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Bloodfist 3: Zum Kämpfen verurteilt

Originaltitel: Bloodfist III: Forced to Fight__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1992__Regie: Oley Sassone__Darsteller: Don Wilson, Richard Roundtree, Gregory McKinney, Rick Dean, Richard Paul, Charles Boswell, John Cardone, Brad Blaisdell, Stan Longinidis, Tony DiBenedetto, Andre Rosey Brown u.a.
Bloodfist 3 Blu-ray Cover

Don Wilsons „Bloodfist 3: Zum Kämpfen verurteilt“ kommt erstmals digital in die Heimkinos!

„Bloodfist 3: Zum Kämpfen verurteilt“ ist der erste Film der „Bloodfist“-Reihe, in dem es nicht mehr um irgendwelche Martial-Arts-Turniere geht. Stattdessen prügelt sich der jeweils von Don „The Dragon“ Wilson gespielte Held fortan durch urban angehauchte Actionthriller. Außerdem heißen Wilsons Helden nun immer anders. Schon eine kuriose Reihe. Der dritte Teil verlagert seine Handlung in einen Knast.

Während der Direktor eines vermeintlich supermodernen Gefängnisses einen Pressetermin abhält, bei dem er die Vorzüge der Einrichtung anpreist, können die Reporter auf einem Monitor mit ansehen, wie ein Insasse einen anderen absticht. Bei dem Mörder handelt es sich um Jimmy Boland. Was die Reporter nicht mitbekamen: Das Opfer hatte kurz zuvor Jimmys besten Buddy vergewaltigt und ermordet.

Doch das juckt in dem Knast freilich niemand. Jimmy wird in einen Hochsicherheitsflügel verlegt, wo er schnell zur Zielscheibe mutiert. Denn der von ihm erledigte Sausack war ein Schwarzer, dessen Verbündete diesen Teil des Knastes dominieren. Und die wollen Rache. Vor allem deren Anführer Blue steigert sich förmlich in seine Rachefantasien hinein.

Zumindest in Samuel findet Jimmy einen starken Verbündeten. Der ist für sein friedvolles Ansinnen unter seinen Mithäftlingen sehr hoch angesehen und sein Wort hat hier Gewicht. Blue lässt sich aber freilich von Worten des Friedens nicht einbremsen.

Schaut in den Film hinein

Don „The Dragon“ Wilson verwammst Häftlinge

„Bloodfist 3: Zum Kämpfen verurteilt“ könnte inhaltsleerer kaum sein. Bis auf den Haupthandlungsstrang um den rachsüchtigen Blue passiert hier rein gar nichts. Entweder wammst sich Don Wilsons Jimmy mit irgendwelchen Knastinsassen oder Samuel labert über friedvolle Wege, Konflikte zu lösen. Zwischen diesen egalen Handlungselementen steigen weithin bekannte Knastklischees, von denen man schnell die Schnauze voll hat.

Wenn dann Jimmy in einer Szene vorzeitig aus der Isolationshaft entlassen wird, weil der Knastchef das genauso will, spielt die Fantasie aufgrund der bisherigen Unterbeschäftigung regelrecht verrückt. Ist Jimmy ein Undercover-Cop? Hat der Knastchef irgendein Ding am Laufen? Will man Jimmy bei Samuel wissen, weil der was Fieses plant? Nichts davon bewahrheitet sich. Alles bleibt egal. Bis zum Ende des Filmes. Warum Jimmy da nun frei kam – man weiß es nicht.

So schaut man dem Treiben gelangweilt zu und hofft bei jedem Aufeinandertreffen von Blue und Jimmy, es möge das letzte sein. Was nicht passiert. Derweil nimmt Richard Roundtree („The Banker“) in jeder gemeinsamen Szene Don Wilson („Black Creek“) die Butter vom Brot und spielt ihn mühelos an die Wand. Ohne sich irgendwie anzustrengen. Er hat so viel Charisma, dass der ewig gleich schauende Wilson dies nicht ausgeglichen bekommt.

Freilich ist der aber auch nur für die Action da. Leider hat es davon in dem von Oley Sassone gedrehten Film nicht eben viel. Ab und zu trifft Jimmy auf zahlreiche Gegner, die er mit dem typischen Don-Wilson-Moveset zusammentritt. Wirklich viel Bock scheint Wilson auf diesen Film nicht gehabt zu haben, wenn man sieht, wie gelangweilt er hier kickt. Härten hat es dabei auch keine. Die Klischees wollen es, dass irgendwelche geschmuggelten Messer oder angespitzten Zahnbürsten mal in Körpern landen. Explizit wird es dabei aber nie.

In Sachen technischer Umsetzung lässt sich sagen, dass Kameramann Rick Bota (Regisseur der Hellraiser-Streifen „Hellseeker“, „Deader“ und Hellworld“) gegen das niedrige Budget nicht ankommt. Seine Bilder wirken genauso farblos und uninspiriert wie Don Wilsons Spiel. Zumindest der Schauplatz überzeugt als Knast. Man hat aber nie das Gefühl, dass das Gebäude vollumfänglich bespielt wird. Wo waren denn etwa die Duschen? Tztztz… Endöde und teils unpassend geriet der Score.

„Bloodfist 3: Zum Kämpfen verurteilt“ darf gerne weggesperrt werden

Nach dem gelungenen „Bloodfist“ und dem meines Erachtens sogar noch besseren „Bloodfist 2“ ist „Bloodfist 3: Zum Kämpfen verurteilt“ ein echter Rückschritt. Damals konnte man freilich noch nicht wissen, dass dieses Auf und Ab in der Qualität für die gesamte achtteilige Reihe symptomatisch werden würde.

Das ändert aber nichts daran, dass „Bloodfist 3“ schlecht erzählt ist, kein Gespür für Spannung oder irgendeine Form der Dramaturgie hat, viel sinnloses Geschwätz bietet und in Don Wilson einen Hauptdarsteller hat, der selbst in der Action wirkt, als wäre er lieber wo anders. Richard Roundtree rettet den Film mit seinem souveränen Spiel zumindest ein wenig den Kragen. Der Rest ist ein Klischeefest sondergleichen, das niemals verfängt und kein Stück rockt.

03 von 10

In Deutschland wurde der Film bislang ausschließlich auf VHS ausgewertet. Hier erhielt er uncut eine Freigabe ab 18. Es kursiert aber auch eine zensierte Fassung mit einer Freigabe ab 16. Wer es digital braucht, wird in den USA fündig, wo eine DVD von New Concorde zu haben ist. Diese Kritik beruht auf der DVD, die in der in den Niederlanden erschienen DVD-Box „Bloodfist Collection“ von A-Film enthalten ist. Hier hat der Film eine Freigabe ab 16 und keine besonders gute Bildqualität. Am 19. Juni 2026 ist es dann endlich soweit und der Film wird auch in Deutschland digital ausgewertet. Dann kommt er von Shamrock Media direkt auf Blu-ray. Uncut mit einer Freigabe ab 18.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Shamrock Media__Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Nein

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