brian Stepanek, Trevor St. John, Alyvia Alyn Lind u.a.
Dark Skies

“Dark Skies” wegen Aliens?

Die Barretts sind eine vierköpfige Familie, die in irgendeinem typisch amerikanischen Vorort lebt und sich in einer etwas schwierigen Situation befindet. Der Vater ist nämlich seit einiger Zeit arbeitslos, weshalb die Familie den Gürtel enger schnallen muss. Doch alle finanziellen Probleme rücken in den Hintergrund, als sich plötzlich seltsame Vorkommnisse im Haus der kleinen Familie häufen.

Was harmlos mit einem ausgeräumten Kühlschrank und eigenwillig gestapelten Küchenutensilien beginnt, nimmt immer beängstigendere Züge an: Schwallartiges Nasenbluten, apathisch vor sich hin starrende Kinder, eigenartige Zeichen und Muster auf der Haut einiger Familienmitglieder und seltsame Vorfälle mit Vogelschwärmen lassen vor allem die Mutter schnell misstrauisch werden. Als ihr irgendwann sogar ganze sechs Stunden fehlen, an die sie sich in keiner Weise erinnern kann, beginnt sie nachzuforschen. Fündig wird sie in Berichten von Menschen, die angeblich von Aliens entführt worden.

Ihren Mann kann sie davon nicht wirklich überzeugen, bis er einen Beweis erhält, der unumstößlich ist. Doch damit hat das eigentliche Grauen erst begonnen…

„Dark Skies“ ist eine reizvolle Kombination aus verschiedenen Subgenres des Horrorfilmes. Ein wenig Alien-Invasion hier, etwas Poltergeist-Horror da und dazu eine nette Prise Home-Invasion. Konzentriert auf einen eng begrenzten Raum, das Haus der Barretts, werden in sich zunehmend steigerndem Maße die Spannungsschraube angezogen und Hinweise für die Gegenwart von Aliens gestreut. „Dark Skies“ ist dahingehend auch wenig subtil. Gerade als Zuschauer hat man wenige Anhaltspunkte, um an der Existenz von Aliens in diesem Filmuniversum zu zweifeln. Die spannendste Frage ist darum schnell, was die „Grauen“ von den Barretts und den Menschen wollen.

Dark Skies

Mutter Barrett ahnt als erste, das etwas nicht stimmt.

Die Beantwortung dieser Frage geschieht ein wenig zu konventionell: Die Barretts suchen einfach einen unbeteiligten Dritten auf und lassen sich von ihm alles erklären. Genau in diesem Abschnitt macht es sich „Dark Skies“ leider etwas zu einfach und büßt auch ordentlich Spannung ein. Glücklicherweise fängt sich der Film nach diesem Formtief wieder und bläst zur letzten großen Horrorattacke. Und diese sitzt auf den Punkt.

Vor allem, wie Regisseur Scott Stewart in dieser finalen Sequenz das „Opfer“ vom Rest der Familie trennt, ist ein tolles Spiel mit zwei verschiedenen Bewusstseinsebenen und hat den einen oder anderen creepy Moment zu bieten. Vor allem diese unheimlichen Momente beherrscht Stewart in „Dark Skies“ erstaunlich gut. Erstaunlich deshalb, weil der Regisseur zuvor bei „Legion“ oder „Priest“ lieber den Holzhammer schwang, statt Spannung aufzubauen oder Charaktere zu entwerfen. Vor allem die immer mehr eskalierenden Bedrohungsmomente bauen ganz allmählich ordentlich Spannung und eine dichte Atmosphäre auf. Was freilich nicht bedeutet, dass „Dark Skies“ ausschließlich auf einer subtilen Ebene Schrecken erzeugen würde. Dies mitnichten, denn der Film bietet auch einige sehr effiziente und effektive Jump Scares, die nicht nur dank des mächtigen Sound-Designs durch Mark und Bein gehen. Und keine Sorge, Stewart arbeitet dankenswerterweise extrem selten mit Finten. Soll heißen: Der Horror entlädt sich nicht nur auf der Tonspur, sondern er erhält auch eine visuelle Entsprechung.

Im Vergleich zu seinen vorhergehenden Filmen musste Stewart diesmal mit sichtlich weniger Budget haushalten. Man erkennt es überdeutlich an den wenigen Schauplätzen und den relativ wenigen Darstellern/Filmfiguren. Doch genau das scheint ihm gut getan zu haben. So bleibt man verschont von überflüssigen Effekten und Stewart selbst hat gar keine Veranlassung mit großem Pomp aus den Rechenknechten von einem miesen Drehbuch abzulenken. Das funktioniert nämlich sehr gut, vernachlässigt allerdings ein wenig seine Figuren…

Dark Skies

Der Rest der Familie ist auch bald überzeugt.

Die werden dafür von ihren Darstellern überzeugend mit Leben gefüllt und müssen endlich mal nicht irrational oder dumm agieren, nur damit der Film am Laufen gehalten wird. Vor allem die Wandlung der Eltern (Keri Russell „Planet der Affen: Revolution“ und Josh Hamilton) wirkt durchgehend glaubwürdig. Sie werden nicht von Otto-Normalos zu nervös kreischenden Nervenbündeln. Vielmehr analysieren sie ihre Situation, ziehen die für sich richtigen Schlüsse und brauchen unterschiedlich lang, um ihre ausweglose Lage zu erkennen. Mit den Kinderdarstellern wurde ich persönlich zwar nicht so wirklich warm, dafür funktionieren die von ihnen entworfenen Charaktere sehr gut. Und J.K. Simmons („Contraband“) darf leider nicht viel mehr machen, als den Ghostbuster für Aliens zu geben. Er muss die Zusammenhänge erklären und den bereits erwähnten schwächsten Part des Filmes befeuern.

„Dark Skies“ wäre gut beraten gewesen, das eine oder andere Detail mehr im Dunklen zu lassen. Das hätte der Spannungskurve des Films gut getan. Auch lässt Regisseur Stewart sein Publikum zu oft wieder von der Leine und es braucht ab und an zu lange für den nächsten wohligen Schock. Die Vorhandenen sind dafür schön effizient und sorgen für eine tolle Gruselatmosphäre. Auch das Design der außerirdischen Unholde überzeugt und Stewart widersteht glücklicherweise der Versuchung, sie zu exzessiv einzusetzen. Wirklich neu oder innovativ ist das alles nicht, aber „Dark Skies“ rührt hinlänglich bekannte Genrestandards sehr reizvoll zusammen und kredenzt unterhaltsame Horrorkost in vornehmlich düsteren Bildern und stimmiger, bedächtiger Inszenierung. Letzten Endes fühlt sich „Dark Skies“ ein wenig wie eine auf Hochglanz polierte und auf Spielfilmlänge gestreckte Folge von „Akte X“ (inklusive der dort zur Perfektion gebrachten Verschwörungsparanoia) oder den „Outer Limits“ an. Was auf gar keinen Fall irgendwie negativ gemeint ist, ganz im Gegenteil…

Die deutsche Blu-ray/DVD kommt von Koch Media, hat neben Deleted Scenes einen Audiokommentar der Macher an Bord und ist mit einer FSK 16 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
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Copyright aller Filmbilder/Label: Koch Media__FSK Freigabe: ab 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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